Für eine effektive und zielgerichtete Therapie mit Mikronährstoffen ist eine Laboranalyse unerlässlich

Eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen ist von größter Bedeutung für die körperliche und psychische Befindlichkeit und hat einen präventiven Effekt gegen zahlreiche Erkrankungen. Um herauszufinden, welche Vitalstoffe dem Stoffwechsel fehlen, kommt man an einer Laboranalyse nicht vorbei.

 

Transkript


Musik

Moderator:

Willkommen zu unserem Podcast über Mikronährstoffe. Heute: „Warum soll man überhaupt Mikronährstoffe bestimmen lassen?“ Wieder mit dabei Dr. med. Hans-Günter Kugler, mein Name ist Karin Großhardt vom Diagnostischen Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie aus Marktheidenfeld.

Um zu erläutern, warum man Mikronährstoffe im Blut bestimmen lassen sollte, sollte man zunächst einmal vertiefen, dass Mikronährstoffe für den Ablauf der meisten biochemischen Reaktionen unerlässlich sind. Wenn die erforderlichen Mikronährstoffe fehlen, kommt es zwangsläufig zu einer Störung der Stoffwechselreaktionen. Über die Funktionen der Mikronährstoffe im Stoffwechsel gibt es ja viele Beispiele.

 

Dr. Kugler:

Ja, auch von mir ein herzliches Hallo. Ich will mal einige Beispiele nennen: Selen wird für die Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt. Ein Selenmangel kann deshalb zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen.
Eisen ist erforderlich für die Funktionsfähigkeit der Atmungskette in den Mitochondrien. Ein Eisenmangel beeinträchtigt deshalb die Bildung des Energieträgers ATP.

 

Moderator:

Und dann sind unter Umständen die Folgen Erschöpfung, Energiemangel und verminderte körperliche Leistungsfähigkeit - und das nur aufgrund eines Eisenmangels?

 

Dr. Kugler:

Ja das ist leider so, aber völlig unnötig.

Auch Vitamin B1 ist für den Energiestoffwechsel wichtig. Vitamin B1 ist für die Energiebildung aus Kohlenhydraten von großer Bedeutung.  Bei einem Vitamin-B1-Mangel ist die ATP-Synthese insgesamt vermindert, stattdessen wird dann im Stoffwechsel vermehrt Laktat, also Milchsäure gebildet. Vitamin B6 hat eine zentrale Rolle im gesamten Aminosäuren- und Proteinstoffwechsel.

 

Moderator:

Zink ist bekanntlich Cofaktor von über 300 enzymatischen Reaktionen, so dass bei einem Zinkmangel viele Stoffwechselreaktionen gestört sein können.

 

Dr. Kugler:

Insbesondere die Immunkompetenz, also die Funktionsfähigkeit des Immunsystems, ist in hohem Maße von der Zinkverfügbarkeit abhängig.

Die Vitamine B12 und Folsäure werden für die DNA-Synthese benötigt.

 

Moderator:

Die Aminosäuren sind Bausteine sämtlicher Proteine und auch Ausgangssubstanzen für die Bildung zahlreicher Biomoleküle.



Dr. Kugler:

Auch eine schlechte Versorgung mit Aminosäuren wirkt sich nachteilig im Organismus aus. Ein Glycinmangel z. B. kann die Bildung der Kollagene beeinträchtigen. Die Kollagene sind ja die wichtigsten Proteine des Bindegewebes.

Glutamin ist ein essenzielles Nährsubstrat für die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts. Ein Glutaminmangel vermindert die Neubildung und Funktionsfähigkeit der Schleimhäute und kann beispielsweise ein Leaky-Gut-Syndrome auslösen.

 

Moderator:

Leaky-Gut-Syndrome: das heißt ein löchriger Darm, weil z. B. die Aminosäure Glutamin fehlt.

 

Dr. Kugler:

Die Aminosäure Tryptophan ist die Ausgangssubstanz für die Bildung des Neurotransmitters Serotonin. Ein Tryptophanmangel hat dadurch eine unmittelbare Auswirkung auf die psychische Befindlichkeit.

Wie bereits erwähnt, ist die Versorgung mit Mikronährstoffen von grundlegender Bedeutung für den Ablauf des gesamten Stoffwechsels.

 

Moderator:

Und das ist auch der Grund, warum es sich empfiehlt, den Mikronährstoffstatus von Zeit zu Zeit überprüfen zu lassen.

 

Dr. Kugler:

Mikronährstoffmängel oder bereits eine suboptimale Versorgung mit Mikronährstoffensind ohne Laboruntersuchung nicht erkennbar. Häufig sind unspezifische Symptome wie Erschöpfung, Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Depressionsneigung die ersten Anzeichen für eine unzureichende Versorgung mit Mikronährstoffen.

Moderator:

Eine Bestimmung der Mikronährstoffkonzentrationen im Blut wird häufig als unnötig beurteilt - mit dem Argument, dass bei der üblichen großen Lebensmittelauswahl gar keine Mängel zu erwarten seien. Was meinst du dazu?

 

Dr. Kugler:

Die Nationale Verzehrsstudie aus dem Jahr 2008 hat ja gezeigt, dass bei vielen Menschen die Versorgung mit Mikronährstoffen unzureichend ist. Der größte Teil der Bevölkerung erreicht z. B. nicht die empfohlene Aufnahme von Folsäure und Vitamin D; auch bei Vitamin E, Vitamin C, Zink und Eisen sind bei einigen Bevölkerungsgruppen beträchtliche Defizite vorhanden.

Moderator:

Ja, und die Zufuhrempfehlungen für Vitamine und Spurenelemente, die beziehen sich ja sowieso auf gesunde Personen.

Dr. Kugler:

Ja genau, bei kranken Menschen oder bei starkem Stress kann der Bedarf weitaus höher liegen.

Moderator:

Und die Mikronährstoffe lassen sich wohl nicht mehr allein durch die Nahrung abdecken.

Dr. Kugler:

Einige Untersuchungen in verschiedenen Ländern haben gezeigt, dass die Mikronährstoffkonzentrationen in Lebensmitteln eher rückläufig sind, bedingt z. B. durch die landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen, lange Lagerzeiten etc. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass zahlreiche Medikamente den Mikronährstoffhaushalt verschlechtern können, was häufig wenig bekannt ist oder auch gar nicht beachtet wird.


Moderator:

Eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ist also in der heutigen Zeit keinesfalls selbstverständlich.

 

Dr. Kugler:

Die Bestimmung der Mikronährstoffe im Blut ist auch deshalb sinnvoll, weil eine suboptimale Versorgung mit Mikronährstoffen die Entstehung mehrerer Zivilisationskrankheiten fördern kann, z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus. Mikronährstoffmängel können auch neurodegenerative Erkrankungen fördern, auch psychische Befindlichkeitsstörungen, Hirnentwicklungsstörungen und vieles mehr. Die Funktionsfähigkeit des Immunsystems ist in hohem Maße von einer guten Versorgung mit Mikronährstoffen abhängig. Nur auf der Basis einer Mikronährstoffanalyse ist eine gezielte, individuelle Supplementierung möglich.

 

Moderator:

Kann ich mir nicht doch einfach eine Mikronährstoffanalyse des Blutes sparen und einfach Mikronährstoffe einnehmen, die z. B. bei bestimmten Erkrankungen oder Beschwerden von Bedeutung sind?
Ich meine, es gibt ja auf dem Markt heutzutage Mikronährstoffe zuhauf.

 

Dr. Kugler:

Also ich halte nicht viel von einer Schrotschusstherapie. Es ist auch nicht ganz ungefährlich, wenn man z. B. Aminosäuren hochdosiert einnimmt. Es gibt auch andere Mikronährstoffe, die man nicht leichtfertig in hohen Dosierungen einnehmen sollte, z. B. Selen oder Vitamin D. Es ist also wesentlich effektiver, wenn man die fehlenden Mikronährstoffe gezielt supplementiert.

Moderator:

Wichtig bei einer Mikronährstoffanalyse ist auch eine ordentliche Befundung. Was nützt mir z. B. ein Aminogramm, wenn ich nicht deuten kann, welche Aminosäuren in welcher Dosierung eingenommen werden sollen?

 

Dr. Kugler:

Es ist natürlich schon wichtig, dass man sich mit dem Aminosäurenstoffwechsel intensiv beschäftigt hat. Die Aminosäuren sind ja ein sehr komplexes Gebiet, und deshalb braucht man auch viel Erfahrung, um ein Aminosäurenprofil oder ein Aminogramm zu befunden.

 

Moderator:

Liebe Hörer soviel zur heutigen Episode: „Warum soll man überhaupt Mikronährstoffe bestimmen lassen?“
Wer jetzt neugierig geworden ist und wissen möchte, welche Mikronährstoffanalysen das Diagnostische Centrum anbietet, der schaut doch einfach mal auf der Homepage www.diagnostisches-centrum.de.

Das war es für heute, wir hören uns bald wieder.

 

Moderator, Dr. Kugler:

Tschüss

 

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