Studien über Psyche/Hirnleistungsfähigkeit und Mikronährstoffe

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Aus dem im Dezember 2025 publizierten Jugendreport der DAK-Gesundheit geht hervor, dass die psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen auf Rekordhoch sind. Betroffen sind vor allem Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren.

Mikronährstoffe sind in jedem Lebensalter für die Psyche und für den Nervenstoffwechsel unentbehrlich. Bei psychischen Störungen jeder Art sowie bei Hirnleistungsstörungen sollten immer auch mögliche biochemische Störungen aufgrund von Mikronährstoff-Mängeln abgeklärt werden. Mikronährstoffe sind zum Beispiel wichtig für die Bildung und für den Abbau von Neurotransmittern, für die Energieversorgung der Nervenzellen, für die Weiterleitung von Nervenimpulsen, für die Bildung von Myelin, für den antioxidativen Schutz der Nervenzellen und vieles mehr.

Fortlaufend werden auch Studien über die Zusammenhänge von Mikronährstoffen und Psyche publiziert. Einige Studien neueren Datums werden im Folgenden vorgestellt:

 

Ein Vitamin-D-Mangel ist ein Risikofaktor für Angststörungen bei Jugendlichen

Im Dezember 2025 publizierten chinesische Wissenschaftler, dass ein Vitamin-D-Mangel einen möglichen Risikofaktor für Angststörungen bei Jugendlichen darstellt. Bei Jugendlichen mit nachgewiesenem Vitamin-D-Mangel kam es durch eine Vitamin-D-Supplementierung zu einer Besserung der Angstsymptome.

 

Folsäure Supplementierung reduziert das Risiko für Major-Depression

Eine umfangreiche chinesische Studie unter Verwendung der Mendelschen Randomisierung hat ergeben, dass eine Folsäure-Supplementierung das Risiko für Major Depression senkt. Die Mendelsche Randomisierung ist eine Methode zur Untersuchung der kausalen Effekte potenzieller Risikofaktoren auf gesundheitliche Ergebnisse unter Verwendung genetischer Faktoren.

 

Selen und Chrom bei psychiatrischen Störungen

Aus einem Fachartikel italienischer Wissenschaftler geht hervor, dass sowohl Selen als auch Chrom die mentale Gesundheit positiv beeinflussen können. Selen könnte bei ängstlich- depressiven Symptomen in der gesunden Bevölkerung von Nutzen sein. Chrom beeinflusst die Insulinsensitivität und den Glukosestoffwechsel mit Auswirkungen auf den gesamten Stoffwechsel und auf die mentale Gesundheit.

 

Moderater Effekt von Coenzym Q10 bei Depressionen

Eine Metaanalyse von randomisierten kontrollierten Studien von Seiten brasilianischer Forscher kam zu dem Ergebnis, dass eine Q10-Supplementierung bei verschiedenen Populationen zu einer moderaten Verbesserung depressiver Symptome führte. Für die Metaanalyse wurden die Daten von 474 Patienten ausgewertet.

 

Zusammenhang zwischen antioxidativen Vitaminen und mentalen Störungen

Mentale Störungen sind mit oxidativem Stress assoziiert. Eine Metaanalyse chinesischer Wissenschaftler verglich die Nahrungsaufnahme und die Blutkonzentrationen der Vitamine A, C und E bei Patienten mit ADHS, Autismus, Depressionen, Schizophrenie und gesunden Kontrollpersonen. Patienten mit Depressionen hatten eine signifikant niedrigere Aufnahme von Vitamin A, Vitamin E, Vitamin C und Carotinoiden im Vergleich zu den Kontrollpersonen. Die Blutuntersuchung ergab, dass Patienten mit Depressionen verminderte Spiegel von Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E aufwiesen. Patienten mit Schizophrenie hatten reduzierte Spiegel von Vitamin C und Vitamin E.

 

Blutkonzentrationen von Folsäure und Homocystein sind mit therapieresistenten Depressionen assoziiert

Kroatische Wissenschaftler haben im Januar 2026 publiziert, dass höhere Spiegel von Homocystein mit behandlungsresistenten Depressionen bei Frauen assoziiert waren. Niedrige Folsäurespiegel waren mit einem höheren Schweregrad von Depressionen verbunden.

 

Assoziation zwischen Spurenelementen und depressiven Störungen

Eine Metaanalyse iranischer Wissenschaftler fand bei Patienten mit Major Depression eine konsistente Verminderung der
Serumkonzentrationen von Zink und Eisen. Bei Kupfer wurde kein schlüssiger Zusammenhang gefunden.

 

Niedrige Magnesiumspiegel erhöhen Schweregrad von Depressionen

Indische Forscher konnten bei 200 ambulanten psychiatrischen Patienten nachweisen, dass niedrigere Magnesiumspiegel im Blut mit einer schwereren Verlaufsform der Depressionen assoziiert waren.

 

Zink-Supplementierung bei der Behandlung der Major Depression

Ein italienischer Fachartikel beschäftigte sich mit Störungen der Zink-Homöostase im Zusammenhang mit neuropsychiatrischen Störungen. Die derzeit vorhandene Evidenz spreche für eine Zink-Supplementierung von 25 bis 30 mg am Tag zur Verbesserung der Ergebnisse der Behandlung von Major Depressionen. In geringerem Umfang könne Zink auch bei der Behandlung von ADHS im Kindesalter von Nutzen sein.

 

Vitamin E und kognitive Funktion

Die Auswertung von 43 klinischen Studien mit 80.488 Studienteilnehmern zeigte einen Schutzeffekt von Vitamin E gegen kognitive Störungen. In 24 Studien war Vitamin E Teil eines Multivitaminpräparats. In 18 Studien wurde Vitamin E über die Nahrung aufgenommen.

 

Kommentar

Mikronährstoffe spielen eine wichtige Rolle für die psychische
Befindlichkeit. Deshalb sollte bei psychischen Störungen oder psychiatrischen Erkrankungen die Versorgung mit Mikronährstoffen überprüft werden. Die Sicherstellung einer guten Mikronährstoff-Versorgung ist auch für die Stress-Resilienz und für das Stressmanagement wesentlich.

Es ist davon auszugehen, dass der Klimawandel zunehmend die Qualität von Gemüse als wichtige Mikronährstoff-Quelle beeinträchtigt. Wissenschaftler der Liverpool John Moores University haben 2025 publiziert, dass durch steigende CO2- Konzentrationen und höhere Temperaturen Blattgemüse zwar schneller wächst und mehr Biomasse bildet, gleichzeitig aber der Gehalt an wichtigen Nährstoffen wie Kalzium, Proteinen, Vitaminen und Antioxidantien zurückgeht.

Gerade in Zeiten erhöhter nervliche Anspannung macht es absolut Sinn, den Mikronährstoff-Status zu überprüfen und nachgewiesene Mikronährstoff-Defizite gezielt auszugleichen.
Der DCMS-Neuro-Check eignet sich hervorragend zur Bestimmung der nervenrelevanten Mikronährstoffe.

 

Referenzen

  • Alessandro Di Lisi, Asia Dalla Valle et al.: The Potential Benefits of Chromium and Selenium Supplementation Across Psychiatric Disorders and Symptoms; J Clin Psychopharmacol. 2025 Jul-Aug;45(4):376-387.
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  • Wan Linfang, Liu Yang et al.: Serum 25-Hydroxyvitamin D3 Status in Adolescents With Anxiety Disorders: A Case-Control and Vitamin D Supplementation Substudy; Brain Behav. 2025 Dec;15(12):e71095
  • Omran Davarinejad, Zahraalsadat Nasseri et al.: Association between serum levels of essential elements (copper, zinc, and iron) and major depressive disorder: a systematic review and meta-analysis; Rev Environ Health. 2025 Nov 21.
  • Hua Pan, Wenhui Xu et al.: The relationship between antioxidant vitamins and mental disorders: a meta-analysis; Food Funct. 2026 Jan 12;17(1):89-105.
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  • Pedro Lucas Machado Magalhães, Anderson Matheus Pereira da Silva et al.: Effects of Coenzyme Q10 Supplementation on Depressive Symptoms and Fatigue: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials; J Clin Psychopharmacol. 2026 Jan-Feb;46(1):93-100.
  • Kapil Raghuwanshi, Abhay Kumar et al.: Association Between Serum Magnesium Levels and Suicidal Behavior in Patients Diagnosed With Depression: A Cross-Sectional Case-Control Study; Cureus. 2025 Sep 5;17(9):e91656.
  • Gavino Faa, Carlotta Meloni et al.: Perturbations of Zinc Homeostasis and Onset of Neuropsychiatric Disorders; Int J Mol Sci. 2025 Nov 9;26(22):10877.
  • Arwa M Amin, Hamza Mostafa et al.: Vitamin E and cognitive function: A systematic review of clinical evidence; Nutr Res. 2026 Jan:145:66-86.
  • Pflanzenforschung.de, 18.07.2025: Weniger Nährstoffe im Gemüse