Diabetes und Mikronährstoffe
Aminosäuren und Diabetes
Die Auswertung von Daten von 205.208 Teilnehmern der UKB Data Base hat ergeben, dass die Aminosäuren Alanin und Valin positiv mit Typ-2-Diabetes assoziiert waren. Die Aminosäuren Glutamin, Glycin und Histidin waren negativ mit Typ-2-Diabetes assoziiert. Glutamin und Glycin wurden als protektive Faktoren gegen Typ-2-Diabetes identifiziert.
Referenz:
Yang J, et al.: The Association Between Amino Acids and the Onset and Progression of Type 2 Diabetes Mellitus: A Comprehensive Analysis Based on UK Biobank Database; J Diabetes Res. 2026. PMID: 41531546 Free PMC article.
Verzweigtkettige Aminosäuren beeinflussen das Risiko für Prädiabetes
Eine Metaanalyse chinesischer Wissenschaftler hat ergeben, dass die Spiegel der verzweigtkettigen Aminosäuren (Leucin, Isoleucin und Valin) im Blutserum das Risiko für Prädiabetes beeinflussten. Je höher die Konzentrationen der genannten Aminosäuren, umso höher war das Risiko für Prädiabetes. Die Bestimmung der Konzentrationen der genannten Aminosäuren sollte als möglicher Biomarker für die Diagnose Prädiabetes weiter abgeklärt werden.
Referenz:
Wang Y, Xiao JH et al.: Association of circulating branched-chain amino acids with risk of pre-diabetes: a systematic review and meta-analysis. PeerJ. 2025 Sep 25;13:e20054.
Vitamin B12-und Vitamin D-Mängel verschlechtern Blutzuckerkontrolle
Aus einer Studie indischer Wissenschaftler geht hervor, dass Mängel der Vitamine B12 und D signifikant mit einer schlechteren Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetikern verbunden waren.
Referenz:
Singh UP, et al.: Association of Vitamin B12 and Vitamin D Levels with Glycemic Control in Patients with Type 2 Diabetes Mellitus; Int J Prev Med. 2025. PMID: 41624917 Free PMC article.
Vitamin-D-Spiegel und Blutzuckerkontrolle bei Prädiabetikern
Indische Wissenschaftler publizierten im Dezember 2025, dass ein Vitamin-D-Mangel stark mit einer schlechteren Blutzuckerkontrolle bei Prädiabetikern verbunden war.
Referenz:
Wathore N, Dibyanshu et al.: Association Between Serum Vitamin D Levels and Glycemic Status in Prediabetic Adults; J Pharm Bioallied Sci. 2025 Dec;17(Suppl 4):S2916-S2918.
Supplementierung von Folsäure und Vitamin B12 reduziert Homocysteinspiegel und Komplikationen bei Typ-2-Diabetikern
Eine Metaanalyse chinesischer Wissenschaftler hat ergeben, dass eine Supplementierung mit Folsäure und Vitamin B12 die Homocysteinspiegel bei Typ-2-Diabetikern senken konnte. Außerdem kam es durch die Vitamin-Supplementierung auch zu einer Verminderung möglicher Komplikationen bei diesen Patienten.
Referenz:
Yin Y, Zhao Z et al.: Effects of folic acid with vitamin B12/vitamin B6 intervention on serum homocysteine metabolism and complications in patients with type 2 diabetes: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Front Nutr. 2025 Nov 28;12:1701310. doi: 10.3389/fnut.2025.1701310. eCollection 2025.
Homocystein ist ein Frühmarker für Netzhautschäden bei Typ-2-Diabetikern
Wissenschaftler aus der Ukraine fanden bei Typ-2-Diabetikern mit diabetischer Retinopathie verminderte Konzentration der B- Vitamine und erhöhte Konzentrationen von Homocystein. Die Homocysteinkonzentrationen stiegen mit dem Voranschreiten der Netzhautschäden bei den Patienten an.
Referenz:
Yelyzaveta S Sirchak, Aliona V Stoika et al.: Hyperhomocysteinemia - an early marker of retinal damage in patients with type 2 diabetes mellitus; Wiad Lek. 2025;78(10):2095-2100
GLP-1-Agonisten führen häufig zu Mikronährstoff-Mängeln
GLP-1-Agonisten sind hochwirksame Medikamente zur Behandlung von Typ 2-Diabetes und Adipositas (sogenannte Abnehmspritzen). Sie senken den Blutzucker, verzögern die Magenentleerung und steigern das Sättigungsgefühl. Diese Effekte sind zum Abnehmen erwünscht, führen aber zu einer verminderten Aufnahme von Makro- und Mikronährstoffen. In einer Literaturübersicht mexikanischer Wissenschaftler wurden sechs Studien mit insgesamt 480.825 Erwachsenen ausgewertet. Bei den Anwendern von GLP-1-Agonisten kam es häufig zu einem Vitamin-D-Mangel. Die Ferritinkonzentration war um 26 bis 30 Prozent niedriger als bei Vergleichspersonen. Mehr als 60 Prozent der Anwender hatten eine zu niedrige Aufnahme von Kalzium und Eisen. Die Autoren des mexikanischen Fachartikels kamen zu dem Schluss, dass eine Therapie mit GLP-1-Agonisten mit beträchtlichen Nährstoffmängeln verbunden ist.
Referenz:
Jorge Urbina, Luis Eduardo Salinas-Ruiz et al.: Micronutrient and Nutritional Deficiencies Associated With GLP-1 Receptor Agonist Therapy: A Narrative Review; Clin Obes. 2026 Feb;16(1):e70070.
Magnesium-Supplementierung bei Prädiabetes
Eine Metaanalyse von Wissenschaftlern aus Pakistan und den USA hat ergeben, dass eine orale Supplementierung von Magnesium mäßiggradig die Insulinsensitivität verbessern kann sowie die Blutzuckerspiegel und Lipidprofile bei Erwachsenen mit Prädiabetes. Eine Supplementierung von Magnesium hatte eine exzellente Sicherheit und Verträglichkeit. Magnesium könne wohl eine kosteneffektive Zusatztherapie zu Lebensstilveränderungen in der Diabetesprävention darstellen - so die Schlussbemerkung der Autoren des Fachartikels. Es seien aber weitere Studien erforderlich.
Referenz:
Abdul Basit, Sumet Kumar et al.: Impact of oral magnesium supplementation on glycemic and cardiometabolic outcomes in prediabetic adults: a systematic review and meta-analysis; J Diabetes Metab Disord. 2026 Feb 2;25(1):45.
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