Covid 19

 

Derzeit werden häufig Fachartikel oder Studien über die Zusammenhänge zwischen der Mikronährstoffversorgung und Covid-19 publiziert.

 

+ + + Stand: 09.11.2020 + + +

Neue Zürcher Zeitung (NZZ) zu Covid-19 und Vitamin D

Die NZZ publizierte am 25.10.2020 einen Fachartikel mit dem Titel: „Ein Mangel an Vitamin D könnte mit einem schwereren Covid-19-Verlauf in Zusammenhang stehen“. Verschiedene Studien hätten bereits einen Zusammenhang zwischen der Schwere einer Covid-19-Erkrankung und den Vitamin-D-Spiegeln der Betroffenen gezeigt. Eine Metaanalyse an fast 1400 Patienten hätte ergeben, dass diejenigen Personen mit schlechter Prognose auch signifikant niedrigere Vitamin-D-Spiegel hatten als jene mit guter Prognose. Auch eine Pilotstudie von Forschern der Universität Córdoba in Spanien hätte einen direkten Zusammenhang des Vitamin-D-Spiegels mit Covid-19 aufgezeigt. 50 zufällig ausgewählte Personen erhielten zusätzlich zur Standardtherapie in der ersten Woche zwei und dann wöchentlich eine Dosis des Vitamin-D-Stoffwechselprodukts Calcifediol (25-Hydroxy-Vitamin-D3). Bei den Patienten mit Calcifediol musste nur eine Person auf die Intensivstation. In der anderen Gruppe waren es 13 Patienten, von denen zwei verstarben. Die Forscher schlossen aus diesem statistisch signifikanten Ergebnis, dass Calcifediol möglicherweise die Schwere einer Covid-19-Erkrankung reduziert.

Referenz:
Nzz.ch, 25.10.2020: Ein Mangel an Vitamin D könnte mit einem schwereren Covid-19-Verlauf in Zusammenhang stehen

 

Zink und Selenoprotein P als Biomarker bei Covid-19

Wissenschaftler der Charité und anderer Kliniken in Deutschland untersuchten die Hypothese, dass Covid-19-Patienten einen Zinkmangel aufweisen und dass der Zinkstatus ein prognostischer Faktor ist. Die überwiegende Anzahl von Serumproben bei den Nichtüberlebenden und fast die Hälfte der Proben bei überlebenden Patienten lag im Zinkmangelbereich. Generell waren die Zinkkonzentrationen bei den Patienten niedrig im Vergleich zu gesunden Personen. Bei Covid-19-Patienten war auch die Kombination Zinkkonzentration und Selenoprotein-P-Spiegel häufig vermindert. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Konzentrationen von Zink und Selenoprotein P innerhalb des Referenzbereichs eine hohe Überlebenswahrscheinlichkeit bei Covid-19-Patienten aufzeigen.

Referenz:
Raban Arved Heller; Qian Sun: Prediction of survival odds in COVID-19 by zinc, age and selenoprotein P as composite biomarker; Redox Biology; Volume 38, January 2021, 101764

 

Intensivmedizinische Behandlung häufiger bei Vitamin A- und Zinkmangel

Wissenschaftler aus Spanien untersuchen bei 120 Covid-19-Patienten, inwieweit die Konzentrationen einiger Vitamine und Zink die Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Behandlung beeinflussten. Bei niedrigen Konzentrationen von Vitamin A und Zink war eine intensivmedizinische Behandlung häufiger erforderlich. Bei einem Vitamin-A-Mangel bestand auch vermehrt die Notwendigkeit einer Intubation.

Referenz:
Lara Bielsa Berrocal, Teresa Tomasa Irriguible et al.:  Zinc and Vitamin a Deficiency presisposes to the Need for Intubation and Icu Admission in Patients With COVID-19; Research Square, 26.10.2020

 

Vitamin-D-Mangel und Covid-19

Wissenschaftler aus Italien untersuchten bei Covid-19- Patienten mit unterschiedlichem Schweregrad des Krankheitsbildes die Konzentrationen von 25-OH-D und Interleukin-6. Die Covid-19-Patienten mit einem mittelschweren bis schweren Krankheitsverlauf hatten im Vergleich zu den Patienten mit einer milden Symptomatik niedrigere 25-OH-D-Spiegel. Die 25-OH-D-Spiegel waren auch invers mit den Interleukin-6-Spiegel assoziiert und der Notwendigkeit für eine intensivmedizinische Behandlung. Niedrigere Vitamin-D- Spiegel erhöhten also die Entzündungsaktivität sowie den Schweregrad der Erkrankung und die Sterblichkeit an Covid-19.

Referenz:
SSRN, Nutrients 2020, 12: I Campi, L Gennari et al.: Vitamin D and COVID-19 Severity and Related Mortality: A Prospective Study in Italy

 

Vitamin C in der Prävention und Behandlung von Covid-19

Wissenschaftler aus Neuseeland und Großbritannien publizierten im Oktober 2020 einen Fachartikel zur Bedeutung von Vitamin C in der Prävention und Behandlung von Covid-19. Wie Forschungsergebnisse gezeigt haben, haben Patienten mit Lungenentzündung und Sepsis einen niedrigen Vitamin-C-Status und einen erhöhten oxidativen Stress. Die Gabe von Vitamin C bei Patienten mit Pneumonie kann den Schweregrad und die Dauer dieser Erkrankung reduzieren. Kritisch kranke Patienten mit Sepsis benötigen zur Normalisierung der Plasmaspiegel eine intravenöse Vitamin-C-Therapie im Grammbereich. Vitamin C hat sehr vielfältige physiologische Funktionen, von denen einige für Covid-19 relevant sind. Dazu gehören seine antioxidativen, antientzündlichen, antithrombotischen und immunmodulatorischen Funktionen. Die ersten Ergebnisse aus Beobachtungsstudien zeigen, dass bei kritisch kranken Covid-19-Patienten der Vitamin-C-Status niedrig ist. Derzeit laufen verschiedene randomisierte kontrollierte Studien über eine Vitamin-C-Therapie bei Covid- 19-Patienten. Eine unzureichende Vitamin-C-Versorgung oder gar ein Mangel kommt häufig bei Menschen mit niedrigem bis mittlerem Einkommen vor. Viele der Risikofaktoren für einen Vitamin-C-Mangel überlappen sich mit den Risikofaktoren für Covid-19. Eine Vitamin-C-Therapie hat möglicherweise in Populationen mit chronischer Vitamin-C-Unterversorgung eine höhere Wirksamkeit als bei normaler Vitamin-C-Versorgung. Eine kleine Studie aus China wurde früh beendet. Es zeigte sich eine signifikant verminderte Sterblichkeit bei schwerkranken Patienten, die Vitamin C erhalten hatten.

Referenz:
Anitra C Carr , Sam Rowe et al.: The Emerging Role of Vitamin C in the Prevention and Treatment of COVID-19; Nutrients. 2020 Oct 27;12(11):E3286.

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