Schwermetalle können Leberschäden auslösen
Im Oktober 2025 publizierten Wissenschaftler aus Ghana und Großbritannien einen systematischen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse zum Einfluss von Schwermetallbelastungen auf die Leberfunktion. Insgesamt wurden 39 Studien ausgewertet. Cadmium, Blei, Arsen und Quecksilber zeigten eine positive Assoziation zu Leberschäden. Bei Cadmium war der Zusammenhang am stärksten, gefolgt von Blei, Quecksilber und Arsen. Arsen bewirkt hauptsächlich ein Anstieg der Transaminasen GOT und GPT. Blei, Quecksilber und Cadmium erhöhten Gamma-GT und GOT.
Referenz:
Issah I, Bawua SA et al.: Metals exposure and biomarkers of liver damage: a systematic review and meta-analysis of observational studies; Rev Environ Health. 2025 Oct 29.
Schwermetalle und Leberfunktion bei ambulanten Patienten in Deutschland
Die Auswertung von Daten von 58.864 ambulanten Patienten in Deutschland zeigte, dass bereits leichte Schwermetallbelastungen unterhalb beruflicher Schwellenwerte die Leberfunktion stören können. Quecksilber erwies sich als das stärkste Hepatotoxin und hatte einen ausgeprägten Effekt auf die Leberzellen. Auch Belastungen mit Blei und Arsen haben Veränderungen der Leberenzyme zufolge. Letztere waren stärker ausgeprägt, wenn zwei oder drei Schwermetallbelastungen vorlagen.
Referenz
Zuo J, Huesker K et al.: Association of arsenic, lead, and mercury with liver function markers in German outpatients; Food Chem Toxicol. 2025 Nov 7;207:115837.
Schwermetalle stören die Fruchtbarkeit des Menschen
Italienische Wissenschaftler haben im November 2025 einen Fachartikel über die Auswirkungen von Schwermetallen auf die Fruchtbarkeit bei Menschen publiziert. Schwermetalle können DNA Schäden hervorrufen, oxidativen Stress, hormonelles Ungleichgewicht und einiges mehr. Bei Männern führen Belastungen mit Schwermetallen zu einer Verschlechterung der Spermienqualität und zu Veränderungen der Morphologie und Beweglichkeit der Spermien. Bei Frauen interferieren Schwermetalle mit der Reifung der Eizellen, mit der Funktion der Eierstöcke und mit hormonellem Gleichgewicht. Daraus ergibt sich ein erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten und Schwangerschaftskomplikationen. Eine Belastung mit Schwermetallen, selbst geringen Grades, stellt ein signifikantes Risiko für die Fruchtbarkeit des Menschen dar.
Referenz:
Greta Marconi, Chiara Di Resta et al.: Heavy metals and human reproductive toxicity: Mechanisms, pregnancy outcomes, and mitigation strategies; Reprod Toxicol 2025 Nov 5:139:109104.
Schwermetalle stören das Darm-Mikrobiom
Forscher aus dem Iran konnten nachweisen, dass hohe Spiegel von Arsen, Blei und Quecksilber zu ungünstigen Veränderungen der Bakterienzusammensetzung im Darm führten. Es zeigte sich eine Vermehrung von Collinsella-Bakterien, die unter anderem zu einem Leaky-gut-Syndrom, zu oxidativem Stress und zum Beispiel auch zu entzündlichen Darmerkrankungen und Tumorerkrankungen beitragen können.
Referenz:
Rezazadegan M, Forootani B et al.: Major heavy metals and human gut microbiota composition: a systematic review with nutritional approach; J Health Popul Nutr. 2025 Jan 27;44(1):21.
Schwermetalle verändern die Spiegel von Immunglobulinen
Einer aktuellen chinesischen Studie zufolge waren erhöhte Konzentrationen von Arsen, Blei und Thallium mit reduzierten Serumkonzentrationen von IgA assoziiert. Höhere Konzentrationen von Zink führten zu erhöhten IgE-Spiegeln. Höhere Konzentrationen von Kupfer, Vanadium und Molybdän waren positiv mit IgG assoziiert. Eine Metallbelastung kann also zu einer Dysregulation des Immunsystems beitragen.
Referenz:
Yuying Wen, Hanyu Hu et al.: Associations between circulating multiple metals and immunoglobulin levels: A cross-sectional study; Ecotoxicol Environ Saf. 2025 Nov 1:306:119328.
Schwermetalle und Autismus
Bei 540 schwangeren Frauen wurden im zweiten Schwangerschaftsdrittel verschiedene Schwermetalle bestimmt. Die Kinder wurden im Alter von vier, sechs, acht und zehn Jahren auf mögliche Autismussymptome untersucht. Eine Bleibelastung vor der Geburt war signifikant mit Autismuszeichen im achten Lebensjahr assoziiert. Bei Mädchen, deren Mütter eine Bleibelastung aufwiesen, zeigten sich Autismuszeichen bereits im sechsten Lebensjahr. Die Autorin des Fachartikels, Wissenschaftler aus Südkorea, betonte die Notwendigkeit zur Reduzierung von Schwermetallbelastungen vor der Geburt.
Referenz:
Johanna Inhyang Kim, Dong Wook Lee et al.: Prenatal exposure to heavy metals and the trajectory of autistic traits in childhood; Environ Res. 2025 Nov 3;288(Pt 1):123269.
Erhebliche Toxinbelastung oder Sicherheitsrisiken bei Produkten von chinesischen Online-Marktplätzen
Stiftung Warentest fand bei der Untersuchung von Angeboten von Temu und Shein teilweise eine starke Überschreitung der EU-Sicherheitsstandards bei Schwermetallen und anderen Giftstoffen. Insgesamt wurden 54 Halsketten, 54 USB-Ladegeräte und 54 Spielzeuge für Kinder unter drei Jahren getestet. Die Stiftung Warentest hat eine entsprechende Warnliste publiziert.
Referenz:
Der Spiegel, 30.10.2025: Stiftung Warentest findet giftige Schwermetalle in Angeboten von Temu und Shein.
Blei fördert Karies bei Kindern
Wissenschaftler aus Rumänien publizierten einen systematischen Übersichtsartikel zum Einfluss von Blei auf die Kariesentwicklung und auf das Erscheinungsbild der Zähne bei Kindern. Die meisten Studien zeigten eine statistisch signifikante Assoziation zwischen einer höheren Bleibelastung und einem vermehrten Auftreten und einem größeren Schweregrad von Karies bei den ersten Zähnen. Bei Bleikonzentrationen von 50 bis 100 µg/l waren die Zahnschäden etwa doppelt so hoch als bei Konzentrationen unter 50 µg/l.
Referenz:
Tapalaga G, Stanga L, Sîrbu I: Systematic Review of Lead Exposure and Its Effects on Caries and Aesthetics in Children and Adolescents. Healthcare (Basel). 2025 Jun 18;13(12):1460.
Schwermetalle beeinflussen das Hypertonierisiko
Koreanische Wissenschaftler untersuchten anhand von Daten einer nationalen Gesundheitsstudie einen möglichen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Schwermetallen und dem Risiko für Bluthochdruck. Dabei zeigte sich, dass eine Mehrfachbelastung mit Schwermetallen das Hypertonierisiko stärker erhöhte als die Belastung mit einem einzelnen Schwermetall.
Referenz:
Kim DH, et al. Effect of combined exposure to lead, mercury, and cadmium on hypertension: The 2008-2013 Korean National Health and Nutrition Examination Surveys; Int J Occup Med Environ Health. 2025. PMID: 40511595 Free PMC article.
Erhöhte Bleispiegel sind Risikofaktor für Hörverlust bei Kindern
US-Wissenschaftler haben 2025 publiziert, dass Kinder mit Bleikonzentrationen über 35 µg/l im Vergleich zu Kindern ohne Bleibelastung ein um den Faktor 1,22 erhöhtes Risiko für einen sensorineurale Hörverlust hatten.
Referenz:
Neil Rana, Chelsea Cleveland et al.: Elevated lead levels as a risk factor for pediatric sensorineural hearing loss; Int J Pediatr Otorhinolaryngol. 2025 Aug:195:112406.
Schwermetalle und Spermienqualität
Aus einem Fachartikel marokkanischer Wissenschaftler geht hervor, dass Schwermetalle die Spermienqualität beeinträchtigen können. Die Mechanismen sind eine Veränderung der Hormonspiegel, die für die Spermienproduktion erforderlich sind und die Induzierung von oxidativem Stress. Eine Exposition gegenüber Schwermetallen kann die Produktion von Sauerstoffradikalen erhöhen und dadurch die Kapazität der Antioxidantien überfordern. Die Samenflüssigkeit enthält Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Zink und Selen.
Referenz:
Soukaina Azil, Soukaina Azil et al.: A Narrative Review of Heavy Metals and Sperm Quality: The Interplay with Antioxidant Imbalance and Reactive Oxygen Species; Curr. Issues Mol. Biol. 2025, 47(8), 650; https://doi.org/10.3390/cimb47080650
Schwermetalle erhöhen das Risiko für Makuladegeneration
Koreanische Wissenschaftler haben publiziert, dass eine kombinierte Schwermetallbelastung, bestehend aus Cadmium, Blei und Quecksilber, das Auftreten der altersassoziierten Makuladegeneration förderte. Bei Rauchern war Blei der Hauptfaktor, bei Nichtrauchern Cadmium.
Referenz:
Shin S, Ryoo JH:Combined exposure to three heavy metals and the risk of age-related macular degeneration in the Korean population. Sci Rep. 2025 Jul 25;15(1):27016.
Schwermetalle fördern Sarkopenie
Die Auswertung der Daten von 7.000 erwachsenen US-Amerikanern hat ergeben, dass erhöhte Bleispiegel das Risiko für Sarkopenie bei beiden Geschlechtern, insbesondere aber bei Männern, erhöhte. Unter Sarkopenie versteht man den altersbedingten Verlust von Muskelmasse und Funktion, der auch zu funktionellen Einschränkungen führen kann, wie zum Beispiel zu einer Abnahme der Lebensqualität und zu einem erhöhten Sturzrisiko. Bei Frauen hatte die Cadmiumbelastung den größten Einfluss auf das Sarkopenie-Risiko.
Referenz:
Chen Y, Dai T, Gao J, Feng X: Sex-specific associations of blood lead and cadmium levels with sarcopenia in US adults. Sci Rep. 2025 Aug 1;15(1):28121. doi: 10.1038/s41598-025-13823-5.
Schwermetalle und COPD Risiko
Die Auswertung von NHANES-Daten von Seiten chinesischer Forscher hat ergeben, dass bei US-Amerikanern die Konzentrationen von Cadmium und Blei signifikant mit dem Risiko für COPD korrelierten.
Referenz:
Xingshi Hua, Lingyun Zhu et al.: Association between blood heavy metal levels and COPD risk: a cross-sectional study based on NHANES data; Front Public Health. 2025 Jul 18:13:1494336.
Schwermetalle in Böden
Unter der Überschrift „Wo Schwermetalle im Boden gefährlich werden“ publizierte wissenschaft.de im April 2025 Ergebnisse einer Studie chinesischer Wissenschaftler. Die chinesischen Forscher haben Daten von 796.084 Bodenproben aus 1.493 regionalen Studien ausgewertet. Die Analyse ergab, dass weltweit 14 bis 17 Prozent der Ackerflächen mit mindestens einem giftigen Metall kontaminiert sind.
In Bezug auf die Umwelt und auf die menschliche Gesundheit werden weltweit die Grenzwerte für Schwermetalle in 6,8 Prozent aller Böden überschritten. 0,9 bis 1,4 Milliarden Menschen leben in Gegenden, die als Hochrisikozone eingestuft werden müssen. Am weitesten verbreitet ist eine Cadmiumbelastung der Böden, besonders in Süd- und Ostasien, in Teilen des Nahen Ostens und in Afrika.
Referenz:
Wissenschaft.de, 17.04.2025: Wo Schwermetalle im Boden gefährlich werden
Quecksilber in Flüssen
Unter dem Titel „Wie Quecksilber die weltweiten Flüsse kontaminiert“ berichtete scinexx.de am 13.6.2025 über die Ergebnisse von Untersuchungen von Forschern der Tulane University. In den letzten 175 Jahren ist die in Flüssen transportierte Menge von giftigem Quecksilber um das Zwei- bis Dreifache angestiegen. Dies hat unter anderem auch die Auswertung von Daten von historischen Sedimentkernproben ergeben. Der Anstieg der Quecksilberkonzentration in den Flüssen ist ähnlich groß wie der Anstieg der Quecksilberkonzentrationen in der Atmosphäre und in den Meeren, wo sich die Quecksilbermenge seit 1850 jeweils etwa verdreifacht hat. Die Ursachen für den Quecksilberanstieg sind je nach Region unterschiedlich, erfolgen aber überwiegend aus menschengemachten Quellen.
Referenz:
scinexx.de, 13.06.2025: Wie Quecksilber die weltweiten Flüsse kontaminiert
Erhöhte Bleiwerte bei Kindern im Harz
Am 3.6.2025 berichtete NDR, dass viele Kinder im Harz erhöhte Bleiwerte haben. Für die sogenannte BLENCA2-Studie wurden die Bleikonzentrationen in Vollblut bei 310 Kindern im Landkreis Goslar untersucht. Dabei zeigte sich, dass 51 Prozent der Kinder den Referenzwert für die Bleikonzentration im Blut überschritten. Die Studienergebnisse würden darauf hinweisen, dass die hohen Bleigehalte in den Böden für die erhöhten Werte im Blut verantwortlich sein können. Die Bleibelastung sei wohl Folge einer langen Bergbaugeschichte in der Region. Direkte gesundheitliche Folgen durch die erhöhte Bleibelastung wurden nicht nachgewiesen. Allerdings sei bekannt, dass erhöhte Bleibelastungen insbesondere bei Kindern mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind.
Referenz:
NDR.de, 03.06.2025: Studie bestätigt: Viele Kinder im Harz haben erhöhte Bleiwerte
Kommentar:
Umweltbelastungen durch Schwermetalle können auch die menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Trotz vielfacher Anstrengungen und Erfolge im Bereich Umweltschutz dürften Schwermetallbelastungen der Umwelt auch zukünftig ein gesundheitlicher Risikofaktor sein.
Schwermetalle beeinträchtigen Fruchtbarkeit des Mannes
Italienische Wissenschaftler publizierten im April 2025 einen Übersichtsartikel über den Zusammenhang einer Schwermetallbelastung und der männlichen Fruchtbarkeit. 21 Studien wurden zu dieser Fragestellung ausgewertet. Es zeigte sich ein starker Zusammenhang zwischen einer Schwermetallbelastung und der Unfruchtbarkeit des Mannes.
Blei führt zum Beispiel zu einer Verminderung der Spermienkonzentration sowie zu einer Beeinträchtigung der Beweglichkeit und Morphologie der Spermien. Arsen ist unter anderem mit oxidativem Stress verbunden und einer gestörten Beweglichkeit der Spermien.
Referenz:
Giulioni C, Falsetti F, Maurizi V et al.: The impact of heavy metals exposure on male fertility: a scoping review of human studies; J Basic Clin Physiol Pharmacol. 2025 Apr 22;36(2-3):129-137.
Schutzeffekt von Taurin gegen Metalltoxizität
Eine Studie iranischer Wissenschaftler hat ergeben, dass die Aminosäure Taurin Gewebe gegen die Toxizität von Metallen schützen kann. Die Mechanismen der Taurin-Wirkung sind: Verbesserung der antioxidativen Kapazität, Modulierung von oxidativem Stress, antientzündliche und antiapoptotische Effekte. Insgesamt 61 Fachartikel wurden für diese Übersicht ausgewertet.
Referenz:
Karim Naraki, Majid Keshavarzi et al.: The Protective Effects of Taurine, a Non-essential Amino Acid, Against Metals Toxicities: A Review Article; Biol Trace Elem Res. 2025 Feb;203(2):872-890.
Schwermetalle und Fehlgeburten
Die Auswertung von NHANES-Daten vonseiten chinesischer Wissenschaftler hat ergeben, dass eine Quecksilberbelastung mit einem höheren Risiko für Fehlgeburten verbunden war. Die Autoren des Fachartikels empfehlen eine Verminderung der Schwermetallbelastung und eine Minimierung der Quecksilberbelastung für eine Verbesserung der Schwangerschaftsergebnisse.
Referenz:
Yu C, You Q et al.: Association between heavy metal exposure and pregnancy loss: evidence from NHANES 2011-2016. Reprod Biol Endocrinol. 2025 Jun 6;23(1):87. doi: 10.1186/s12958-025-01373-4.