Allergien und Mikronährstoffe

Zu den Fehlregulationen des Immunsystems gehört neben einer erhöhten Infektanfälligkeit auch das Auftreten von Allergien und Autoimmunerkrankungen. Eine Allergie ist eine überschießende krankhafte Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte, normalerweise harmlose Umweltstoffe. Die Allergiehäufigkeit in Deutschland ist seit den Siebzigerjahren stark angestiegen. Die häufigste allergische Erkrankung ist der Heuschnupfen. Experten gehen davon aus, dass im Rahmen des Klimawandels mit einer weiteren Zunahme allergischer Reaktionen zu rechnen ist. Der Klimawandel führt dazu, dass die Pollensaison immer länger dauert. In Deutschland beginnt diese oft schon im Januar mit Hasel und Erle und zieht sich bis in den Spätsommer/Herbst hin.
Das Immunsystem ist allezeit auf eine gute Versorgung mit allen immunrelevanten Nährstoffen angewiesen, insbesondere auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Mikronährstoffen. Es gibt kaum einen Mikronährstoff, der nicht ein oder mehrere Funktionen für das Immunsystem hat. Auch zur Vermeidung von Allergien oder zur Begrenzung allergischer Reaktionen ist eine gute Mikronährstoffversorgung von zentraler Bedeutung.
Wir stellen Ihnen einige aktuelle Studien zum Thema Mikronährstoffe und Allergien vor:
Vitamin D reduziert Heuschnupfensymptome
- Im Februar 2025 publizierten japanische Wissenschaftler eine Metaanalyse zur Wirksamkeit einer Vitamin-D-Supplementierung bei der Behandlung von Heuschnupfen. In die Metaanalyse wurden fünf randomisierte kontrollierte Studien einbezogen. Eine Vitamin-D-Supplementierung konnte Heuschnupfen-Symptome vermindern. Der Effekt war aber auch abhängig vom Geschlecht der Patienten und von der zusätzlichen Einnahme von Medikamenten.
- Türkische Wissenschaftler fanden bei Kindern einen erhöhten Schweregrad von Heuschnupfen bei einem Vitamin-D-Mangel. Eine Vitamin-D-Supplementierung führte zu einer signifikanten Reduktion von Heuschnupfensymptomen.
- In einer Metaanalyse indonesischer Forscher zur Wirksamkeit einer adjuvanten Vitamin-D-Therapie bei Heuschnupfen wurde festgestellt: Vitamin D als Zusatztherapie verbesserte signifikant nasale Symptome und reduzierte die IgE-Spiegel und die Spiegel eosinophiler Leukozyten.
- Forscher aus China untersuchten bei Kindern mit Heuschnupfen die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Die Serum-Vitamin-A-Spiegel waren bei den Kindern mit Heuschnupfen niedriger als die der Kontrollgruppe, während die Vitamin-K-Spiegel höher waren. Bei den Vitaminen D und E zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Patienten und der Kontrollgruppe.
Vitamin D - auch sinnvoll bei Neurodermitis
Einem norwegischen Fachartikel zufolge hatte eine Vitamin-D-Supplementierung einen günstigen Effekt bei der Neurodermitis und der Rhinitis allergica bei Kindern. Vitamin D vermag die Barrierefunktion der Oberhaut zu verbessern und auch die antimikrobielle Abwehr zu steigern. Klinische Verbesserungen wurden hauptsächlich bei Dosen über 2000 IU/Tag erzielt.
Zusammenhang zwischen Eisenmangel und Neurodermitis
- Polnische Wissenschaftler publizierten im November 2025, dass ein Eisenmangel ohne Eisenmangelanämie sehr häufig bei der moderaten bis schweren Neurodermitis nachweisbar war. Der Eisenmangel verursachte auch ein erhöhter Schweregrad der Erkrankung.
- Aus einem Artikel chinesischer Wissenschaftler geht hervor, dass ein Eisenmangel bei Kindern mit Neurodermitis die Zahl von TH2-Zellen erhöhte (TH2-Zellen bilden die Botenstoffe des Immunsystems, die allergische Reaktionen auslösen können).
Einfluss von Zink bei Asthma und Heuschnupfen
Ein Fachartikel italienischer Forscher beschäftigte sich mit der Rolle von Zink beim kindlichen Asthma und Heuschnupfen. Grundsätzlich spielt Zink eine zentrale Rolle für die Funktionsfähigkeit des Immunsystems, für die Regulierung von oxidativem Stress und für die Aufrechterhaltung der Barrierefunktion von Schleimhäuten. Bei der allergischen Rhinitis war eine Zinkverarmung der Nasenschleimhaut mit einer erhöhten lokalen Entzündungsaktivität assoziiert.
Glutamin hat Schutzeffekt gegen allergische Rhinitis
Chinesische Wissenschaftler konnten mithilfe der Mendelschen Randomisierung nachweisen, dass die Aminosäure Glutamin ein Schutzfaktor gegen allergische Rhinitis ist. Die Mendelsche Randomisierung ist eine Methode der Epidemiologie zur Bestimmung des Einflusses veränderlicher Risikofaktoren auf Krankheiten unter Verwendung der Variation von Genen bekannter Funktion.
Fazit
Alle Patienten mit Allergien sollten regelmäßig die immunrelevanten Mikronährstoffe überprüfen lassen. Mikronährstoff-Mängel führen häufig zu einer Fehlfunktion des Immunsystems, zum Beispiel auch zu einem vermehrten Auftreten von Allergien. Gerade für Heuschnupfen Patienten ist es zu Beginn der Pollensaison sinnvoll, den Mikronährstoffstatus zu optimieren. Hierzu empfehlen wir das DCMS-Immun-Profil.
Referenzen
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- Fan S, Guan Z et al.: Glutamine and allergic rhinitis: A bidirectional two-sample Mendelian randomization study; Medicine (Baltimore). 2025 Nov 21;104(47):e45400.
- Dinardo G, Indolfi C et al.: The Role of Zinc in Pediatric Asthma and Allergic Rhinitis: Mechanisms and Clinical Implications. Nutrients. 2025 Aug 17;17(16):2660.
- Gao X, et al. Iron Deficiency Drives Th2-Mediated Immunity in Pediatric Atopic Dermatitis Through DNA Hypermethylation and TIGIT Suppression in IL-10-Producing Breg Cells. J Asthma
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- Luo H, et al.: Correlation between vitamin A, D, E, and K levels in children with allergic rhinitis: a propensity-matched analysis.
BMC Pediatr. 2025. PMCID: PMC12219973 - Devulapalli CS.: Modulatory role of vitamin D in atopic dermatitis and allergic rhinitis; World J Clin Pediatr. 2025.
- Cankat Genis, Fatma Nur Kuzucu et al.: Exploring the relationship between serum 25-hydroxyvitamin D levels and allergic rhinitis severity in the pediatric population; Postgrad Med. 2025 Dec 15:1-10.
- Kawada K, Sato C et al: Vitamin D Supplementation and Allergic Rhinitis: A Systematic Review and Meta-Analysis; Medicina (Kaunas). 2025 Feb 18;61(2):355.
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