Heuschnupfen und Mikronährstoffe

heuschnupfen 320Der Heuschnupfen (allergische Rhinitis) ist die häufigste allergische Erkrankung und betrifft in Deutschland etwa 15 bis 20 Prozent der Erwachsenen und etwa 11 Prozent der Kinder und Jugendlichen. Die Angaben zur Häufigkeit sind etwas unterschiedlich, je nachdem, ob man eine ärztliche Diagnose oder die Selbsteinschätzung der Bevölkerung zugrunde legt. Heuschnupfen wird durch Gras-, Baum- oder Kräuterpollen ausgelöst und war früher für viele Menschen nur ein saisonales Problem. Der Winter war oftmals eine heuschnupfenfreie Zeit, was sich aber inzwischen geändert hat durch das vermehrte Auftreten von milden Temperaturen während der Wintermonate. Die Pollenflugsaison für Hasel und Erle beginnt oftmals schon ab Mitte Januar, besonders im Westen und Südwesten Deutschlands. Der entscheidende Auslöser für den Pollenflug ist die Temperatur und nicht der Sonnenstand.

Klimastress führte dazu, dass Pflanzen mehr Pollen produzieren. Es sind also mehr Pollen in der Luft als noch vor 20 Jahren. Zudem machen Schadstoffe in der Luft, zum Beispiel die Kombination aus Feinstaub und Stickoxiden, die Pollen aggressiver, was sich insbesondere in Städten auswirkt.

Wer an Heuschnupfen leidet, sollte auf eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen achten. Mikronährstoffe sind nicht nur wichtig für eine ausreichende Immunantwort gegen Krankheitserreger, sondern sind auch von großer Bedeutung für die Begrenzung überschießender Immunreaktionen, die ja für Allergien typisch sind.

Im Folgenden werden verschiedene aktuelle Erkenntnisse zum Thema „Mikronährstoffe und Heuschnupfen“ vorgestellt:

Wissenschaftler aus China publizierten 2022 einen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse über den Einfluss einer Vitamin-D-Supplementierung auf allergische Krankheiten bei Kindern. In die Metaanalyse wurden 32 randomisierte kontrollierte Studien mit 2.347 Studienteilnehmern einbezogen. Die Auswertung der Daten ergab, dass eine Vitamin-D-Supplementierung die Symptome von Heuschnupfen bei Kindern verminderte. Im Vergleich zu einem Placebo-Präparat konnte Vitamin D auch den Medikamentenverbrauch bei Heuschnupfen reduzieren.

2023 veröffentlichten japanische Wissenschaftler einen Fachartikel über den Zusammenhang zwischen der Vitamin-D- Aufnahme während der Schwangerschaft und dem Allergierisiko bei den dreijährigen Kindern. Es wurden die Daten von 73.309 Mutter-Kind-Paaren ausgewertet. Die Vitamin-D-Aufnahme während der Schwangerschaft war mit der Wahrscheinlichkeit für Heuschnupfen bei den Kindern assoziiert. Die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Heuschnupfen war im zweiten, dritten und vierten Quintil der Vitamin-D-Aufnahme vermindert.

Forscher aus Pakistan untersucht in einer Studie den Zusammenhang zwischen den Vitamin-D-Spiegeln und dem Schweregrad der Symptomatik bei Patienten mit allergischer Rhinitis. Patienten mit leichten Heuschnupfensymptomen hatten deutlich höhere Vitamin-D-Spiegel im Vergleich zu den Patienten mit moderaten oder schweren Symptomen.

Bei 37 schwangeren Frauen mit Heuschnupfen und bei 35 gesunden schwangeren Frauen wurden die Vitamin-E-Spiegel bestimmt. Bei den Frauen mit Heuschnupfen waren die Vitamin-E-Spiegel signifikant niedriger als bei den gesunden schwangeren Frauen. Die Vitamin-E-Spiegel bei den schwangeren Frauen mit Heuschnupfen zeigten eine negative Korrelation, unter anderem mit Il-13, Il-4 und Gesamt-IgE. Niedrige Vitamin-E-Spiegel waren also mit der Pathogenese der allergischen Rhinitis bei schwangeren Frauen assoziiert.

In einer polnischen Studie, publiziert 2022, wurde festgestellt, dass ein Kupfermangel bei Schulkindern mit einem erhöhten Risiko für allergische Rhinitis assoziiert war. Auch türkische Wissenschaftler fanden bei Heuschnupfenpatienten unter anderem niedrige Kupferspiegel. Außerdem waren bei den türkischen Heuschnupfenpatienten die Thiolspiegel vermindert.

2021 publizierte das Allergo Journal einen Fachartikel über einen funktionellen Eisenmangel bei Allergikern.
Ein Eisenmangel ist mit Atopie assoziiert. Der Heuschnupfen gehört zu den atopischen Erkrankungen. Ein Eisenmangel während der Schwangerschaft erhöhte das Risiko bei Kindern, eine atopische Erkrankung zu entwickeln. Sowohl allergische Kinder wie auch Erwachsene leiden häufiger an einer Eisenmangelanämie als Nichtallergiker. Ein Eisenmangel aktiviert eine TH2-Polarisierung des Immunsystems, wodurch allergische Reaktionen gefördert werden. Außerdem aktiviert ein Eisenmangel die Mastzellen zur vermehrten Freisetzung von Mediatoren allergischen Reaktionen.

Fazit
Gerade zu Beginn der Heuschnupfenzeit sollten die immunrelevanten Mikronährstoffe bestimmt werden, da eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen die Häufigkeit und den Schweregrad allergischer Symptome vermindern kann. Dazu empfehlen wir das DCMS-Immun-Profil.

Referenzen:

  • Franziska Roth-Walter: Funktionellen Eisenmangel beim Allergiker mit gezielter Mikroernährung ausgleichen; Allego Journal, Ausgabe 4, 2021
  • Hasan Basri Savas and Huseyin Gunizi: Thiol-disulfide balance and trace element levels in patients with seasonal allergic rhinitis; Afr Health Sci. 2022 Sep; 22(3): 322–328.
  • Daniela Podlecka, Joanna Jerzyńska et al.: Int J Environ Res Public Health. 2022 Oct; 19(19): 12187.
  • Shi-Yi Wang , Yin-Feng Wang et al.: Serum level and clinical significance of vitamin E in children with allergic rhinitis; BMC Pediatr . 2020 Jul 31;20(1):362.
  • Shimizu M, et al: Maternal Dietary Vitamin D Intake during Pregnancy Is Associated with Allergic Disease Symptoms in Children at 3 Years Old: The Japan Environment and Children's Study; Int Arch Allergy Immunol. 2023. PMID: 37607492
  • Li Q, et al.: Vitamin D Supplementation and Allergic Diseases during Childhood: A Systematic Review and Meta-Analysis; Nutrients. 2022. PMID: 36235600
  • Restimulia L, et al.: The Relationship between Serum Vitamin D Levels with Allergic Rhinitis Incidence and Total Nasal Symptom Score in Allergic Rhinitis Patients; Open Access Maced J Med Sci . 2018 Aug 10;6(8):1405-1409.
  • Janina Schreiber: Klimawandel und Allergien: Warum Pollen immer früher fliegen und aggressiver werden; SWR Wissen