Forscher aus Italien untersuchten bei 509 Altenheimbewohnern den Vitamin-D-Status. 115 Studienteilnehmer hatten keine kognitiven Defizite, bei 176 Personen bestand eine leichte kognitive Beeinträchtigung, 59 Personen hatten eine Alzheimer- Demenz und bei 133 Studienteilnehmern bestand eine gemischte Demenz. Es zeigt sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen den Vitamin-D-Spiegeln und den Scores von Mini-Mental-Status-Test (MMST). MMST ist ein international gebräuchlicher Test zur Erfassung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Die Studienteilnehmer mit Alzheimer-Demenz und gemischter Demenz hatten die niedrigsten Vitamin-D-Spiegel. Der schwerste Mangel wurde bei den Studienteilnehmern mit gemischter Demenz nachgewiesen. Der Zusammenhang zwischen den Vitamin-D-Spiegeln und kognitivem Abbau bestand unabhängig davon, ob eine körperliche Gebrechlichkeit vorlag oder nicht.

Referenz:
Beatrice Arosio, Paolo Dionigi Rossi et al.: Characterization of Vitamin D Status in Older Persons with Cognitive Impairment; Nutrients 2022 Mar 8;14(6):1142.

Wissenschaftler aus Brasilien konnten nachweisen, dass eine Supplementierung von Glutamin einen günstigen Einfluss auf das Redoxgleichgewicht in den Blutgefässen hatte. Glutamin steigerte die Aktivität der Glutathionperoxidgase, unabhängig davon, ob die Studienteilnehmer viel oder wenig Bewegung hatten. Die Aktivität der Paraoxonase-1 (PON-1) erhöhte sich aber nur, wenn parallel zur Glutamin-Supplementierung auch ein körperlich aktiver Lebensstil gepflegt wurde. PON-1 spielt eine wichtige Rolle für die gefäßschützenden Eigenschaften des HDL-Cholesterins. Eine Supplementierung von Glutamin hat also einen gewissen Schutzeffekt gegen die Entwicklung einer Arterienverkalkung.

Referenz:
Renier S Pires, Pedro G S Braga et al.: l-Glutamine supplementation enhances glutathione peroxidase and paraoxonase-1 activities in HDL of exercising older individuals; Exp Gerontol. 2021 Dec;156:111584.

Immunologen der RWTH Aachen (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen) publizierten einen Fachartikel zu Bedeutung von Zink für die Immunkompetenz im Alter. Im Alter verschlechtert sich der Zinkstatus und ist mit Störungen der Immunkompetenz assoziiert. Besonders die Funktionsfähigkeit der T-Zellen wird durch einen Zinkmangel und den Alterungsprozess beeinträchtigt. Durch eine moderate Zink-Supplementierung kann die Immunseneszenz und die erhöhte Entzündungsaktivität günstig beeinflusst werden. Ein optimaler Zinkstatus ist also von zentraler Bedeutung für ein gesundes Altern.

Referenz:
Bastian Robinson Baarz, Lothar Rink et al.: Rebalancing the unbalanced aged immune system - A special focus on zinc; Ageing Res Rev. 2021 Dec 13;74:101541.

Fitness 320Forscher aus Korea untersuchten in einer Studie einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-C-Status mit der Vitalität und psychologischen Funktionen bei gesunden jungen Erwachsenen. Außerdem wurde bei den Studienteilnehmern mit einem niedrigen Vitamin-C-Status eine tägliche Supplementierung von 2 × 500 mg Vitamin C über einen Zeitraum von vier Wochen durchgeführt. Ein unzureichender Vitamin-C-Status war mit einer schlechteren mentalen Vitalität assoziiert. Eine Vitamin-C-Supplementierung erhöhte effektiv die Arbeitsmotivation und Aufmerksamkeit und führte auch zu besseren Ergebnissen bei kognitiven Aufgaben, die eine längerfristige Aufmerksamkeit erforderten.

Referenz:
Minju Sim, Sehwa Hong et al.: Vitamin C supplementation promotes mental vitality in healthy young adults: results from a cross-sectional analysis and a randomized, double-blind, placebo-controlled trial; European Journal of Nutrition (2021), Sep 2

Forscher aus den USA beschäftigten sich in einem Fachartikel mit der Bedeutung von Homocystein bei altersassoziierten Erkrankungen des Nervensystems. Erhöhte Homocysteinspiegel beeinträchtigen die Bluthirnschranke und auch die Barrierefunktion der Retina. Diese Störungen der Barrierefunktion gehen mit entzündlichen Reaktionen einher wodurch Erkrankungen verschlimmert werden. Betroffen ist auch die Netzhaut, die ja dem zentralen Nervensystem zugeordnet werden kann. Studien haben gezeigt, dass Alzheimer-Patienten auch unter Sehstörungen leiden. Die Auslösung entzündlicher Reaktionen durch Homocystein dürfte ein möglicher Faktor für die Dysfunktion der Bluthirnschranke und für neurovaskuläre Schäden bei altersassoziierten Erkrankungen des Nervensystems sein.

Referenz:
Amany Tawfik, Nehal M. Elsherbiny et al.: Homocysteine and Age-Related Central Nervous System Diseases: Role of Inflammation; Int. J. Mol. Sci. 2021, 22(12), 6259;

Die Lewy-Körper-Demenz ist nach dem Morbus Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Demenz im Alter und macht ca. 20 Prozent aller Demenzformen aus. Wissenschaftler aus Norwegen konnten nachweisen, dass höhere Tyrosinkonzentrationen im Blutserum mit einer besseren Hirnleistungsfähigkeit bei Patienten mit Lewy-Körper Demenz assoziiert waren. Bei Patienten mit Morbus Alzheimer zeigten höhere Tyrosinkonzentrationen keinen Effekt. Tyrosin ist die Ausgangssubstanz für die Bildung von Dopamin und Noradrenalin.

Referenz:
Adrian McCanna, DagAarsland et al.: Serum tyrosine is associated with better cognition in Lewy body dementia;
Brain Research, Volume 1765, 15 August 2021, 147481

Wissenschaftler aus Norwegen und Schweden konnten nachweisen, dass bei älteren Menschen mit einem Mangel an Coenzym Q10 ein niedriger Selenstatus mit einer Störung der Nierenfunktion verbunden ist. Eine Supplementierung mit Selen und Q10 verbesserte signifikant die Nierenfunktion, ersichtlich an einer Verbesserung der Konzentrationen von Kreatinin und Cystatin C. Die Verbesserung der Nierenfunktion dürfte auf einer Verminderung der Entzündungsaktivität und des oxidativen Stress beruhen.

Referenz:
Urban Alehagen 1, Jan Aaseth et al.: Selenium and Coenzyme Q10 Supplementation Improves Renal Function in Elderly Deficient in Selenium: Observational Results and Results from a Subgroup Analysis of a Prospective Randomised Double-Blind Placebo-Controlled Trial; Nutrients 2020 Dec 9;12(12):3780.

Eine Studie irischer Wissenschaftler bei 5186 Altenheimbewohnern zeigte, dass sehr niedrige Spiegel von Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B2, aber nicht B12, mit einem erhöhten Risiko für Depressionen assoziiert waren. Vitamin-B-angereicherte Nahrungsmittel führten bei täglichem Verzehr zu einem reduzierten Risiko für Depressionen. Ein Vitamin-B6-Mangel war mit einem erhöhten Risiko für Angststörungen assoziiert.

Referenz:
Moore K et al.: B-vitamins in Relation to Depression in Older Adults Over 60 Years of Age: The Trinity Ulster Department of Agriculture (TUDA) Cohort Study. J Am Med Dir Assoc. 2019 Jan 25. pii: S1525-8610(18)30699-6.

Antioxidantien 320Antioxidantien spielen eine wichtige Rolle für die antioxidative Abwehr des Organismus. Übergewicht und der Alterungsprozess erhöhen den oxidativen Stress. Bei 94 Personen über 60 Jahre wurden die Antioxidantienaufnahme sowie der kognitive und funktionale Status ermittelt. Die Antioxidantienaufnahme bei den Studienteilnehmern lag unterhalb der empfohlenen Aufnahme, unabhängig von der BMI-Gruppe. Besonders ein niedriger Verzehr von Vitamin E, Selen und Beta-Carotin wurde beobachtet. Die Auswertung der Daten zeigte, dass die Zufuhr von Selen, Kupfer und Magnesium mit einem niedrigeren Risiko für kognitive und körperliche Störungen assoziiert war. Ältere Personen mit Übergewicht zeigten also höher Konzentrationen von oxidativen Stressmarkern, eine niedrigere Aufnahme von Antioxidantien und Gehschwierigkeiten.

Referenz:
Tavano-Colaizzi L, López-Teros M et al.: The consumption of antioxidants protects against cognitive and physical disabilities in aged with obesity; Nutr Hosp. 2018 Jun 22;35(4):811-819. doi: 10.20960/nh.1599.

Wissenschaftler aus den Niederlanden untersuchten den Zusammenhang zwischen einer Veränderung der 25-OH-D-Konzentration und parallelen Veränderungen depressiver Symptome bei älteren Menschen in den Niederlanden.
Bei den 65- bis 88-Jährigen zeigte sich keine Veränderung der Depressionsskala, während in der Gruppe der 55- bis 65-Jährigen eine Verminderung der Depressionsscores nachgewiesen wurde, wenn die 25-OH-D-Konzentrationen zu Beginn kleiner als 23 µg/ l betrug.

Referenz:
Elstgeest LEM, de Koning EJ et al.: Change in serum 25-hydroxyvitamin D and parallel change in depressive symptoms in Dutch older adults; Eur J Endocrinol. 2018 Jul 27. pii: EJE-18-0187. doi: 10.1530/EJE-18-0187.

Opa 320Wiederholt wurde bei älteren Menschen eine mangelnde Versorgung mit Vitamin D und B12 festgestellt, diesmal von der Augsburger Bevölkerungsstudie KORA-Age.

KORA ist die Abkürzung für "Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg", einer Forschungseinrichtung des Helmholtz Zentrums München. Von Zeit zu Zeit wird im Raum Augsburg im Rahmen der KORA-Studie der Gesundheitszustand der Bevölkerung erfasst. Untersucht werden u.a. die gesundheitlichen Folgen von Umweltfaktoren, der Einfluss von Genen auf die Gesundheit und eben auch die Versorgungslage von älteren Menschen mit Mikronährstoffen.

Bestimmt wurden Mikronährstoffe von insgesamt 1079 KORA-Probanden im Alter zwischen 65 und 93 Jahren, unter anderem Vitamin D, Folsäure, Vitamin B12 und Eisen. Dabei kamen bedenkliche Ergebnisse zu Tage: 52 Prozent der Studienteilnehmer hatten Vitamin-D-Werte unterhalt des Grenzwertes von 50 nmol/l, bei 27 Prozent lagen die Vitamin-B12-Spiegel ebenfalls unterhalb des Normwertes, bei elf Prozent war der Eisenwert zu niedrig, und knapp neun Prozent hatten unzureichende Folsäurewerte im Blut.


Referenz:
Helmholtz-Muenchen.de, 07.12.2017: Vitamin-Mangel im Alter

Chia 400

Bei 1308 Studienteilnehmern im Alter über 60 Jahren der NHANES III-Survey wurde untersucht, in wieweit Vitamine und Entzündungsmarker die  kognitive Leistungsfähigkeit beeinflussten. Höher Serumkonzentrationen von Folsäure waren signifikant mit besseren kognitiven Scores assoziiert. Auch die Konzentration von Fibrinogen war ein signifikanter Moderator des Zusammenhangs zwischen Lebensalter und Kognition, wobei höhere Fibrionogenkonzentrationen bestimmte kognitive Leistungen verschlechterten.

Referenz:
Handing EP, Small BJ, Andel R et al.: Can Nutrition or Inflammation Moderate the Age-Cognition Association Among Older Adults? J Gerontol B Psychol Sci Soc Sci. 2017 May 6. doi: 10.1093/geronb/gbx054

Vitalstoffanalyse "exklusiv"

Vitalstoff Analyse 151Umfassendste und dadurch aussagefähigste Mikronährstoffdiagnostik. Bestimmt werden neben Vitaminen, Vitaminoden, Mineralstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren und Fettsäuren die wichtigsten Eisenparameter und auch Risikofaktoren wie CRP und Homocystein oder Lipoprotein(a)...weiterlesen

 

 

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