Arthrosen und Mikronährstoffe – Studien 2026

Arthrosen sind mit knapp 600 Millionen betroffenen Menschen die häufigsten Gelenkerkrankungen weltweit. In Deutschland sind es laut Robert-Koch-Institut schätzungsweise 15,4 Millionen Erwachsene, die an Arthrosen erkrankt sind. Arthrosen sind degenerative Gelenkerkrankungen, die mit zunehmendem Alter häufiger auftreten. Mit 65 ist so gut wie jeder Mensch davon betroffen, wobei das Röntgenbild nicht unbedingt mit dem Ausmaß der Beschwerden korreliert. Eine Arthrose entwickelt sich aus dem Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels. Risikofaktoren für die Entwicklung einer Arthrose sind genetische Faktoren, Übergewicht, Fehlbelastung der Gelenke, Sportverletzungen, falscher Ernährungsstil, Bewegungsmangel etc. Der größte veränderbare Risikofaktor ist mit Sicherheit Übergewicht/Adipositas, das mit einer erhöhten Entzündungsaktivität und Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe assoziiert ist. Die erhöhte Entzündungsaktivität im Gesamtstoffwechsel begünstigt auch entzündliche Veränderungen der Gelenkschleimhaut, woraus sich dann im Laufe der Zeit die typischen Gelenkveränderungen bei Arthrose entwickeln können. 

Von zentraler Bedeutung für den Erhalt der Gelenkstruktur und  Gelenkfunktion sind Mikronährstoffe. Sie sind an der Bildung von Knorpelbausteinen beteiligt, sie wirken antioxidativ und antientzündlich, was für die Prävention und Behandlung von Arthrosen eine wichtige Rolle spielt.

Verschiedene aktuelle Studien zum Thema Arthrosen und Mikronährstoffe werden im Folgenden vorgestellt:

Essenzielle Aminosäuren verbessern Symptomatik bei Kniearthrosen

Eine Supplementierung von essenziellen Aminosäuren hatte in einer japanischen Studie einen günstigen Effekt bei Kniearthrosen. Es kam zu einer Verbesserung der Gangfunktion und zu einer Stärkung des vierköpfigen Oberschenkelmuskels.

Referenz:
Hoki A, Kurihara S, Matsuda Y.: Effects of Essential Amino Acid Supplementation on Clinical Outcomes in the Conservative Management of Knee Osteoarthritis. Cureus. 2025 Aug 7;17(8):e89582. 


Folsäure und Kniearthrosen 

Wissenschaftler aus China und Australien konnten nachweisen, dass die Folsäureaufnahme mit einer Verminderung von Knieschmerzen, mit einer Dysfunktion und Steifheit der Kniegelenke und mit verminderten Spiegeln von Adipokinen (Entzündungsmarkern) korrelierte. Außerdem war die Folsäureaufnahme mit einer Stärkung der Beinmuskulatur und mit weniger Schmerzen im Fußbereich und im Rücken assoziiert.

Referenz:
Zhenhua Liu, Ze Chen et al.: Associations between folate intake and knee pain, inflammation mediators and comorbid conditions in patients with symptomatic knee osteoarthritis;  BMC Musculoskelet Disord. 2024 Nov 28;25(1):973


Höhere Folsäurezufuhr verlangsamt das Voranschreiten von Kniearthrosen

Bei 1.472 Patienten mit radiologisch gesicherten Kniearthrosen führte eine höhere Folsäurezufuhr nach 48 Monaten zu einer Verlangsamung des Voranschreitens radiologischer Veränderungen sowie zu einer Verbesserung der Knieschmerzen und anderer funktioneller Parameter. Von einer höheren Folsäurezufuhr dürften besonders Männer, ältere Erwachsene sowie übergewichtige und adipöse Menschen profitieren.

Referenz:
Huanhuan Luo, Zitian Zheng et al.: Association between folate intake and radiographic progression, pain function scores in subjects with radiographic knee osteoarthritis: Data from the osteoarthritis initiative; Int J Rheum Dis . 2024 Sep;27(9):e15333. 


Homocystein, Folsäure und Vitamin B12 bei Arthrosen

Eine Studie chinesischer Wissenschaftler kam zu dem Ergebnis, dass Homocystein einen nachteiligen Effekt auf Arthrosen hatte, speziell bei gewichtstragenden Gelenken und bei Frauen. Folsäure und Vitamin B12 hatten einen Schutzeffekt gegen Arthrosen. Homocystein-senkende Interventionen seien eine mögliche Option bei der Behandlung und Prävention von Arthrosen.

Referenz:
Haofeng Hong, Longting Chen et al.: Associations of Homocysteine, Folate, and Vitamin B12 with Osteoarthritis: A Mendelian Randomization Study; Nutrients. 2023 Mar 28;15(7):1636. 


Nährstoffe und Arthrosen

Eine Auswertung von NHANES-Daten von Seiten chinesischer Forscher hat ergeben, dass eine höhere Aufnahme von Pflanzenfasern, Folsäure und Nikotinsäure mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Arthrosen assoziiert war. 

Referenz:
Xiaofeng Lv, Xinmin Deng et al.: Associations between nutrient intake and osteoarthritis based on NHANES 1999 to 2018 cross sectional study; Sci Rep . 2025 Feb 6;15(1):4445. 


Vitamin-E-Status bei Arthrosen des Kniegelenks

Wissenschaftler aus Kamerun konnten nachweisen, dass 
die Konzentration von Vitamin E mit dem röntgenologischen Stadium von primären Kniearthrosen korrelierte. Ein röntgenologisches Stadium zeigt den Schweregrad einer Erkrankung auf einem Röntgenbild auf. Röntgenologische Verschlechterungen waren mit einem Abfall der Vitamin-E-Spiegel assoziiert. 

Referenz:
Jan René Nkeck, Ambroise Seme Engoumou et al.: Assessment of vitamin E status among patients with newly diagnosed primary knee osteoarthritis in Cameroon; Sci Rep. 2026 Jan 28;16(1):6547. 


Vitamin D3 bessert Beschwerden bei Kniearthrosen

Indische Wissenschaftler publizierten 2025, dass die Einnahme von Vitamin-D-Supplementen Schmerzen und Funktionsstörungen bei Kniearthrosen bessern konnte. Dies hat eine kontrollierte, randomisierte Studie bei 78 Patienten ergeben.

Referenz:
Daniel Jaglarz, Tomasz Strzemecki et al.: Impact of Vitamin D Concentration on Postoperative Outcomes and Complications Following Total Knee Arthroplasty: A Scoping Review of the Literature; Nutrients. 2026 Jun 5;18(11):1828. 



Vitamin D vermindert Entzündungsmarker bei Patienten mit Kniearthrosen

Indische Wissenschaftler fanden eine signifikante inverse Assoziation zwischen den Serumspiegeln von Vitamin D3 und den Interleukin-6-Konzentrationen. Vitamin D hat demzufolge eine potenzielle Rolle bei der Beeinflussung der Entzündungsaktivität bei Kniearthrosen.

In einer weiteren indischen Untersuchung bei 84 Patienten mit beidseitigen Kniearthrosen wurden bei einem Vitamin-D- Mangel neben einer Erhöhung von Interleukin-6 auch eine Erhöhung von TNF-alpha nachgewiesen.

Referenzen:

  • Tetarwal AK, Ranjan R et al.: Relation of Serum Vitamin-D Level with Serum Interleukin-6 and Interleukin-10 in Patients with Primary Osteoarthritis of Knee; J Orthop Case Rep. 2025 Nov;15(11):317-323. 
  • Singh S, Saraf A et al.: The Clinico-Radiological Effect of Vitamin D in Treatment of Osteoarthritis of the Knee: A Randomized Control Trial. J Orthop Case Rep. 2025 Oct;15(10):220-225. 


Vitamin K und Arthrosen

Forscher aus der Türkei haben 2024 publiziert, dass zwei Vitamin-K-abhängige Proteine nämlich Gla-Rich-Protein (GRP) und Matrix-Gla-Protein (MGP) mögliche Biomarker für Arthrosen darstellen. Sowohl die GRP als auch MGP waren bei Arthrose-Patienten im Vergleich zu arthrosefreien Patienten in der Kniegelenksflüssigkeit erhöht.

Referenz:
Burhan Kurtulus, Numan Atilgan et al.:  Two Members of Vitamin-K-Dependent Proteins, Gla-Rich Protein (GRP) and Matrix Gla Protein (MGP), as Possible New Players in the Molecular Mechanism of Osteoarthritis; J Clin Med. 2024 Aug 30;13(17):5159. 

Selen und Arthrosen

Eine Auswertung von Daten der UK-Biobank von Seiten chinesischer Wissenschaftler hat ergeben, dass Selen einen Schutzeffekt gegen Arthrosen und rheumatoide Arthritis hat.

Referenz:
Xuena Yang, Chen Liu  et al.: Correction: Associations between Dietary Selenium Intake and Risk of Incident Arthritis: Based on UK Biobank WebQ Assessment (2009–2012); Biol Trace Elem Res. 2026 May 22. 


Antioxidative Kapazität beeinflusst Arthrosen

Wissenschaftler aus der Türkei konnten bei 47 Patienten mit Arthrosen und 30 gesunden Kontrollpersonen nachweisen, dass bei den Patienten mit Arthrosen die antioxidative Kapazität niedriger und die oxidative Kapazität höher war als bei den Kontrollpersonen. Die Patientin mit Arthrosen verzehrten auch im Vergleich zu den Kontrollpersonen mehr rotes Fleisch und Butter. Die Autoren der Studie empfehlen eine vermehrte Beachtung des Antioxidantienstatus bei Patienten mit Arthrosen.

Referenz:
Beda Büşra Özalp Çolak, Nilgün Seremet Kürklü et al.: Dietary and serum antioxidant capacity is inversely associated with patients in osteoarthritis: a case-control study; J Health Popul Nutr. 2024 Jul 4;43(1):101.

Spurenelemente und Schwermetalle bei Arthrosen

Aus einem Fachartikel chinesischer Wissenschaftler geht hervor, dass erhöhte Spiegel von Kupfer und Cadmium und verminderte Spiegel von Mangan und Selen mit Arthrosen assoziiert waren.

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