Zum Thema Burn-out

  • Burn-out - Symptome und Ursachen

    Erschöpfung zählt zu den häufigsten Krankheits-Symptomen des Menschen. Bei Untersuchungen klagen 20 bis 40 Prozent über Erschöpfung und Müdigkeit....

  • Selbstdiagnose anhand eines Fragebogens

    Das von Christina Maslach und Ayala Pines entwickelte Burn-out-Messverfahren Tedium-Measure (TM) hat sich in der internationalen Fachliteratur...

Zum Thema Psyche

Eine optimale Mikronährstoffversorgung - damit Depressionen gar nicht erst aufkommen

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, etwa 4 Mio Menschen sind in Deutschland betroffen. Neben den psychischen Symptomen wie z.B. Antriebslosigkeit, Motivationsverlust oder Hirnleistungsstörungen besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen und Essstörungen. Letztere führen infolge der Fehlernährung nicht selten zu Übergewicht oder Untergewicht...weiter

Burn-out-Screening

burn-out-screening2Ein Burn-out-Syndrom ist ein Zustand ausgeprägter physischer und psychischer Erschöpfung, der meist durch anhaltenden beruflichen Stress ausgelöst wird. Zu den Stressfaktoren gehören z.B. hohes Arbeitsvolumen, Zeitdruck, geringe Gestaltungsspielräume, paralleles Arbeiten an mehreren Aufgaben, ständige Erreichbarkeit etc.

Nach einer aktuellen Statistik der KHK-Allianz leiden immer mehr Versicherte unter psychischen Störungen, insbesondere unter dem Burn-out-Syndrom. Im Jahr 2010 sind die Fälle von Burn-out-Syndrom um bis zu 46 Prozent gestiegen. Bezüglich der Entstehung des Burn-out-Syndroms gibt es verschiedene psychologische Erklärungsmodelle. Es herrscht weitgehend Konsens darüber, dass die Entstehung des Burn-out-Syndroms immer als Prozess zu verstehen ist, den man in Phasen unterteilen kann. Diese Phasen könnte man folgendermaßen zusammenfassen: Enthusiasmus – Stagnation – Frustration – Apathie - Burn-out.

Nach wie vor gibt es in der internationalen Klassifikation der Erkrankungen keinen eigenen Diagnoseschlüssel für das Burn-out-Syndrom. Es wird also derzeit noch nicht als eigenständige Krankheit anerkannt.

Häufig liest man, dass sich hinter dem Burn-out-Syndrom eine Depression verstecken könnte, insbesondere bei Männern. Experten der Burn-out-Forschung warnen aber davor, das Burn-out-Syndrom einfach wie Depressionen zu behandeln. Ein Burn-out-Syndrom ist in der Regel das Ergebnis von massiver Erschöpfung, während Depressionen sonstiger Genese sich häufig in starker Antiebslosigkeit zeigen.

Bei Depressionen liegen typischerweise erhöhte Cortisolspiegel vor. Im Februar 2011 wurden die Ergebnisse einer kanadischen Studie publiziert, in der mit Hilfe verschiedener Biomarker untersucht wurde, ob jemand infolge von chronischem Stress eher zu Depressionen oder zu einem Burn-out-Syndrom neigt. Das Ergebnis der Studie zeigte, dass potentielle Burn-out-Patienten zahlreiche physiologische Fehlreaktionen aufwiesen und im Gegensatz zu Depressionspatienten auffallend niedrige Cortisolspiegel im Speichel hatten.

Zur Behandlung des Burn-out-Syndroms kommen unterschiedliche therapeutische Maßnahmen zur Anwendung, z.B. Ordnung des Lebensstils, Psychotherapie, Ernährungsumstellung, eventuell Therapie mit Psychopharmaka. Eine sehr gute Möglichkeit, das Burn-out-Syndrom nachhaltig zu bessern, ist eine gezielte Therapie mit Mikronährstoffen. Mikronährstoffe beeinflussen verschiedene Faktoren, die beim Burn-out-Syndrom eine Rolle spielen. Dazu gehören der Neurotransmittermetabolismus, die antioxidative Kapazität, die Mitochondrienfunktion, die Immunkompetenz, die Endothelfunktion etc. Im Burn-out-Screening des Diagnostischen Centrums für Mineralanalytik und Spektroskopie werden die relevanten Parameter bestimmt, die als Grundlage für eine gezielte Therapie mit Mikronährstoffen dienen.

 

Homocystein

Homocystein ist zwar kein Mikronährstoff, aber ein Stoffwechselprodukt, das sehr eng mit dem Vitamin-Haushalt verbunden ist.
Erhöhte Homocysteinkonzentrationen sind ein unabhängiger Risikofaktor für Atherosklerose und thromboembolische Erkrankungen. Homocystein wird mit Hilfe der Vitamine B6, B12 und Folsäure abgebaut, so dass erhöhte Homocysteinkonzentrationen sehr häufig auch ein Hinweis auf eine unzureichende Verfügbarkeit dieser Vitamine sind. Bei erhöhten Homocysteinspiegeln kommt es zu einer Störung von Methylierungsreaktionen und dadurch zu einer Beeinträchtigung des Neurotransmittermetabolismus und der Neurotransmitterbalance. Mentaler Stress führt nicht nur zu einem Anstieg der Sympathikusaktivität, sondern häufig auch zu einem Anstieg der Homocysteinkonzentrationen.


Magnesium

Der Antistress-Mineralstoff Magnesium zeigt seine Wirksamkeit häufig bei Übererregbarkeit, Schlaflosigkeit, Depressionen, Konzentrationsstörungen etc. Im Hinblick auf das Burn-out-Syndrom ist auch bedeutsam, dass Magnesium eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel spielt. Alle ATP-abhängigen Stoffwechselreaktionen benötigen auch Magnesium. In einer Studie an 112 erwachsenen Frauen zeigte sich, dass das Risiko für Depressionen bei den Frauen höher war, die die niedrigsten Magnesiumspiegel im Serum aufwiesen.


Calcium

Ein Calciummangel erhöht die Erregbarkeit der Nerven sowie die Krampfneigung der Muskulatur.


Vitamin D

Die Vitamin-D-Versorgung ist in weiten Teilen der Bevölkerung unzureichend. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Vitamin D neben zahlreichen anderen Stoffwechselfunktionen auch für neurokognitive Funktionen bedeutsam ist. Bei sechzig- bis neunzigjährigen Personen bestand ein positiver Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und dem Ergebnis von Lern- und Gedächtnistests. Außerdem scheint Vitamin D auch für die psychische Befindlichkeit eine Rolle zu spielen.


Vitamin B1

Vitamin B1 spielt eine zentrale Rolle im Gehirnstoffwechsel. Das Gehirn verwendet Glukose als primäre Energiequelle. Vitamin B1 ist das wichtigste Coenzym für die Einschleusung von Kohlenhydratmetaboliten in den Citratzyklus. Deshalb sind glukoseabhängige Zellsysteme wie die Neuronen in besonderem Maß auf Vitamin B1 angewiesen. Vitamin B1 ist auch erforderlich für die Bildung der Synapsen, das Wachstum der Axone, für die Myelinscheiden und für den Neurotransmitter-Stoffwechsel. Vitamin B1 hat nur eine sehr geringe Speicherkapazität, deshalb kann relativ leicht ein Mangelzustand entstehen, der sich zunächst in Reizbarkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen etc. äußert.


Ferritin

Ferritin ist ein Eisenspeicherprotein, das sich am besten zur Beurteilung der Eisenversorgung eignet. Eisen spielt nicht nur eine wichtige Rolle für den Sauerstofftransport und für die Sauerstoffspeicherung, sondern auch für die Bildung von Neurotransmittern, die mitochondriale ATP-Synthese, die hepatische Entgiftungskapazität, die Endothelfunktion u.v.m. Eine unzureichende Eisenversorgung ist häufig mit Erschöpfungsneigung, Hirnleistungsstörungen etc. verbunden. Für die mentale und physische Fitness ist also eine ausreichende Eisenversorgung unbedingt erforderlich. Allerdings sollten die Ferritinkonzentrationen auch nicht zu hoch sein, da eine überhöhte Eisenzufuhr oxidativen Stress erzeugt mit erhöhtem Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem sind hohe Ferritinkonzentrationen meist auch mit einer schlechteren psychischen Befindlichkeit assoziiert. Insbesondere das Hämeisen aus Fleisch und Wurst kann zu einer Eisenüberladung führen.


Carnitin

Carnitin wird für den Transport langkettiger Fettsäuren in die Mitochondrien benötigt und ist deshalb für die mitochondriale Energieproduktion wichtig. Störungen der Mitochondrienfunktion können zu Müdigkeit und Energiemangel führen. Eine Carnitinsupplementierung wurde nicht nur mit Erfolg beim chronischen Müdigkeitssyndrom durchgeführt, Carnitin kann auch generell bei Müdigkeitszuständen unterschiedlichster Art von Nutzen sein.


Coenzym Q10

Coenzym Q10 spielt eine zentrale Rolle für die mitochondriale ATP-Synthese und ist einer der Mikronährstoffe, die die Mitochondrienfunktion unterstützen. In einer Studie 2009 publizierten Studie wurden bei depressiven Patienten signifikant niedrige Q10-Konzentrationen nachgewiesen. Möglicherweise erklärt ein Q10-Mangel auch die Tatsache, dass Patienten mit chronischem Stress und Depressionen vermehrt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen neigen.


Glutamin

Der Glutaminbedarf ist bei physischem und psychischem Stress deutlich erhöht und kann durch die endogene Gutaminsynthese oft nicht ausreichend gedeckt werden. Es kann also zu einer Glutaminverarmung des Organismus kommen, was dann wiederum stressinduzierte gastrointestinale Störungen sowie eine Immunschwäche fördert. Glutamin ist auch eine Ausgangssubstanz für die Bildung des inhibitorischen Neurotransmitters GABA.


Tryptophan

Tryptophan ist die Ausgangssubstanz für die Bildung des Neurotransmitters Serotonin, der maßgeblich an der Regulierung von Stimmung, Schlaf-Wach-Rhythmus, Schermerzempfindung, Appetit, Sozialverhalten etc. beteiligt ist. Eine unzureichende Tryptophanversorgung kann mit zahlreichen physischen und psychischen Störungen einhergehen, z.B. Nervosität, Schlafstörungen, Depressionen, Kopfschmerzen, Reizdarmsyndrom etc. Chronischer Stress und/ oder eine entzündliche Stoffwechsellage induzieren tryptophanabbauende Enzyme, so dass es zu einem vermehrten Tryptophanabbau kommen kann mit nachteiligen Effekten auf die psychische Empfindlichkeit.

Nur aufgrund einer Mikronährstoffanalyse lassen sich Mängel objektivieren. Aufgrund der Laborergebnisse ist dann eine gezielte individuelle Mikronährstofftherapie durchführbar.

Vorzugsweise empfehlen wir bei Burn-out die Durchführung des DCMS-Neuro-Check. Eine kleiner Alternative ist das Burn-out-Screening.

Foto: © Kirill Zdorov - Fotolia.com

 

 

Laborparameter


Bestimmt im Blut/ Serum werden:

• Glutamin
• Tryptophan
• Calcium
• Magnesium
• Ferritin
• Vitamin B1
• Vitamin D3
• Carnitin
• Coenzym Q10
• Homocystein
 
Haben Sie Fragen bezüglich der Preise oder möchten Sie die Blutabnahmeröhrchen bestellen? Dann können Sie uns gerne kontaktieren unter: Tel. 09394/ 9703-0
oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Fachpublikation Psyche

Orthomolekulare Medizin bei Angsterkrankungen

Im September 2011 wurden die Ergebnisse einer Studie publiziert, in der die Häufigkeit psychiatrischer und neurologischer Erkrankungen in 30 europäischen Ländern untersucht worden war. 38,2 Prozent oder 164,8 Mio von 514 Mio Europäern leiden jährlich an einer klinisch bedeutsamen psychischen Störung. Die häufigsten Erkrankungen sind Angststörungen mit 14 Prozent der Bevölkerung, gefolgt von Schlafstörungen (7 Prozent) und unipolaren Depressionen (6,9 Prozent). In den USA leiden 18,1 Prozent der Bevölkerung unter 18 Jahren unter Angststörungen.

Es werden im Wesentlichen drei Typen von Angststörungen unterschieden: Die Panikstörung ist durch wiederkehrende, schwere Angstattacken charakterisiert...  (Report Naturheilkunde 2012, Heft 1)


Aus dem Achiv:

Hirnforscher beweisen: Essen sorgt für gute Laune von Lena Berger
Interview, März 2009

Orthomolekulare Medizin beim Burn-out-Syndrom
Naturheilpraxis, Heft 4/ 2008

Orthomolekulare Medizin bei Depressionen
Comed Nr. 10/ 2007

Weitere Fachpublikationen