Spurenelemente Studien 640

 

Magnesiummangel bei ADHS

Forscher aus Taiwan publizierten eine Metaanalyse über den Zusammenhang zwischen dem Magnesiumstatus und ADHS. Es zeigte sich, dass Kinder mit der Diagnose ADHS niedrigere Serum- und Haarmagnesiumspiegel hatten als Kinder ohne ADHS.

Referenz:
Huang YH et al.: Significantly lower serum and hair magnesium levels in children with attention deficit hyperactivity disorder than controls: A systematic review and meta-analysis. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2019 Mar 2;90:134-141.


Spurenelemente und Vitamine bei Major Depression

In einer Studie irakischer Wissenschaftler zeigten sich bei Patienten mit Major Depression verschiedene Veränderungen der Konzentrationen von Spurenelementen und Vitaminen. Eine Verminderung von Vitamin E führte zu einem erhöhten Risiko für Major Depression. Das Kupfer-Zink-Verhältnis schien eine bedeutende Rolle für die Diagnose und Überwachung der Major Depression zu haben. Bei den Patienten mit Major Depression wurden im Vergleich zu Kontrollpersonen auch niedrige Konzentrationen von Zink, Nickel, Mangan, Magnesium und Vitamin A gefunden.

Referenz:
Al-Fartusie FS, Al-Bairmani HK et al.: Evaluation of Some Trace Elements and Vitamins in Major Depressive Disorder Patients: a Case-Control Study; Biol Trace Elem Res. 2018 Sep 20. doi: 10.1007/s12011-018-1507-7.


Selen bei Morbus Alzheimer

Wissenschaftler aus Indien publizierten eine Metaanalyse und eine systematische Übersicht über die Selenkonzentrationen im Gehirn bei Alzheimerpatienten.

Die Metaanalyse zeigte, dass der Selenstatus im Gehirn von Alzheimerpatienten signifikant niedriger war als bei Kontrollpersonen. Bekanntlich ist Selen ein wichtiges Antioxidans und Morbus Alzheimer mit oxidativem Stress assoziiert, sodass der Selenstatus bei Alzheimerpatienten einer vermehrten Beachtung bedarf.

Referenz:
Varikasuvu SR, Prasad V S et al.: Brain Selenium in Alzheimer's Disease (BRAIN SEAD Study): a Systematic Review and Meta-Analysis; Biol Trace Elem Res. 2018 Aug 31. doi: 10.1007/s12011-018-1492-x


Eisenstatus der Mutter und kognitive Entwicklung des Säuglings

Eine Studie untersuchte den Eisenstatus der Mutter drei Monate nach der Geburt sowie verschiedene Parameter der kognitiven Entwicklung beim Säugling nach drei und neun Monaten.

Es zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen dem mütterlichen Eisenstatus und der kognitiven Entwicklung des Säuglings. Der Hämoglobinwert der Mutter hatte einen Einfluss auf die Aufmerksamkeit. Der Eisenspiegel und der lösliche Transferrinrezeptor beeinflussten die Variabilität der neuralen Antwort nach neuen Monaten.

Referenz:
Thomas DG, Kennedy TS et al.: Multiple Biomarkers of Maternal Iron Predict Infant Cognitive Outcomes; Dev Neuropsychol. 2017;42(3):146-159.


Dysmetabolic iron overload syndrome (DIOS)

Das Dysmetabolische Eisenüberlagerungssyndrom ist charakterisiert durch erhöhte Ferritinspiegel mit einer normalen oder moderat erhöhten Transferrinsättigung sowie einer oder mehreren Stoffwechselveränderungen, z. B. erhöhter Bodymass-Index, erhöhter Blutdruck, Fettleber, Dyslipidämie ect.

Die Veränderungen des Eisenstoffwechsels bei DIOS dürften nach Auffassung französischer Wissenschaftler ein multifaktoreller Prozess sein, der durch eine zu üppige Ernährung getriggert wird. Aderlässe können derzeit nicht als Behandlungsoption empfohlen werden. Die erste therapeutische Intervention ist eine anhaltende Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und des Lebensstils.

Referenz:
Deugnier Y, Bardou-Jacquet É, Lainé F: Dysmetabolic iron overload syndrome (DIOS); Presse Med. 2017 Dec;46(12 Pt 2):e306-e311. doi: 10.1016/j.lpm.2017.05.036. Epub 2017 Nov 21.


HbA1c und Eisenmangelanämie

In verschiedenen Studien zeigte sich ein Zusammenhang zwischen einer Eisenmangelanämie und höheren HbA1c-Spiegeln. Wissenschaftler aus Italien untersuchten bei 2625 Patienten den Zusammenhang zwischen Hämoglobin und HbA1c. Die Durchschnittswerte bei HbA1c waren bei den Versuchsteilnehmern mit Eisenmangelanämie signifikant höher als bei den Studienteilnehmern ohne Anämie.

Die HbA1c-Spiegel waren invers mit den Hämoglobin-Spiegeln assoziiert. Die Autoren der Studie empfehlen deshalb bei Patienten mit Eisenmangelanämie eine Korrektur von HbA1c, basierend auf dem Hämoglobinspiegel, was für die Diagnostik eines Prädiabetes und zur Überwachung eines Diabetes notwendig sei.

Referenz:
Jari Intra PhD, Giuseppe Limonta MD et al.: Glycated haemoglobin and iron deficiency anaemia: a case-control study; Practical Diabetes, 7. June 2018-06-19


Eisen: Enorm wichtig für die Hirnentwicklung

Ein Eisenmangel vor dem dritten Lebensjahr kann zu lang anhaltenden neurologischen Defiziten führen. Ein Eisenmangel verändert neurophysiologische Funktionen und ist bei Kleinkindern etwa drei Mal häufiger als eine Eisenmangelanämie.

Zur Erfassung des Risikos einer unzureichenden Eisenkonzentration im Gehirn ist es also dringend erforderlich, bessere Nachweismethoden herauszufinden. Die bisher bekannten Methoden sind hierfür aus mehreren nicht geeignet Gründen. Die Anämie ist sozusagen das Endstadium eines Eisenmangels. Das sich entwickelnde Gehirn hat also einen Eisenmangel, wenn die Eisenmangelanämie diagnostiziert wird, da vom Organismus das verfügbare Eisen in erster Linie zur Bildung roter Blutzellen verwendet wird.

Ein Eisenmangel im Gehirn ist, unabhängig von einer Eisenmangelanämie, verantwortlich für langfristige neurologische Defizite. Deshalb ist eine Eisentherapie nach Diagnostik einer Eisenmangelanämie deutlich weniger effektiv als die Prävention. Die üblichen hämatologischen Grenzwerte sind nicht unbedingt geeignete Bioindikatoren zur Beurteilung eines Eisenmangels im Gehirn und einer Gehirndysfunktion bei Kindern. Im voranämischen Stadium eines Eisenmangels ist es also dringend notwendig, geeignete Serumparameter zur Beurteilung einer cerebralen Dysfunktion zu finden.

Referenz:
Georgieff MK: Iron assessment to protect the developing brain; Am J Clin Nutr. 2017 Dec;106(Suppl 6):1588S-1593S.


ADHS bei Frauen mit Eisenmangelanämie

Wissenschaftler aus der Türkei untersuchten bei 83 Patientinnen mit der Diagnose Eisenmangelanämie und bei 70 gesunden Kontrollpersonen das Vorhandensein von ADHS-Symptomen. Sie konnten zeigen, dass die Prävalenz von ADHS im Erwachsenenalter bei Patientinnen mit Eisenmangelanämie höher war als bei gesunden Kontrollpersonen. Patienten mit Eisenmangelanämie sollten also frühzeitiger auf ADHS-Symptome abgeklärt werden.

Referenz:
Kadir Demirci, Funda Yildirim Bas et al.: The investigation of Symptoms and Diagnoses of Adult-Attention Deficit/Hyperactivity Disorder in Women with Iron Deficiency Anemia; Arch Neuropsychiatry 2017; 54:72-7


Spurenelemente und Depressivität bei postmenopausalen Frauen

Polnische Wissenschaftler fanden bei 198 postmenopausalen Frauen einen Zusammenhang zwischen niedrigen Magnesiumkonzentrationen und einer höheren Vulnerabilität für Depressionen. Die höchsten Kupferkonzentrationen wurden bei Frauen mit depressiven Symptomen beobachtet.

Referenz:
Małgorzata Szkup, Anna Jurczak et al.: Analysis of Relations Between the Level of Mg, Zn, Ca, Cu, and Fe and Depressiveness in Postmenopausal Women; Biol Trace Elem Res. 2017; 176(1): 56–63.


Zink als Schlafmodulator

In einem Fachartikel beschäftigten sich Forscher aus Japan mit der Bedeutung von Zink für die Schlafqualität. Neuere Erkenntnisse sprechen dafür, dass Zink auch an der Regulation des Schlafs beteiligt ist. Eine Zinksupplementierung kann die Schlafqualität bei Menschen verbessern, wobei die genauen molekularen Mechanismen hierfür noch nicht ablschießend geklärt sind.

Referenz:
Cherasse Y, Urade Y: Dietary Zinc Acts as a Sleep Modulator; Int J Mol Sci. 2017 Nov 5;18(11).


Zusammenhang zwischen Zink, Eisen und Depression

Wissenschaftler aus China publizierten eine Metaanalyse über den Zusammenhang zwischen der Zink- und Eisenaufnahme und dem Risiko für Depressionen. Neun Studien über die Zinkaufnahme und drei Studien über die Eisenaufnahme wurden in die Metaanalyse einbezogen. Es zeigte sich ein klarer inverser Zusammenhang zwischen der Zink- und Eisenaufnahme und dem Risiko für Depressionen.

Referenz:
Li Z, Li B et al.: Dietary zinc and iron intake and risk of depression: A meta-analysis; Psychiatry Res. 2017 Feb 3;251:41-47


Niedrige Zinkkonzentrationen und psychische Befindlichkeit

Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten den Zusammenhang zwischen psychischen Störungen und der Serum-Zinkkonzentration bei Studentinnen. Sie konnten nachweisen, dass die Serum-Zinkspiegel invers mit psychischen Befindlichkeitsstörungen, einschließlich Depressionen und Angststörungen, bei Studentinnen assoziiert war.

Referenz:
Tahmasebi K, Amani R et al.: Association of Mood Disorders with Serum Zinc Concentrations in Adolescent Female Students; Biol Trace Elem Res. 2017 Jan 7. doi: 10.1007/s12011-016-0917-7


Metaanalyse über Eisenstatus bei ADHS

Im Januar 2017 wurden von chinesischen Wissenschaftlern eine Metaanalyse und ein systematischer Übersichtsartikel zum Thema Eisenstoffwechsel und ADHS publiziert. In die Metaanalyse wurden elf Studien einbezogen, die vor Juli 2016 publiziert worden waren. Die Auswertung der Daten ergab, dass niedrigere Ferritinkonzentrationen im Blutserum mit ADHS bei Kindern assoziiert waren, wohingegen die Eisenkonzentrationen nicht mit ADHS korrelierten.

In dem Fachartikel beschäftigen sich die Autoren auch mit den möglichen Zusammenhängen zwischen einem Eisenmangel und der ADHS-Symptomatik. Ein Grund dürfte sein, dass Eisen ein Hauptcofaktor der Tyrosinhydroxylase ist, die für die Dopaminsynthese benötigt wird. Ein Eisenmangel ist auch mit einer verminderten Dopamintransporterdichte und -aktivität assoziiert, was erhöhte extrazelluläre Dopaminkonzentrationen und eine reduzierte Dopaminrezeptordichte im Striatum bewirkt.

Ein Eisenmangel könnte auch zu einer Dysfunktion der Basalganglien führen. Für die Entstehung der ADHS-Symptomatik spielt das Gleichgewicht zwischen inhibitorischen und exzitatorischen Neurotransmittern eine wichtige Rolle. GABA ist der wichtigste inhibitorische Neurotransmitter, der auch die Eisenkonzentrationen im Blut beeinflusst. Die GABA-Spiegel sind bei ADHS-Patienten niedriger als bei gesunden Kontrollpersonen, was dann auch mit niedrigeren Eisenkonzentrationen in den Basalganglien einhergeht.

Bei Kindern mit ADHS wurden auch niedrigere Eisenspiegel im Thalamus kernspintomographisch nachgewiesen.

Referenzen:
wang Y, Huang L et al.: Iron Status in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: A Systematic Review and Meta-Analysis; PLoS One 2017 Published: January 3, 2017,
http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0169145


Manganaufnahme und Depressionen

Forscher aus Japan untersuchten bei 1.745 schwangeren Frauen den Einfluss der Aufnahme verschiedener Spurenelemente auf die Entstehung depressiver Symptome. Entsprechende Informationen wurden während der fünften und 39. Schwangerschaftswoche ermittelt. Die Auswertung der Studie zeigte, dass eine höhere Manganaufnahme die Prävalenz für depressive Symptome während der Schwangerschaft verminderte.

Referenz:
Miyake Y, Tanaka K et al.: Manganese intake is inversely associated with depressive symptoms during pregnancy in Japan: Baseline data from the Kyushu Okinawa Maternal and Child Health Study; Journal of affective Disorders; March 15, 2017Volume 211, Pages 124–129


Eisenmangel beeinträchtigt Hirnleistungsfähigkeit

US-Wissenschaftler untersuchten in einer Studie bei jungen Studentinnen den Zusammenhang zwischen dem Eisenstatus, der körperlichen Fitness und der Hirnleistungsfähigkeit. Die Hirnleistungsfähigkeit wurde mittels computerisierter Aufmerksamkeits- und Gedächtnistests ermittelt. Die Hirnleistungsfähigkeit war bei den Frauen mit normalen Ferritinspiegeln höher als bei Frauen mit niedrigeren Ferritinspiegeln. Am besten schnitten die Frauen ab mit normalen Ferritinspiegeln und hoher Fitness.

Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass niedrigere Eisenspeicher und eine niedrige aerobe Fitness Studentinnen davon abhalten könnten, ihr volles Lernpotenzial zu entfalten.

Referenz:
Samuel P Scott, Mary Jane De Souza et al.: Combined Iron Deficiency and Low Aerobic Fitness Doubly Burden Academic Performance among Women Attending University; J. Nutr. 2017 Jan, 147(1): 104-109

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