Forscher aus Australien bestimmten die Quecksilberkonzentrationen in Proben des Nebennierenmarks bei Personen im Alter zwischen 2 und 104 Jahren. Im Alter zwischen 21 und 40 Jahren war erstmals Quecksilber im Nebennierenmark nachweisbar. Je höher das Lebensalter war, desto häufiger wurde Quecksilber festgestellt. Bei Personen von über 80 Jahren war in ca. 90 Prozent der Fälle Quecksilber im Nebennierenmark vorhanden. Es spricht einiges dafür, dass Quecksilber die Ausscheidung von Noradrenalin aus dem Nebennierenmark erhöht. Typischerweise sind bei älteren Menschen die Noradrenalinspiegel im Plasma erhöht. Dies kann zu einer Überaktivität des Sympathikus beitragen, die mit arterieller Hypertonie und dem metabolischen Syndrom assoziiert ist.

Referenz:
Roger Pamphlett, Stephen Kum Jew et al.: Mercury in the human adrenal medulla could contribute to increased plasma noradrenaline in aging; scientific reports (2021) 11:2961

Bei 5.583 Studienteilnehmern im Alter zwischen 9 bis 18 Jahren wurden die Vollblutspiegel von Blei gemessen sowie die Knochendichte mittels DXA bestimmt. Die Bleikonzentrationen korrelierten negativ mit der Knochendichte. Blei beeinflusste die Lendenwirbelsäule stärker als den Oberschenkelknochen. Bei Mädchen war die Veränderung der Knochendichte in der Lendenwirbelsäule stärker als bei den Jungen.

Referenz:
Aiyong Cui, Peilun Xiao et al.: Blood Lead Level Is Negatively Associated With Bone Mineral Density in U.S. Children and Adolescents Aged 8-19 Years; Front Endocrinol (Lausanne). 2022 Jul 1;13:928752. doi: 10.3389/fendo.2022.928752. eCollection 2022.

Bei 3.066 Bewohnern im ländlichen Raum in China wurden die Bleispiegel im Vollblut bestimmt und eine Oberbauchsonografie durchgeführt. Bei den Studienteilnehmern im obersten Quartil der Bleikonzentrationen war die Wahrscheinlichkeit für eine Fettlebererkrankung signifikant erhöht.

Referenz:
Heng Wan, Yuying Wang et al.: Chronic lead exposure induces fatty liver disease associated with the variations of gut microbiota; Ecotoxicol Environ Saf. 2022 Mar 1;232:113257.

Chinesische Wissenschaftler untersuchten bei 1.054 Studienteilnehmern im Alter von 80 Jahren und mehr die Quecksilberspiegel im Vollblut und ermittelten depressive Symptome mittels Fragebogen. Bei sehr alten Menschen waren die Quecksilberspiegel positiv mit depressiven Symptomen assoziiert, d. h. eine Quecksilberbelastung begünstigt das Auftreten von Depressionen bei sehr alten Menschen.

Referenz:
Jiahui Xiong , Yuebin Lv et al.: Association of blood mercury exposure with depressive symptoms in the Chinese oldest old; Ecotoxicol Environ Saf. 2022 Sep 15;243:113976.

Wissenschaftler aus dem Iran publizierten einen systematischen Übersichtsartikel über den Einfluss von physikalischen Stressfaktoren auf die Quecksilberfreisetzung aus Amalgamfüllungen. Die Auswertung der vorhandenen Daten ergab, dass Magnetfelder, elektromagnetische Felder, ionisierende Strahlung und nicht ionisierende elektromagnetische Strahlung wie zum Beispiel Laser die Quecksilberfreisetzungen aus Amalgamfüllungen signifikant erhöhen können.

Referenz:
Marzieh Keshavarz, Jamshid Eslami et al.: How Do Different Physical Stressors' Affect the Mercury Release from Dental Amalgam Fillings and Microleakage? A Systematic Review; J Biomed Phys Eng. 2022 Jun 1;12(3):227-236.

Forscher des University of Rochester Medical Center in den USA untersuchten anhand von Daten von NHANES 3 einen möglichen Zusammenhang zwischen der Bleibelastung und der Knochendichte. In die Auswertung wurden Personen im Alter von 50 Jahren und mehr einbezogen. Es zeigte sich eine signifikante inverse Assoziation zwischen der Bleibelastung und der Knochendichte, aber nur bei Studienteilnehmern mit weißer Hautfarbe.

Referenz:
James R. Campbell and Peggy Auinger: The Association between Blood Lead Levels and Osteoporosis among Adults—Results from the Third National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES III); Environ Health Perspect. 2007 Jul; 115(7): 1018–1022.

Forscher aus Indien publizierten einen systematischen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse über den Zusammenhang zwischen den Bleikonzentrationen im Blut und Markern der Calcium-Homöostase. In die Auswertung wurden 11 Studien mit 837 bleiexponierten Personen und mit 739 Kontrollpersonen einbezogen. Die bleiexponierten Studienteilnehmer hatten im Vollblut höhere Bleikonzentrationen im mittleren Bereich und signifikant niedrigere Calciumwerte im Blutserum. Außerdem zeigte sich bei den Personen mit Bleiexposition im Vergleich zu Personen einer Kontrollgruppe ein Trend zu höheren Spiegeln des Parathormons und zu niedrigeren Vitamin-D-Spiegeln. Bei Bleibelastung sollten also Marker der Calcium-Homöostase regelmäßig überprüft werden.

Referenz:
Kuldip Upadhyay, Ankit Viramgami et al.: Association between blood lead levels and markers of calcium homeostasis: a systematic review and meta-analysis; Sci Rep. 2022 Feb 3;12(1):1850.

Chinesische Wissenschaftler publizierten einen systematischen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse über den Zusammenhang zwischen einer Belastung mit verschiedenen Metallen und dem Risiko für Schlaganfälle. In die Auswertung wurden insgesamt 38 Studien einbezogen. Beim Vergleich der höchsten mit den niedrigsten Konzentrationen zeigte sich für Blei, Cadmium und Kupfer eine signifikante Assoziation mit dem Schlaganfallrisiko. Arsen und Quecksilber hatten weniger Einfluss auf das Schlaganfallrisiko.

Referenz:
Qiang-Ji Bao, Kai Zhao et al.: Environmental toxic metal contaminants and risk of stroke: a systematic review and meta-analysis; Environ Sci Pollut Res Int. 2022 May;29(22):32545-32565.

Mangan ist ein essenzielles Spurenelement. Erhöhte Mangankonzentrationen haben aber, wie andere Schwermetalle auch, nachteilige Effekte auf die Gesundheit. US-Wissenschaftler untersuchten anhand von Daten von NHANES 2013 - 2014 den Zusammenhang zwischen den Mangankonzentrationen im Vollblut und kognitiven Funktionen bei älteren Erwachsenen im Alter von 60 und höher. Im obersten Viertel der Mangankonzentrationen (größer 11,8 µg/Liter) zeigte sich ein inverser Zusammenhang mit kognitiven Funktionen, d.h. höhere Manganspiegel können die Hirnleistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Referenz:
Doreen Y.LarvieKeith M.Erikson et al.: Elevated whole blood manganese is associated with impaired cognition in older adults, NHANES 2013–2014 cycle; NeuroToxicology; Volume 91, July 2022, Pages 94-99

US-Wissenschaftler publizierten eine Metaanalyse über epidemiologische Studien zum Thema Arsenbelastung und Risiko für Prostatakrebs. In die Auswertung wurden 12 Studien einbezogen. Insgesamt war eine Exposition gegenüber Arsen statistisch signifikant mit dem Risiko für Prostatakrebs assoziiert.

Referenz:
YanxuYang, Alicia C.McDonald et al.: Arsenic exposures and prostate cancer risk: A multilevel meta-analysis; Journal of Trace Elements in Medicine and Biology; Volume 72, July 2022, 126992

Wissenschaftler aus China untersuchten in einer Fall-Kontroll Studie den möglichen Einfluss der Quecksilberkonzentration im mütterlichen Blut auf die Entwicklung einer Präeklampsie und von Geburtskomplikationen. Erhöhte Quecksilberspiegel waren mit einem erhöhten Risiko für leichte und schwere Präeklampsie assoziiert. Außerdem bestand ein erhöhtes Risiko für ein niedriges Geburtsgewicht und für einen vorzeitigen Geburtstermin.

Referenz:
XiaoxueWang, YudongPu et al.: Associations of maternal blood mercury with preeclampsia and birth outcomes; Clinica Chimica Acta, Volume 531, 1 June 2022, Pages 361-367

In einer chinesischen Studie wurden verschiedene Blutwerte von Anwohnern einer Elektroschrottdeponie untersucht und mit den Blutwerten einer Referenzgruppe verglichen. In allen Blutproben wurden sieben Schwermetalle bestimmt, nämlich Kobalt, Nickel, Cadmium, Zinn, Kupfer, Zink und Blei. Die Konzentrationen von Kobalt, Nickel, Zinn und Blei waren bei den Anwohnern der Elektroschrottdeponien höher als bei der Referenzpopulation. Außerdem wurde bei den Anwohnern der Elektroschrottdeponie eine Erhöhung von Biomarkern der koronaren Herzerkrankung nachgewiesen. Das Schwermetall Nickel erwies sich als wichtiger Risikofaktor für die Entstehung einer KHK.

Referenz:
Ziye Wang , Kaibing Xue et al.: Effects of e-waste exposure on biomarkers of coronary heart disease (CHD) and their associations with level of heavy metals in blood; Environ Sci Pollut Res Int. 2022 Feb 26. doi: 10.1007/s11356-021-15656-x.

Forscher aus dem Iran untersuchten bei Arbeitern in einem Bleibergwerk den Einfluss einer chronischen Bleibelastung auf die Serumlipide, Lipoproteine und Leberenzyme. Die Bleikonzentrationen im Vollblut lagen mit 240 µg/Liter über dem empfohlenen Bereich. Die chronische Bleibelastung führte zu einem Anstieg von LDH, GOT, GPT, alkalischer Phosphatase und Bilirubin. Die Bleiarbeiter hatten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe niedrigere Konzentrationen von Triglyceriden, Gesamtprotein, Albumin und Globulinen. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt auf, dass eine chronische Bleibelastung für hämatologische und kardiovaskuläre Erkrankungen sowie für Lebererkrankungen ein Risiko darstellt.

Referenz:
AliFiroozichahak, SamiraRahimnejad et al.: Effect of occupational exposure to lead on serum levels of lipid profile and liver enzymes: An occupational cohort study; Toxicology Reports, Volume 9, 2022, Pages 269-275

Wissenschaftler aus China untersuchten im Osten Chinas bei 3.066 Einwohnern die Bleispiegel im Vollblut und führten zur Abklärung einer möglichen Fettleber eine Oberbauch-Sonografie durch. Die Studienteilnehmer im obersten Quartil der Bleikonzentration hatten ein über 50 Prozent erhöhtes Risiko für eine Fettlebererkrankung. Eine chronische Bleibelastung kann also eine Fettlebererkrankung induzieren.

Referenz:
Heng Wan, Yuying Wang et al.: Chronic lead exposure induces fatty liver disease associated with the variations of gut microbiota; Ecotoxicol Environ Saf. 2022 Mar 1;232:113257.
doi: 10.1016/j.ecoenv.2022.113257. Epub 2022 Jan 29.

Wissenschaftler aus Finnland publizierten einen Fachartikel über den Zusammenhang zwischen einer Belastung mit Umweltchemikalien und ADHS. In die Auswertung wurden nur Metaanalysen und Übersichtsarbeiten einbezogen. Unter den Umweltgiften waren Bisphenol A, Phthalate und Blei moderat bis hoch mit ADHS assoziiert. Für einen Zusammenhang zwischen Quecksilber und ADHS wurde nur eine begrenzte Evidenz festgestellt.

Referenz:
Sonja Moore, Laura Paalanen et al.: The Association between ADHD and Environmental Chemicals-A Scoping Review; Int J Environ Res Public Health; 2022 Mar 1;19(5):2849.

Wissenschaftler aus Südafrika bestimmten bei 53 Männern und 47 Frauen den Bleigehalt in den Knochen. Aggressives Verhalten wurde per Fragebogen ermittelt. Ein Anstieg der Bleikonzentration von einem Mikrogramm pro Gramm Knochen erhöhte die Scores für alle vier Aggressionsskalen. Signifikant war aber nur die Zunahme des Faktors „Wut“. Die Studie lieferte einen vorläufigen Überblick über eine kumulative Bleibelastung und über Verhaltensproblemen wie Aggressionen.

Referenz:
Nonhlanhla Tlotleng, Nisha Naicker et al.: Association between Bone Lead Concentration and Aggression in Youth from a Sub-Cohort of the Birth to Twenty Cohort; Int J Environ Res Public Health. 2022 Feb 15;19(4):2200.

Ein Fachartikel französischer Wissenschaftler beschäftigte sich mit dem Einfluss von Schwermetallen auf die Funktionsfähigkeit der Nervenzellen. Der bekannte molekulare Mechanismus der Metalltoxizität in Zellen ist die Bildung von freien radikalen sowie eine Interaktion mit Thiolgruppen. Bekannt ist auch, dass Schwermetalle physiologische Spurenelemente aus ihren Bindungen verdrängen. In Nervenzellen führt dies letztlich zu einer Störung der Synapsenfunktion. Ein Verlust des Zusammenwirkens der Synapsen dürfte dann zu erheblichen Veränderungen führen, wie zum Beispiel Neurodegeneration.

Referenz:
Asuncion Carmona,, Stéphane Roudeau et al.: Molecular Mechanisms of Environmental Metal Neurotoxicity: A Focus on the Interactions of Metals with Synapse Structure and Function; Toxics . 2021 Aug 27;9(9):198.

US-Wissenschaftler von verschiedenen Universitäten verwendeten Daten von NHANES zur Ermittlung einer Quecksilberbelastung durch den Verzehr von Seafood und durch Amalgamfüllungen. Der Verzehr von Seafood erhöhte die Quecksilberausscheidung im Urin und den Gesamtquecksilbergehalt im Blut, aber nicht die Konzentration von anorganischem Quecksilber im Blut. Es zeigte sich ein starker Zusammenhang zwischen der Anzahl der Amalgamfüllungen und der Gesamtquecksilber-Konzentration im Blut und im Urin. Dabei hatten Kinder unter sechs Jahren mit mehr als fünf Amalgamfüllungen die höchsten Konzentrationen von anorganischem Quecksilber im Blut und die höchsten Quecksilberkonzentrationen im Urin.

Referenz:
Lei Yin, Simon Lin et al.: Children with amalgam dental restorations have significantly elevated blood and urine mercury levels; Toxicological Sciences, kfab108, https://doi.org/10.1093/toxsci/kfab108

Wissenschaftler aus Polen bestimmten die Schwermetalle Blei und Cadmium sowie Selen, Zink und Kupfer im Nabelschnurblut und die Quecksilberkonzentration in den Haaren der Mütter im letzten Drittel der Schwangerschaft. Bei den Kindern im Schulalter wurden verschiedene Tests durchgeführt. Dabei zeigten sich folgende Ergebnisse: Höhere Quecksilberkonzentrationen in den Haaren der Mütter waren mit schlechteren Scores in Verhaltenstests assoziiert. Selen und Zink waren invers mit emotionalen Symptomen assoziiert. Höhere Bleikonzentrationen hatten einen negativen Einfluss auf verschiedene Intelligenzscores und mathematische Fähigkeiten. Die pränatalen Konzentrationen von Blei, Quecksilber, Selen und Zink hatten also einen Langzeiteffekt auf die Entwicklung des Gehirns.

Referenz:
Mercè Garí, Mariusz Grzesiak: Prenatal exposure to neurotoxic metals and micronutrients and neurodevelopmental outcomes in early school age children from Poland; Environ Res 2021 Sep 11;204(Pt B):112049.

Wissenschaftler aus Südafrika bestimmten bei 53 Männern und 47 Frauen im Alter zwischen 23 und 24 Jahren die Bleikonzentrationen im Knochengewebe und ermittelten die Aggressivität mittels eines Fragebogens. Eine Zunahme des Bleigehalts im Knochen von 1 µg pro Gramm erhöhte die Scores für alle vier Skalen der Aggressivität. Signifikant war die Zunahme aber nur für Wut. Psychosoziale Faktoren wie familiäre Gewalt oder Kriminalität in der Nachbarschaft waren signifikante Prädiktoren für Aggressivität. Zur weiteren Abklärung der Zusammenhänge zwischen Bleibelastung und Aggressivität sind nach Meinung der Autoren weitere größer angelegte Studien erforderlich.

Referenz:
Tlotleng N, Naicker N et al.: Association Between Bone-lead Concentration and Aggression in Youth From a Sub-cohort of the Birth to Twenty Cohort; Preprint from Research Square, 26 Aug 2021

Wissenschaftler der Florida State University konnten nachweisen, dass schmelzende Gletscher in Südwestgrönland bis zu 42 Tonnen Quecksilber pro Jahr ins Meer spülen. Das sind etwa 10 Prozent des gesamten mit Flüssen transportierten Quecksilbers weltweit. Die Bestimmung der Quecksilberkonzentrationen in drei Flüssen, die Schmelzwasser der Eiskappe zum Meer führten, zeigte, dass die Konzentrationen mindestens zehnmal so hoch sind wie in einem durchschnittlichen Fluss. Das Schwermetall stammt vermutlich aus dem Gestein an der Sohle des Gletschers. Durch die Bewegung der Gletscher kommt es zu einer vermehrten Freisetzung von Metallen im darunterliegenden Gestein.

Referenz:
Spektrum.de, 27.05.21: Schmelzende Gletscher spülen Quecksilber in den Atlantik

Die Griffkraft ist ein Marker für die neuromotorische Funktionsfähigkeit des Menschen. Kanadische Forscher untersuchten anhand von NHANES-Daten, wie sich die Konzentrationen von Blei, Quecksilber, Selen und Mangan auf die Griffkraft auswirkten. Mangan und Quecksilber hatten keinen Einfluss auf die Griffkraft. Eine höhere Bleikonzentration war bei Frauen mit einer schlechteren Griffkraft assoziiert, selbst bei einer eher geringen Bleibelastung. Niedrige Selenkonzentrationen im Blut waren ebenfalls mit einer schwächeren Griffkraft assoziiert. Offensichtlich wirkte sich ein Selenmangel auch nachteilig auf die neuromotorische Funktionsfähigkeit aus.

Referenz:
M. Corinaud J. Gbemavo, Maryse F. Bouchard et al.:
Concentrations of Lead, Mercury, Selenium, and Manganese in Blood and Hand Grip Strength among Adults Living in the United States (NHANES 2011–2014); Toxics. 2021 Aug; 9(8): 189.

Es ist schon länger bekannt, dass Metalle zu Problemen bei der Geburt führen können, wie zum Beispiel zu Frühgeburten oder zu einem geringen Geburtsgewicht. Forscher der Rutgers University haben bei 815 Frauen aus Puerto Rico Blut- und Urinproben untersucht. Sie konnten nachweisen, dass Metalle als endogene Distributoren wirken und die Hormonkonzentrationen während der Schwangerschaft verändern können. Frauen in Puerto Rico haben im Vergleich zu US-Amerikanerinnen signifikant häufiger Frühgeburten und andere Komplikationen während der Geburt. Die Umweltverschmutzung in Puerto Rico könnte durch extreme Wetterereignisse wie zum Beispiel Hurricans, Überflutungen und Trockenperioden erhöht sein.

Referenz:
Science News, December 21, 2020: Exposure to metals can impact pregnancy

Forscher aus Australien untersuchten im Schilddrüsengewebe von Menschen unterschiedlichen Alters die Verteilung von Quecksilber und von anderen toxischen Metallen. Im Alter von 1 bis 29 Jahren wurden in den Follikelzellen der Schilddrüse in 4 Prozent der Fälle Quecksilber nachgewiesen. In der Gruppe der 60- bis 104-Jährigen Studienteilnehmer waren bei 38 Prozent Quecksilber in der Schilddrüse nachweisbar. Ca. ein Drittel der über 60-Jährigen hat also Quecksilber in der Schilddrüse. Die Toxizität von Quecksilber kann durch andere toxische Metalle gesteigert werden. Quecksilber kann Genschäden, Autoimmunreaktionen und oxidative Schäden hervorrufen. Aus diesem Grund könnte Quecksilber auch eine Rolle spielen in der Pathogenese von Schilddrüsen-Karzinomen, Autoimmunthyreoiditis und Schilddrüsenunterfunktion.

Referenz:
Roger Pamphlett, Philip A. Doble et al.: Mercury in the human thyroid gland: Potential implications for thyroid cancer, autoimmune thyroiditis, and hypothyroidism; PLOS ONE, published: February 9, 2021

In einer chinesischen Studie wurde untersucht, inwieweit sich eine Aluminiumexposition auf die Kognition auswirkte. An der Studie nahmen 539 Personen aus einer Aluminium-Bergbauzone teil. Die Kontrollgruppe bildeten 1.720 Personen, die keiner Aluminiumbelastung ausgesetzt waren. Die Gruppe mit Aluminiumexposition hatte ein 6,77-fach erhöhtes Risiko für kognitive Störungen im Vergleich zu der Kontrollgruppe. Die Studie zeigte also einen signifikanten Zusammenhang zwischen einer Aluminiumbelastung und einer Verschlechterung der kognitiven Funktionen.

Referenz:
Tao Zhang, Fan He et al.: Does aluminum exposure affect cognitive function? a comparative cross-sectional study; PLoS One. 2021 Feb 16;16(2):e0246560.

Wissenschaftler aus China untersuchten bei 747 Neugeborenen innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt die Aluminiumkonzentrationen in den Fingernägeln. Außerdem wurde im Alter von sechs und zwölf Monaten der Stand der Hirnentwicklung ermittelt. Die Aluminiumbelastung hatte keinen Einfluss auf die Hirnentwicklung im Alter von sechs Monaten. Allerdings war der Aluminiumspiegel mit einem erhöhten Risiko für feinmotorische Störungen assoziiert.

Referenz:
Rui Ma, Kefeng Yang et al.: Early-life exposure to aluminum and fine motor performance in infants: a longitudinal study; Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology volume 31, pages248–256(2021)

Wissenschaftler aus Polen führten bei 41 langjährigen Arbeitern in der Metallindustrie und bei 36 Kontrollpersonen verschiedene elektrophysiologische Tests der peripheren Nerven durch. Außerdem wurde die Reaktionsfähigkeit des Sympathikus in den Handinnenflächen und in den Innenflächen der Füße ermittelt. Bei den Studienteilnehmern wurden die Spiegel von Cadmium, Blei und Zinkprotoporphyrin sowie Arsen im Urin bestimmt. Es zeigten sich signifikante Unterschiede in den beiden Gruppen. Eine Exposition gegenüber mehreren Schwermetallen war mit einer Störung der peripheren Nerven assoziiert. Die Schädigung war bei den kleinen Nervenfasern ausgeprägter und betraf besonders die temperaturabhängigen Schmerzschwellen. Die Autoren der Studie empfehlen eine Untersuchung der Funktion der kleinen Nervenfasern zu frühen Diagnose einer toxischen Polyneuropathie.

Referenz:
Magdalena Koszewicz, Katarzyna Markowska et al.: The impact of chronic co-exposure to different heavy metals on small fibers of peripheral nerves. A study of metal industry workers; J Occup Med Toxicol, 2021 Apr 15;16(1):12.

Türkische Wissenschaftler haben bei 207 Bergleuten und bei 207 Kontrollpersonen das EKG bestimmt. Personen mit einer hohen Arsenbelastung zeigten im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen signifikante Differenzen in der QT-Zeit. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass eine Arsenbelastung Herzrhythmusstörungen und einen plötzlichen Herztod verursachen könne.

Referenz:
Gökhan KESKİN, Erdinç PELİT et al.: Electrocardiographic Changes in Occupational Exposure to Arsenic; International Journal of Computational and Experimental Science and Engineering (IJCESEN) Vol. 7-No.1 (2021) pp. 40-44

Homocystein ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch für kognitive Störungen. Wissenschaftler aus Italien publizierten, dass eine Exposition gegenüber toxischen Metallen wie Blei, Cadmium, Quecksilber und Chrom den Homocysteinspiegel negativ beeinflusst. Eine Schwermetallbelastung sollte also auch als Risikofaktor für die Entwicklung einer Hyperhomocysteinämie betrachtet werden.

Referenz:
Caterina Ledda, Emanuele Cannizzaro et al.: Exposure to Toxic Heavy Metals Can Influence Homocysteine Metabolism? Antioxidants (Basel). 2020 Jan; 9(1): 30.

Forscher aus China fanden bei Beschäftigten im Aluminiumbergbau ein um den Faktor 6,77 erhöhtes Risiko für kognitive Störungen im Vergleich zu Kontrollpersonen aus Regionen ohne Aluminiumbergbau und -industrie.

Referenz:
Tao Zhang, Fan He et al.: Does aluminum exposure affect cognitive function? a comparative cross-sectional study; PLoS One. 2021 Feb 16;16(2):e0246560.

Indische Wissenschaftler publizierten einen systematischen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse über den möglichen Zusammenhang zwischen einer Aluminiumbelastung und kognitiven Funktionen. In die Metaanalyse wurden 23 Studien mit 1.781 aluminiumexponierten Personen und 1.186 Personen ohne Aluminiumbelastung einbezogen. Eine chronische Aluminiumbelastung hatte nachteilige Auswirkungen auf das Gedächtnis und auf das Arbeitsgedächtnis. Auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns war bei einer Aluminiumbelastung signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen.

Referenz:
Bhavani Shankara Bagepally, Rakesh Balachandar et al.: Association between aluminium exposure and cognitive functions: A systematic review and meta-analysis

Australische Wissenschaftler untersuchten den Quecksilbergehalt im Nebennierenmark von Verstorbenen unterschiedlichen Lebensalters. Bei über den 80-jährigen wurde in 90 Prozent der Fälle Quecksilber im Nebennierenmark nachgewiesen. In der Altersgruppe 21 bis 40 Jahre fand sich Quecksilber in 52 Prozent der Proben. Die Noradrenalinspiegel im Plasma steigen mit zunehmendem Lebensalter an und führen zu einer Überaktivität des Sympathikus. Eine Quecksilberbelastung könnte den Stoffwechsel der Katecholamine im Nebennierenmark so verändern, dass im Alter vermehrt Noradrenalin freigesetzt wird.

Referenz:
Roger Pamphlett , Stephen Kum Jew et al.: Mercury in the human adrenal medulla could contribute to increased plasma noradrenaline in aging; Sci Rep. 2021 Feb 3;11(1):2961

Wissenschaftler aus China, Russland und den USA publizierten einen systematischen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse über mögliche Assoziationen zwischen metabolischem Syndrom und vier Schwermetallen. Bei den Schwermetallen handelte es sich um Arsen, Cadmium, Blei und Quecksilber. Für die Metaanalyse wurden die Daten von 55.536 Studienteilnehmern ausgewertet. Das Ergebnis zeigte das Studienteilnehmer mit metabolischem Syndrom signifikant höhere Spiegel von Schwermetallen aufwiesen. Eine Exposition gegenüber Schwermetallen war positiv mit dem metabolischem Syndrom assoziiert. Abschließend befürworteten die Autoren des Fachartikels weitere Studien zur näheren Erforschung der Schwermetalleffekte in Bezug auf das metabolische Syndrom.

Referenz:
Ping Xu, Aiping Liu et al.: Associations between metabolic syndrome and four heavy metals: A systematic review and meta-analysis; Environ Pollut. 2021 Jan 15;273:116480.

Wissenschaftler aus Korea untersuchten anhand von Daten einer nationalen Gesundheitsstudie einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Quecksilberbelastung und den Lipidwerten im Serum. Männliche Studienteilnehmer mit einer Quecksilber-Konzentration größer 2,75 µg/Liter hatten 1,7 mal so häufig eine Dyslipidämie im Vergleich zu Männern mit einem Quecksilberspiegel kleiner 2,75 Mikrogramm pro Liter. Zur Vermeidung einer Dyslipidämie sollte die Quecksilberaufnahme begrenzt werden.

Referenz:
Purum Kang, Hye Young Shin et al.: Associations between metabolic syndrome and four heavy metals: A systematic review and meta-analysis; Environ Pollut. 2021 Jan 15;273:116480.

Indische Wissenschaftler publizierten einen systematischen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse über einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Aluminiumbelastung und kognitiven Funktionen. In die Auswertung wurden 23 Studien einbezogen. Verglichen wurden 1.781 aluminiumbelastete Personen mit 1.186 Personen ohne Aluminiumbelastung. Die Auswertung der Daten zeigte einen signifikanten Zusammenhang zwischen einer Aluminiumexposition und niedrigeren kognitiven Scores. Durch die Aluminiumbelastung wurden speziell das Arbeitsgedächtnis und die Verarbeitungsgeschwindigkeit beeinträchtigt. Bei anderen kognitiven Funktionen waren keine Unterschiede nachweisbar.

Referenz:
Bagepally BS, Balachandar R et al.: Association between aluminium exposure and cognitive functions: A systematic review and meta-analysis; Chemosphere, 03 Nov 2020,:128831

Der hohe Verbrauch von Antibiotika, sowohl in der Tierhaltung wie auch bei Menschen, hat dazu geführt, dass immer mehr Bakterien gegen viele Antibiotikaresistenzen entwickelt haben. US-Wissenschaftler konnten nachweisen, dass einige Bakterien nicht nur Antibiotikaresistenzgene trugen, sondern gleichzeitig auch Resistenzgene gegen Schwermetalle, zum Beispiel gegen Kupfer, Arsen, Cadmium und Zink. Genmutationen führen dazu, dass Bakterien unempfindlich gegen giftige Stoffe in ihrer Umgebung werden und dadurch ihr Überleben sichern. Je mehr giftige Stoffe vorhanden sind, desto höher ist der Druck für die Bakterien, sich anzupassen. Eine hohe Konzentration von Schwermetallen könnte also zu einer schnelleren Mutation von Bakterien führen und damit auch zu einer höheren Wahrscheinlichkeit für Antibiotikaresistenzen.

Referenz:
deutschlandfunknova.de, 17.08.2021: Resistenzen durch Schwermetalle?

Forscher aus Südkorea untersuchten anhand von Daten einer Gesundheits- und Ernährungsstudie vom Jahr 2013 die möglichen Zusammenhänge zwischen einem metabolischen Syndrom, einer Bleibelastung und TSH-Spiegeln. Die Bleikonzentrationen im Vollblut waren positiv mit höheren TSH-Spiegeln assoziiert. Sowohl der Anstieg der Bleikonzentration wie auch der TSH-Spiegel erhöhten die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines metabolischen Syndroms. Die TSH-Konzentration erwies sich aber nicht als Mediator zwischen der Bleikonzentration und dem metabolischen Syndrom. Das heißt, eine Bleibelastung ist ein eigenständiger, unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung eines metabolischen Syndroms.

Referenz:
Ji Yoon Choi , Da-An Huh et al.: Association between blood lead levels and metabolic syndrome considering the effect of the thyroid-stimulating hormone based on the 2013 Korea National health and nutrition examination survey; Published: December 31, 202

Wissenschaftler aus China untersuchten bei über 4.000 Diabetikern im mittleren und höheren Lebensalter einen möglichen Zusammenhang zwischen der Bleibelastung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einer diabetischen Nephropathie. Die durchschnittliche Bleikonzentration im Vollblut lag bei 26 µg/Liter. Die Patienten mit einer Bleibelastung, die im obersten Viertel lag, hatte im Vergleich zu den Patienten, deren Bleikonzentration im untersten Viertel lag, ein um 44 Prozent erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch das Risiko für eine diabetische Nephropathie war bei höherer Bleibelastung deutlich größer.

Referenz:
Heng Wan , Shihan Chen et al.: Lead exposure and its association with cardiovascular disease and diabetic kidney disease in middle-aged and elderly diabetic patients; Int J Hyg Environ Health. 2021 Jan;231:113663.

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Der bekannte Aluminiumforscher Christopher Exley von der britischen Keele University beschäftigte sich in einem Fachartikel mit der Frage, inwieweit eine Aluminiumbelastung durch Impfstoffe als unerheblich anzusehen ist. In der Öffentlichkeit werden mögliche Risiken durch Aluminium in Impfstoffen meist als gering bis nicht vorhanden dargestellt. In Großbritannien enthalten 20 Impfstoffe für Kinder Aluminium als Zusatzstoff. Exley betont in seinem Fachartikel, dass bei einem aluminiumhaltigen Impfstoff doch beträchtlich Aluminium-Mengen verabreicht werden. Das Gewicht der Aluminiumssalze in der Impfdosis beträgt ungefähr acht Milligramm, was etwa dem zehnfachen Gewicht aller anderen Impfstoffkomponenten entspricht. Bei einer Impfung wird der kindliche Organismus im Vergleich zur Ernährung mit der 25- fachen Menge an Aluminium konfrontiert. Eine einzige Dosis eines Sechsfachimpfstoffs würde eine schwere akute Exposition gegenüber systemisch verfügbarem Aluminium darstellen.

Referenz:
Christopher Exley: An aluminium adjuvant in a vaccine is an acute exposure to aluminium; J Trace Elem Med Biol. 2020 Jan;57:57-59. doi: 10.1016/j.jtemb.2019.09.010. Epub 2019 Sep 18.

Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern publizierten einen Fachartikel über die Blockierung von Thiolverbindungen durch Quecksilber. Die Aminosäure Cystein ist sozusagen das Hauptangriffsziel von Quecksilber. Es besteht eine hohe Affinität von Quecksilber zu SH-Gruppen. Albumin ist im Blutplasma das Hauptprotein für die Bindung von Quecksilber. Quecksilber bindet aber auch an verschiedene cysteinhaltige Enzyme. Die Affinität von Quecksilber zu Thiol-Gruppen ist entscheidend für die toxischen Effekte von Quecksilber. Oxidativer Stress durch eine Quecksilberbelastung wird wesentlich durch eine Inaktivierung der Thioredoxinreduktase und MN-SODs hervorgerufen. Außerdem wird die Verfügbarkeit von reduziertem Glutathion vermindert. Die Quecksilber-Thiol- Interaktionen spielen auch eine zentrale Rolle für die Neurotoxizität von Quecksilber.

Referenz:
Olga P. Ajsuvakova, Alexey A.Tinkov et al.: Sulfhydryl groups as targets of mercury toxicity; Coordination Chemistry Reviews
Volume 417, 15 August 2020, 213343

Chinesische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass eine Arsenexposition während der Schwangerschaft einen direkten nachteiligen Effekt auf die fT4-Spiegel und TSH-Spiegel bei Neugeborenen hatte. Das Ergebnis der Studie zeigte, dass selbst eine geringe Arsenexposition die Schilddrüsenfunktion bei Neugeborenen stört.

Referenz:
Chunmei Liang, Yan Han et al.: levels of arsenic exposure during pregnancy and maternal and neonatal thyroid hormone parameters: The determinants for these associations; Environment International, Volume 145, December 2020, 106114

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat im September 2020 eine Stellungnahme über die Freisetzung von Blei und Cadmium aus Keramikgeschirr publiziert.
Glasuren und Dekore von Keramikgeschirr enthalten teilweise Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Kobalt. Diese Stoffe können sich aus der Keramik herauslösen, was man als Elementlässigkeit bezeichnet. Aktuelle Daten der Überwachungsbehörden haben gezeigt, dass hohe Mengen in Lebensmittel übergehen können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte deshalb die Menge für Blei, Cadmium und Kobalt abgeleitet, die aus Keramik freigesetzt werden kann, ohne dass gesundheitliche Risiken zu erwarten sind. Diese sogenannte duldbare flächenbezogene Freisetzungsmenge liegt bis zu 70-fach bei Cadmium und bis zu 400-fach bei Blei unterhalb der zurzeit gültigen Grenzwerte. Das BfR empfiehlt Herstellern, insbesondere bei Keramikgeschirr für Kinder, auf geringe Freisetzungsmengen zu achten.

Referenz:
Geschirr aus Keramik: BfR empfiehlt niedrigere Freisetzungsmengen für Blei und Cadmium; Stellungnahme Nr. 043/2020 des BfR vom 21. September 2020

Wissenschaftler aus China untersuchten in einer Studie einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Bleibelastung und der Spermienqualität. Selbst wenn die Bleikonzentration im Vollblut unter 100 µg/Liter lag, zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Bleibelastung und einer Verminderung der Spermienqualität. Die Bleikonzentration im Urin war negativ assoziiert mit der Spermienkonzentration, der Gesamtzahl der Spermien und der Spermienbeweglichkeit sowie mit den Konzentrationen von FSH und Testosteron.

Referenz:
Jingchao Ren, Junpeng Cui et al.: Low-level lead exposure is associated with aberrant sperm quality and reproductive hormone levels in Chinese male individuals: Results from the MARHCS study low-level lead exposure is associated with aberrant sperm quality; Chemosphere, 2020 Apr;244:125402.
doi: 10.1016/j.chemosphere.2019.125402. Epub 2019 Nov 26.

Chinesische Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen hohen Mangankonzentration im Serum und einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten im ersten Schwangerschaftsdrittel.

Referenz:
Hao Y, Yan L, et al.: Maternal Serum Level of Manganese, Single Nucleotide Polymorphisms, and Risk of Spontaneous Preterm Birth: A Nested Case-Control Study in China; Environ Pollut. 2020 Jul;262:114187. doi: 10.1016/j.envpol.2020.114187. Epub 2020 Feb 19.PMID: 32443183

Wissenschaftler aus China konnten nachweisen, dass eine Cadmiumbelastung ein Risikofaktor für Hörverluste in der Allgemeinbevölkerung ist. Es bestand kein Zusammenhang zwischen einer Bleibelastung und Hörverlusten.

Referenz:
Wang DH, Xu H, Zheng et al.: Environmental Exposure to Lead and Cadmium and Hearing Loss in Chinese Adults: A Case-Control Study; PLoS One. 2020 May 20;15(5):e0233165. doi: 10.1371/journal.pone.0233165. eCollection 2020.PMID: 32433709

Wissenschaftler aus Ägypten konnten nachweisen, dass eine Aluminiumexposition zu epigenetischen Veränderungen von Rezeptoren führte. Es erfolgte eine stärkere Methylierung des Beta-2-Adrenorezeptors, was das Risiko für unkontrolliertes Brochial-Asthma erhöhte. Aluminium ist also ein Risikofaktor für Asthma.

Referenz:
OE Nafea, La El-Korashi et al.: Association between blood aluminum and beta-2 receptor gene methylation with childhood asthma control; First Published April 30, 2020 Research https://doi.org/10.1177/0960327120921436

Wissenschaftler aus dem Iran publizierten einen systematischen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse über den Zusammenhang zwischen Schwermetallen und dem Risiko für Osteopenie/Osteoporose. In die Metaanalyse wurden 14 Studien einbezogen. Eine Exposition gegenüber Cadmium und Blei war mit einem erhöhten Risiko für Osteopenie oder Osteoporose assoziiert. Eine Cadmiumexposition erhöhte hauptsächlich das Risiko bei älteren Menschen. Eine Bleiexposition erhöhte das Risiko bei Männern.

Referenz:
C Jalili 1, M Kazemi et al.: Exposure to Heavy Metals and the Risk of Osteopenia or Osteoporosis: A Systematic Review and Meta-Analysis; Osteoporos Int 2020 May 2.
doi: 10.1007/s00198-020-05429-6. Online ahead of print.

Wissenschaftler aus verschiedenen europäischen Ländern publizierten einen Übersichtsartikel zur Bedeutung von Quecksilber bei Autoimmunreaktionen. Quecksilber ist ein Metall mit entzündungsfördernden und immunstimulierenden Eigenschaften. Bei entsprechend empfindlichen Personen kann eine chronische Exposition gegenüber Quecksilber lokale und systemische Entzündungen fördern, möglich ist sogar die Auslösung von Autoimmunreaktionen bei Patienten mit Autoimmunität. Quecksilber kann immuntoxische Effekte verstärken, die mit erhöhten Titern von Autoantikörpern zusammenhängen.

Referenz:
Bjørklund G1, Peana M et al.: Mercury-induced autoimmunity: Drifting from micro to macro concerns on autoimmune disorders; Clin Immunol. 2020 Feb 4:108352. doi: 10.1016/j.clim.2020.108352.

Wissenschaftler aus den USA und China publizierten einen Fachartikel zur Bedeutung des Reisverzehrs für die Belastung mit Quecksilber. Bisher war der Fischverzehr als Hauptquelle für die Methylquecksilber-Aufnahme angesehen worden. Eine Auswertung von Daten aus sechs Jahrzehnten hat jetzt ergeben, dass Reis eine bedeutende globale Quelle für die menschliche Belastung mit Methylquecksilber darstellt. Dies betrifft vor allem die Länder in Südasien und Südostasien, wo traditionell viel Reis verzehrt wird. Durch den Reishandel kommt es aber zu einer Globalisierung der Methylquecksilberverbreitung. 9,9 Prozent der menschlichen Exposition gegenüber Methylquecksilber erfolgt durch den internationalen Reishandel. Der Verzehr von importiertem Reis verursacht eine erhebliche Methylquecksilberbelastung bei Menschen in Afrika, Zentralasien und Europa. 2016 wurden 180 Tonnen Quecksilber in Reispflanzen umgesetzt, das ist das 14-fache der Quecksilbermenge, die vom Fischfang herrührt. In Südostasien ist der Verzehr von Reis und Fisch eine große gesundheitliche Belastung.

Referenz:
Maodian Liu, Qianru Zhang et al.: Rice life cycle-based global mercury biotransport and human methylmercury exposure; Nature Communications volume 10, Article number: 5164 (2019)

Nach einer Studie amerikanischer und deutscher Wissenschaftler könnte der Klimawandel die Reisernten bis Ende des Jahrhunderts um 40 Prozent schrumpfen lassen. Neben einem Rückgang der Erträge durch die Erwärmung kommt es auch zu einer vermehrten Arsenaufnahme der Reispflanzen. Durch einen Temperaturanstieg von 5 Grad Celcius verdoppelte sich in einer Gewächshausstudie die Konzentration von anorganischem Arsen in den Reiskörnern. Die vermehrte Arsenaufnahme der Reispflanzen beeinträchtigt dann auch die Bildung der Reiskörner, was den Ertrag zusätzlich mindert.

Referenzen:

  • Muehe EM, Wang T et al.: Rice production threatened by coupled stresses of climate and soil arsenic; Nat Commun. 2019 Nov 1;10(1):4985. doi: 10.1038/s41467-019-12946-4.
  • Scinexx.de, 6.11.2019: Klimawandel gefährdet Reisernten doppelt

Wissenschaftler aus den USA betonten in einem Fachartikel, dass bereits bei vergleichsweise niedrigen Bleikonzentrationen ein breites Spektrum an Symptomen auftreten kann. Eine erhöhte Bleibelastung kann zum Beispiel zu einer vermehrten Irritabilität, zu Erschöpfung und Angststörungen führen, die üblicherweise einer posttraumatischen Stressstörung oder einer anderen psychiatrischen Störung zugeordnet werden. Besonders bei Personen im Bereich des Militärs sollte eine mögliche Bleibelastung abgeklärt werden.

Referenz:
Cassleman KL, Dorrance KA, Todd AC et al.: Neuropsychiatric Implications of Chronic Lead Exposure; Mil Med. 2019 Oct 31. pii: usz362. doi: 10.1093/milmed/usz362.

Forscher aus Saudi-Arabien konnten in einer Zellkulturstudie nachweisen, dass die Schwermetalle Blei und Cadmium Osteoblasten schädigten. Der Schädigungsmechanismus beruhte hauptsächlich auf der Induktion von oxidativem Stress. Eine Zugabe von reduziertem Glutathion verminderte die Cytotoxozität der Schwermetalle in der Zellkultur.

Referenz:
Al-Ghafari A, Elmorsy E et al.: The heavy metals lead and cadmium are cytotoxic to human bone osteoblasts via induction of redox stress; PLoS One. 2019 Nov 22;14(11):e0225341. doi: 10.1371/journal.pone.0225341. eCollection 2019.

Wissenschaftler aus Ägypten untersuchten bei 180 Jungen von 15 Jahren, wie sich eine Bleibelastung auf die Pubertätsentwicklung auswirkte. Bei den Studienteilnehmern mit der stärksten Bleibelastung zeigte sich eine Verzögerung des Knochenwachstums sowie eine Verzögerung der Entwicklung der Geschlechtsorgane im Vergleich zu den Studienteilnehmern mit geringer Bleibelastung. Auch die Bestimmung der Geschlechtshormone zeigte Unterschiede zwischen den stark bleibelasteten und wenig bleibelasteten Studienteilnehmern.

Referenz:
Khalaf MAM, Younis RHA et al.: Effect of Low-Level Environmental Lead Exposure on the Onset of Male Puberty; Int J Toxicol. 2019 May/Jun;38(3):209-214. doi: 10.1177/1091581819848411. Epub 2019 May 21.

Japanische Wissenschaftler publizierten einen Fachartikel, der sich mit den schädlichen Wirkungen von Methylquecksilber beschäftigte. Der bekannteste Mechanismus der Methylquecksilbertoxizität ist oxidativer Stress, damit hängt auch die Erhöhung der Entzündungsaktivität im Gehirn zusammen. Es gibt Hinweise, dass Methylquecksilber möglicherweise die Bluthirnschranke schädigt. Die Therapie gegen eine Methylquecksilbervergiftung muss also darauf abzielen, den oxidativen Stress zu vermindern und die Bluthirnschranke zu stabilisieren. Im Gehirn führt eine Belastung mit Methylquecksilber auch zu einer Dysfunktion der Blutgefäße.

Referenz:
Tetsuya Takahashi, Takayoshi Shimohata: Vascular Dysfunction Induced by Mercury Exposure; Int J Mol Sci. 2019 May; 20(10): 2435.

Zahnarzt 320Ab ersten Juli 2018 darf Amalgam bei Schwangeren, Stillenden und Kindern nicht mehr als Zahnfüllung verwendet werden. Grundlage für die Änderung ist die sogenannte Minamata-Konvention. Demnach haben sich 90 Länder, darunter auch Deutschland, zu einer Reduzierung der Quecksilberbelastung verpflichtet. Laut der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) sei es aber nicht notwendig, bestehende Amalgamfüllungen auszutauschen. Das Robert-Koch-Institut rät Schwangeren davon ab, intakte Amalgamfüllungen gegen Kunststofffüllungen auszutauschen, da beim Ausbohren einer Amalgamfüllung Quecksilber freigesetzt wird.

Referenz:
Spiegel.de, 22.06.2018: Kassen zahlen Kunststoff-Zahnfüllungen für Schwangere und Kinder

Zahn 320Beim Einsatz von sehr leistungsstarken MRT-Geräten kann Quecksilber aus Amalgam freigesetzt werden. Dies konnten Wissenschaftler aus der Türkei nachweisen. Beim Einsatz leistungsstarker 7-T-Scanner lag der Quecksilbergehalt viermal so hoch wie in der 1,5-T-Scannergruppe und Kontrollgruppe. Die Forscher untersuchten 60 kariesfrei gezogene Zähne, die mit Amalgam gefüllt und in künstlichem Speichel platziert wurden. Die Zähne wurden dann 20 Minuten einem MRT-Magnetfeld ausgesetzt.

Für die Quecksilberfreisetzung beim Hochfeld-MRT dürfte wahrscheinlich ein Phasenwechsel im Amalgammaterial verantwortlich sein.

Referenz:
Aerzteblatt.de, 29. Juni 2018: Hochfeld-MRT könnte Risiko für Menschen mit Amalgam-Zahn-Füllungen sein.

fischernetz 320

Meeresfisch ist bekanntlich stark mit Quecksilber belastet. Nichtsdestotrotz werden jährlich ca. 80 Mio. Tonnen Fisch gefangen. Je mehr quecksilberkontaminierter Fisch verzehrt wird, desto höher ist folglich das Risiko für eine Quecksilberbelastung des Organismus, was natürlich für Schwangere und Kinder besonders verhängnisvoll sein kann. Bei einer wöchentlichen Aufnahme von 1,6 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Körpergewicht ist die extrem toxische Höchstmenge erreicht.

In einer Studie kanadischer Wissenschaftler wurde untersucht, in welchen Ländern die Menschen am meisten von einer Quecksilbertoxikation betroffen sind. Für die Auswertung hatten die Wissenschaftler anhand der Fangquoten von 1950 bis 2014 die Quecksilbermengen der Fische aus diesem Zeitraum ermittelt. Die gesamte Quecksilbermenge aus Meeresfisch wurde dann mit Angaben zum wöchentlichen Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten aus 175 Ländern zwischen 1961 und 2011 kombiniert, um die Pro-Kopf-Aufnahme von Methylquecksilber auszumachen.


Die Menschen in den Malediven, in Island, Malaysia, Litauern und Japan sind dem Risiko für eine Quecksilberbelastung vornehmlich ausgesetzt. Die Schweiz, Deutschland und die USA liegen auf den Plätzen 101, 102 und 195. Das Risiko für eine Quecksilberbelastung der Bevölkerung wird hier aufgrund einer geschätzten Pro-Kopf-Aufnahme von 0,8 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht als geringer eingestuft.

Unter dem Strich kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Menschen in 66 von 175 untersuchten Ländern höhere Mengen an Methylquecksilber aufnehmen können, als für die Entwicklung von Föten als sicher eingestuft wird.

Große Mengen an Methylquecksilber können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und die Hirnentwicklung beeinträchtigen. Das ist natürlich für Föten und Kinder besonders fatal und folgenschwer.

Die Forscher geben Hinweise über die Zubereitung von Fisch, um die Aufnahme von Methylquecksilber zu minimieren, z. B. durch die Kombination von Fischmahlzeit und Polyphenole.

Fazit:
In Anbetracht dessen, dass eine Quecksilberbelastung gravierende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann, appellieren wir auf eine starke Einschränkung des Fischverzehrs, besser sogar Verzicht, – auch unter Berücksichtigung der massiven rücksichtslosen Überfischung der Weltmeere.
Auch wenn in Deutschland das Risiko für eine Quecksilberbelastung als nicht so bedeutsam eingestuft wird als in Ländern, wo bedeutend mehr Fisch konsumiert wird, heißt es keinesfalls, dass der Fischverzehr bedenkenlos ist. Hier gilt ebenso: Je mehr Meeresfisch und Meeresfrüchte gegessen werden, desto höher ist das Risiko für eine Quecksilbervergiftung.

Referenz:
aponet.de. 09.05.2018: Viel Fisch gleich viel Quecksilber

Chinesische Wissenschaftler publizierten einen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse über Schwermetallbelastungen bei Patienten mit Morbus Alzheimer. Alzheimerpatieten hatten im Vergleich zu Kontrollpersonen höhere Konzentrationen von Aluminium, Quecksilber und Cadmium, aber niedrigere Bleikonzentrationen.

Referenz:
Xu L, Zhang W et al.: Circulatory Levels of Toxic Metals (Aluminum, Cadmium, Mercury, Lead) in Patients with Alzheimer's Disease: A Quantitative Meta-Analysis and Systematic Review; J Alzheimers Dis. 2018;62(1):361-372.

Wissenschaftler aus China publizierten eine Metaanalyse über den Zusammenhang zwischen den Mangankonzentrationen im Blut und dem Risiko für Morbus Parkinson.
Erhöhte Mangankonzentrationen sollten als potenzieller Risikofaktor für Morbus Parkinson angesehen werden.

Referenz:
Du K1, Liu MY et al.: Association of circulating manganese levels with Parkinson's disease: A meta-analysis; Neurosci Lett. 2018 Feb 5;665:92-98.

US-Wissenschaftler untersuchten bei neun- bis elfjährigen Kindern die Konzentrationen von Blei und Quecksilber im Blut und führten neuropsychologische Testverfahren sowie HRV (Herzfrequenzvariabilität) durch. Bereits bei sehr niedrigen Bleikonzentrationen zwischen 1,9 und 32,5 g/l zeigten die Kinder Verhaltensauffälligkeiten, wie z. B. Feindseligkeit und Oppositionsverhalten und hatten auch mehr Schwierigkeiten mit der Kommunikation.

Also, bereits weit unter dem Referenzwert von unter 50 µg/l führt Blei zu neuropsychologischen Störungen. Erhöhte Quecksilberkonzentrationen waren mit einem vermehrten Auftreten von autistischem Verhalten assoziiert.

Referenz:
Gump BB1, Dykas MJ et al.: Background lead and mercury exposures: Psychological and behavioral problems in children; Environ Res. 2017 Oct;158:576-582.

Eine glutenfreie Ernährung ist für Menschen mit Zöliakie zwingend erforderlich. Viele Menschen glauben in der heutigen Zeit, sie würden etwas Gutes für ihre Gesundheit tun, wenn sie sich glutenfrei ernähren. Dies hat jetzt eine US-amerikanische Studie widerlegt, die bei Menschen mit glutenfreier Ernährung erhöhte Arsenspiegel im Urin und erhöhte Quecksilberspiegel im Blut nachweisen konnten. Die Quecksilberkonzentration war um 70 Prozent höher als bei den US-Amerikanern, die nicht auf Gluten verzichtet hatten.

Referenz:
Aerzteblatt.de: 16.02.2017: Glutenfreie Kost: Erhöhte Belastung mit Arsen und Quecksilber

Erhöhte Konzentrationen von Blei sind bei Bleiarbeitern mit oxidativem Stress assoziiert. Bisher war aber nicht bekannt, inwieweit eine niedrige Bleiexposition bereits zu einer Verschiebung des Redoxstatus führt. US-Wissenschaftler untersuchten bei 282 gesunden Erwachsenen in Long Island, inwieweit Metalle den GSH-Redoxstatus beeinflussten. Eine erhöhte Bleiexposition war mit einem niedrigeren Verhältnis von GSH/GSSG assoziiert. Außerdem führten höhere Bleispiegel zu niedrigeren GSH-Werten.

Referenz:
Vacchi-Suzzi C, Viens L et al.: Low levels of lead and glutathione markers of redox status in human blood; Environ Geochem Health. 2017 Oct 23.

Rund 15 Millionen Menschen in Parkistan, die speziell im Indus-Tal wohnen, sind von einer Arsenbelastung im Trinkwasser betroffen, so die Aussagen Schweizer Forscher. Die WHO schätzt, dass rund 150 Mio. Menschen weltweit vom Grundwasser abhängig sind, welches zu viel Arsen enthält.

Referenz:
deutschlandfunk.de, 24.08.2017: Die unsichtbare Gefahr im Trinkwasser

Ärzteblatt.de berichtete im Oktober 2017, dass noch vier Jahrzehnte nach einer Arsenexposition Menschen im Norden Chiles gehäuft an Tumoren erkrankten. Es ist davon auszugehen, dass Arsen die längste Latenzzeit aller bekannten Karzinogene hat.

Referenz:
Aerzteblatt.de, 25.10.2017: Arsen kann nach vier Jahrzehnten Krebs auslösen

Das Düsseldorfer Amt für Verbraucherschutz hat Modeschmuck und Lederprodukte auf Schwermetalle untersucht. Bei 314 Proben aus den Jahren 2016 und 2017 wurden 59 Mal erhöhte Schwermetallwerte festgestellt. Bei 154 Modeschmuckproben lag in 24 Fällen eine Grenzwertüberschreitung von Blei und Cadmium vor.

Häufig wurden bei Lederprodukten erhöhte Konzentrationen von Chrom-6 nachgewiesen. Was den Modeschmuck anbelangt, vermutet das Amt für Verbraucherschutz, dass bei der Schmuckherstellung in den asiatischen Herkunftsländern möglicherweise Abfallmetalle verwendet wurden.

Referenz:
Rp-online.de, 22.11.2017: Experten raten zu Vorsicht bei Modeschmuck

Koreanische Wissenschaftler haben publiziert, dass eine Quecksilberexposition bei 508 Erwachsenen über einen Zeitraum von vier Jahren mit einer Verschlechterung der Leberfunktion assoziiert war. Die Wissenschaftler untersuchten die Konzentrationen von Quecksilber und Leberenzymen und wiederholten diese Messung nach vier Jahren. Besonders auffällig war die Verschlechterung der Leberfunktion bei Frauen, die häufig Alkohol tranken, so dass von einem signifikanten synergetischen Effekt von Quecksilber und Alkohol auszugehen ist.

Referenz:
Jonghyuk Choi, Sanghyuk Bae et al.: Mercury Exposure in Association With Decrease of Liver Function in Adults: A Longitudinal Study; J Prev Med Public Health. 2017 Nov; 50(6): 377–385.

autismus bienen 320Die Auswertung von 44 Studien hat gezeigt, dass eine Quecksilberbelastung ein bedeutender ursächlicher Faktor für die Entstehung von Erkrankungen des autistischen Formenkreises ist. Wahrscheinlich sind die Entgiftungskapazität und die Ausleitungsmechanismen bei Autismuspatienten gestört, was zu einer Quecksilberanreicherung im Körper führt.

Referenz:
Jafari T, Rostampour N et al.: The association between mercury levels and autism spectrum disorders: A systematic review and meta-analysis; J Trace Elem Med Biol. 2017 Dec; 44:289-297. doi: 10.1016/j.jtemb.2017.09.002. Epub 2017 Sep 4.

expressomaschine 320Aluminium ist in der Küche oder beim Camping weit verbreitet: Alutöpfe, Alutrinkflaschen, Grillbehälter, Espressokocher u. s. w. Aber wie groß ist die Gefahr, dass durch Benutzung von Alugeschirr das Leichtmetall ins Essen abgegeben wird? Wieviel Aluminium ist im Kaffee, der mit einem Alu-Espressokocher gekocht wurde? Das Hessische Landeslabor wollte es wissen und führte hierzu unter Federführung des Chemikers Thorsten Stahl eine der aufwendigsten Studien durch.

Richtschnur der Messreihe war der von der EFSA festgelegte TWI-Wert. Der TWI-Wert legt die tolerierbare Menge an Aluminium fest, die wöchentlich aufgenommen werden kann, und die liegt bei einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Das Team um Thorsten Stahl kam zu interessanten Ergebnissen:

      • Bei einem 15 Kilogramm schweren Kind, das täglich Apfelschorle aus einer Aluflasche trinken würde, wäre der TWI-Wert fast erreicht.
        Überschritten wäre er, wenn das Kind anstelle Apfelschorle täglich Früchtetee aus der Aluflasche trinken würde.
      • Beschichtete Aluminiumflaschen geben auch bei säurehaltigen Lebensmitteln deutlich weniger Aluminium ab.
      • Campinggeschirr aus Aluminium schnitt schlecht ab: Getestet wurde eine Aluminiumpfanne, in der Fischburger mit Olivenöl gebraten und mit Zitrone mariniert worden war. Ein Kind mit 15 Kilogramm Körpergewicht, das täglich 250 Gramm davon essen würde, würde den TWI-Wert um sage und schreibe 880 Prozent überschreiten. Sollte das Kind aber nur einmal die Woche diese Mahlzeit essen, läge die Überschreitung des TWI-Wertes immerhin noch bei 100 Prozent.
      • Auch Aluschalen, wie sie auf dem Grill und im Backofen verwendet werden, erzielten ein schlechtes Ergebnis. Die Alu-Schalen sind mit Zitronensaft befüllt und erhitzt worden, dabei wurden sehr, sehr große Mengen Aluminium freigesetzt.
      • Kaffeetrinker, die ihren Kaffee in der Espressomaschine zubereiten, können aufatmen: Bei den Labortests ging nur sehr wenig Aluminium aus der Espressomaschine in den Kaffee über.


Stahl rät, nicht in Panik zu geraten, aber die Aluminium-Aufnahme vorsorglich zu verringern und empfiehlt: "Bei Trinkflaschen keine säurehaltigen Lebensmittel einfüllen, sprich: Getränke. Keine Apfelschorlen, also Saftschorlen insgesamt, aber nach Möglichkeit auch keinen Tee. Bei Campinggeschirr ist es genauso: Möglichst auf säurehaltige Marinaden verzichten. Gleiches gilt für Aluschalen. Auch bei marinierten Käsen, fertig mariniertem Fleisch sollte man nach Möglichkeit darauf verzichten, das in Aluschalen zu packen."

Referenzen:

    • Deutschlandfunk.de, 06.10.2017: Von der Espressokanne bis zur Trinkflasche
    • efsa.europa.eu/de/press/news/080715

Forscher aus Korea untersuchten bei 560 älteren Studienteilnehmern verschiedene Leberwerte und bestimmten die Quecksilberkonzentrationen im Blut. Dabei zeigte sich, dass höhere Quecksilberkonzentrationen mit pathologisch veränderten Leberwerten zusammenhingen. Bei regelmäßigem Alkoholkonsum war dieser Zusammenhang noch ausgeprägter.

Referenz:
Lee MR, Lim YH et al.: Blood mercury concentrations are associated with decline in liver function in an elderly population: a panel study; Environ Health. 2017 Mar 4;16(1):17. doi: 10.1186/s12940-017-0228-2.

Eine Belastung mit neurotoxischen Metallen vor der Geburt könnte zu epigenetischen Veränderungen führen, die dann wiederum auch kognitive Beeinträchtigungen und Verhaltensprobleme bei Kindern erklären würden. Die Methylierung des Glukokortikoid-Rezeptors in der Plazenta wurde bereits mit Verhaltensproblemen in frühen Lebensjahren in Verbindung gebracht. Wissenschaftler aus den USA  untersuchten, in wieweit die Spiegel verschiedener Schwermetalle, wie Arsen, Cadmium, Blei, Mangan und Quecksilber, die Methylierung der Glukokortikoid-Rezeptoren beeinflussten. Es zeigte sich, dass eine erhöhte Konzentration bei allen erwähnten Schwermetallen zu einer erhöhten Methylierung führte, so dass davon auszugehen ist, dass eine Exposition mit neurotoxischen metallen vor der Geburt die Glukokortikoid-Rezeptoren bei Neugeborenen ungünstig verändern kann.


Referenz:
Appleton AA, Jackson BP et al.: Prenatal exposure to neurotoxic metals is associated with increased placental glucocorticoid receptor DNA methylation; Epigenetics. 2017 May 26:0. doi: 10.1080/15592294.2017.1320637.

seafood 320

Wissenschaftler aus Taiwan untersuchten bei schwangeren Frauen, inwieweit der Verzehr von Seafood sowie die Einnahme von Vitaminen die Quecksilberkonzentration bei der Mutter und im Nabelschnurblut beeinflusste. Ein hoher Verzehr von Seafood erwies sich als unabhängiger Risikofaktor für hohe Quecksilberspiegel im Blut der Mütter. Eine Vitaminsupplementierung, häufiger als drei mal pro Woche, hatte hingegen einen protektiven Effekt.
Interessant ist nun, über welche Effekte die Vitamine den Quecksilberspiegel senken.

Referenz:
Huang SH, Weng KP et al.: Influence of seafood and vitamin supplementation on maternal and umbilical cord blood mercury concentration; J Chin Med Assoc. 2017 May;80(5):307-312. doi: 10.1016/j.jcma.2016.11.005. Epub 2017 Mar 3.

 

Wissenschaftler aus Italien untersuchten bei 40 bleiexponierten Arbeitern und bei 40 Kontrollpersonen die mittlere Bleikonzentration und führten neuropsychiologische Tests durch. Es zeigte sich, dass eine Bleiexposition bei Erwachsenen, bereits bei Konzentrationen, die bisher als sicher galten, zu Störungen gewisser kognitiver Fähigkeiten führte.

Referenz:
Fenga C, Gangemi S et al.: Relationship between lead exposure and mild cognitive impairment; J Prev Med Hyg. 2016 Dec;57(4):E205-E210.

US-Wissenschaftler untersuchten anhand von Impfdaten, inwieweit thiomersalhaltige Impfstoffe mit emotionalen Störungen in der Kindheit und in der Jugend zusammenhängen. Sie konnten nachweisen, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen einer Quecksilberexposition durch Thiomersal und dem Risiko für Stimmungsschwankungen bei Kindern und Jugendlichen gab.

Referenz:
Geier DA, Kern JK et al.: Thimerosal exposure and disturbance of emotions specific to childhood and adolescence: A case-control study in the Vaccine Safety Datalink (VSD) database; Brain Inj. 2017;31(2):272-278. doi: 10.1080/02699052.2016.1250950. Epub 2017 Jan 19.

Reis 320Ökotest hat wieder einmal Reis hinsichtlich giftiger Rückstände testen lassen. Diesmal schnitt Vollkornreis besonders schlecht ab: Neben Arsen und Cadmium wurden unter anderem Mineralöle und Pestizide nachgewiesen.

In sechs von sieben untersuchten Vollkornreisproben wurden stark erhöhte Konzentrationen an Arsen gemessen, in vier Proben wurden Mineralöle nachgewiesen, drei davon mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH), die im Verdacht stehen krebserregend zu sein. Bei einer Reissorte wurden zusätzlich die Rückstände von drei Pestiziden entdeckt, zum Teil über den erlaubten Grenzwerten.

In Reis der Marke Alnatura wurde außerdem noch Cadmium entdeckt. Lediglich drei der Vollkonrreissorten schnitten mit befriedigend ab: Holo Camargue Naturreis Langkorn, Bio und der Dennree Langkornreis Vollkorn, Bio – alle anderen wurden mit mangelhaft oder ungenügend bewertet.

Der weiße Langkornreis schnitt besser ab, insbesondere die Basmatireis-Sorten. Diese enthielten zwar Spuren von anorganischem Arsen, was ab als unbedenklich eingestuft wurde.  Sehr gute Testergebnisse erzielte der Bon-Ri Basmati Reis von Aldi Nord. Die genauen Testergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Ökotest nachzulesen.

Referenz:
27.01.2017: Stiftung Öko-Test findet Gift im Reis

Nahezu alle Fische in den Gewässern von Nordrhein-Westfalen sind mit Quecksilber belastet. Nach amtlich durchgeführten Untersuchungen erreichten die meisten Fischproben die bundesweite Qualitätsnorm gegen Quecksilberbelastung nicht. Lediglich 14 von 866 Proben konnten der Bio-Norm zugeordnet werden. Der NRW-Umweltminister Johannes Remmel ist besorgt und fordert dringend schärfere Vorgaben.

Bislang seien lebensmittelrechtliche Grenzwerte gegen akute Gesundheitsgefahren noch nicht überschritten worden. Das Ergebnis wird dennoch als besorgniserregend angesehen, da Fisch ein Indikator für langfristige Risiken darstellt. Quecksilber ist ein starkes Nervengift, was insbesondere bei Ungeborenen und Kleinkindern zu starken Hirnschäden führen kann. Aber auch bei Erwachsenen kann eine Quecksilberbelastung Nervenschäden verursachen, außerdem steht Quecksilber im Veracht, krebserregend zu sein.

Das Quecksilber gelangt hauptsächlich über den Ausstoß von Kohlekraftwerken in die Gewässer. Nach einer Studie des NRW-Ministeriums sind in Nordrhein-Westfalen die Kohlekraftwerke für 75 Prozent des Quecksilberausstoßes verantwortlich.

Referenz:
welt.de, 01.04.2016: Fische aus NRW stark mit Quecksilber belastet

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