Wissenschaftler aus den USA und China publizierten einen Fachartikel zur Bedeutung des Reisverzehrs für die Belastung mit Quecksilber. Bisher war der Fischverzehr als Hauptquelle für die Methylquecksilber-Aufnahme angesehen worden. Eine Auswertung von Daten aus sechs Jahrzehnten hat jetzt ergeben, dass Reis eine bedeutende globale Quelle für die menschliche Belastung mit Methylquecksilber darstellt. Dies betrifft vor allem die Länder in Südasien und Südostasien, wo traditionell viel Reis verzehrt wird. Durch den Reishandel kommt es aber zu einer Globalisierung der Methylquecksilberverbreitung. 9,9 Prozent der menschlichen Exposition gegenüber Methylquecksilber erfolgt durch den internationalen Reishandel. Der Verzehr von importiertem Reis verursacht eine erhebliche Methylquecksilberbelastung bei Menschen in Afrika, Zentralasien und Europa. 2016 wurden 180 Tonnen Quecksilber in Reispflanzen umgesetzt, das ist das 14-fache der Quecksilbermenge, die vom Fischfang herrührt. In Südostasien ist der Verzehr von Reis und Fisch eine große gesundheitliche Belastung.

Referenz:
Maodian Liu, Qianru Zhang et al.: Rice life cycle-based global mercury biotransport and human methylmercury exposure; Nature Communications volume 10, Article number: 5164 (2019)

Nach einer Studie amerikanischer und deutscher Wissenschaftler könnte der Klimawandel die Reisernten bis Ende des Jahrhunderts um 40 Prozent schrumpfen lassen. Neben einem Rückgang der Erträge durch die Erwärmung kommt es auch zu einer vermehrten Arsenaufnahme der Reispflanzen. Durch einen Temperaturanstieg von 5 Grad Celcius verdoppelte sich in einer Gewächshausstudie die Konzentration von anorganischem Arsen in den Reiskörnern. Die vermehrte Arsenaufnahme der Reispflanzen beeinträchtigt dann auch die Bildung der Reiskörner, was den Ertrag zusätzlich mindert.

Referenzen:

  • Muehe EM, Wang T et al.: Rice production threatened by coupled stresses of climate and soil arsenic; Nat Commun. 2019 Nov 1;10(1):4985. doi: 10.1038/s41467-019-12946-4.
  • Scinexx.de, 6.11.2019: Klimawandel gefährdet Reisernten doppelt

Wissenschaftler aus Brasilien publizierten einen Fachartikel über die Auswirkungen einer Quecksilberexposition auf die Schilddrüsenfunktion. Dazu wurden 55 Männer untersucht, die bis 14 Jahre vor Studienbeginn einer Quecksilberbelastung ausgesetzt waren. Parallel dazu wurden 55 Männer ohne Quecksilberbelastung untersucht. Bei den Studienteilnehmern mit früherer Quecksilberexposition zeigten sich höhere TSH-Konzentrationen sowie das Auftreten von Parenchymveränderungen der Schilddrüse. Die Autoren der Studie empfehlen eine langfristige Kontrolle der Schilddrüsenfunktion nach erfolgter Quecksilberexposition.

Referenz:
Correia MM, Chammas MC et al.: Evaluation of the effects of chronic occupational exposure to metallic mercury on the thyroid parenchyma and hormonal function; Int Arch Occup Environ Health. 2019 Dec 12. doi: 10.1007/s00420-019-01499-0.

Wissenschaftler aus Korea untersuchten bei 12.060 bleiexponierten Arbeitern die Bleikonzentrationen im Vollblut sowie die Blutdruckwerte. Sowohl der systolische wie auch der diastolische Blutdruck zeigte einen signifikanten Zusammenhang mit höheren Bleikonzentrationen. Eine Bleikonzentration größer 68,7 µg/Liter war mit erhöhtem Blutdruck assoziiert.

Referenz:
Kim MG, Kim YW, Ahn YS et al.: Does low lead exposure affect blood pressure and hypertension? J Occup Health. 2019 Dec 20. doi: 10.1002/1348-9585.12107.

Wissenschaftler aus den USA betonten in einem Fachartikel, dass bereits bei vergleichsweise niedrigen Bleikonzentrationen ein breites Spektrum an Symptomen auftreten kann. Eine erhöhte Bleibelastung kann zum Beispiel zu einer vermehrten Irritabilität, zu Erschöpfung und Angststörungen führen, die üblicherweise einer posttraumatischen Stressstörung oder einer anderen psychiatrischen Störung zugeordnet werden. Besonders bei Personen im Bereich des Militärs sollte eine mögliche Bleibelastung abgeklärt werden.

Referenz:
Cassleman KL, Dorrance KA, Todd AC et al.: Neuropsychiatric Implications of Chronic Lead Exposure; Mil Med. 2019 Oct 31. pii: usz362. doi: 10.1093/milmed/usz362.

Forscher aus Saudi-Arabien konnten in einer Zellkulturstudie nachweisen, dass die Schwermetalle Blei und Cadmium Osteoblasten schädigten. Der Schädigungsmechanismus beruhte hauptsächlich auf der Induktion von oxidativem Stress. Eine Zugabe von reduziertem Glutathion verminderte die Cytotoxozität der Schwermetalle in der Zellkultur.

Referenz:
Al-Ghafari A, Elmorsy E et al.: The heavy metals lead and cadmium are cytotoxic to human bone osteoblasts via induction of redox stress; PLoS One. 2019 Nov 22;14(11):e0225341. doi: 10.1371/journal.pone.0225341. eCollection 2019.

Schon längere Zeit wird vermutet, dass Quecksilber ein Risikofaktor für Neurodermitis sein könnte. Dieser mögliche Zusammenhang wurde nun von koreanischen Wissenschaftlern untersucht. Während der Schwangerschaft und nach der Geburt wurden Blutkonzentrationen von Quecksilber bestimmt. Nach 6, 12, 24, 36 und 60 Monaten Lebensalter wurden die Mütter über das Auftreten einer Neurodermitis bei ihren Kindern befragt. Die koreanischen Forscher konnten nachweisen, dass eine Quecksilberbelastung bis zum zweiten Lebensjahr das Risiko für die Entstehung einer Neurodermitis erhöhte.

Referenz:
Shin J, Kim BM et al.: The Association Between Mercury Exposure and Atopic Dermatitis in Early Childhood: A Mothers and Children's Environmental Health Study; Epidemiology. 2019 Jul;30 Suppl 1:S3-S8. doi: 10.1097/EDE.0000000000001002.

Eine Dysregulation des dopaminergen Systems könnte eine signifikante Rolle in der Pathogenese von ADHS spielen. Die Neurotoxizität von Mangan beruht darauf, dass Mangan das dopaminerge System beeinflusst. Wissenschaftler aus Taiwan publizierten eine Metaanalyse über den Zusammenhang zwischen der Mangankonzentration und ADHS. In die Metaanalyse wurden vier Studien mit 175 ADHS Kindern und 999 Kontrollpersonen einbezogen. Die Manganspiegel waren bei den ADHS Kindern signifikant höher als bei den Kontrollpersonen. Dies traf allerdings nur dann zu, wenn die Mangankonzentrationen in Haarmessungen und Blutproben gemeinsam betrachtet wurden. Bei den Mangankonzentrationen in den Blutproben zeigten sich keine signifikanten Unterschiede.

Referenz:
Shih JH, Zeng BY et al.: Association between peripheral manganese levels and attention-deficit/hyperactivity disorder: a preliminary meta-analysis; Neuropsychiatr Dis Treat. 2018 Jul 18;14:1831-1842. doi: 10.2147/NDT.S165378. eCollection 2018.

Wissenschaftler aus den USA konnten nachweisen, dass mit ansteigenden Bleikonzentrationen im Vollblut sowohl das Auftreten wie auch der Schweregrad einer Kniegelenksarthrose zunahm.

Referenz:
Amanda E Nelson, Xiaoyan A Shi et al.: Whole blood lead levels are associated with radiographic and symptomatic knee osteoarthritis: a cross-sectional analysis in the Johnston County Osteoarthritis Project; Arthritis Res Ther. 2011; 13(2): R37.

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien untersuchten bei Studenten die Häufigkeit des Thunfischverzehrs, die Quecksilberkonzentrationen im Haar sowie den Wissenstand über die Risiken des Thunfischverzehrs. Sieben Prozent der Studienteilnehmer berichteten, dass sie mehr als zwanzig Thunfischmahlzeiten pro Woche zu sich nehmen würden, was sich denn auch in sehr hohen Quecksilberkonzentrationen im Haar widerspiegelte. Mehr als 99 Prozent der Studienteilnehmer hatte kaum Kenntnisse über den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Thunfisch und einer Quecksilberbelastung. Die kalifornischen Wissenschaftler empfahlen eine verbesserte Aufklärung über die Risiken des Thunfischkonsums, insbesondere dort, wo Thunfisch täglich angeboten wird.

Referenz:
Murata Y, Finkelstein DB et al.: Tuna consumption, mercury exposure, and knowledge about mercury exposure risk from tuna consumption in university students; Environ Toxicol Chem. 2019 Jun 12. doi: 10.1002/etc.4513.

Wissenschaftler aus Ägypten untersuchten bei 180 Jungen von 15 Jahren, wie sich eine Bleibelastung auf die Pubertätsentwicklung auswirkte. Bei den Studienteilnehmern mit der stärksten Bleibelastung zeigte sich eine Verzögerung des Knochenwachstums sowie eine Verzögerung der Entwicklung der Geschlechtsorgane im Vergleich zu den Studienteilnehmern mit geringer Bleibelastung. Auch die Bestimmung der Geschlechtshormone zeigte Unterschiede zwischen den stark bleibelasteten und wenig bleibelasteten Studienteilnehmern.

Referenz:
Khalaf MAM, Younis RHA et al.: Effect of Low-Level Environmental Lead Exposure on the Onset of Male Puberty; Int J Toxicol. 2019 May/Jun;38(3):209-214. doi: 10.1177/1091581819848411. Epub 2019 May 21.

Japanische Wissenschaftler publizierten einen Fachartikel, der sich mit den schädlichen Wirkungen von Methylquecksilber beschäftigte. Der bekannteste Mechanismus der Methylquecksilbertoxizität ist oxidativer Stress, damit hängt auch die Erhöhung der Entzündungsaktivität im Gehirn zusammen. Es gibt Hinweise, dass Methylquecksilber möglicherweise die Bluthirnschranke schädigt. Die Therapie gegen eine Methylquecksilbervergiftung muss also darauf abzielen, den oxidativen Stress zu vermindern und die Bluthirnschranke zu stabilisieren. Im Gehirn führt eine Belastung mit Methylquecksilber auch zu einer Dysfunktion der Blutgefäße.

Referenz:
Tetsuya Takahashi, Takayoshi Shimohata: Vascular Dysfunction Induced by Mercury Exposure; Int J Mol Sci. 2019 May; 20(10): 2435.

Wissenschaftler aus China haben untersucht, wie sich die Konzentrationen der Schwermetalle Blei, Quecksilber, Aluminium und Mangan auf die Konzentration von BDNF auswirkten. BDNF ist ein Nervenwachstumsfaktor, der für die Entwicklung des zentralen Nervensystems eine große Bedeutung hat. Die Bleikonzentration im Vollblut waren bei Jungen negativ mit der BDNF Konzentration assoziiert. Jungen im Vorschulalter neigten eher zu Umweltbelastungen als Mädchen.

Referenz:
Can-CanZhoua, Zhen-Yan Gaoab et al.: Effects of lead, mercury, aluminium and manganese co-exposure on the serum BDNF concentration of pre-school children in Taizhou, China; Chemosphere, Volume 217, February 2019, Pages 158-165

aluminium 320Wissenschaftler aus den USA, Kanada und Russland konnten nachweisen, dass Aluminium und Quecksilber hinsichtlich neurotoxischer Phänomene synergistisch wirken. Festgestellt wurde dies in einer Zellkultur von neuronalen Gliazellen, der Aluminium und Quecksilber hinzugefügt wurde.
Wenn der Zellkultur beide Metalle gleichzeitig hinzugegeben wurden, waren die Entzündungssignale deutlich stärker als bei einem Metall.

Referenz:
Peter N Alexandrov, Aileen I Pogue et al.: Synergism in aluminum and mercury neurotoxicity; Integr Food Nutr Metab. 2018 May; 5(3): 10.15761/IFNM.1000214.

Zahnarzt 320Ab ersten Juli 2018 darf Amalgam bei Schwangeren, Stillenden und Kindern nicht mehr als Zahnfüllung verwendet werden. Grundlage für die Änderung ist die sogenannte Minamata-Konvention. Demnach haben sich 90 Länder, darunter auch Deutschland, zu einer Reduzierung der Quecksilberbelastung verpflichtet. Laut der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) sei es aber nicht notwendig, bestehende Amalgamfüllungen auszutauschen. Das Robert-Koch-Institut rät Schwangeren davon ab, intakte Amalgamfüllungen gegen Kunststofffüllungen auszutauschen, da beim Ausbohren einer Amalgamfüllung Quecksilber freigesetzt wird.

Referenz:
Spiegel.de, 22.06.2018: Kassen zahlen Kunststoff-Zahnfüllungen für Schwangere und Kinder

Zahn 320Beim Einsatz von sehr leistungsstarken MRT-Geräten kann Quecksilber aus Amalgam freigesetzt werden. Dies konnten Wissenschaftler aus der Türkei nachweisen. Beim Einsatz leistungsstarker 7-T-Scanner lag der Quecksilbergehalt viermal so hoch wie in der 1,5-T-Scannergruppe und Kontrollgruppe. Die Forscher untersuchten 60 kariesfrei gezogene Zähne, die mit Amalgam gefüllt und in künstlichem Speichel platziert wurden. Die Zähne wurden dann 20 Minuten einem MRT-Magnetfeld ausgesetzt.

Für die Quecksilberfreisetzung beim Hochfeld-MRT dürfte wahrscheinlich ein Phasenwechsel im Amalgammaterial verantwortlich sein.

Referenz:
Aerzteblatt.de, 29. Juni 2018: Hochfeld-MRT könnte Risiko für Menschen mit Amalgam-Zahn-Füllungen sein.

fischernetz 320

Meeresfisch ist bekanntlich stark mit Quecksilber belastet. Nichtsdestotrotz werden jährlich ca. 80 Mio. Tonnen Fisch gefangen. Je mehr quecksilberkontaminierter Fisch verzehrt wird, desto höher ist folglich das Risiko für eine Quecksilberbelastung des Organismus, was natürlich für Schwangere und Kinder besonders verhängnisvoll sein kann. Bei einer wöchentlichen Aufnahme von 1,6 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Körpergewicht ist die extrem toxische Höchstmenge erreicht.

In einer Studie kanadischer Wissenschaftler wurde untersucht, in welchen Ländern die Menschen am meisten von einer Quecksilbertoxikation betroffen sind. Für die Auswertung hatten die Wissenschaftler anhand der Fangquoten von 1950 bis 2014 die Quecksilbermengen der Fische aus diesem Zeitraum ermittelt. Die gesamte Quecksilbermenge aus Meeresfisch wurde dann mit Angaben zum wöchentlichen Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten aus 175 Ländern zwischen 1961 und 2011 kombiniert, um die Pro-Kopf-Aufnahme von Methylquecksilber auszumachen.


Die Menschen in den Malediven, in Island, Malaysia, Litauern und Japan sind dem Risiko für eine Quecksilberbelastung vornehmlich ausgesetzt. Die Schweiz, Deutschland und die USA liegen auf den Plätzen 101, 102 und 195. Das Risiko für eine Quecksilberbelastung der Bevölkerung wird hier aufgrund einer geschätzten Pro-Kopf-Aufnahme von 0,8 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht als geringer eingestuft.

Unter dem Strich kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Menschen in 66 von 175 untersuchten Ländern höhere Mengen an Methylquecksilber aufnehmen können, als für die Entwicklung von Föten als sicher eingestuft wird.

Große Mengen an Methylquecksilber können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und die Hirnentwicklung beeinträchtigen. Das ist natürlich für Föten und Kinder besonders fatal und folgenschwer.

Die Forscher geben Hinweise über die Zubereitung von Fisch, um die Aufnahme von Methylquecksilber zu minimieren, z. B. durch die Kombination von Fischmahlzeit und Polyphenole.

Fazit:
In Anbetracht dessen, dass eine Quecksilberbelastung gravierende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann, appellieren wir auf eine starke Einschränkung des Fischverzehrs, besser sogar Verzicht, – auch unter Berücksichtigung der massiven rücksichtslosen Überfischung der Weltmeere.
Auch wenn in Deutschland das Risiko für eine Quecksilberbelastung als nicht so bedeutsam eingestuft wird als in Ländern, wo bedeutend mehr Fisch konsumiert wird, heißt es keinesfalls, dass der Fischverzehr bedenkenlos ist. Hier gilt ebenso: Je mehr Meeresfisch und Meeresfrüchte gegessen werden, desto höher ist das Risiko für eine Quecksilbervergiftung.

Referenz:
aponet.de. 09.05.2018: Viel Fisch gleich viel Quecksilber

Chinesische Wissenschaftler publizierten einen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse über Schwermetallbelastungen bei Patienten mit Morbus Alzheimer. Alzheimerpatieten hatten im Vergleich zu Kontrollpersonen höhere Konzentrationen von Aluminium, Quecksilber und Cadmium, aber niedrigere Bleikonzentrationen.

Referenz:
Xu L, Zhang W et al.: Circulatory Levels of Toxic Metals (Aluminum, Cadmium, Mercury, Lead) in Patients with Alzheimer's Disease: A Quantitative Meta-Analysis and Systematic Review; J Alzheimers Dis. 2018;62(1):361-372.

Wissenschaftler aus China publizierten eine Metaanalyse über den Zusammenhang zwischen den Mangankonzentrationen im Blut und dem Risiko für Morbus Parkinson.
Erhöhte Mangankonzentrationen sollten als potenzieller Risikofaktor für Morbus Parkinson angesehen werden.

Referenz:
Du K1, Liu MY et al.: Association of circulating manganese levels with Parkinson's disease: A meta-analysis; Neurosci Lett. 2018 Feb 5;665:92-98.

Britische Wissenschaftler untersuchten in Gehirnproben von Verstorbenen mit Autismus die Aluminiumkonzentration und fanden insgesamt recht hohe Aluminiumkonzentrationen. Auffällig war, dass Aluminium häufig in nichtneuronalen Zellen angereichert war. Entscheidend ist natürlich, wie es bei Autismuspatienten zu teilweise sehr hohen Aluminiumkonzentrationen im Gehirn kam.

Referenz:
Mold M, Umar D et al.: Aluminium in brain tissue in autism; J Trace Elem Med Biol. 2018 Mar;46:76-82.

US-Wissenschaftler untersuchten bei neun- bis elfjährigen Kindern die Konzentrationen von Blei und Quecksilber im Blut und führten neuropsychologische Testverfahren sowie HRV (Herzfrequenzvariabilität) durch. Bereits bei sehr niedrigen Bleikonzentrationen zwischen 1,9 und 32,5 g/l zeigten die Kinder Verhaltensauffälligkeiten, wie z. B. Feindseligkeit und Oppositionsverhalten und hatten auch mehr Schwierigkeiten mit der Kommunikation.

Also, bereits weit unter dem Referenzwert von unter 50 µg/l führt Blei zu neuropsychologischen Störungen. Erhöhte Quecksilberkonzentrationen waren mit einem vermehrten Auftreten von autistischem Verhalten assoziiert.

Referenz:
Gump BB1, Dykas MJ et al.: Background lead and mercury exposures: Psychological and behavioral problems in children; Environ Res. 2017 Oct;158:576-582.

Eine glutenfreie Ernährung ist für Menschen mit Zöliakie zwingend erforderlich. Viele Menschen glauben in der heutigen Zeit, sie würden etwas Gutes für ihre Gesundheit tun, wenn sie sich glutenfrei ernähren. Dies hat jetzt eine US-amerikanische Studie widerlegt, die bei Menschen mit glutenfreier Ernährung erhöhte Arsenspiegel im Urin und erhöhte Quecksilberspiegel im Blut nachweisen konnten. Die Quecksilberkonzentration war um 70 Prozent höher als bei den US-Amerikanern, die nicht auf Gluten verzichtet hatten.

Referenz:
Aerzteblatt.de: 16.02.2017: Glutenfreie Kost: Erhöhte Belastung mit Arsen und Quecksilber

Laut Süddeutsche.de vom 23.03.2018 lagern im Eisboden der nördlichen Hemisphäre zwischen 330.000 und 800.000 Tonnen Quecksilber. Wenn die Böden durch globale Erwärmung auftauen, könnten große Mengen freigesetzt werden. Derzeit werden etwa 2.000 Tonnen durch Industrie und Energiewirtschaft freigesetzt. Wenn die Permafrostböden auftauen, würde mindestens die 150-fache Menge des Schwermetalls freigesetzt. Es wäre dann auch nicht mehr möglich, Fische zu verzehren, weil letztlich das freigesetzte Quecksilber dann im Meer landet.

Referenz:
Süddeutsche.de, 23.03.2018: Die Bombe im Eis

Bei 104 Patienten mit chronischer umweltbedingter Quecksilbervergiftung wurde die Nervenleitgeschwindigkeit untersucht. Die Patienten mit älterem Lebensalter und mehr Arbeitsjahren hatten eine höhere Rate an unnormalen zensorischen Nervenleitgeschwindigkeiten. Die Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeit könnte also eine wichtige Methode sein zum frühen Nachweis von chronischen peripheren Nervenschäden in Folge Quecksilbervergiftung. Das Ausmaß der Nervenschäden erhöhte sich mit der Zeitspanne der Quecksilberexposition. Außerdem bestand ein Zusammenhang zwischen der Quecksilberausscheidung im Urin und Nervenschäden.

Referenz:
Li L, Jiang B et al.: Change in peripheral nervous conduction velocity in patients with occupational chronic mercury poisoning and related influencing factors; Zhonghua Lao Dong Wei Sheng Zhi Ye Bing Za Zhi. 2017 Aug 20;35(8):598-602.

In einer prospektiven Langzeitstudie wurde der Zusammenhang zwischen der Bleikonzentration im Vollblut und den Sprachfähigkeiten mit vier, sechs, zehn und zwölf Jahren untersucht. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass erhöhte Bleikonzentrationen im Vollblut in den ersten Lebensjahren Jahre später mit schlechteren Sprachfähigkeiten assoziiert war.

Referenz:
Barbara A. Lewis, Sonia Minnes et al.: Blood lead levels and longitudinal language outcomes in children from 4 to 12 years; Journal of Communication Disorders, Available online 10 January 2018

Erhöhte Konzentrationen von Blei sind bei Bleiarbeitern mit oxidativem Stress assoziiert. Bisher war aber nicht bekannt, inwieweit eine niedrige Bleiexposition bereits zu einer Verschiebung des Redoxstatus führt. US-Wissenschaftler untersuchten bei 282 gesunden Erwachsenen in Long Island, inwieweit Metalle den GSH-Redoxstatus beeinflussten. Eine erhöhte Bleiexposition war mit einem niedrigeren Verhältnis von GSH/GSSG assoziiert. Außerdem führten höhere Bleispiegel zu niedrigeren GSH-Werten.

Referenz:
Vacchi-Suzzi C, Viens L et al.: Low levels of lead and glutathione markers of redox status in human blood; Environ Geochem Health. 2017 Oct 23.

Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete am 20.01.2018, dass Wildschweinfleisch zu den am höchsten mit Blei belasteten Lebensmitteln gehört. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung besteht ein erhöhtes Risiko für Verbrauchergruppen, die Wild verzehren – insbesondere in Jägerhaushalten. Ungeborene und Kinder bis sieben Jahre sind besonders durch Blei gefährdet, weil bereits eine geringe Bleiaufnahme zu Gesundheitsschäden führen kann. Nach wie vor ist Wildschweinfleisch auch erheblich mit Cäsium kontaminiert, da Wildschweine gern Hirschtrüffel fressen, das radioaktives Cäsium aus dem Waldboden anreichert.

Referenz:
rnz.de, 20.02.1018: Cäsium und Blei im Wildschwein-Braten

Rund 15 Millionen Menschen in Parkistan, die speziell im Indus-Tal wohnen, sind von einer Arsenbelastung im Trinkwasser betroffen, so die Aussagen Schweizer Forscher. Die WHO schätzt, dass rund 150 Mio. Menschen weltweit vom Grundwasser abhängig sind, welches zu viel Arsen enthält.

Referenz:
deutschlandfunk.de, 24.08.2017: Die unsichtbare Gefahr im Trinkwasser

Ärzteblatt.de berichtete im Oktober 2017, dass noch vier Jahrzehnte nach einer Arsenexposition Menschen im Norden Chiles gehäuft an Tumoren erkrankten. Es ist davon auszugehen, dass Arsen die längste Latenzzeit aller bekannten Karzinogene hat.

Referenz:
Aerzteblatt.de, 25.10.2017: Arsen kann nach vier Jahrzehnten Krebs auslösen

Das Düsseldorfer Amt für Verbraucherschutz hat Modeschmuck und Lederprodukte auf Schwermetalle untersucht. Bei 314 Proben aus den Jahren 2016 und 2017 wurden 59 Mal erhöhte Schwermetallwerte festgestellt. Bei 154 Modeschmuckproben lag in 24 Fällen eine Grenzwertüberschreitung von Blei und Cadmium vor.

Häufig wurden bei Lederprodukten erhöhte Konzentrationen von Chrom-6 nachgewiesen. Was den Modeschmuck anbelangt, vermutet das Amt für Verbraucherschutz, dass bei der Schmuckherstellung in den asiatischen Herkunftsländern möglicherweise Abfallmetalle verwendet wurden.

Referenz:
Rp-online.de, 22.11.2017: Experten raten zu Vorsicht bei Modeschmuck

Koreanische Wissenschaftler haben publiziert, dass eine Quecksilberexposition bei 508 Erwachsenen über einen Zeitraum von vier Jahren mit einer Verschlechterung der Leberfunktion assoziiert war. Die Wissenschaftler untersuchten die Konzentrationen von Quecksilber und Leberenzymen und wiederholten diese Messung nach vier Jahren. Besonders auffällig war die Verschlechterung der Leberfunktion bei Frauen, die häufig Alkohol tranken, so dass von einem signifikanten synergetischen Effekt von Quecksilber und Alkohol auszugehen ist.

Referenz:
Jonghyuk Choi, Sanghyuk Bae et al.: Mercury Exposure in Association With Decrease of Liver Function in Adults: A Longitudinal Study; J Prev Med Public Health. 2017 Nov; 50(6): 377–385.

autismus bienen 320Die Auswertung von 44 Studien hat gezeigt, dass eine Quecksilberbelastung ein bedeutender ursächlicher Faktor für die Entstehung von Erkrankungen des autistischen Formenkreises ist. Wahrscheinlich sind die Entgiftungskapazität und die Ausleitungsmechanismen bei Autismuspatienten gestört, was zu einer Quecksilberanreicherung im Körper führt.

Referenz:
Jafari T, Rostampour N et al.: The association between mercury levels and autism spectrum disorders: A systematic review and meta-analysis; J Trace Elem Med Biol. 2017 Dec; 44:289-297. doi: 10.1016/j.jtemb.2017.09.002. Epub 2017 Sep 4.

Umweltverschmutzung 320Spiegel online berichtete am 03.11.2017, dass die Belastung mit Chemikalien nach Angaben des Bundesumweltamtes ständig zunimmt. Derzeit seien etwa 140.000 Chemikalien auf dem Markt, von denen viele im Organismus landen würden. Im Körper könne man locker 300 Stoffe nachweisen. Die Bleibelastung sei zwar seit 1981 deutlich rückläufig, mit weiter abnehmender Tendenz - es gäbe aber für Blei keine untere Grenze. Jede noch so geringe Konzentration könnte Schäden verursachen. Insofern seien viele Stoffe problematischer als wir früher gedacht haben, so sinngemäß der Leiter der Abteilung Umwelthygiene des Umweltbundesamtes.

Referenz:
Spiegel.de, 03.11.2017: „Viele Stoffe sind problematischer, als wir gedacht haben“

expressomaschine 320Aluminium ist in der Küche oder beim Camping weit verbreitet: Alutöpfe, Alutrinkflaschen, Grillbehälter, Espressokocher u. s. w. Aber wie groß ist die Gefahr, dass durch Benutzung von Alugeschirr das Leichtmetall ins Essen abgegeben wird? Wieviel Aluminium ist im Kaffee, der mit einem Alu-Espressokocher gekocht wurde? Das Hessische Landeslabor wollte es wissen und führte hierzu unter Federführung des Chemikers Thorsten Stahl eine der aufwendigsten Studien durch.

Richtschnur der Messreihe war der von der EFSA festgelegte TWI-Wert. Der TWI-Wert legt die tolerierbare Menge an Aluminium fest, die wöchentlich aufgenommen werden kann, und die liegt bei einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Das Team um Thorsten Stahl kam zu interessanten Ergebnissen:

      • Bei einem 15 Kilogramm schweren Kind, das täglich Apfelschorle aus einer Aluflasche trinken würde, wäre der TWI-Wert fast erreicht.
        Überschritten wäre er, wenn das Kind anstelle Apfelschorle täglich Früchtetee aus der Aluflasche trinken würde.
      • Beschichtete Aluminiumflaschen geben auch bei säurehaltigen Lebensmitteln deutlich weniger Aluminium ab.
      • Campinggeschirr aus Aluminium schnitt schlecht ab: Getestet wurde eine Aluminiumpfanne, in der Fischburger mit Olivenöl gebraten und mit Zitrone mariniert worden war. Ein Kind mit 15 Kilogramm Körpergewicht, das täglich 250 Gramm davon essen würde, würde den TWI-Wert um sage und schreibe 880 Prozent überschreiten. Sollte das Kind aber nur einmal die Woche diese Mahlzeit essen, läge die Überschreitung des TWI-Wertes immerhin noch bei 100 Prozent.
      • Auch Aluschalen, wie sie auf dem Grill und im Backofen verwendet werden, erzielten ein schlechtes Ergebnis. Die Alu-Schalen sind mit Zitronensaft befüllt und erhitzt worden, dabei wurden sehr, sehr große Mengen Aluminium freigesetzt.
      • Kaffeetrinker, die ihren Kaffee in der Espressomaschine zubereiten, können aufatmen: Bei den Labortests ging nur sehr wenig Aluminium aus der Espressomaschine in den Kaffee über.


Stahl rät, nicht in Panik zu geraten, aber die Aluminium-Aufnahme vorsorglich zu verringern und empfiehlt: "Bei Trinkflaschen keine säurehaltigen Lebensmittel einfüllen, sprich: Getränke. Keine Apfelschorlen, also Saftschorlen insgesamt, aber nach Möglichkeit auch keinen Tee. Bei Campinggeschirr ist es genauso: Möglichst auf säurehaltige Marinaden verzichten. Gleiches gilt für Aluschalen. Auch bei marinierten Käsen, fertig mariniertem Fleisch sollte man nach Möglichkeit darauf verzichten, das in Aluschalen zu packen."

Referenzen:

    • Deutschlandfunk.de, 06.10.2017: Von der Espressokanne bis zur Trinkflasche
    • efsa.europa.eu/de/press/news/080715

Wie SWR aktuell am 02.10.2017 berichtete, sind ausgestopfte Tiere, wie sie in zahlreichen Schulen verwendet werden, eine erhebliche Quelle für Arsen. Arsenverbindungen wurden bis Mitte der 70er Jahre als Konservierungsmittel in Tierpräparaten zum Schutz vor Insekten eingesetzt.

Das Institut für angewandte Umweltforschung rät, die Tiere in verschlossenen Glasvitrinen aufzubewahren und im Schulunterricht nicht herumzureichen, um direkten Hautkontakt zu vermeiden.

Referenz:
SWR.de, 02.10.2017: Arsen in ausgestopften Tieren

Forscher aus Korea untersuchten bei 560 älteren Studienteilnehmern verschiedene Leberwerte und bestimmten die Quecksilberkonzentrationen im Blut. Dabei zeigte sich, dass höhere Quecksilberkonzentrationen mit pathologisch veränderten Leberwerten zusammenhingen. Bei regelmäßigem Alkoholkonsum war dieser Zusammenhang noch ausgeprägter.

Referenz:
Lee MR, Lim YH et al.: Blood mercury concentrations are associated with decline in liver function in an elderly population: a panel study; Environ Health. 2017 Mar 4;16(1):17. doi: 10.1186/s12940-017-0228-2.

Wissenschaftler aus Korea konnten nachweisen, dass die Quecksilberkonzentrationen im Blut sowohl mit metabolischem Syndrom wie auch mit Übergewicht assoziiert waren.

Referenz:
Lee K: Blood mercury concentration in relation to metabolic and weight phenotypes using the KNHANES 2011-2013 data; Int Arch Occup Environ Health. 2017 Oct 13. doi: 10.1007/s00420-017-1269-0

Eine Belastung mit neurotoxischen Metallen vor der Geburt könnte zu epigenetischen Veränderungen führen, die dann wiederum auch kognitive Beeinträchtigungen und Verhaltensprobleme bei Kindern erklären würden. Die Methylierung des Glukokortikoid-Rezeptors in der Plazenta wurde bereits mit Verhaltensproblemen in frühen Lebensjahren in Verbindung gebracht. Wissenschaftler aus den USA  untersuchten, in wieweit die Spiegel verschiedener Schwermetalle, wie Arsen, Cadmium, Blei, Mangan und Quecksilber, die Methylierung der Glukokortikoid-Rezeptoren beeinflussten. Es zeigte sich, dass eine erhöhte Konzentration bei allen erwähnten Schwermetallen zu einer erhöhten Methylierung führte, so dass davon auszugehen ist, dass eine Exposition mit neurotoxischen metallen vor der Geburt die Glukokortikoid-Rezeptoren bei Neugeborenen ungünstig verändern kann.


Referenz:
Appleton AA, Jackson BP et al.: Prenatal exposure to neurotoxic metals is associated with increased placental glucocorticoid receptor DNA methylation; Epigenetics. 2017 May 26:0. doi: 10.1080/15592294.2017.1320637.

Aluminiumeimer 320

Chinesische Wissenschaftler untersuchten den Einfluss von Aluminium auf kognitive Funktionen und auf die Expression von Gutamatrezeptorproteinen in Lymphozyten. Ziel der Studie war auch die Klärung der Frage, ob sich das Expressionsmuster von Glutamatrezeptoren als Marker für kognitive Funktionen eignet. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass eine Aluminiumexposition die Gedächtnisfunktionen bei Arbeitern in Aluminiumfabriken verminderte. Die Expression von zwei verschiedenen Glutamatrezeptoren korrelierte sehr gut mit der kognitiven Leistungsfähigkeit der untersuchten Personen.


Referenz:
Ren P, Li R et al.: Influence of occupational aluminum exposure on cognitive function and glutamate receptor protein expression in workers; Zhonghua Lao Dong Wei Sheng Zhi Ye Bing Za Zhi. 2017 Feb 20;35(2):85-90.

seafood 320

Wissenschaftler aus Taiwan untersuchten bei schwangeren Frauen, inwieweit der Verzehr von Seafood sowie die Einnahme von Vitaminen die Quecksilberkonzentration bei der Mutter und im Nabelschnurblut beeinflusste. Ein hoher Verzehr von Seafood erwies sich als unabhängiger Risikofaktor für hohe Quecksilberspiegel im Blut der Mütter. Eine Vitaminsupplementierung, häufiger als drei mal pro Woche, hatte hingegen einen protektiven Effekt.
Interessant ist nun, über welche Effekte die Vitamine den Quecksilberspiegel senken.

Referenz:
Huang SH, Weng KP et al.: Influence of seafood and vitamin supplementation on maternal and umbilical cord blood mercury concentration; J Chin Med Assoc. 2017 May;80(5):307-312. doi: 10.1016/j.jcma.2016.11.005. Epub 2017 Mar 3.

 

Wissenschaftler aus Italien untersuchten bei 40 bleiexponierten Arbeitern und bei 40 Kontrollpersonen die mittlere Bleikonzentration und führten neuropsychiologische Tests durch. Es zeigte sich, dass eine Bleiexposition bei Erwachsenen, bereits bei Konzentrationen, die bisher als sicher galten, zu Störungen gewisser kognitiver Fähigkeiten führte.

Referenz:
Fenga C, Gangemi S et al.: Relationship between lead exposure and mild cognitive impairment; J Prev Med Hyg. 2016 Dec;57(4):E205-E210.

US-Wissenschaftler untersuchten anhand von Impfdaten, inwieweit thiomersalhaltige Impfstoffe mit emotionalen Störungen in der Kindheit und in der Jugend zusammenhängen. Sie konnten nachweisen, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen einer Quecksilberexposition durch Thiomersal und dem Risiko für Stimmungsschwankungen bei Kindern und Jugendlichen gab.

Referenz:
Geier DA, Kern JK et al.: Thimerosal exposure and disturbance of emotions specific to childhood and adolescence: A case-control study in the Vaccine Safety Datalink (VSD) database; Brain Inj. 2017;31(2):272-278. doi: 10.1080/02699052.2016.1250950. Epub 2017 Jan 19.

Wissenschaftler aus Taiwan untersuchten bei 8854 Studienteilnehmern einer nationalen Gesundheitsuntersuchung in Taiwan den Zusammenhang zwischen dem Arsenspiegel im Trinkwasser und dem Voranschreiten einer chronischen Nierenerkrankung. Sie konnten nachweisen, dass Studienteilnehmer in Gegenden mit einer Arsenwasserkonzentration über 50 µg/l ein erhöhtes Risiko für ein rasches Voranschreiten einer chronischen Nierenerkrankung hatten.

Referenz:
Cheng YY, Huang NC et al.: Associations between arsenic in drinking water and the progression of chronic kidney disease: A nationwide study in Taiwan; J Hazard Mater. 2017 Jan 5;321:432-439. doi: 10.1016/j.jhazmat.2016.09.032. Epub 2016 Sep 14.

Reis 320Ökotest hat wieder einmal Reis hinsichtlich giftiger Rückstände testen lassen. Diesmal schnitt Vollkornreis besonders schlecht ab: Neben Arsen und Cadmium wurden unter anderem Mineralöle und Pestizide nachgewiesen.

In sechs von sieben untersuchten Vollkornreisproben wurden stark erhöhte Konzentrationen an Arsen gemessen, in vier Proben wurden Mineralöle nachgewiesen, drei davon mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH), die im Verdacht stehen krebserregend zu sein. Bei einer Reissorte wurden zusätzlich die Rückstände von drei Pestiziden entdeckt, zum Teil über den erlaubten Grenzwerten.

In Reis der Marke Alnatura wurde außerdem noch Cadmium entdeckt. Lediglich drei der Vollkonrreissorten schnitten mit befriedigend ab: Holo Camargue Naturreis Langkorn, Bio und der Dennree Langkornreis Vollkorn, Bio – alle anderen wurden mit mangelhaft oder ungenügend bewertet.

Der weiße Langkornreis schnitt besser ab, insbesondere die Basmatireis-Sorten. Diese enthielten zwar Spuren von anorganischem Arsen, was ab als unbedenklich eingestuft wurde.  Sehr gute Testergebnisse erzielte der Bon-Ri Basmati Reis von Aldi Nord. Die genauen Testergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Ökotest nachzulesen.

Referenz:
27.01.2017: Stiftung Öko-Test findet Gift im Reis

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