In einem Fachartikel beschäftigten sich italienische Wissenschaftler mit den molekularen Grundlagen der Vitamin- D-Wirkung bei Depressionen und Angststörungen. Vitamin D besitzt antioxidative und antientzündliche, proneurogene und neuromodulatorische Eigenschaften. Proneurogen bedeutet, dass Vitamin D an der Bildung von Nervenwachstumsfaktoren beteiligt ist. Ein Vitamin-D-Mangel während der Schwangerschaft kann zum Beispiel direkt die Hirnentwicklung beim heranwachsenden Kind beeinträchtigen. Die antientzündlichen Eigenschaften von Vitamin D sind wichtig zur Begrenzung von Nervenverlusten, die bei Patienten mit chronischen Depressionen und Angststörungen nachweisbar sind. Vitamin D kann direkt die Biosynthese von Monoaminen beeinflussen, insbesondere die Bildung von Serotonin und Dopamin. Vitamin D vermag zum Beispiel den Serotoninspiegel bei Patienten mit Depressionen anzuheben, ebenso wie den Dopaminspiegel bei ADHS-Kindern. In den letzten Jahren wird zunehmend deutlich, dass auch das Mikrobiom einen erheblichen Einfluss auf die psychische Befindlichkeit hat. Vitamin D kann die Entzündungsaktivität im Darm vermindern, zum Beispiel durch eine günstige Beeinflussung des Darmmikrobioms.

Referenz:
Bruna R Kouba, Anderson Camargo et al.: Molecular Basis Underlying the Therapeutic Potential of Vitamin D for the Treatment of Depression and Anxiety; Int J Mol Sci. 2022 Jun 25;23(13):7077

Back to top