Studien über Mikronährstoffe und Schwermetalle

 Aminosuren Studien 640

 

Plasmaaminosäuren, Albumin und Hämoglobin bei Schlaganfallpatienten

Wissenschaftler aus Italien untersuchten in einer retrospektiven Studie mögliche Korrelationen zwischen den Konzentrationen der Aminosäuren im Plasma und der Albumin- und Hämoglobinkonzentration. Außerdem wurden für die Konzentrationen von Albumin und Hämoglobin nach Aminosäuren gesucht mit Prädiktorenfunktion. In der Studie wurden 125 Schlaganfallpatienten und 15 gesunde Kontrollpersonen einbezogen. Die beste Korrelation mit Albumin hatten Tryptophan und Histidin. Histidin und die essenziellen Aminosäuren waren als Vorhersagevariable für Hämoglobin am besten geeignet.

Referenz:
Aquilani R, Maestri R et al.: The relationship between plasma amino acids and circulating albumin and haemoglobin in postabsorptive stroke patients; PLoS One. 2019 Aug 14;14(8):e0219756. doi: 10.1371/journal.pone.0219756. eCollection 2019.

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 Spurenelemente Studien 640

 

Eisenwerte und Schilddrüse

Wissenschaftler aus China untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Eisenstatus und dem Auftreten von Autoimmunreaktionen der Schilddrüse bei schwangeren Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel. Studienteilnehmer waren 7463 schwangere Frauen im ersten Drittel der Schwangerschaft und 2185 nicht schwangere Frauen im gebärfähigen Alter. Bei den Versuchsteilnehmern wurden verschiedene Parameter des Schilddrüsenstoffwechsels sowie Ferritin bestimmt. Ein Eisenmangel wurde als Ferritin kleiner 15 µg/Liter definiert. Bei den Frauen mit einem Eisenmangel wurde vermehrt das Auftreten von Thyreoperoxidase-Antikörpern nachgewiesen, sowohl bei den schwangeren wie auch den nicht schwangeren Frauen. Die Thyreoglobulin-Antikörper wurden durch den Eisenstatus nicht beeinflusst. Auch eine Eisenüberladung (definiert als Ferritin größer 150 µg/Liter) hatte keinen Einfluss auf TPO und TAK.

Referenz:
Zhang HY, Teng XC et al.: Association between iron deficiency and prevalence of thyroid autoimmunity in pregnant and non-pregnant women of childbearing age: a cross-sectional study; Chin Med J (Engl). 2019 Aug 30.


Eisengabe jeden zweiten Tag ist effektiver als tägliche Eiseneinahme

Wissenschaftler der ETH Zürich und der Columbia University untersuchen die Effektivität der Eisenaufnahme bei täglicher Eisengabe und bei einer Eisenzufuhr jeden zweiten Tag. Bei einer Eisengabe von 200 mg Eisen jeden zweiten Tag war die Eisenaufnahme etwa doppelt so hoch als bei einer täglichen Eisenzufuhr von 100 mg. Die Einnahme von Eisen- Supplementen bewirkte einen akuten Hepcidinanstieg über einen Zeitraum von 24 Stunden.

Referenz:
Stoffel NU, Zeder C et al.: Iron absorption from supplements is greater with alternate day than with consecutive day dosing in iron-deficient anemic women; Haematologica. 2019 Aug 14. pii: haematol.2019.220830. doi: 10.3324/haematol.2019.220830

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 Vitamine Studien 640


Folsäure vermindert Übergewicht

Wissenschaftler aus Brasilien untersuchten bei Studenten einen möglichen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 für die Entwicklung von Übergewicht.
Die Studienteilnehmer mit der höchsten Folsäureaufnahme hatten ein niedrigeres Risiko für starkes Übergewicht im Vergleich zu Studienteilnehmer mit einer geringen Folsäureaufnahme. Die Serumkonzentration der Folsäure korrelierte mit der Folsäureaufnahme über die Nahrung und war negativ mit der Homocysteinkonzentration assoziiert. Die Folsäureaufnahme war negativ mit stark erhöhtem Körpergewicht und Adipositas assoziiert.

Referenz:
Pereira GA, Bressan J et al.: Dietary Folate Intake Is Negatively Associated with Excess Body Weight in Brazilian Graduates and Postgraduates (CUME Project); Nutrients. 2019 Feb 28;11(3). pii: E518. doi: 10.3390/nu11030518.


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 Schwermetalle Studien 640

 

Quecksilber und Neurodermitis in der frühen Kindheit

Schon längere Zeit wird vermutet, dass Quecksilber ein Risikofaktor für Neurodermitis sein könnte. Dieser mögliche Zusammenhang wurde nun von koreanischen Wissenschaftlern untersucht. Während der Schwangerschaft und nach der Geburt wurden Blutkonzentrationen von Quecksilber bestimmt. Nach 6, 12, 24, 36 und 60 Monaten Lebensalter wurden die Mütter über das Auftreten einer Neurodermitis bei ihren Kindern befragt. Die koreanischen Forscher konnten nachweisen, dass eine Quecksilberbelastung bis zum zweiten Lebensjahr das Risiko für die Entstehung einer Neurodermitis erhöhte.

Referenz:
Shin J, Kim BM et al.: The Association Between Mercury Exposure and Atopic Dermatitis in Early Childhood: A Mothers and Children's Environmental Health Study; Epidemiology. 2019 Jul;30 Suppl 1:S3-S8. doi: 10.1097/EDE.0000000000001002.

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Forscher aus den Niederlanden untersuchten anhand der Daten der Rotterdam-Study den Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Status und der Körperzusammensetzung bei älteren Menschen. Im Vergleich zu Studienteilnehmern mit adäquatem Vitamin-D3-Status (25(OH)-D3 > 30 ng/ml) hatten Studienteilnehmer mit einem Vitamin-D-Mangel (25(OH)-D3 < 20 ng/ml) einen höheren Körperfettanteil. Niedrige 25(OH)D-Spiegel waren mit einem höheren Körperfettanteil, besonders bei Studienteilnehmern ohne kardiometabolischen Erkrankungen, verbunden.

Referenz:
Vitezova A, Muka T  et al.: Vitamin D and body composition in the elderly; Clin Nutr. 2016 May 14.

Wissenschaftler aus der Slovakai untersuchten bei 92 erwachsenen Patienten, unterhalb welcher Vitamin-D3-Konzentration vermehrt Krankheiten auftraten. Ein Vitamin-D3-Spiegel von 16 ng/ ml war sozusagen der Grenzwert, unterhalb der es zu einem vermehrten Auftreten von Bluthochdruck, KHK, Niereninsuffizienz und Diabetes kam. Bei den Frauen waren Vitamin-D3-Konzentrationen unterhalb von 16 ng/ ml verstärkt mit dem Auftreten von Diabetes verbunden, bei den Männern mit der koronaren Herzerkrankung.

Referenz:
Mojto V, Kolcunova M, Rausova Z et al.:  The nonskeletal effects of vitamin D3 and the threshold limit associated with the risk of health complications; Bratisl Lek Listy. 2016;117(3):133-6.

Niacin ist eine lipidsenkende Substanz mit einem breiten Wirkspektrum und wird auch verwendet für die klinische Therapie chronisch hochentzündlicher Erkrankungen. Wissenschaftler aus Spanien untersuchten in einer Studie, wie Niacin und seine Metabolite die Entzündungsaktivität beeinflussen. Sie konnten nachweisen, dass Niacin bei menschlichen Monozyten und bei Makrophagen antioxidative, umprogrammierende und antientzündliche Eigenschaften aufwies. Niacin bewirkte z.B. auch die Polarisierung der proinflammatorischen M1-Makrophagen zu aniinflammatorische M2-Makrophagen.

Referenz:
Montserrat-de la Paz S, Naranjo MC et al.: Niacin and its metabolites as master regulators of macrophage activation; J Nutr Biochem. 2017 Jan; 39:40-47.

Erste klinische Daten haben gezeigt, dass tägliche Dosen von bis zu 300 mg Biotin Symptome der progressiven Multiplen Sklerose vermindern können. Daraus ergibt sich natürlich die Frage, wie Biotin im Nervensystem wirkt. Wissenschaftler aus den USA und Frankreich publizierten in der Zeitschrift Neuropharmacology einen Fachartikel, der sich mit den Wirkmechanismen von Biotin beschäftigte.

Die Autoren der Studie stellen die Hypothese auf, dass eine Hochdosis-Biotintherapie zwei pathophysiologische Mechanismen bei MS beeinflusst, einmal durch Anregung der Myelinsynthese (durch die Oligodendrozyten) und zum anderen durch eine Verbesserung der ATP-Konzentration in hypoxischen Neuronen. Bei MS-Patienten besteht der Verdacht, dass die axonale ATP-Bildung durch eine Dysfunktion der Mitochondrien beeinträchtigt ist. Das daraus resultierende Ungleichgewicht zwischen Energieverbrauch und Energieangebot führt zu einem Zustand, den die Autoren als "virtuelle Hypoxie" bezeichnen.

Was die Wirkung von Biotin anbelangt, sind natürlich viele Fragen offen - vor allem, ob Biotin die Myelinisierung oder Remyelinisierung beeinflusst. Außerdem müsste experimentell bewiesen werden, dass eine Hochdosis-Biotintherapie tatsächlich die ATP-Produktion bei MS-Läsionen steigert.

Referenz:
Sedel F, Bernard D et al.: Targeting demyelination and virtual hypoxia with high-dose biotin as a treatment for progressive multiple sclerosis; Neuropharmacology. 2016 Nov;110(Pt B):644-653.

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