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In einem Fachartikel gingen britische Wissenschaftler der Frage nach, inwieweit eine orale Eisentherapie bei Patienten mit kolorektalem Karzinom sinnvoll ist. Veränderungen der Bakterienflora können zu der Entstehung und Progression des kolorektalen Karzinoms beitragen. Hierbei kommt es zu einem Überwiegen pathogener Bakterienstämme auf Kosten protektiver Bakterien. Die meisten pathogenen Bakterienstämme können in hohem Umfang Eisen aufnehmen und haben hierbei einen Wettbewerbsvorteil gegenüber protektiven Bakterienstämmen. Bei einer oralen Eisentherapie besteht also die Möglichkeit, dass ein prokarzinogenes Mikrobiom entsteht. Eine orale Eisentherapie ist die übliche Behandlungsform für eine Anämie bei Patienten mit kolorektalem Karzinom und kann zu erhöhten Eisenkonzentrationen im Darm führen. Aus diesem Grund sollte der Weg der Eisentherapie bei diesen Patienten neu bewertet werden.

Referenz:
Oliver Phipps, Hafid O. Al-Hassi et al.: Influence of Iron on the Gut Microbiota inColorectal Cancer; N utrients2020,12, 2512; doi:10.3390/nu12092512