Lithium wird seit vielen Jahren in der Psychiatrie zur Behandlung bipolarer Störungen eingesetzt. Seit den neunziger Jahren haben verschiedene ökologische Studien die Hypothese untersucht, ob und inwieweit natürlich vorkommendes Lithium im Trinkwasser einen Schutzeffekt gegen Suizid in der Allgemeinbevölkerung hat. Britische Wissenschaftler publizierten im British Journal of Psychiatry einen systematischen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse über den möglichen Einfluss von natürlichem Lithium auf die Suizidrate. In die Auswertung wurden 15 Studien einbezogen. Die Metaanalyse zeigte einen konsistenten inversen Zusammenhang zwischen den Lithiumspiegeln im Trinkwasser und der Suizidrate - sowohl bei Männern wie auch bei Frauen. Die Autoren des Fachartikels kamen zu dem Schluss, dass natürlich vorkommendes Lithium im Trinkwasser das Potenzial hat, das Risiko für Suizide zu reduzieren und möglicherweise die Psyche zu stabilisieren. Besonders in Gemeinden mit einem häufigen Auftreten mentaler Störungen könnte eine Supplementierung des Trinkwassers mit Lithium eine sinnvolle Maßnahme sein, deren Zweckmäßigkeit natürlich in Studien überprüft werden muss.

Referenz:
Anjum Memon, Imogen Rogers et al.: Association between naturally occurring lithium in drinking water and suicide rates: systematic review and meta-analysis of ecological studies; DOI: https://doi.org/10.1192/bjp.2020.128, Published online by Cambridge University Press: 27 July 2020

Back to top