Bleimunition 320Nach Berechnungen der europäischen Chemikalien Agentur gelangen durch die Verwendung von Bleischrotmunition jedes Jahr 18.000 bis 21.000 Tonnen Blei in die Umwelt. In den ökologisch besonders sensiblen Feuchtgebieten landen EU-weit jährlich rund 5000 Tonnen Blei. Da sich Blei nur sehr langsam abbaut, kann es im Sediment der flachen Uferzone von Gewässern über die Jahre zu enormen Konzentrationen der Munitionsreste kommen. Wissenschaftler fanden in seichten Uferbereichen einiger europäischer Gewässer bis zu 400 Schrotkörner pro Quadratmeter. Die Folgen dieser Bleiverseuchung sind schwerwiegend. Mehr als 1 Million Wasservögel sterben in jedem Jahr nach Schätzungen der EU- Kommission an den Hinterlassenschaften der Jäger einen langsamen und qualvollen Tod. Blei ist aber nicht nur ein Problem für Wasservögel, sondern auch für die Tiere, die sich von ihnen ernähren. Nicht nur in Feuchtgebieten, sondern auch im Wald, im Feld und in der Wiese wird mit Blei geschossen. Das verwendete Blei taucht dann irgendwann in der Nahrungskette auf. Greifvögel, die am Ende der Nahrungskette stehen, sind neben Wasservögel besonders stark durch Blei bedroht. Die EU will den Einsatz von Bleimunition bei der Jagd deshalb verbieten, wogegen es aber immer wieder Einwände gibt. Die Bundesumweltministerin Svenja Schulze geht davon aus, dass es nach den Ferien auf der EU-Ebene zu einer endgültigen Abstimmung kommt. Der Einsatz von Bleimunition soll aber mit einer Übergangsfrist nur in Feuchtgebieten verboten werden.

Referenz:
spektrum.de, 22.06.2020: Wird bleihaltige Jagdmunition endlich verboten?

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