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Kinderwunsch

In Mitteleuropa sind ca. 15 Prozent der Paare ungewollt kinderlos. Die Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch liegen in ca. 35 Prozent der Fälle beim Mann, in 45 Prozent der Fälle bei der Frau und in 20 Prozent der Fälle bei beiden Partnern. Es gibt sehr viele Ursachen und Einflussfaktoren, die zu einer Kinderlosigkeit beitragen können.

Ein Faktor ist sicher das Alter der Frau. Die besonders fruchtbaren Jahre der Frau liegen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, schon ab dem 30. Lebensjahr erhöht sich das Risiko für eine Unfruchtbarkeit. Die Chance für eine Schwangerschaft innerhalb eines Jahres liegt im Alter von 30 Jahren ungefähr bei 75 Prozent, mit 40 Jahren nur noch bei 44 Prozent. Die Anzahl und Qualität der Eizellen geht zurück, und es erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit für Chromosomenschäden, Fehlgeburten, Komplikationen etc.

Weitere Risikofaktoren sind zum Beispiel eine Exposition gegenüber Umweltgiften oder chronische Belastungen mit Schwermetallen. Ungünstig für die Fruchtbarkeit sind Übergewicht sowie regelmäßiger Konsum von Genussmitteln wie Alkohol, Nikotin, Koffein oder Drogen. Eine große Bedeutung für die Fruchtbarkeit hat eine gesunde Ernährungsweise, bei der zucker- und weißmehlhaltige Lebensmittel sowie tierische Fette, künstliche Nahrungsmittelzusätze und industriell verarbeitete Lebensmittel nur eingeschränkt verzehrt werden sollten. Es gibt natürlich eine ganze Reihe hormoneller Störungen, die für die Kinderlosigkeit verantwortlich sein können. Dazu gehören nicht nur Störungen der Geschlechtshormone sondern auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse und andere endokrinologische Erkrankungen. Nachteilig für die Fruchtbarkeit sind auch physischer Stress, zum Beispiel Leistungssport, und vor allem psychischer Stress, besonders wenn er längere Zeit anhält. Bei bestehendem Kinderwunsch ist es von zentraler Bedeutung, dass sowohl die Frau wie auch der Mann auf eine optimale Mikronährstoffversorgung achten. Zum Thema Fruchtbarkeit und Mikronährstoffversorgung gibt es auch zahlreiche Studien. Wichtige Erkenntnisse daraus werden im Folgenden vorgestellt

Teil 1 : Mikronährstoffe und Fertilität bei Frauen

 

Eisen

Ein Eisenmangel ist relativ häufig, besonders bei den Frauen, die eine starke Menstruationsblutung haben. Ein Eisenmangel liegt auch häufig dann vor, wenn das Blutbild noch normale Werte aufweist. Im Normalfall ist die Bestimmung des Eisenspeicherproteins Ferritin die geeignete Maßnahme zur Beurteilung des Eisenstatus. Wenn die Ferritinkonzentration knapp über dem unteren Grenzwert liegt, bedeutet das nicht, dass die Eisenversorgung ausreichend oder gar optimal wäre. In den allermeisten Studien zur Eisenversorgung wird heute ein Ferritinwert kleiner als 100 µg/Liter als Eisenmangel eingestuft. 2006 publizierten Wissenschaftler der Harvard University, dass die Aufnahme von Nichthämeisen invers mit dem Risiko für eine ovulatorische Unfruchtbarkeit assoziiert war. Ein geordneter Eisprung findet also eher statt, wenn der Eisenspiegel genügend hoch ist. Neben seinen vielfältigen anderen Funktionen ist Eisen auch für die Bildung von Steroidhormonen, also zum Beispiel auch für die Bildung von Östrogenen und Gestagenen, essenziell. Bei der Planung einer Schwangerschaft sollten Frauen frühzeitig auf eine gute Eisenversorgung achten, da der Eisenbedarf in der Schwangerschaft stark ansteigt.

 

Zink

Zink ist ein Spurenelement mit sehr vielfältigen Funktionen und spielt offensichtlich auch eine Rolle für die korrekte Eizellreifung. Wissenschaftler der Pennsylvania State University konnten nachweisen, dass ein Zinkmangel die Eizellen während eines frühen Reifungsstadiums schädigen kann, was möglicherweise zu langfristigen Folgen für die Empfängnisfähigkeit einer Frau führt. Zink ist an rund 300 verschiedenen Enzymprozessen beteiligt. Ein leichter Zinkmangel kann deshalb leicht die Enzymprozesse stören, die sich mit der Reifung der Eibläschen und der Fruchtbarkeit im Allgemeinen befassen.

 

Vitamin D

Vitamin-D-Rezeptoren befinden sich auch in den Fortpflanzungsorganen von Frauen und Männern. Bei Frauen mit dem Syndrom der polyzystischen Ovarie (PCOS) waren niedrigere Konzentrationen von 25(OH)D mit Übergewicht und Stoffwechselproblemen sowie mit hormonellen Störungen assoziiert. Eine Vitamin-D-Supplementierung könnte bei diesen Frauen die Menstruationsfrequenz verbessern. Vitamin D könnte auch die Bildung der Geschlechtshormone Östradiol und Progesteron beeinflussen.

 

Vitamin C

Wissenschaftler der Universität Sapporo in Japan konnten in einer Studie zeigen, dass es unter hochdosierter Vitamin-C-Gabe zu einer signifikanten Erhöhung des Progesteronspiegels und zu einer signifikant höheren Schwangerschaftsrate als in der Kontrollgruppe kam. Störungen in der lutealen Phase des Zyklus sind häufig mit Unfruchtbarkeit assoziiert. Vitamin C ist für die Biosynthese von Steroiden, zu denen auch Progesteron gehört, erforderlich.

Oxidativer Stress hat auf die Reifung der Eizellen sowie auf den Eisprung einen nachteiligen Effekt. Es gibt eine begrenzte Evidenz aus Studien dafür, dass Antioxidantien die Fruchtbarkeit verbessern können.

 

Vitamin B6

Ein schlechter Vitamin-B6-Status verminderte in der frühen Schwangerschaftsphase die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft und erhöhte das Risiko für einen Abort. Dies wurde in einer Studie an chinesischen Textilarbeiterinnen nachgewiesen.

 

Referenzen: