Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 beeinflussen die Entstehung eines metabolischen Syndroms

US-Wissenschaftler untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen der Aufnahme der Vitamine B6, B12 und Folsäure und der Inzidenz des metabolischen Syndroms. Auch die Serumkonzentrationen der erwähnten Vitamine wurden bestimmt. Die Studienpopulation umfasste 4.414 Erwachsene. Innerhalb eines Zeitraums von 30 Jahren entwickelten 1.240 Studienteilnehmer ein metabolisches Syndrom. Sowohl die Aufnahme der Vitamine B6, B12 und Folsäure als auch die Serumkonzentrationen waren invers mit dem Auftreten eines metabolischen Syndroms assoziiert.

Referenz:
Zhu J, et al.: Folate, Vitamin B6, and Vitamin B12 Status in Association With Metabolic Syndrome Incidence; JAMA Netw Open. 2023. PMID: 36630134

 

Hat die Aufnahme von Vitamin B1 und Vitamin B2 einen Einfluss auf schwere Kopfschmerzen und Migräne?

Migraene 320Bei 13.439 Teilnehmern von NHANES wurde die Häufigkeit von schweren Kopfschmerzen und Migräne ermittelt, außerdem die Aufnahme der Vitamine B1 und B2. 21,6 Prozent der Erwachsenen über 20 Jahre berichteten über schwere Kopfschmerzen oder Migräne in den letzten drei Monaten. Die Aufnahme von Vitamin B1 verminderte signifikant das Risiko für Migräne speziell bei Frauen. Zwischen der Vitamin-B2-Aufnahme und Migräne zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang.

Referenz:
Dan Li, Yang Guo et al.: Dietary intake of thiamine and riboflavin in relation to severe headache or migraine: A cross-sectional survey; Headache. 2022 Oct;62(9):1133-1142.

 

Vitamine und diabetische Retinopathie

Ein Übersichtsartikel von Wissenschaftlern aus Polen und Thailand beschäftigte sich mit der Frage, inwieweit die Aufnahme von Vitaminen die Entstehung einer diabetischen Retinopathie beeinflussen kann. Eine Kombination der Vitamine B6, B9 und B12 führte in einer Pilotstudie zu einer signifikanten Verbesserung der Empfindlichkeit und der Dicke der Netzhaut.

Zwei große prospektive Studien zeigten, dass eine höhere Zufuhr von Vitamin B6 und ein vermehrter Verzehr von Vitamin C und E reichem Obst das Risiko für eine diabetische Retinopathie innerhalb eines Zeitraums von acht Jahren um 50 Prozent verminderte.

Referenz:
Varis Ruamviboonsuk, Andrzej Grzybowski: The Roles of Vitamins in Diabetic Retinopathy: A Narrative Review; J. Clin. Med. 2022; 11, 6490.

 

Zusammenhang zwischen B-Vitaminen und dem Risiko für Covid-19

Forscher aus dem Iran untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen den B-Vitaminen und dem Risiko für Covid-19. Die Studienpopulation bestand aus 9.189 Erwachsenen, deren Nährstoffaufnahme per Fragebogen ermittelt wurde. Die Auswertung der Daten ergab, dass eine höhere Aufnahme von Vitamin B5 (Pantothensäure) das Risiko für Covid-19 um 47 Prozent senkte. Eine moderate Zufuhr von Vitamin B12 hatte ebenfalls einen Schutzeffekt gegen Covid-19. Bei den anderen B-Vitaminen (B1, B2, B3, B9) wurde kein signifikanter Zusammenhang in Bezug auf eine Coronainfektion nachgewiesen.

Referez:
Mina Darand, Shirin Hassanizadeh et al.: The association between B vitamins and the risk of COVID-19; Br J Nutr. 2022 Nov 9;1-9.

 

Vitamin-B2-Zufuhr und kardiovaskuläre Erkrankungen

Forscher aus Australien und Katar untersuchten anhand von NHANES (2005-2016)-Daten, inwieweit Vitamin B2 die Gesamtsterblichkeit und die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflusste. Eine höhere Vitamin-B2-Aufnahme reduzierte deutlich die Gesamtsterblichkeit. Vitamin B2 senkte die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur dann signifikant, wenn gleichzeitig die Folsäureaufnahme hoch war. Die Studienteilnehmer mit einer hohen Folsäureaufnahme und einer niedrigen Zufuhr von Vitamin B2 hatten das höchste Risiko für eine Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Folsäure hat also einen Einfluss darauf, in welchem Umfang Vitamin B2 das Sterblichkeitsrisiko senkt.

Referenz:
Dongkyu Lee, Kwanghyun Kim et al.: The Relationship Between Thiamine Intake and Long Sleep Duration: Results From the Korea National Health and Nutrition Examination Survey; J Prev Med Public Health. 2022 Nov; 55(6): 520–528.