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Eisenmangel ist nicht gleichzusetzen mit Eisenmangelanämie

BlutarmutEin Eisenmangel ist in der heutigen Zeit weit verbreitet, was aber vielen Menschen so gar nicht bewusst ist. Müdigkeit, Erschöpfung und verminderte Belastbarkeit können die ersten Anzeichen eines Eisenmangels sein. Leider wird ein Eisenmangel oft gar nicht erkannt, weil meistens nur eine Eisenmangelanämie als Eisenmangel definiert wird. Hierzu kann gesagt werden, dass die Eisenmangelanämie nur die Spitze des Eisbergs ist.

Zur Beurteilung des Eisenstatus ist auch nicht nur das rote Blutbild ausreichend, also die Bestimmung von Hämoglobin, Hämatokrit, roter Blutkörperchen etc. Ein sinnvoller Messwert zur Beurteilung des Eisenstatus ist das Eisenspeicherprotein Ferritin. Allerdings ist der Referenzbereich von Ferritin sehr problematisch. Er geht häufig von 25 bis 350 μg/l, so dass dann ein Ferrtinwert von z. B. 26 oder 27 μg/l in vielen Fällen in der ärztlichen Praxis als normal und akzeptabel eingestuft wird. Es gibt aber zahlreiche Hinweise, dass ein niedriger Ferritinwert keinesfalls eine ausreichende oder gar optimale Eisenversorgung widerspiegelt, z. B. kann Haarausfall bereits bei einem Ferritinwert kleiner 70 μg/l auftreten. In der überwiegenden Zahl der Studien wird deshalb ein Eisenmangel als Ferritin kleiner 100 μg/l definiert. Für eine gute Eisenversorgung sollte also ein Ferritinwert um 100 μg/ l angestrebt werden.

 

 

Junge Frau 200Viele Frauen leiden an den Tagen vor ihren Tagen am so genannten Prämenstruellen Syndrom (PMS). Beim PMS kann eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Beschwerden auftreten, dazu gehören u.a. Migräneanfälle, Müdigkeit, Erschöpfungssymptome, Ödeme, Unterleibskrämpfe, Rückenschmerzen oder Depressionen. Das Prämenstruelle Syndrom tritt in der zweiten Zyklushälfte mit den unterschiedlichsten Symptomen und Schweregraden auf, dann, wenn das Gelbkörperhormon Progesteron gebildet wird und die Östrogenausschüttung abfällt.

Das PMS gehört zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen. Etwa ein Drittel bis die Hälfte der Frauen sollen betroffen sein, bevorzugt Frauen über 30. In manchen Fällen ist der Leidensdruck so groß, dass die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist und soziale, familiäre und geschäftliche Beziehungen stark belastet sind.

Bei der Entstehung eines PMS ist zum einen von einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt auszugehen und zum anderen können die Funktionen des vegetativen Nervensystems beeinträchtigt sein. Deshalb ist es sinnvoll, auf die Mikronährstoffe zu achten, die für den Hormonhaushalt und für das Nervensystem einen regulierenden Effekt haben. Es gibt zwischenzeitlich zahlreiche Studien, die das belegen. Hier einige Beispiele:

  • Wie in der Fall-Kontroll-Studie der Nurses Health Study II herausgefunden werden konnte, vermag die Vitamin B1- und B2-Aufnahme PMS-Symptome zu vermindern.
  • In einer randomisierten iranischen Studie wurde der Effekt von Vitamin B6, Magnesium und eines Placebos hinsichtlich des Auftretens eines PMS untersucht. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass eine Vitamin B6-Gabe, zusammen mit Magnesium, am meisten das PMS-Risiko senkte. Die Probanden, die nur Magnesium bekamen, schnitten aber noch vor der Placebogruppe ab.
  • In verschiedene Studien konnte zwischenzeitlich einen Zusammenhang über die Vitamin-D-Aufnahme und das Auftreten von PMS-Symptomen festgestellt werden. So war in einer US-amerikanischer Studie mit 186 Frauen der Zusammenhang invers: Je schwerer die PMS-Symptome waren, desto niedriger auch die täglich Vitamin-D-Aufnahme.
  • In einer Studie von der University of Massachusetts wurde bereits im Jahr 2005 festgestellt, dass eine hohe Zufuhr von Calcium und Vitamin D das Risiko von PMS verringern kann.
  • Auch Eisen scheint in der Prävention eines PMS eine große Rolle zu spielen, wie die Auswertung der Daten der Nurses Health Studie beweist: Forscherinnen werteten die Daten von 3.025 Frauen aus. Erfragt wurden u.a. Daten über ihre Ernährungsgewohnheiten und den Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln. Die Wissenschaftlerinnen stellten fest, dass die Frauen, die am meisten Eisen aus pflanzlicher Nahrung und aus Nahrungsergänzungsmitteln zu sich genommen hatten, im Vergleich zu den Frauen mit einer eisenarmen Ernährung, ein 30 bis 40 Prozent geringeres Risiko für die Entstehung von PMS aufwiesen - wobei dieser Effekt nur auftrat, wenn Eisen aus pflanzlichen Quellen verzehrt wurde oder die Eisenzufuhr aus Supplementen erfolgte, nicht aber durch die Eisenaufnahme von rotem Fleisch. Auch bei Zink konnte eine ähnlich positive Wirkung gegen das Auftreten von PMS festgestellt werden. Die Forscher fanden auch eine Erklärung für die positiven Wirkungen beider Spurenelemente:  Eisen ist für die Bildung des "Glückshormons" Serotonin erforderlich, und Zink ist wesentlich für den Stoffwechsel des Hippocampus. Bei einem Zinkmangel können Depressionen und andere psychiatrische Störungen auftreten.

 

Referenzen:

  • Chocano-Bedoya PO1, Manson JE et al.: Dietary B vitamin intake and incident premenstrual syndrome; Am J Clin Nutr. 2011 May;93(5):1080-6.
  • Bertone-Johnson ER, Chocano-Bedoya PO et al.: Dietary vitamin D intake, 25-hydroxyvitamin D3 levels and premenstrual syndrome in a college-aged population; J Steroid Biochem Mol Biol. 2010 Jul;121(1-2):434-7.
  • Fathizadeh N, Ebrahimi E et al.:  Evaluating the effect of magnesium and magnesium plus vitamin B6 supplement on the severity of premenstrual syndrome; Iran J Nurs Midwifery Res. 2010 Dec;15(Suppl 1):401-5.
  • Bertone-Johnson ER, Hankinson SE et al.: Calcium and vitamin D intake and risk of incident premenstrual syndrome; Arch Intern Med. 2005 Jun 13;165(11):1246-52.
  • wissenschaft.de, 26.03.2013: Mineralien gegen PMS

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