Forscher aus China publizierten eine Metaanalyse zu Studien über die Eisenaufnahme und der Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In die Metaanalyse wurden 19 Studien mit 720.427 Studienteilnehmern einbezogen. Eine höhere Aufnahme von Hämeisen war mit einer größeren Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert. Die Autoren der Metaanalyse empfehlen zur Vermeidung eines frühen Todes infolge Herz-Kreislauf-Erkrankungen, den Konsum von Hämeisen zu reduzieren.

Referez:
Minghui Han, Li Guan et al.: Dietary iron intake and risk of death due to cardiovascular diseases: A systematic review and dose-response meta-analysis of prospective cohort studies; Asia Pac J Clin Nutr. 2020;29(2):309-321. doi: 10.6133/apjcn.202007_29(2).0014.

Wissenschaftler aus Italien untersuchten in einer retrospektiven Studie mögliche Korrelationen zwischen den Konzentrationen der Aminosäuren im Plasma und der Albumin- und Hämoglobinkonzentration. Außerdem wurden für die Konzentrationen von Albumin und Hämoglobin nach Aminosäuren gesucht mit Prädiktorenfunktion. In der Studie wurden 125 Schlaganfallpatienten und 15 gesunde Kontrollpersonen einbezogen. Die beste Korrelation mit Albumin hatten Tryptophan und Histidin. Histidin und die essenziellen Aminosäuren waren als Vorhersagevariable für Hämoglobin am besten geeignet.

Referenz:
Aquilani R, Maestri R et al.: The relationship between plasma amino acids and circulating albumin and haemoglobin in postabsorptive stroke patients; PLoS One. 2019 Aug 14;14(8):e0219756. doi: 10.1371/journal.pone.0219756. eCollection 2019.

Ein Wissenschaftler der University of Missouri publizierte einen Fachartikel über die Bedeutung von Glutamin bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zur Aufrechterhaltung eines gesunden Herz-Kreislauf-Systems. Glutamin hat eine ganze Reihe von günstigen Effekten auf das Herz-Kreislauf-System, zum Beispiel Verbesserung der Glutathionsynthese, vermehrte Bildung von Hitzeschockproteinen und vermehrte Bildung von Stickstoffmonoxid. Eine Glutaminsupplementierung vermindert oxidativen Stress, die Entzündungsaktivität, die Apoptose und verbessert den Blutfluss sowie die Fließfähigkeit des Blutes.
Darüber hinaus kann Glutamin verschiedene bekannte Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen günstig beeinflussen, zum Beispiel eine Dyslipidämie, verminderte Glukosetoleranz, Insulinresistenz, arterielle Hypertonie sowie Übergewicht. In Ausnahmefällen kann Glutamin aber auch einen ungünstigen Effekt haben und zwar dann, wenn Glutamin exzessiv in den Citratcyclus eingeschleust wird.

Referenz:
Durante W: The Emerging Role of l-Glutamine in Cardiovascular Health and Disease; Nutrients. 2019 Sep 4;11(9). pii: E2092. doi: 10.3390/nu11092092.

Wissenschaftler aus Großbritannien und Deutschland präsentierten eine Studie über den Zusammenhang zwischen Glycin und cardiometabolischen Erkrankungen unter Verwendung genetischer Methoden. Es konnte nachgewiesen werden, dass Glycin genetisch mit einem niedrigeren Risiko für die koronare Herzerkrankung assoziiert ist, was wenigstens teilweise durch den Blutdruck bedingt wird.
Die Evidenz zwischen einem genetischen Zusammenhang von Glycin mit Typ-2-Diabetes ist schwächer. Glycin könnte also einen Schutzeffekt gegen die koronare Herzerkrankung haben und außerdem die Insulinresistenz vermindern.

Referenz:
Laura B. L. Wittemans, Luca A. Lotta et al.: Assessing the causal association of glycine with risk of cardio-metabolic diseases; Nat Commun. 2019 Mar 5;10(1):1060

Atherosklerose 320

Nach wie vor ist die koronare Herzerkrankung KHK die häufigste Todesursache in den Industrieländern. Bei der koronaren Herzerkrankung besteht ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf in der Koronarzirkulation. Die häufigste Ursache einer KHK ist eine Stenose der großen Koronargefäße, die in den meisten Fällen durch atherosklerotische Veränderungen ausgelöst wird.

Die Atherosklerose beginnt mit einer Funktionsstörung des Gefäßendothels, der endothelialen Dysfunktion. Nach und nach kommt es dann zu den weiteren typischen Veränderungen der Atherosklerose bis hin zur Bildung fibrösen Plaques. Die Koronarartherien können eine Lumeneinengung bis zu 75 Prozent kompensieren. Für die Entstehung einer KHK sind also erhebliche atherosklerotische Veränderungen erforderlich. Die Entstehung von atherosklerotischen Gefäßveränderungen wird von verschiedenen Risikofaktoren beeinflusst. Für die Vermeidung oder Begrenzung atherosklerotischer Gefäßveränderungen ist eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen von zentraler Bedeutung. Hierzu einige aktuelle Studien.

  • Wissenschaftler aus Norwegen konnten nachweisen, dass die Methioninkonzentration im Blutplasma das Risiko für Herzinfarkt beeinflusste. Die Methioninkonzentration war bei Patienten, die hohe Spiegel von LDL-Cholesterin oder Apoprotein-B aufwiesen, invers mit dem Herzinfarktrisiko assoziiert.
    Die inverse Assoziation bestand auch bei Personen jünger als 62 Jahre und bei Patienten ohne Diabetes oder Bluthochdruck.
  • Für die Endothelfunktion und Regulierung der Durchblutung spielt die Aminosäure Arginin eine zentrale Rolle. Citrullin ist sehr eng mit dem Argininstoffwechsel verbunden und wird zunehmend häufig anstelle von Arginin zur Verbesserung der Endothelfunktion eingesetzt...

Wissenschaftler aus Portugal publizierten einen Fachartikel zur Bedeutung eines Eisenmangels bei Herzinsuffizienz. Gegenwärtig kann man davon ausgehen, dass mehr als 30 bis 50 Prozent der Patienten mit stabiler chronischer Herzinsuffizienz einen Eisenmangel aufweisen, der die Prognose der Erkrankung verschlechtert.

Eine intravenöse Eisentherapie sei eine sichere und effektive Intervention zur Verminderung der Krankenhausaufenthalte wegen Herzinsuffizienz.

Referenz:
Bruno M.L. Rocha, Gonçalo J.L. Cunha et al.: The Burden of Iron Deficiency in Heart Failure : Therapeutic Approach; Journal of the American College of Cardiology, Volume 71, Issue 7, 20 February 2018, Pages 782–793

Wissenschaftler aus dem Iran und aus Neuseeland untersuchten bei Herzinsuffizienz-Patienten die Effekte einer Taurinsupplementierung vor und während einer körperlichen Belastung. Zwei Wochen Taurinsupplementierung erhöhte die Taurinspiegel und hatte antiatherogene und antiinflammatorische Effekte. Die Taurinsupplementierung erfolgte in Form einer Gabe von 3 x 500 mg Taurin.

Referenz:
Ahmadian M, Roshan VD et at al.: Taurine supplementation has anti-atherogenic and anti-inflammatory effects before and after incremental exercise in heart failure; Ther Adv Cardiovasc Dis. 2017 Jun 1:1753944717711138. doi: 10.1177/1753944717711138

Quecksilber ist ein hochgiftiges Schwermetall und hat keine physiologischen Funktionen im Stoffwechsel. Quecksilber besitzt nicht nur toxische Effekte auf das Nervensystem und auf das Immunsystem, sondern fördert auch die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z.B. arterielle Hypertonie, Koronare Herzerkrankung und Herzinfarkt. Die neurotoxischen Effekte von Quecksilber könnten auch die autonomen Funktionen des Herzens beeinflussen. Quecksilber hat eine hohe Affinität zu Thiol- und Selenogruppen, die in verschiedenen selen- und schwefelhaltigen Biomolekülen vorkommen. Quecksilber und Methylquecksilber führen zu einer mitochondrialen Dysfunktion, vermindern die ATP-Synthese, führen zu einer Glutathionverarmung und erhöhen die Peroxidation von Proteinen, DNA und Phospholipiden. Ein toxischer Effekt von Quecksilber, das Herz-Kreislauf-System betreffend, ist die Inaktivierung des Enzyms Paraoxonase, was zu einer Störung des HDL-Cholesterinstoffwechsels führt. Die toxischen Effekte von Quecksilber sollten bei allen Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen abgeklärt werden, bei denen der Verdacht auf eine Quecksilberüberladung besteht.

Referenz:
Giuseppe Genchi, Maria Stefania Sinicropi et al.: Mercury Exposure and Heart Diseases; Int J Environ Res Public Health. 2017 Jan; 14(1): 74. Published online 2017 Jan 12. doi:  10.3390/ijerph14010074

Herzinsuffizienz 250Die Herzinsuffizienz ist eine sehr häufige internistische Erkrankung, von der in Europa mehr als 10 Mio. Menschen betroffen sind. Bei der Herzinsuffizienz besteht eine Unfähigkeit des Herzmuskels, den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Der wichtigste auslösende Faktor für die Herzinsuffizienz ist die koronare Herzerkrankung, an zweiter Stelle folgt die Hypertonie, darüber hinaus gibt es auch verschiedene andere Ursachen wie Kardiomyopathien, Myocarditis, Perikarditis und vieles mehr. Durch das abnehmende Herzzeitvolumen bei der Herzinsuffizienz werden vom Organismus verschiedene Anpassungsmechanismen in Gang gesetzt, z.B. eine Aktivierung des Sympathikus und des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems. Langfristig kommt es dann zu einem strukturellen Umbau des Herzmuskels.

 

Bei Herzinsuffizienz: Störung des Energiestoffwechsels

Typisch für die Herzinsuffizienz ist eine Störung des Energiestoffwechsels des Herzmuskels, gekennzeichnet durch eine mitochondriale Dysfunktion, einen Abfall der ATP-Konzentration und einen Anstieg der Konzentration freier Fettsäuren. Mikronährstoffe sind von zentraler Bedeutung für eine effiziente Energiebildung und Energieversorgung. Deshalb sollten gerade Herzinsuffizienz-Patienten auf eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen achten...weiter

Herz Kreislauf Erkrankungen 425Bedeutung von Mikronährstoffen für das Herz-Kreislauf-System

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Angina Pectoris, Schlaganfall, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz sind sehr häufige Erkrankungen. Ausgangspunkt ist meist eine krankhafte Veränderung der Blutgefäße, für deren Entstehung Mikronährstoffmängel eine große Rolle spielen. Atherosklerotische Veränderungen in den Blutgefäßen entstehen oftmals aufgrund eines Mangels an Antioxidantien oder eines Defizites der Aminosäure Arginin. Das Spurenelement Eisen ist von zentraler Bedeutung für den Energiestoffwechsel des Herzmuskels. Zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte unbedingt auch auf eine ausreichende Vitamin-D3-Versorgung geachtet werden.


Wie wirken Mikronährstoffe bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Mikronährstoffe wirken antioxidativ, antientzündlich, leicht blutdrucksenkend, blutverdünnend. Bestimmte Mikronährstoffe können auch die Leistung des Herzmuskels verbessern oder besitzen einen antiarrhythmischen Effekt. Dazu kommt, dass Mikronährstoffe auch Stressschäden an den Gefäßen vermindern können. Die Risikofaktoren Homocystein und Lipoprotein (a) können durch Supplementierung bestimmter Mikronährstoffe gesenkt werden.


Wie erkenne ich Mikronährstoffmängel bei Herz-Kreislauf-Erkankungen?

Mikronährstoffmängel sind nur durch eine geeignete Mikronährstoffanalyse erkennbar. Auf der Basis der gemessenen Laborwerte ist dann eine zielführende Supplementierung mit Mikronährstoffen möglich. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfehlen wir die Durchführung des DCMS-Herz-Kreislauf-Profils.

Back to top