In einigen Studien hat sich der Verdacht erhärtet, dass Populationen mit Quecksilberexpositionein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen haben. Wissenschaftler aus Brasilien untersuchten, inwieweit Quecksilber die Nitritkonzentration im Blutplasma als Indikator für die Bildung von Stickoxid beeinflusst. Es wurden Blut- und Haarproben von 238 Personen gesammelt, die durch ihren Fischkonsum einer Belastung mit Methylquecksilber ausgesetzt waren. Die statistische Auswertung der Daten zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Plasmanitritkonzentration und der Plasmaquecksilberkonzentration. Die Ergebnisse der Studie belegen erstmals, dass Methylquecksilber offensichtlich einen hemmenden Effekt auf die NO-Produktion hat.

Referenz:
De Marco KC et al.: Environmental exposure to methylmercury is associated with a decrease in nitric oxide production; Basic Clin Pharmacol Toxicol. 2009 Dec 30

Junge Erwachsene mit höheren Bleispiegeln scheinen ein erhöhtes Risiko für Mayor-Depression und Panikstörungen zu haben. In die Studie wurden die Daten von knapp 2000 jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 39 Jahren einbezogen. Die Daten stammen aus einer NHANES-Untersuchung zwischen 1999 und 2004. 6,7 Prozent der jungen Erwachsenen erfüllten die Kriterien für eine Mayor-Depression, 2,2 Prozent hatten Panikstörungen und 2,4 Prozent eine generalisierte Angststörung. Die Studienteilnehmer mit den höchsten Bleikonzentrationen im Vollblut (21,1 µg/ l) oder mehr hatten ein 2,3-fach höheres Risiko für eine Mayor-Depression und ein nahezu fünffaches Risiko für Panikattacken im Vergleich zu den Studienteilnehmern mit den niedrigsten Blei-Blutspiegeln (7 µg/ l oder weniger). Selbst niedrige Bleispiegel könnten Gehirnprozesse stören, besonders die, bei denen die Neurotransmitter Serotonin und die Katecholamine involviert sind. Die Autoren der Studie, die im Dezember 2009 in „Archives of General Psychiatry“ erschien, kamen zu dem Schluss, dass die Neurotoxizität des Bleis zu diesen psychischen Störungen beiträgt – selbst in  Konzentrationen, die man im allgemeinen als niedrig oder nicht riskant ansieht.


Referenz:
www.Sciencedaily.com, Dec. 8, 2009: Young adults´blood lead levels linked to depression, panic disorder

Auf der Jahrestagung der radiologischen Gesellschaft von Nordamerika 2009 wurde eine Studie der University of Cincinnati vorgestellt. In die Untersuchung waren 33 Erwachsene einbezogen, bei denen bereits in der Kindheit eine Bleibelastung festgestellt worden war. Es handelte sich um 14 Frauen und 19 Männer im Durchschnittsalter von 21 Jahren. Die Bleikonzentrationen der Studienteilnehmer lagen zwischen 50 und 370 µg/ l. Bei jedem der Studienteilnehmer wurde eine Kernspintomographie durchgeführt sowie zwei Testverfahren zur Beurteilung verschiedener Hirnleistung wie Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Entscheidungsfreudigkeit etc. 

Das bildgebende Verfahren zeigte, dass die Studienteilnehmer mit erhöhten Blei-Blutspiegeln eine veränderte Hirnaktivität aufwiesen. Das Hirnareal für Hemmung wurde offensichtlich durch die Bleibelastung geschädigt. Außerdem konnte man einen Zusammenhang zwischen höheren Bleikonzentrationen und einer verminderten Aktivität  der Parietalregion und anderer Hirnregionen beobachten. Die Autoren der Studie kommen zu  der Feststellung, dass Bleischäden im Gehirn offensichtlich langanhaltend sind und auch durch  eine Senkung der Bleispiegel nicht reversibel sind.

Referenz:
www.sciencedaily.com, Dec. 2, 2009: Childhood lead exposure causes permanent brain damage

Wissenschaftler der Duke University und der North Carolina Central University konnten  nachweisen, dass die Bleibelastung einkommensschwacher Familien, insbesondere bei  Kindern, ein Problem darstellt. Bei den Kindern mit schlechten Testergebnissen in verschiedenen Hirnleistungstests war häufig eine hohe Bleibelastung nachweisbar, wobei festzustellen war, dass die Beeinflussung der Testergebnisse mit der Höhe der Bleibelastung korrelierte. Da die Studie in den USA durchgeführt wurde, sei angemerkt, dass Kinder aus sozial schwachen Familien erfahrungsgemäß auch vermehrt in Altbauwohnungen leben, die z.B. noch mit bleihaltigen Farben gestrichen waren.


Referenz:
www.sciencedaily.com, Oct. 20, 2009: Children´s blood leas levels linked to lower test scores

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