Der Psychologe Joel Nigg von der Oregon Health und Science University geht in einer Studie, die in der Februarausgabe der „Current Directions in Psychological Science“ erschienen ist, davon aus, dass das ADHS-Syndrom - zumindest teilweise - auf das Neurotoxinblei zurückzuführen ist. Nigg weist für diese Hypothese auf zwei Studien hin, die erst vor kurzem erschienen sind.

In einer Studie wurden bei ADHS-Kindern in den USA im Vergleich zu Kindern in einer Kontrollgruppe leicht höhere Bleiwerte im Blut gemessen. Es gab in dieser Untersuchung aber nur eine Verbindung zwischen der Bleikonzentration und der Hyperaktivität und Impulsität, nicht aber der Unaufmerksamkeit.

In einer zweiten Studie ergab sich ein starker Zusammenhang zwischen der Bleikonzentration und den ADHS-Symptomen, die von Eltern und Lehrern beschrieben und bewertet wurden. Nigg bietet ein Erklärungsmodell für die Symptome, die mit ADHS assoziiert sind. Blei dockt am Striatum und am präfrontalen Kortex an und wirkt dort auf Gene ein. Durch diesen Einfluss auf die Gene, die die Gehirnaktivität steuern, verändert das Blei auch die psychologischen Prozesse, die von diesen Nervenzellen ausgehen, besonders die kognitive Kontrolle. Eine Verminderung der kognitiven Kontrolle begünstigt dann die Entstehung von Überaktivität und Unaufmerksamkeit.

 

Referenz:
www.sciencedaily.com, Jan. 29; 2010: Lead may be the culprit in ADHD

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