Polnische Wissenschaftler untersuchten die Konzentration von Metallen in 16 Brustgewebeproben gesunder Probandinnen und in 67 Brustkrebsproben. In den Brustkrebsproben wurden signifikant höhere Konzentrationen von Cadmium und Aluminium nachgewiesen als in den Proben der Kontrollgruppe, so dass ein möglicher Zusammenhang zwischen den Metallen und Brustkrebs zumindest nahe liegt.

Wissenschaftler der University of Reading veröffentlichten im November 2011 einen Artikel über Aluminium und Brusterkrankungen bei Menschen. Die Brust ist sowohl durch die Ernährung als auch durch Körperpflegemitteln der Anreicherung mit Aluminium ausgesetzt.

Die Anwendung von aluminiumhaltigen Antitranspiranten führt zu einer lokalen langandauernden Aluminiumbelastung. Die britischen Wissenschaftler konnten in der Flüssigkeit aus Brustwarzen bei Brustkrebspatientinnen erhöhte Aluminiumkonzentrationen nachweisen, was ein Beweis dafür ist, dass im Brustkrebsgewebe erhöhte Aluminiumspiegel vorhanden sind.

Auch Zysten in der Brustdrüse enthielten stark erhöhte Aluminiumkonzentrationen (durchschnittlich 150 µg/ l) während z.B. beim Serum 6 µg/ l nachgewiesen wurden. Daraus ergibt sich natürlich die Frage, ob Aluminium auch bei der Entwicklung dieser gutartigen Brusterkrankung eine Rolle spielt. Außerdem konnten die Forscher auch Veränderungen von Ferritin und Transferrin parallel zu erhöhten Aluminiumkonzentrationen nachweisen sowie eine Überexpression von bestimmten Calcium-bindenden Proteinen, wenn Brustkrebszellen Aluminiumsalzen ausgesetzt wurden.

Wissenschaftler der Universität Genf untersuchten ebenfalls die Frage, inwieweit Aluminiumsalze an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt sein könnten. Dazu setzten sie eine Zellkultur von Brustdrüsenzellen verschiedenen Aluminiumkonzentrationen aus. Eine Konzentration in der Größenordnung, wie sie zuvor in der Brustdrüse gemessen wurde, führte zu einem Verlust der Kontakthemmung und zu einem ankerungsunabhängigen Wachstum. Dabei wurden ein Anstieg der DNA-Synthese, vermehrt DNA-Strangbrüche und eine Beschleunigung der Zellalterung in den Zellkulturen nachgewiesen. Die Aluminiumsalze hatten jedoch keinen Effekt auf Hautzellen oder Fibroblasten und zeigten auch bei Bakterien keine mutagenen Eigenschaften. Die Ergebnisse der Studie lassen vermuten, dass Aluminium zwar nicht grundsätzlich mutagen ist, aber das Zellwachstum anregt sowie die Zellalterung fördert. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass Aluminium formell nicht als brustkarzinogen eingestuft werden kann, aber doch die Frage aufwirft, inwieweit Aluminium in Körperpflegemitteln noch als unschädlich bezeichnet werden kann.

 

Referenzen:
  • Darbre PD et al.: Aluminium and human breast diseases; J Inorg Biochem. 2011 Nov; 105(11): 1484-8
  • Sappino AP.: Aluminium chloride promotes anchorage-independent growth in human mammary epithelial cells; J Appl Toxicol. 2012 Mar; 32(3): 233-43
  • Romanowicz-Makowska H et al.: Concentration of cadmium, nickel and aluminium in female breast cancer; Pol. J panthol. 2011 Dec; 62(4): 257-61


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