Drucken

OhrAltersschwerhörigkeit ist eine häufig verbreitete Alterserscheinung. Sie beginnt meist zwischen dem fünfzigsten und sechzigsten Lebensjahr. Bei den über 65-Jährigen klagt etwa ein Drittel der Personen über Schwerhörigkeit. In dieser Altersgruppe weisen etwa die Hälfte der Männer und ein Viertel der Frauen messbare Hörverluste auf. Die Hörverluste treten besonders bei hohen Hörfrequenzen auf, das Hören tieferer Töne ist in der Regel nicht beeinträchtigt. Typisch ist auch ein erschwertes Sprachverständnis in einer lauten Umgebung.

Wie es zur Altersschwerhörigkeit kommt, ist noch nicht vollständig geklärt. Ein wichtiger Faktor sind ganz sicher oxidative Schäden der Haarzellen der Cochlea und der zugehörigen Nervenzellen. Die vermehrte Bildung von freien Radikalen ist wiederum zu einem großen Teil auf eine langfristige Schädigung der Mitochondrien zurückzuführen. Jedenfalls können oxidative Schäden über verschiedene biochemische Regelkreise zu einem Absterben der Haarzellen führen.

Grundsätzlich ist der Alterungsprozess durch ein vermehrtes Auftreten freier Radikale gekennzeichnet. Deshalb ist eine gute Versorgung mit Antioxidantien sozusagen eine wichtige Maßnahme zur Begrenzung von Altersschäden.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass antioxidative Mikronährstoffe günstige Effekte bei der Altersschwerhörigkeit haben. In einer koreanischen Studie über den Gesundheitsstatus und Ernährungszustand bei Erwachsenen zwischen 50 und 80 Jahren zeigte sich, dass die Aufnahme von Vitamin A, Vitamin B2, Niacin und Vitamin C positiv mit einer besseren Hörfähigkeit bei den meisten Frequenzen assoziiert war. Die Autoren der Studie konnten auch feststellen, dass weniger als die Hälfte der älteren Studienteilnehmer eine ausreichende Menge an Vitaminen zu sich nahmen.

In einer großen US-amerikanischen Gesundheitsstudie (NHAHNES) zeigte sich, dass die Aufnahme von Antioxidantien und Magnesium mit einem geringeren Risiko für Hörverluste verbunden war. Diese Untersuchung wurde im Januar 2014 publiziert. In früheren Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass eine vermehrte Vitamin-E-Aufnahme die Wahrscheinlichkeit für Hörverluste verminderte. Durch eine Therapie mit Coenzym Q10 konnte in einer Studie mit 60 Patienten mit Schwerhörigkeit eine signifikante Verbesserung der Hörschwellen nachgewiesen werden.

Nicht nur die antioxidativen Mikronährstoffe, sondern auch die Vitamine B12 und Folsäure waren in Untersuchungen mit einem altersbedingten Gehörverlust verbunden. In einer Untersuchung, die 2010 publiziert wurde, zeigte sich, dass die Serumkonzentrationen von Homocystein und Folsäure mit einem altersbedingten Gehörverlust zusammenhängt, d.h. hohe Homocysteinkonzentrationen und/ oder niedrige Folsäurekonzentrationen begünstigen ein Nachlassen des Gehörs. Holländische Wissenschaftler publizierten bereits 2007, dass durch eine Supplementierung von Folsäure, über einen Zeitraum von drei Jahren, sich die altersbedingten Hörverluste verlangsamten.

Methylmalonsäure gilt als Indikator für eine unzureichende Vitamin-B12-Versorgung. Erhöhte Konzentrationen von Methylmalonsäure waren bei älteren Erwachsenen mit Gehörverlusten assoziiert.

Auch eine Belastung mit Schwermetallen und die Versorgung mit Spurenelementen hat einen Einfluss auf die Gehörfunktion. Das Schwermetall Blei verschlechtert die Hörfähigkeit in Abhängigkeit von seiner Konzentration im Organismus, während höhere Selenspiegel mit einer besseren Hörleistung verbunden waren. Selen könnte also ein protektiver Faktor für die Gehörfunktion sein und möglicherweise die toxischen Effekte von Blei reduzieren.

 

Referenzen: