Menopause 320

Der Begriff „Wechseljahre“ umschreibt die mehrere Jahre andauernde Übergangsphase von der Zeit der Geschlechtsreife bis zur Postmenopause. Der Großteil der Frauen durchlebt das Klimakterium zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Die letzte Blutung im Zyklus der Frau wird als Menopause bezeichnet.

Kennzeichnend für das Klimakterium ist eine ständige Verminderung der Östrogenproduktion. Die typischen Beschwerden der Wechseljahre werden in erster Linie durch einen Mangel an Östrogenen ausgelöst, z. B. Hitzewallungen, Gereiztheit, Nervosität, Schlafstörungen, Schleimhautveränderungen, prämenopausale Blutungsstörungen etc. Die nachlassende Östrogenproduktion führt auch zu einem erhöhten Verlust von Knochensubstanz, wodurch sich das Osteoporoserisiko im späteren Leben erhöht.
Bis zu 85 Prozent der Frauen in den Wechseljahren berichten von Hitzewallungen, 55 Prozent bereits vor dem Beginn der Menstruationsstörungen, die den Beginn der Perimenopause markieren. Bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden ist eine Hormonersatztherapie zwar die wirksamste Strategie, allerdings mit verschiedenen Risiken verbunden: Es gibt eine ganze Reihe von pflanzlichen Substanzen, die mit gutem Erfolg bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden können, z. B. Phytoöstrogene, Rotklee, Silberkerzenextrakt etc. Auch mit Hilfe von Mikronährstoffen sind die Wechseljahresbeschwerden in einem gewissen Umfang beeinflussbar, dazu im Folgenden verschiedene Erkenntnisse aus Studien:

  • Aus mehreren Publikationen geht hervor, dass die menopausalen Symptome häufig mit oxidativem Stress verbunden sind. In einer Publikation spanischer Wissenschaftler aus dem Jahre 2006 wird eine Supplementierug der Vitamine C und E sowie von Beta-Carotin empfohlen. 2013 publizierten Forscher aus den USA einen Fachartikel über die Rolle von oxidativem Stress bei der Menopause. Oxidativer Stress spielt eine integrale Rolle im Alterungsprozess. Die Abnahme der Östrogenkonzentration ist mit oxidativem Stress verbunden. Höhere Östrogenkonzentrationen haben offensichtlich einen antioxidativen Effekt, während niedrige Östrogenkonzentrationen eher prooxidativ wirken. Die US-Wissenschaftler empfehlen in ihrem Fachartikel die Vitamine C und E zur Behandlung der Störungen infolge einer geringeren Östrogenproduktion.

  • Aus einem Fachartikel italienischer Wissenschaftler geht hervor, dass klimakterische Symptome mit einer Verminderung der antioxidativen Kapazität verbunden sind, insbesondere die vasomotorischen Symptome.

  • 2018 veröffentlichten Forscher aus dem Iran, dass eine höhere Aufnahme von Antioxidantien mit weniger menopausalen Symptomen verbunden war. Die totale antioxidative Kapazität war invers mit menopausalen Symptomen assoziiert.

  • Durch eine Folsäuresupplementierung konnten Hitzewallungen vermindert werden.

  • Wissenschaftler aus Ägypten konnten nachweisen, dass eine Supplementierung von Folsäure im Vergleich zu einer Supplementierung mit einem Placebopräparat Hitzewallungen verminderte. Durch die Einnahme von Folsäure kam es zu einer Verminderung der zentralen noradrenergen Aktivität.

  • Wissenschaftler aus dem Iran publizierten 2013 die Ergebnisse einer Studie, in der 70 Frauen entweder ein Milligramm Folsäure in Tablettenform oder ein Placebopräparat erhielten. Durch die Folsäuresupplementierung kam es zu einer deutlichen Verminderung von Schweregrad, Häufigkeit und Dauer der Hitzewallungen.

  • 2007 veröffentlichten Forscher aus dem Iran die Ergebnisse einer placebokontrollierten Doppelblindstudie, in der Vitamin E mit einem Placebopräparat verglichen wurde. Durch eine Vitamin-E-Supplementierung wurde der Schweregrad von Hitzewallungen signifikant vermindert.

  • Frauen in der Menopause sollten in jedem Fall auf einen guten Vitamin-D-Status achten. Ein Vitamin-D-Mangel ist mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, mit Typ-2-Diabetes sowie mit Depressionen und verminderter Hirnleistung assoziiert. Während der Menopause führt eine Abnahme des Östrogenspiegels zu einem erhöhten Knochenumsatz, zu einer verringerten Knochendichte und zu einem erhöhten Frakturrisiko, weshalb der Vitamin-D-Versorgung eine große Bedeutung zukommt.

  • Unter den häufigsten menopausalen Beschwerden sind solche, die prinzipiell mit einer Verengung oder Erweiterung der Blutgefäße verbunden sind. Bei Frauen in der frühen Phase der Menopause ist das Risiko für eine endotheliale Dysfunktion erhöht. Eine endotheliale Dysfunktion ist eine funktionelle Störung der Regulation der Blutgefäße. Die Folge dieser vaskulären Störung sind z. B. Hitzewallungen, an denen vier von fünf Frauen in der Menopause leiden.

  • Eine wichtige Rolle für die Gefäßregulation spielt die Aminosäure Arginin, die Ausgangssubstanz für die Bildung von Stickstoffmonoxid ist. Stickstoffmonoxid ist ein bedeutendes Regulatormolekül für die Blutgefäße. Bei vielen Frauen mit Hitzewallungen könnte deshalb eine Argininsupplementierung vorteilhaft sein.

  • Wissenschaftler aus Russland konnten nachweisen, dass ein Kombinationspräparat aus Magnesium und Vitamin B6 die klimakterischen Symptome besserte.
  • Wissenschaftler aus Korea haben bei Frauen die Ernährungsfaktoren analysiert, die mit klimakterischen Symptomen in Verbindung stehen könnten. Die untersuchten Frauen hatten eine relativ niedrige Aufnahme von Vitamin A, Vitamin B2, Folsäure, Eisen, Zink und Calcium. Die niedrigste Nährstoffaufnahme betraf Calcium. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass diätätische Faktoren zur Prävention und Reduktion einiger klimakterischer Symptome sinnvoll sind.

Referenz:

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