stimmung uschi dreiucker pixelio 200Wissenschaftler aus Boston publizierten einen Fachartikel, der die Bedeutung von Eisen für die psychische Befindlichkeit beleuchtet. Eisen wird für zahlreiche vitale Funktionen benötigt, einschließlich Sauerstofftransport, Zellatmung, Immunfunktion, Stickstoffoxid-Metabolismus und DNA-Synthese. Das Metall spielt auch eine wichtige Rolle für die richtige Morphologie, Neurochemie und Bioenergetik des Gehirns. Eine unzureichende Myelinisierung durch einen Eisenmangel kann zu einer langanhaltenden Beeinträchtigung des Verhaltens führen.

Eisen spielt auch eine große Rolle im Stoffwechsel der Neurotransmitter. Ein gestörtes emotionales Verhalten ist oftmals mit einer Veränderung des Dopaminmetabolismus assoziiert. Grundsätzlich gilt, dass ein Eisenmangel die Dopaminfunktionen negativ beeinflussen kann. Eisen ist ein Cofaktor der Tyrosin-Hydroxylase, einem wichtigen Enzym für die Dopamin-Produktion. Auch Veränderungen des Serotonin-Stoffwechsels hängen mit der Eisenversorgung zusammen. Ein Eisenmangel kann, durch eine verminderte Aktivität der Syntheseenzyme, die Serotoninbildung beeinträchtigen. Bei einem Eisenmangel kommt es zu einer Erhöhung der extrazellulären Noradrenalinkonzentration. Dies geschieht möglicherweise als Kompensation des gestörten Dopaminstoffwechsels. Es gibt auch Hinweise dafür, dass ein Eisenmangel verschiedene Enzymaktivitäten beeinflusst, die mit Glutamat und GABA im Zusammenhang stehen. Die glutamaterge Neurotransmission wird vor allem durch einen Energiemangel in Folge eines Eisendefizits hervorgerufen. Auch eine Veränderung des GABA-Stoffwechsels ist mit verminderten Eisenkonzentrationen assoziiert. Ein Eisenmangel führt zu erhöhten GABA-Konzentrationen in verschiedenen Gehirnregionen, wodurch die Neurotransmission insgesamt vermindert wird. Ein Eisenmangel führt zu einer Verstärkung der GABA-Bindung an Synapsen.

Es gibt also inzwischen eine starke Evidenz dafür, dass eine Veränderung des Eisenstoffwechsels das emotionale Verhalten beeinflusst, andersherum zeigen Patienten mit psychischen Störungen oft einen reduzierten Eisenstatus. Patienten mit Schizophrenie haben z.B. niedrigere Eisenspiegel als Kontrollpersonen. Patienten mit Major-Depression zeigten niedrigere Konzentrationen des Hämatokrits und Transferrins. Auch andere Metalle, wie z.B. Zink und Selen sowie Mangan und Kupfer können die psychische Befindlichkeit erheblich beeinflussen.

Referenz:
Jonghan Kim et al.: Iron and mechanisms of emotional behavior; Journal of Nutritional Biochemistry 25 (2014) 1101-1107

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