(Folge 1)

Fit im Alter 320Knapp 20 Prozent der Bevölkerung in den EU-Staaten ist 65 Jahre und älter. Es ist davon auszugehen, dass aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge die Zahl älterer Menschen in den nächsten Jahrzehnten deutlich zunehmen wird. Ein wichtiger Aspekt der Bevölkerungsalterung ist auch, dass der Anteil hochbetagter Personen schneller wächst als jedes andere Alterssegment der EU Bevölkerung. Nach Angaben von Eurostat wird der Anteil der Menschen von 80 Jahren und älter in der Bevölkerung von derzeit 5,5 Prozent auf 12,7 Prozent im Jahr 2080 steigen.

Angesichts der zunehmenden Zahl älterer Menschen wird es immer wichtiger, die Faktoren zu beachten, die ein gesundes Altern ermöglichen. Entgegen vielfachem Wunschdenken kann der Alterungsprozess nicht aufgehalten werden. Ganz sicher ist es aber erstrebenswert, das Alter in guter körperlicher und mentaler Befindlichkeit zu verbringen. Eine wesentliche Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden ist in allen Lebensphasen eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen. Mikronährstoffe werden für nahezu alle biochemischen Reaktionen und für viele physiologische Funktionen im Organismus benötigt. Beim Älterwerden ist eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen von größter Relevanz, weil Mikronährstoffmängel körperliche und mentale Abbauprozesse beschleunigen können.

Inzwischen sind viele Faktoren bekannt, die auf molekularer Ebene am Alterungsprozess beteiligt sind. Eine zentrale Rolle spielt hierbei der oxidative Stress. Im Laufe des Lebens kommt es zu einer Anhäufung oxidativer Schäden an der DNA, sowie an Proteinen und Lipiden. Diese Schäden finden sich hauptsächlich in den Geweben, die sich nicht weiter teilen zum Beispiel bei Nerven- und Muskelzellen. Weitere Alterungsgründe sind: eine Verkürzung der Chromosomenenden (Telomere), eine erhöhte Entzündungsaktivität des Stoffwechsels, eine Veränderung des Hormonhaushalts, eine zunehmende Verzuckerung (Glykierung) von wichtigen Biomolekülen, eine nachlassende Immunkompetenz und vieles mehr...

OsteoporoseLaut WHO gehört die Osteoporose zu den zehn häufigsten Erkrankungen weltweit. 75 bis 200 Millionen Menschen sind davon betroffen, in Deutschland ca. 8 Millionen. Charakteristisch für die Osteoporose ist eine Verminderung der Knochensubstanz und eine Verschlechterung der Knochenarchitektur, die zu einer erhöhten Knochenbrüchigkeit führt.

Jede zweite Frau und jeder fünfte Mann erleiden im Laufe ihres Lebens eine osteoporotische Fraktur. Risikofaktoren für die Osteoporose sind: Alter und Geschlecht. Frauen weisen bei einem vergleichbaren Lebensalter ein etwa doppelt so hohes Risiko für Osteoporose-assoziierte Frakturen auf wie Männer. Wichtige Einflussfaktoren sind die körperliche Aktivität und die Ernährungsgewohnheiten.

Häufig wird Osteoporose als reine Calciummangelerkrankung betrachtet, was aber so nicht zutreffend ist. Quantitativ dominiert beim Knochenaufbau Calcium, für die Qualität der Knochen sind aber viele Ernährungsfaktoren, insbesondere die Versorgung mit Mikronährstoffen, wichtig. Milchprodukte sind keine ideale Calciumquelle. Ausgerechnet die Länder mit dem höchsten Milchkonsum haben auch die höchste Osteoporoserate. In afrikanischen Ländern ist die Osteoporoserate sehr gering, obwohl die Afrikaner meist keine oder nur wenige Milchprodukte verzehren. Bei Osteoporose sind Nahrungsmittel mit Phosphatzusätzen, z. B Schmelzkäse und Softdrinks, nicht zu empfehlen. Ein hoher Kochsalzkonsum, wie in Deutschland üblich, führt zu Calciumverlusten. Auch eine proteinreiche Ernährung erhöht die Calciumausscheidung über die Nieren. Ungünstig sind Genussmittel wie Alkohol, Koffein und Nikotin...

Migraene 32010 bis 20 Prozent aller Patienten in einer Hausarztpraxis klagen über chronische oder rezidivierende Kopfschmerzen. Ein häufiges Kopfschmerzsyndrom ist die Migräne. 12 bis 14 Prozent der Frauen und sechs bis acht Prozent der Männer leiden darunter, so zumindest die Angabe in der Fachliteratur.

Immer wieder werden Studien publiziert, die einen Zusammenhang zwischen dem Mikronährstoffstatus und der Migräne aufzeigen. Im Folgenden werden einige Studien vorgestellt, die in den letzten Monaten publiziert wurden:

  • Wissenschaftler aus dem Iran haben im November 2018 die Ergebnisse einer Studie publiziert, in der nachgewiesen wurde, dass höhere Vitamin-D-Spiegel (zwischen 50 und etwa 100 ng/ml) mit einem 80 bis 83 Prozent niedrigerem Risiko für Migräne assoziiert waren im Vergleich mit 25 OH-D-Spiegel unter 20 ng/ml.
  • Italienische Wissenschaftler publizierten im Juni 2018 einen Fachartikel über den Energiestoffwechselstörungen bei der Migräne. Verschiedene Studien hätten gezeigt, dass bei Migränepatienten Defizite in der Energieproduktion vorliegen, bei gleichzeitig erhöhtem Energieverbrauch. Wenn der Energiebedarf über einen bestimmten Schwellenwert ansteigt, kommt es zu biochemischen Veränderungen und Stoffwechselveränderungen, die zu einer Migräneattacke führen können. Riboflavin und Coenzym Q10 sind effektiv in der Migräneprophylaxe und unterstützten damit die Hypothese, dass eine Verbesserung des Energiestoffwechsels des Gehirns die Anfälligkeit für Migräne reduzieren kann.
  • Eine Wissenschaftlergruppe aus dem Iran hat im Juli 2018 einen Übersichtsartikel über die Rolle von Mikronährstoffen bei Migräne veröffentlicht. Die Auswertung der vorhandenen Fachliteratur hat ergeben, dass eine Supplementierung mit Magnesium, Carnitin, Vitamin B2, Nacin, Coenzym Q10, Vitamin D, Vitamin B12 und Alpha-Liponsäure einen prophylaktischen und therapeutischen Effekt bei Migränepatienten hat...

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