Print

Winterdepression 320

In der dunklen Jahreszeit treten bei vielen Menschen vermehrt Symptome einer Winterdepression auf, die gekennzeichnet sind durch eine Verschlechterung der Stimmung, einer Reduzierung des Energielevels, ein erhöhtes Schlafbedürfnis, ein verstärkter Appetit auf Süßigkeiten und häufig auch durch Gewichtszunahme. Die Ursache der saisonalen Depression ist noch nicht ausreichend erforscht. Sehr vieles spricht dafür, dass die Symptomatik der Betroffenen im Zusammenhang mit dem Stoffwechsel von Serotonin und Melatonin steht. Bei einem nachlassenden Lichteinfall auf die Netzhaut wird vermehrt Melatonin gebildet. Die Serotoninsynthese ist hingegen eher vermindert.

Eine wichtige Rolle spielt sicherlich das Vitamin D. Bekanntlich kann Vitamin D in unseren Breiten allenfalls bis Anfang bzw. Mitte Oktober gebildet werden. Es kommt also dann mit Eintritt des Winters zu einem Abfall der Vitamin-D-Konzentration, falls Vitamin D nicht in ausreichender Menge supplementiert wird.

 

Vitamin D hat sehr vielfältige Funktionen im Stoffwechsel. Es ist auch für die Nervenzellen des Gehirns von großer Bedeutung. Vitamin-D-Rezeptoren befinden sich besonders auch in den Regionen des Gehirns, die für die Regulierung der Stimmung wichtig sind. Vitamin D kann auch direkt die Bildung von Serotonin im Gehirn beeinflussen.

Eine wichtige Maßnahme zur Vermeidung der Winterdepression ist also in jedem Fall die Sicherstellung einer guten Vitamin-D-Versorgung.

Generell sollte bei jeder Form der Depression die Mikronährstoffversorgung überprüft werden, da Mikronährstoffe für den Neurotransmitterstoffwechsel eine zentrale Rolle spielen.

Bei depressiven Patienten ist z. B. häufig ein Zinkmangel nachweisbar.

Auch Eisen ist wichtig: In verschiedenen Studien zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Eisenstoffwechsel und Depressionen. Eisen ist erforderlich für die Bildung von Serotonin und Katecholaminen und damit erforderlich für die Hirnleistungsfähigkeit und psychische Befindlichkeit. Eisen ist wichtig für den Sauerstofftransport und für die Sauerstoffspeicherung. Viele Enzyme des Energiestoffwechsels sind eisenabhängig. Ein Eisenmangel führt deshalb leicht zu einem Energiemangel, was wiederum eine Stimmungsverschlechterung bis hin zu depressiver Verstimmung bewirken kann.

Wenn mehrere Mikronährstoffe fehlen, ist das Depressionsrisiko häufig erhöht. Dies wurde in einer großen Studie in Spanien (SUN Cohort study) eindrucksvoll nachgewiesen.

In einer Metaanalyse, die 2016 publiziert wurde, zeigte sich auch ein Zusammenhang zwischen niedrigen Folsäure- sowie Vitamin-B12-Konzentrationen und Depressionen bei älteren Menschen.

Grundsätzlich sollte das Auftreten depressiver Symptome in der dunklen Jahreszeit Anlass sein, den Mikronährstoffstatus zu überprüfen.

Wie bereits erwähnt, können bei Depressionen vielfältige Mikronährstoffmängel eine Rolle spielen, dazu zählen auch mögliche Defizite bei einzelnen Aminosäuren.

Aminosäuren sind Vorstufen von Neurotransmittern oder haben selbst eine Neurotransmitterfunktion. Sie sind also von zentraler Bedeutung für die psychische Befindlichkeit.

Wir empfehlen gerade in dieser Jahreszeit die Durchführung des DCMS-Neuro-Checks, da in dieser Untersuchung sehr viele für die Psyche relevanten Mikronährstoffe bestimmt werden. Auf der Basis der gemessenen Laborwerte ist dann eine gezielte Supplementierung möglich.

 

Referenzen: