erkaeltungs-screeningIn Herbst- und Wintermonaten treten typischerweise Erkältungen vermehrt auf. Erkältungen sind akute Infektionskrankheiten der Schleimhäute von Nase und Nasennebenhöhlen, Hals und/ oder Bronchien. Das Wort Erkältung suggeriert, dass Kälte der auslösende Faktor für diese Erkrankungen ist, was aber so nicht stimmt. Tatsächlich kann eine lange und intensive Kälteeinwirkung bei unzureichendem Kälteschutz zu einer Schwächung des Immunsystems führen und damit zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Erkältungskrankheiten. Letztere werden in 80 bis 90 Prozent der Fälle durch Virusinfektionen hervorgerufen. Bei Kindern dürfte der Anteil sogar noch höher liegen. Bei Erkältungskrankheiten sind häufig auch Bakterien nachweisbar, deren Krankheitswert aber sehr fraglich ist, da die gleiche Bakterienflora meist auch bei Gesunden vorkommt.

Die häufigsten Erkältungsviren gehören zu den Gattungen der Rhinoviren, Corona-Viren und der Respiratory-Syncytial-Viren. Viele der Symptome, die bei Erkältungskrankheiten auftreten, sind die Folge einer Entzündung, die durch die Immunantwort gegen den Erreger ausgelöst wird. Diese Symptome werden also nicht direkt von den Erregern ausgelöst.

Da sich der Mensch in der kalten Jahreszeit vermehrt in Räumen aufhält, kommt er auch vermehrt mit Erkältungserregern in Kontakt. Die Erfahrung zeigt, dass längst nicht alle Menschen eine Erkältungskrankheit bekommen, die mit entsprechenden Erregern in Berührung kommen. Es gibt verschiedene Faktoren, die das Immunsystem schwächen, z.B. ungesunde Ernährung, chronischer Stress, Schlafmangel, Bewegungsmangel, Umweltgifte etc. Von zentraler Bedeutung für die Immunkompetenz ist eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen.  Gerade die Aktivität des Immunsystems ist häufig auch ein guter Indikator für die Mikronährstoffversorgung, da die verschiedenen Komponenten der Immunantwort sehr empfindlich auf Mikronährstoffdefizite reagieren.

 

Zink

Zink ist ein Cofaktor von über 300 Enzymen und spielt eine zentrale Rolle für die Immunkompetenz. Ein Zinkmangel ist einer der häufigsten Mikronährstoffmängel weltweit, sogar in westlichen Ländern. Im Juli 2012 wurde eine Metaanalyse kanadischer Wissenschafler über den Nutzen einer Zinksupplementierung bei Erkältungskrankheiten publiziert. In die Metaanalyse wurden 17 randomisierte, kontrollierte Studien mit insgesamt 2121 Studienteilnehmern einbezogen. Im Vergleich zu den Patienten, die ein Placebopräparat erhalten hatten, zeigten die Patienten, die Zink erhielten, eine kürzere Dauer von Erkältungssymptomen. Dieser Effekt war bei Kindern nicht signifikant. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass Zink eine moderate oder mittelmäßige Effizienz dafür zeigt, die Symptome von Erkältungskrankheiten zu reduzieren. Zink vermag die Replikation von Rhinoviren zu verhindern und kann die Rhinoviren auch daran hindern, sich an die Zellen der Nasenschleimhaut anzulagern. .


Vitamin D

Erkältungskrankheiten treten vermehrt in den Wintermonaten auf, also in den Monaten, in denen die UV-B-Intensität in unseren Breiten  für eine Vitamin-D-Synthese in der Haut nicht ausreicht. Vitamin D moduliert die Aktivität von verschiedenen Immunzellen, und es gibt zunehmend Hinweise, dass Vitamin D bei verschiedenen Atemwegserkrankungen eine wichtige Rolle spielt. In verschiedenen retrospektiven Studien konnte eine Verbindung zwischen der Vitamin-D-Konzentration und Erkältungserkrankungen der oberen Atemwege festgestellt, und in einer prospektiven Kohortenstudie wurde ein klarer Zusammenhang zwischen Infektionen der Atemwege und den Vitamin-D-Spiegeln nachgewiesen. Inwieweit eine Vitamin-D-Supplementierung das Risiko für Atemwegsinfekte vermindern kann, ist derzeit noch nicht beurteilbar, da es noch keine klinischen Studien mit einer hohen Patientenanzahl und langen Beobachtungszeiten gibt.


Vitamin C und E

Vitamin C hat wichtige Funktionen im Immunsystem. Es kann z.B. die Bildung von Interferonen stimulieren, die Zellen gegen Virusangriffe schützen. Es verbessert die Funktionsfähigkeit von neutrophilen Granulozyten und Lymphozyten. Vitamin C konnte auch in Zellkultursystemen die Virusvermehrung vermindern. Außerdem fördert Vitamin C den Histaminabbau. Inwieweit Vitamin C bei Erkältungserkrankungen von Nutzen ist, wird seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. 2007 wurde eine große Metaanalyse publiziert: In 30 Präventionsstudien mit 11.350 Studienteilnehmern konnte durch eine Vitamin-C-Supplementierung eine leichte Verminderung der Anzahl von Erkältungen festgestellt werden. Die Dauer der Erkältungssymptome verminderte sich um acht Prozent in jenen Studien, in denen Erwachsene mehr als ein Gramm Mehr als ein gramm täglich verminderte die Dauer der Erkältung um 18 Prozent. Eine Erkältung dauert meist zwischen sieben und zehn Tagen; durch Vitamin C kann die Dauer um 1,5 bis 2 Tage verkürzt werden. Bei Studienteilnehmern, die vermehrt körperlichem Stress ausgesetzt waren, kam es durch Vitamin C zu einer deutlichen Verminderung der Zahl der Erkältungen.
Im Januar 2011 wurde in der kanadischen Hausärzte-Zeitung ein Artikel über alternativmedizinische Behandlungsformen bei Erkältungskrankheiten publiziert. Die Autoren des Artikels empfehlen auf der Basis einer guten Beweislage eine Supplementierung von wenigstens einem Gramm Vitamin C zur Prävention von Erkältungen.  

2004 wurde eine Studie der Tufts University publiziert mit dem Nachweis, dass eine Supplementierung von 200 I.U. Vitamin E täglich einen Schutzeffekt auf Infektionen der oberen Atemwege bei Senioren ausübte. Durch die Einnahme von Vitamin E erkrankten die Senioren signifikant weniger an Erkältungskrankheiten. Die Reduktion der Erkältungsanfälligkeit betrug, im Vergleich zu einer Placebogruppe, 20 Prozent.

Schwedische Wissenschaftler stellten in einer Kohortenstudie an 1509 schwedischen Männern und Frauen fest, dass bei Frauen die Vitamin-C-Aufnahme über die Nahrung ausreichend ist, um das Risiko für Infekte der oberen Atemwege zu senken. Bei Männern könnte die Einnahme von Vitamin C und Vitamin E das Risiko senken; sie hatten in dieser Studie eine niedrigere Vitamin-C-Aufnahme über die Nahrung als die Frauen.


Andere Mikronährstoffe

Für eine ausreichende Immunkompetenz sind eine Vielzahl von Mikronährstoffen erforderlich. Neben den oben genannten Mikronährstoffen sind hier auch Vitamin A, Vitamin B6, Folsäure, Vitamin B12, Selen, Kupfer und Eisen zu erwähnen. Eisen wird für den Respiratory Burst der Granulozyten benötigt, d.h. für die Bildung freier Radikale, mit deren Hilfe Erreger bekämpft werden. Auch verschiedene Aminosäuren wie Glutamin, Arginin, Taurin, Glycin, Cystein haben eine wichtige Bedeutung für die Aktivität des Immunsystems. Wer häufig an Erkältungen leidet, sollte eine möglichst umfassende Mikronähstoffanalyse durchführen lassen.


Referenzen:
  • Wikipedia: Erkältung
  • Michelle Science MD et al.: Zinc for the treatment of the common cold: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials; CMAJ July 10, 2012
  • Jörg Reichrath et al.: Vitamin Update 2012; Dustri Verlag Dr. Karl Feistle; 2012
  • Richard Nahas, Agneta Balla: Complementary and alternative medicine for prevention and treatment of the common cold; Clinical Review, Vol. 57, January 2011
  • Miranda Hitti: Vitamin Supplement may lower risk of colds but not duration; WebMD Health News, Aug. 17, 2004
  • Fondell E et al.: Dietary intake and supplement use of vitamins C and E and upper respiratory tract infection; J AM Coll Nutr. 2011 Aug; 30(4): 248-58
Foto: © K.- P. Adler - Fotolia.com
 
 

Laborparameter


Bestimmt im Blut/ Serum werden:

• Arginin
• Cystein
• Glutamin
• Glycin
• Leucin
• Lysin
• Taurin
• Threonin
• Zink
• Selen
• Vitamin A
• Vitamin C
• Vitamin D3
• Vitamin E

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