Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern haben die Rolle von Hämeisen bei der Krebsentstehung untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Eisen in Konzentrationen, wie sie im menschlichen Darm bei fleischhaltiger Ernährung üblich sind, die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies fördert und Schäden an der DNA verursacht. Diese Effekte waren bei anorganischen Eisenverbindungen nur gering ausgeprägt.
Ausschließlich Hämeisen, aber nicht das anorganische Eisen, führte zum Absterben der normalen Darmzellen in Zellkulturen. Die Aufnahme von Hämeisen induzierte die Bildung von Hämoxygenase, das im Eisenstoffwechsel für den Abbau von Hämeisen zu anorganischen Eisen benötigt wird. Die Schutzfunktion des Enzyms reicht aber bei einer hohen Hämeisenzufuhr nicht aus. Hämeisen begünstigt das Wachstum von Tumorzellen im Darm und somit die Entstehung von Darmkrebs.

Referenz:
scienexx.de, 11.11.2020: Wie rotes Fleisch das Darmkrebsrisiko erhöht

In einem Fachartikel gingen britische Wissenschaftler der Frage nach, inwieweit eine orale Eisentherapie bei Patienten mit kolorektalem Karzinom sinnvoll ist. Veränderungen der Bakterienflora können zu der Entstehung und Progression des kolorektalen Karzinoms beitragen. Hierbei kommt es zu einem Überwiegen pathogener Bakterienstämme auf Kosten protektiver Bakterien. Die meisten pathogenen Bakterienstämme können in hohem Umfang Eisen aufnehmen und haben hierbei einen Wettbewerbsvorteil gegenüber protektiven Bakterienstämmen. Bei einer oralen Eisentherapie besteht also die Möglichkeit, dass ein prokarzinogenes Mikrobiom entsteht. Eine orale Eisentherapie ist die übliche Behandlungsform für eine Anämie bei Patienten mit kolorektalem Karzinom und kann zu erhöhten Eisenkonzentrationen im Darm führen. Aus diesem Grund sollte der Weg der Eisentherapie bei diesen Patienten neu bewertet werden.

Referenz:
Oliver Phipps, Hafid O. Al-Hassi et al.: Influence of Iron on the Gut Microbiota inColorectal Cancer; N utrients2020,12, 2512; doi:10.3390/nu12092512

Bei 20 Erwachsenen mit einer 25(OH)D-Konzentration kleiner als 30 Nanogramm/Milliliter wurde der Effekt von verschiedenen Dosen Vitamin D3 auf die Darmflora untersucht. Die Studienteilnehmer erhielten entweder 600 oder 4000 oder 10.000 IU pro Tag. Nach der Intervention wurde ein dosisabhängiger Anstieg des Auftretens von Bacteroides festgestellt. Eine Erhöhung der Serumkonzentration von 25(OH)D war mit einem vermehrten Auftreten günstiger Bakterienstämme und einem verminderten Auftreten pathogener Bakterienstämme assoziiert.

Referens:
Charoenngam N, Shirvani A et al.: The Effect of Various Doses of Oral Vitamin D3 Supplementation on Gut Microbiota in Healthy Adults: A Randomized, Double-blinded, Dose-response Study; Anticancer Res. 2020 Jan;40(1):551-556. doi: 10.21873/anticanres.13984.

In einer Studie wurde untersucht, wie sich eine orale Eisentherapie oder eine intravenöse Eisentherapie auf die Krankenhausaufenthalte bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auswirkte. Die Patienten, die eine intravenöse Eisentherapie erhielten, wurden weniger häufig ins Krankenhaus eingewiesen und verursachten insgesamt geringere Gesundheitskosten als die Patienten mit oraler Eisentherapie.

Referenz:
Jürgen Stein, Jennifer Scarlet Haas et al.: Oral versus intravenous iron therapy in patients with inflammatory bowel disease and iron deficiency with and without anemia in Germany – a real-world evidence analysis; Clinicoecon Outcomes Res. 2018; 10: 93–103.

Wissenschaftler aus Italien untersuchten bei Patienten auf der Intensivstation, die unter Magen-Darm-Störungen oder gar gastrointestinalem Versagen litten, die Plasmaspiegel von Citrullin, Glutamin und Arginin. Sowohl eine gastrointenstinale Dysfunktion sowie ein gastrointenstinales Versagen waren mit niedrigen Spiegeln von Citrullin und Glutamin verbunden. Je ausgeprägter das gastrointestinale Versagen war, umso niedriger waren die Citrullinkonzentrationen.

Referenz:
Fagoni N, Piva S et al.: The IN-PANCIA Study: Clinical Evaluation of Gastrointestinal Dysfunction and Failure, Multiple Organ Failure, and Levels of Citrulline in Critically Ill Patients; J Intensive Care Med. 2017 Jan 1:885066617742594

Back to top