Covid Mikronaehrstoffe


Die kalte Jahreszeit ist die Zeit, in der vermehrt Erkältungen auftreten. Die sogenannten banalen Atemwegsinfekte sind die häufigsten Erkrankungen in den Industrieländern. Erkältungskrankheiten beruhenden in 97 Prozent der Fälle auf einer Virusinfektion und bedürfen deshalb auch keiner Antibiotikatherapie. Bei der derzeitigen Corona-Pandemie sollte man natürlich beim Auftreten von Atemwegsinfekten auch an eine Infektion mit SARS-CoV-2 denken.

Das Immunsystem muss sich flexibel und schnell neuen Herausforderungen stellen und ist deshalb allezeit auf eine gute Versorgung mit allen immunrelevanten Nährstoffen angewiesen, insbesondere auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Mikronährstoffen.

 

Birne 50
Nahezu jeder Mikronährstoff-Mangel kann zu einer Beeinträchtigung der Immunkompetenz führen. Gerade in Coronazeiten sollte man alles daran setzen, Mikronährstoff-Mängel zu vermeiden. Die Impfung ist sicherlich das wirksamste Instrument bei der Bekämpfung von Covid-19, ersetzt aber nicht die Notwendigkeit der Sicherstellung einer guten Mikronährstoff-Versorgung.               

 

Studien, die den Stellenwert von Mikronährstoffen bei Covid-19 untermauern

Seit Beginn der Coronaepidemie sind inzwischen zahlreiche Studien publiziert worden, die gezeigt haben, dass bei einem schweren Verlauf von Covid-19 teils beträchtliche Mikronährstoff-Mängel vorliegen. Ganz sicher ist ein optimaler Mikronährstoff-Status kein Garant dafür, dass man sich mit SARS-CoV-2 nicht anstecken kann. Dies gilt aber auch für die Impfung.

📌 Zum jetzigen Zeitpunkt kann man festhalten:
Impfungen, Kontaktbeschränkungen
und eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen
sind eine sinnvolle Kombination zum Schutz gegen Covid-19.

 

covidstudieWissenschaftler aus verschiedenen Ländern publizierten im Juli 2020 einen Übersichtsartikel über die Bedeutung der Mikronährstoffe als immunmodulatorische Wirkstoffe in der Behandlung von Covid-19. Tenor des Fachartikels ist, dass Mängel an einzelnen Nährstoffen die individuelle Empfänglichkeit für Virusinfektionen verstärken und zu einem schwereren klinischen Verlauf der Infektion führen können.

Vitamin D besitzt eine ganze Reihe von immunmodulatorischen Eigenschaften. Dazu gehören die Aufrechterhaltung einer Immunbarriere, die Bildung von antimikrobiellen Peptiden, die Unterstützung der Funktion von Monozyten, Makrophagen und dendritischen Zellen. Außerdem fördert Vitamin D die Bildung antientzündlicher Zytokine und hemmt Interferon-gamma sowie NF-Kappa-B, die die Entzündungsaktivität erhöhen. Bei einem guten Vitamin-D-Status oder bei täglicher Vitamin-D-Supplementierung war das Risiko für Atemwegsinfekte vermindert. Die Risikoverminderung betraf aber nur Personen mit einem Vitamin-D-Mangel.

Vitamin A ist ein essenzieller Mikronährstoff für die Aufrechterhaltung der Integrität und der Barrierefunktion von epithelialen Geweben. Vitamin A besitzt antientzündliche Eigenschaften. Es reguliert die Zahl und Funktion der natürlichen Killerzellen und verbessert die Funktionsfähigkeit von Makrophagen. Vitamin A spielt auch eine wichtige Rolle für die Polarisierung der Immunantwort in Richtung einer TH2-Immundominanz, es fördert also die Bildung von Antikörpern durch B-Zellen. Ein Vitamin-A-Mangel ist ein Risikofaktor für eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber viralen Atemwegsinfekten. Vitamin A vermag den Antikörpertiter nach Impfungen zu verbessern.

Vitamin E ist ein fettlösliches Antioxidans, das die Zellmembranen gegen oxidative Schäden schützt und die Integrität der epithelialen Barriere in den Atemwegen unterstützt. Außerdem verbessert Vitamin E die Aktivität der natürlichen Killerzellen und moduliert die Bildung von Interferon-gamma und Interleukin-2. Insgesamt verbessert eine Vitamin-E-Supplementierung die Funktionsfähigkeit des Immunsystems, reduziert das Auftreten und den Schweregrad von Atemwegsinfekten, vermindert die Virusbelastung im Lungengewebe und verbessert die Antikörpertiter, speziell bei älteren Personen.

Vitamin C spielt eine Rolle für die Funktionsfähigkeit der epithelialen Barriere. Vitamin C fördert die Bekämpfung von Krankheitserregern. Es ist ein starkes Antioxidans und wichtig für die Aufrechterhaltung des Redox-Gleichgewichts während der aktiven Immunantwort. Ein Vitamin-C-Mangel erhöht das Risiko und den Schweregrad verschiedener Atemwegserkrankungen, einschließlich von Lungenentzündungen. Vitamin C vermindert besonders bei älteren Menschen das Auftreten von Lungenentzündungen. Hochdosis-Vitamin-C-Infusionen verkürzen die Erholungszeit bei schwerkranken Patienten mit Atemnot-Syndrom.

Zink ist ein essenzielles Spurenelement und verfügt über verschiedene direkte und indirekte antivirale Eigenschaften. Ein Zinkmangel erhöht das Risiko für entzündliche Erkrankungen, Infektionen und virale Pneumonien, besonders bei Kindern und älteren Personen. Eine Supplementierung von Zink bei Kindern reduziert deren Anfälligkeit für Erkältungen und vermindert die Dauer von Erkältungskrankheiten und viralen Pneumonien. Eine Zink-Supplementierung könnte also auch bei der Behandlung von Covid-19 von Nutzen sein, besonders bei den Personen mit einem hohen Risiko für einen Zinkmangel.

Selen ist zentraler Bestandteil von Selenoproteinen, die für die Funktion des Immunsystems und für die Aufrechterhaltung des Redoxgleichgewichts eine bedeutende Rolle spielen. Ein Selenmangel erhöht das Risiko und die Virulenz von viralen Lungeninfektionen durch Störung der Immunantwort und durch exzessive Produktion von Zytokinen. Eine Selen-Supplementierung bei Personen mit Selenmangel verbesserte die Immunantwort gegen Viren.

Magnesium ist ein Spurenelement mit sehr vielfältigen Funktionen. Ein Magnesiummangel erhöht die Anfälligkeit gegenüber Infekten der oberen Atemwege. Ein Magnesiummangel fördert eine „low-grade-information“ durch die Bildung proinflammatorischer Zytokine, von Akutphasenproteinen und freien Radikalen. Normale Magnesiumsspiegel sind wichtig für eine gesunde Lungenstruktur und Lungenfunktion.

N-Acetylcystein ist ein Vorläufermolekül für Glutathion. NAC vermindert bei Patienten mit Pneumonie oxidativen Stress und die Entzündungsaktivität. Eine Langzeitgabe von NAC bei älteren Personen reduzierte den Schweregrad und die Dauer von grippeähnlichen Symptomen.


Referenz:

Amin Gasmi, Torsak Tippairote et al: Micronutrients as immunomodulatory tools for COVID-19 management; Clin Immunol. 2020 Nov;220:108545. doi: 10.1016/j.clim.2020.108545. Epub 2020 Jul 22.

Schlussbemerkung:
Zahlreiche Mikronährstoffe sind wichtig für die Immunkompetenz. Bereits der Mangel eines einzelnen Mikronährstoffs kann die Funktionsfähigkeit des Immunsystems erheblich beeinträchtigen. Als Basis für eine gezielte Supplementierung von Mikronährstoffen ist eine geeignete Mikronährstoff-Analyse wie das DCMS-Immun-Profil zu empfehlen. Eine Stabilisierung und Stärkung des Immunsystems mit Mikronährstoffen ist sicherlich neben der Impfung, Kontaktbeschränkungen und anderen Maßnahmen eine der sinnvollsten Strategien zur Vermeidung von Covid-19.

 

Corona PsycheIm Oktober 2021 beschäftigten sich mehrere Artikel mit dem Einfluss der Coronakrise auf die psychische Befindlichkeit.

Die Frankfurter Allgemeine berichtete am 5.10.2021 über einen UNICEF-Bericht zur psychischen Gesundheit von jungen Menschen. Eine Umfrage in 21 Ländern hat ergeben, dass sich jeder fünfte Mensch im Alter zwischen 15 und 24 Jahren häufig depressiv fühlt. UNICEF stellte dabei einen direkten Bezug zu den Auswirkungen der Pandemie her. Weltweit sei mindestens eines von sieben Kindern direkt von Lockdowns betroffen, mehr als 1,6 Milliarden Kinder hätten gewisse Bildungsverluste erlitten.

N-TV berichtete am 9. Oktober 2021 über die zentralen Aussagen einer Studie, die in „The Lancet“ publiziert wurde. Die Fälle von Depressionen und Panikattacken seien im ersten Jahr der Corona-Pandemie weltweit um mehr als ein Viertel angestiegen. Im Jahr 2020 seien weltweit 52 Millionen Menschen mehr an einer schweren depressiven Störung erkrankt, als es ohne Pandemie der Fall gewesen wäre. Die Zahl der unter Angststörungen leidenden Menschen lag demnach um 76 Millionen höher. Frauen waren von dieser Zunahme psychiatrischer Störungen unverhältnismäßig stark betroffen...

Covid 19 320Vor ca. einem Jahr begann die Coronakrise in Europa. Jetzt, ein Jahr später, wird unser Alltag immer noch von dieser Pandemie bestimmt. Vor Kurzem haben chinesische Wissenschaftler einen Fachartikel publiziert, der sich mit der Schlüsselrolle von Selen bei Covid-19 beschäftigt.

Selen ist bekanntlich ein wichtiges Spurenelement für den antioxidativen Schutz des Organismus. Bei einem Selenmangel können ROS und freie Radikale nicht ausreichend reduziert werden, weshalb es zu einer Hochregulierung des Kernfaktors NF-Kappa B kommt. Die Folge ist eine Überproduktion verschiedener Zytokine, die dann einen sogenannten Zytokin- Sturm, also eine überschießende Entzündungsaktivität, auslösen können. Selen beeinflusst aber nicht nur das Immunsystem des Menschen, sondern hat auch einen direkten Einfluss auf die Virulenz von RNA-Viren. Die RNA-Viren, zu denen auch SARS-CoV-2 gehört, vermindern zum Beispiel die Konzentration der Thioredoxinreductasen und damit die antioxidative Kapazität in den befallenen Zellen. Eine Supplementierung von Selenit kann die antioxidative Kapazität der Zellen wiederherstellen.

 

Wie wirkt Selen auf RNA-Viren?

Das Ebolavirus, das du den RNA Viren gehört, erhöht erheblich den Selenbedarf des infizierten Menschen. Das Ebolavirus bildet selber Selenoproteine, die unter Umständen viele Selenatome enthalten, was auf Kosten des Selenbestandes der befallenen Zelle geht. Die Folge ist eine schwere Lipidoxidation und eine Zerstörung von Zellmembranen sowie ein vermehrtes Auftreten von Blutungssymptomen. Durch eine Supplementierung mit Natriumselenit konnte die Sterblichkeit an hämorrhagischem Fieber stark gesenkt werden. Bei den Coxsackieviren, die ebenfalls zu den RNA-Viren gehören, sind ausreichend hohe Selenspiegel einen Schutzfaktor gegen Mutationen.

Die Autoren des Fachartikels untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Selengehalt in den Böden und dem Auftreten von Covid-19 in der chinesischen Provinz Hubai. In dieser Provinz sind die Selengehalte der Böden sehr unterschiedlich, was sich natürlich auch auf die Selen-Aufnahme der Bewohner auswirkt. In den Regionen mit einem hohen Selengehalt der Böden war die Inzidenz von Covid-19 deutlich geringer als in Gegenden mit einer niedrigeren Selenkonzentration in den Böden. In Selenmangelgebieten trat Covid-19 mehr als zehnmal häufiger auf als in selenreichen Regionen.

Afrika unterhalb der Sahara gehörte zu den ausgeprägt selen- armen Regionen der Erde. Es spricht einiges dafür, dass die Epidemien von Ebola und Aids in Westafrika mit einem Selenmangel in den betroffenen Ländern zusammenhängen. Ein Selenmangel beeinträchtigt auch die Entwicklung des kindlichen Immunsystems, was sich dann in späteren Jahren nachteilig auswirkt.

 

Anmerkung:
Die Sicherstellung einer guten Versorgung mit den Spurenelementen Selen und Zink sowie mit den Vitaminen A, D und C ist eine der sinnvollsten Präventionsmaßnahmen gegen Covid-19. Inzwischen wurden sehr viele Studien publiziert, in denen nachgewiesen wurde, dass der Verlauf der Coronainfektion bei einer optimalen Mikronährstoffversorgung deutlich günstiger war als bei niedrigen oder suboptimalen Mikronährstoffkonzentrationen.

Referenz:
Qiyuan Liu, Xiaoli Zhao et al.: Selenium (Se) plays a key role in the biological effects of some viruses: Implications for COVID-19; Environ Res 2021 Mar 7;196:110984.

 

 

stress 320

Im November 2020 wurden die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungszentrums Yougov publiziert. Ein Drittel der befragten 2.148 Bürger fühlte sich seit Beginn der Pandemie deutlich häufiger gestresst. Die Umfrage fand im August 2020 statt, als die Lage im Vergleich zum November 2020 deutlich entspannter war. Insgesamt litten vier Fünftel der deutschen Bevölkerung in den vergangenen Monaten unter Stress. Hauptstressfaktor ist die Arbeit, vor allem Zeitdruck und eine große Aufgabenmenge, aber auch der fehlende Ausgleich wegen Corona-bedingt gestrichenen Urlaubs oder fehlender Freizeitaktivitäten.

Bereits im Mai 2020 verwies die UNO in einer Publikation auf den mentalen Stress, welche die Furcht vor der eigenen Ansteckung oder nahestehender Menschen auslöst. Als mentale Belastungsfaktoren der Krise wurden auch die Sorgen um den Arbeitsplatz und den Lebensunterhalt sowie die Trennung von Nahestehenden und die Ausgangssperre genannt.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) publizierte im Juni 2020 einen Fachartikel mit dem Titel „Kann Stress Covid-19-Verläufe verschlimmern?“
Eine britische Kohortenstudie mit 535 Patienten hatte ergeben, dass das Stresshormon Cortisol eine Schlüsselrolle im Infektionsverlauf von Covid-19 spielen könnte. Die britischen Wissenschaftler konnten zeigen, dass die Cortisolkonzentrationen im Blut bei Patienten mit Covid-19 höher waren als bei Patienten ohne Coronainfektion. Die Studie gab auch Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen erhöhten Hormonkonzentrationen und Sterblichkeit. Ein Anstieg der Cortisolspiegel hat einen erheblichen Einfluss auf die Stoffwechsellage von Menschen mit Diabetes und führt möglicherweise zu einer erhöhten Infektanfälligkeit und einem schwereren Krankheitsverlauf bei Covid-19...weiter

DCMS-Immun-Profil

DCMS Immun Profil 150Nur durch das Zusammenspiel aller relevanten Mikronährstoffe kann das Immunsystem schlagkräftig auf Viren, Bakterien und andere Eindringlinge reagieren und Fehlreaktionen des Immunsystems wie z.B. bei Allergien korrigiert werden... weiterlesen

 

Back to top