Covid 19 320Vor ca. einem Jahr begann die Coronakrise in Europa. Jetzt, ein Jahr später, wird unser Alltag immer noch von dieser Pandemie bestimmt. Vor Kurzem haben chinesische Wissenschaftler einen Fachartikel publiziert, der sich mit der Schlüsselrolle von Selen bei Covid-19 beschäftigt.

Selen ist bekanntlich ein wichtiges Spurenelement für den antioxidativen Schutz des Organismus. Bei einem Selenmangel können ROS und freie Radikale nicht ausreichend reduziert werden, weshalb es zu einer Hochregulierung des Kernfaktors NF-Kappa B kommt. Die Folge ist eine Überproduktion verschiedener Zytokine, die dann einen sogenannten Zytokin- Sturm, also eine überschießende Entzündungsaktivität, auslösen können. Selen beeinflusst aber nicht nur das Immunsystem des Menschen, sondern hat auch einen direkten Einfluss auf die Virulenz von RNA-Viren. Die RNA-Viren, zu denen auch SARS-CoV-2 gehört, vermindern zum Beispiel die Konzentration der Thioredoxinreductasen und damit die antioxidative Kapazität in den befallenen Zellen. Eine Supplementierung von Selenit kann die antioxidative Kapazität der Zellen wiederherstellen.

 

Wie wirkt Selen auf RNA-Viren?

Das Ebolavirus, das du den RNA Viren gehört, erhöht erheblich den Selenbedarf des infizierten Menschen. Das Ebolavirus bildet selber Selenoproteine, die unter Umständen viele Selenatome enthalten, was auf Kosten des Selenbestandes der befallenen Zelle geht. Die Folge ist eine schwere Lipidoxidation und eine Zerstörung von Zellmembranen sowie ein vermehrtes Auftreten von Blutungssymptomen. Durch eine Supplementierung mit Natriumselenit konnte die Sterblichkeit an hämorrhagischem Fieber stark gesenkt werden. Bei den Coxsackieviren, die ebenfalls zu den RNA-Viren gehören, sind ausreichend hohe Selenspiegel einen Schutzfaktor gegen Mutationen.

Die Autoren des Fachartikels untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Selengehalt in den Böden und dem Auftreten von Covid-19 in der chinesischen Provinz Hubai. In dieser Provinz sind die Selengehalte der Böden sehr unterschiedlich, was sich natürlich auch auf die Selen-Aufnahme der Bewohner auswirkt. In den Regionen mit einem hohen Selengehalt der Böden war die Inzidenz von Covid-19 deutlich geringer als in Gegenden mit einer niedrigeren Selenkonzentration in den Böden. In Selenmangelgebieten trat Covid-19 mehr als zehnmal häufiger auf als in selenreichen Regionen.

Afrika unterhalb der Sahara gehörte zu den ausgeprägt selen- armen Regionen der Erde. Es spricht einiges dafür, dass die Epidemien von Ebola und Aids in Westafrika mit einem Selenmangel in den betroffenen Ländern zusammenhängen. Ein Selenmangel beeinträchtigt auch die Entwicklung des kindlichen Immunsystems, was sich dann in späteren Jahren nachteilig auswirkt.

 

Anmerkung:
Die Sicherstellung einer guten Versorgung mit den Spurenelementen Selen und Zink sowie mit den Vitaminen A, D und C ist eine der sinnvollsten Präventionsmaßnahmen gegen Covid-19. Inzwischen wurden sehr viele Studien publiziert, in denen nachgewiesen wurde, dass der Verlauf der Coronainfektion bei einer optimalen Mikronährstoffversorgung deutlich günstiger war als bei niedrigen oder suboptimalen Mikronährstoffkonzentrationen.

Referenz:
Qiyuan Liu, Xiaoli Zhao et al.: Selenium (Se) plays a key role in the biological effects of some viruses: Implications for COVID-19; Environ Res 2021 Mar 7;196:110984.

 

 

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