Forscher aus Japan untersuchten den Effekt einer Kombination aus L-Serin und EPA zur Behandlung von chronischen Schmerzen im Bereich des Rückens und der Kniegelenke. Die Studienteilnehmer, die mit Serin/EPA behandelt wurden, zeigten deutlich bessere Ergebnisse bei verschiedenen Schmerz-Testverfahren als die Placebogruppe.

Referenz:
l-Serine and EPA Relieve Chronic Low-Back and Knee Pain in Adults: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial; Randomized Controlled Trial, J Nutr. 2020 Sep 1;150(9):2278-2286.

Wissenschaftler aus Indien untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und dem Auftreten von Kniegelenksarthrosen bei jüngeren Menschen. Die Konzentration von 25(OH)D waren bei den jüngeren Patienten mit Kniegelenksarthrosen signifikant niedriger als bei der Kontrollgruppe.

Referenz:
Tripathy SK, et al. Association of vitamin D and knee osteoarthritis in younger individuals; World J Orthop. 2020. PMID: 33134104 Free PMC article.

Wissenschaftler aus Saudi-Arabien untersuchten die Zufuhr von Nährstoffen bei einheimischen Frauen mit und ohne Kniearthrosen. Bei den Studienteilnehmerinnen war die Zufuhr von gesättigten Fettsäuren und einfach ungesättigten Fettsäuren höher als die offiziellen Empfehlungen. Die Studienteilnehmerinnen mit Arthrosen konsumierten weniger Antioxidantien als die Studienteilnehmerinnen ohne Arthrosen. Die Aufnahme von Antioxidantien mit der Nahrung könnte also an der Entwicklung von Arthrosen beteiligt sein.

Referenz:
Dietary intake of fatty acids and antioxidants in relation to radiographic knee osteoarthritis: results from a case-control study; Alissa EM, et al. J Hum Nutr Diet. 2020. PMID: 31647160

Wissenschaftler aus China und Australien publizierten eine Metaanalyse zur Wirksamkeit einer Vitamin-D- Supplementierung bei rheumatoider Arthritis. In die Metaanalyse wurden sechs Studien einbezogen. Im Vergleich zu einem Placebo war eine Vitamin-D-Supplementierung eine effektive Intervention bei Patienten mit rheumatoider Arthritis. Verschiedene Dosen von Vitamin D und eine unterschiedlich lange Anwendungsdauer zeigten verschiedene Effekte.

Referenz:
Guan Y, et al.: The Effect of Vitamin D Supplementation on Rheumatoid Arthritis Patients: A Systematic Review and Meta-Analysis. Front Med (Lausanne). 2020. PMID: 33195358 Free PMC article.

Forscher aus Estland untersuchten bei 70 Patienten mit Knie-und Hüftarthrosen sowie bei 82 Kontrollpersonen zahlreiche Stoffwechselparameter, zum Beispiel die Aminosäuren, biogene Amine und Lipide. Bei schwerer Arthrose bestand eine erhöhte Entzündungsaktivität im Stoffwechsel, außerdem zeigen sich Hinweise auf erhöhten oxidativen Stress. Die Argininspiegel im Serum korrelierten mit dem radiographischen Schweregrad der Arthrosen, was dafür spricht, dass Stickstoffmonoxid an der Entstehung der Arthrosen beteiligt ist. Außerdem war der Spiegel von Glycin negativ mit dem Schweregrad der Arthrosen assoziiert. Bei schweren Arthrosen ist also von einem Glycinmangel auszugeben.

Referenz:
Tootsi K, et al. Metabolomic Signature of Amino Acids, Biogenic Amines and Lipids in Blood Serum of Patients with Severe Osteoarthritis; Metabolites. 2020. PMID: 32784380 Free PMC article.

Wissenschaftler aus Spanien publizierten einen Fachartikel zur Bedeutung von Glycin bei der Entstehung von Arthrosen. Bei Arthrosen ist die Kollagensynthese erheblich beeinträchtigt. Eine Verbesserung der Kollagensynthese kann zur Regeneration des Knorpels beitragen, was aber große Mengen an Glycin, Prolin und Lysin erfordert. In einem Zellkulturversuch mit Knorpelzellen konnten spanische Wissenschaftler nachweisen, dass die Zugabe von Glycin, Prolin und Lysin die Synthese von Typ-2-Kollagenen erhöhte. Der entscheidende Faktor für die Verstärkung der Kollagensynthese war Glycin. Man kann also davon ausgehen, dass eine unzureichende Glycinverfügbarkeit sozusagen der Schwachpunkt für die Kollagensynthese ist. Eine vermehrte Glycinzufuhr könnte als eine Strategie sein, die Regeneration des Knorpelgewebes anzuregen und dadurch zur Behandlung und Prävention von Arthrosen beizutragen.

Referenz:
de Paz-Lugo P, et al.: High glycine concentration increases collagen synthesis by articular chondrocytes in vitro: acute glycine deficiency could be an important cause of osteoarthritis. Amino Acids. 2018. PMID: 30006659 Free PMC article.

Wissenschaftler aus den USA konnten nachweisen, dass mit ansteigenden Bleikonzentrationen im Vollblut sowohl das Auftreten wie auch der Schweregrad einer Kniegelenksarthrose zunahm.

Referenz:
Amanda E Nelson, Xiaoyan A Shi et al.: Whole blood lead levels are associated with radiographic and symptomatic knee osteoarthritis: a cross-sectional analysis in the Johnston County Osteoarthritis Project; Arthritis Res Ther. 2011; 13(2): R37.

Eine Forschergruppe aus der Türkei untersuchte bei Patienten mit Kniegelenksarthrose die Wirksamkeit von intraartikulären Injektionen von Hyaluronsäure oder N-Acetylcystein. Dabei zeigte sich, dass N-Acetylcystein verschiedene Marker des Knorpelabbaus verminderte und hinsichtlich Schmerzbekämpfung und Funktionsverbesserung vergleichbar stark wie Hyaluronsäure wirkt. N-Acetylcystein könnte also als Injektion ins Gelenk eine billigere Alternative zu Hyaluronsäure darstellen.

Referenz:
Ozcamdalli M, Misir A et al.: Comparison of Intra-articular Injection of Hyaluronic Acid and N-Acetyl Cysteine in the Treatment of Knee Osteoarthritis: A Pilot Study; Cartilage. 2017 Oct;8(4):384-390.

 KnieschmerzenUnter Arthrose versteht man einen Gelenkverschleiß, der über das altersübliche Maß hinausgeht. Grundsätzlich können alle Gelenke von arthrotischen Veränderungen betroffen sein. Arthrosen treten sehr häufig auf: In Deutschland leiden etwa 5 Millionen Menschen an einer Arthrose, wobei die Kniegelenksarthrose die häufigste Lokalisation ist.


Mikronährstoffe spielen für den Erhalt der Gelenkstrukturen, für den Knochen- und Knorpelstoffwechsel eine wichtige Rolle. Mikronährstoffdefizite können deshalb die Entstehung von Arthrosen begünstigen. Hierzu einige Erkenntnisse aus neuen Studien:

 

Wissenschaftler aus Ägypten haben im März 2016 publiziert, dass sie bei Kniearthrose-Patienten signifikant verminderte Plasmaspiegel von Vitamin K nachweisen konnten, die mit einer radiologisch-nachweisbaren Progression der Arthroseerkrankung verbunden waren.

US-Wissenschaftler konnten im Rahmen der “The Health, Aging an Body Composition Study“ nachweisen, dass Studienteilnehmer mit niedrigen Vitamin-K1-Konzentrationen nach dreijähriger Beobachtungszeit mit größerer Wahrscheinlichkeit Knorpel- und Meniskusschäden aufwiesen.

Wissenschaftler aus Indien konnten nachweisen, dass bei Patienten mit Arthrosen und rheumatoider Arthritis ein erhöhter oxidativer Stress vorliegt. Sie fanden bei diesen Patienten im Vergleich zu Kontrollpersonen signifikant verminderte Vitamin-E- und Vitamin-C-Spiegel.

Eine griechische Forschergruppe fand bei Patienten mit Knie- oder Hüftgelenksarthrose einen hohen Prozentsatz an Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel. Nur drei Prozent der Patienten hatten einen ausreichend hohen Vitamin-D-Spiegel.

Im Dezember 2014 erschien im Journal of Nutrition ein Fachartikel von verschiedenen US-Wissenschaftlern, der sich mit dem Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und der Kniegelenksarthrose beschäftigte. Sie konnten nachweisen, dass Studienteilnehmer mit einem hohem Parathormonspiegel und niedrigen Vitamin-D-Konzentrationen ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko für das Voranschreiten einer Kniegelenksarthrose aufwiesen. Studienteilnehmer mit 25-(OH)D-Konzentrationen unter 15 µg/l zeigten ein doppelt so hohes Risiko für die Progression einer Arthrose als diejenigen mit einer Konzentration über 15 µg/l.

Von der deutschen Universität in Kairo wurde publiziert, dass bei niedrigen 25-(OH)D-Konzentrationen auch weniger Stickoxid nachweisbar war. Insgesamt zeigte das Ergebnis der Untersuchung der ägyptischen Wissenschaftler, dass Vitamin D in arthrosegeschädigten Chondrozyten die Stickoxidproduktion verbesserte mit möglicherweise protektivem Effekt.

In einem Übersichtsartikel beschäftigten sich Wissenschaftler aus China mit dem Stellenwert des Vitamin E bei der Behandlung von Arthrosen. Vitamin E kann das Voranschreiten von Arthrosen über verschiedene Mechanismen vermindern, z.B. durch den Erhalt der Skelettmuskulatur, durch Regulierung der Genaktivität, durch Aufrechterhaltung der Geschlechtshormonspiegel und durch Verminderung der Entzündungsaktivität. Außerdem hat Vitamin E auch einen protektiven Effekt auf das Gefäßsystem unterhalb des Knorpelgewebes.

Forscher aus dem Iran konnten bei Frauen mit Kniegelenksarthrose nachweisen, dass eine Supplementierung von L-Carnitin das klinische Beschwerdebild signifikant verbesserte, ohne Veränderung des oxidativen Stresses und des Lipisprofils.

 

Referenzen:

  • www.wikipedia.org: Arthrose
  • Abd-El Wahab S. El-Brashy et al.: Potential role of vitamin K in radiological progression of early knee osteoarthritis patients; The Egyptian Rheumatologist, Available online 25 April 2016
  • Shea MK et al.: The association between vitamin K status and knee osteoarthritis features in older adults: the Health, Aging and Body Composition Study. Osteoarthritis Cartilage. 2015 Mar;23(3):370-8.
  • Shweta Dwivedi et al.: Lipid-peroxidation and Antioxidant Status in Osteoarthritis and Rheumatoid Arthritis Patients; International Journal of Contemporary, Volume 3 | Issue 6 | June 2016
  •  Thomais Goula et al.: Vitamin D status in patients with knee or hip osteoarthritis in a Mediterranean country; J Orthop Traumatol. 2015 Mar; 16(1): 35–39.
  •  Zhang FF et al.: Vitamin D deficiency is associated with progression of knee osteoarthritis. J Nutr. 2014 Dec;144(12):2002-8.
    Abu El Maaty MA et al.: Interplay of vitamin D and nitric oxide in post-menopausal knee osteoarthritis. Aging Clin Exp Res. 2014 Aug;26(4):363-8.
  • XI LI, ZHONGLI DONG et al.: Vitamin E slows down the progression of osteoarthritis. Exp Ther Med. 2016 Jul; 12(1): 18–22.
  • Malek Mahdavi A et al.: L-Carnitine supplementation improved clinical status without changing oxidative stress and lipid profile in women with knee osteoarthritis. Nutr Res. 2015 Aug;35(8):707-15.