Aminosuren Formeln 425

Aminosäuren sind die Bausteine sämtlicher Peptide und Proteine und haben darüber hinaus zahlreiche weitere Funktionen im Stoffwechsel. Für die Proteinsynthese sind 21 Aminosäuren erforderlich.

Erst seit einigen Jahren ist bekannt, dass auch Selenocystein eine proteinogene Aminosäure ist, da Sie für die Bildung einiger Proteine benötigt wird.

 

Einstufung der Aminosäuren

Einige Aminosäuren können vom Organismus selbst gebildet werden, sie werden als nicht essenzielle Aminosäuren bezeichnet. Essenzielle Aminosäuren müssen obligat mit der Nahrung zugeführt werden. Dazwischen gibt es eine Gruppe von Aminosäuren, die üblicherweise aus anderen Aminosäuren gebildet werden können. Unter bestimmten Umständen, z. B. bei metabolischem Stress, ist die endogene Bildung der Aminosäuren aber nicht ausreichend zur Bedarfsdeckung des Organismus. Auch bei Frühgeborenen ist die Fähigkeit zur Aminosäurensynthese noch nicht ausgereift.

Aminosuren

 

Zum Thema Aminosäuren werden regelmäßig zahlreiche Studien publiziert. Bei den meisten geht es um biochemische oder zellbiologische Fragestellungen. Welche Erkenntnisse sind wichtig für die ärztliche Praxis?

  • Wissenschaftler aus Finnland und Italien untersuchten die Konzentrationen verschiedener Aminosäuren und die Telomerlänge von Leukozyten. Dabei wurde nachgewiesen, dass bei Männern ein inverser Zusammenhang bestand zwischen der Phenylalaninkonzentration und der Telomerlänge. Offensichtlich können erhöhte Phenylalaninkonzentrationen den zellulären Alterungsprozess beschleunigen.

  • Forscher aus Polen fanden bei Migränepatienten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe erhöhte Histidinkonzentrationen.

  • Wissenschaftler der Universität Prag konnten nachweisen, dass eine erhöhte Zufuhr von verzweigtkettigen Aminosäuren die Insulinsensivität bei Veganern nachteilig beeinflusste. In dem Versuch wurden über einen Zeitraum von drei Monaten in einer Versuchsgruppe Aminosäuren verabreicht: bei Frauen 15 Gramm verzweigtkettige Aminosäuren und bei Männern 20 Gramm. Die Aminosäurengabe führte bei Mischköstlern zu einer vermehrten Expression lipogener Gene. Das heißt, die Fettbildung im Organismus wurde gefördert. Bei Veganern verschlechterte sich, wie bereits erwähnt, die Insulinsensitivität. Man sollte also vorsichtig sein mit einer unkontrollierten hoch dosierten Einnahme von verzweigtkettigen Aminosäuren...weiter

Organe Aminosuren 320Es ist schon länger bekannt, dass die Plasmaspiegel verschiedener Aminosäuren mit einer Stoffwechselfehlregulation bei Übergewicht und Typ-2-Diabetes assoziiert sind. Wissenschaftler aus den Niederlanden untersuchten bei 20 Patienten, die sich einer großen Bauchoperation unterziehen mussten, die Aminosäurenkonzentrationen aus verschiedenen Blutgefäßen im Eingeweidebereich.

Glutamin wurde in einem größeren Umfang vom Dünndarm aufgenommen. Die niederländischen Forscher konnten auch eine Extraktion von Glutamin von Seiten des Dickdarms nachweisen, die aber um den Faktor sechs geringer war als im Dünndarmbereich.

Der Dünndarm gab auch weitaus größere Mengen Citrullin an die Blutbahn ab als der Dickdarm. Die einzige Aminosäure, die vom Dickdarm freigesetzt wurde, war Alanin.

Interessanterweise zeigte die Leber eine kleine aber signifikante Aufnahme von Citrullin aus der Zirkulation. Möglicherweise kann das hepatische Citrullin zur Neubildung von Arginin verwendet werden, allerdings ist der Citrullinstoffwechsel der Leber noch weitgehend unerforscht.

Von den Nieren wurde eine deutliche Freisetzung von Serin und Alanin in die Zirkulation festgestellt, ebenso eine kleine aber statistisch signifikante Freisetzung von Tyrosin. Von der Milz wurde Taurin in die Blutbahn abgebeben.

Zusammenfassend belegen die Daten der niederländischen Studie, dass der Glutamin-Citrullin-Stoffwechselweg im menschlichen Dünndarm abläuft, aber nicht im Dickdarmbereich. Auch die signifikante Taurinfreisetzung von Seiten der Milz ist als bemerkenswerter Befund zu werten.

Referenz:
Evelien P. J. G. Neis,  S. Sabrkhany et al.: Human splanchnic amino-acid metabolism; Amino Acids, DOI: 10.1007/s00726-016-2344-7

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Vor Kurzem ist ein Fachbuch unter dem Titel Nutraceuticals erschienen, herausgegeben von Ramesh C. Gubta bei Academic Press, 2016. In diesem Buch wird der aktuelle Erkenntnisstand zu verschiedenen Pflanzenstoffen dargestellt, die als Nahrungsergänzungsmittel Anwendung finden. Ein umfangreiches Kapitel widmet sich auch den Aminosäuren Arginin und Citrullin. Wichtige Aspekte aus diesem Buchkapitel werden im Folgenden vorgestellt:


Citrullin ist eine natürlich vorkommende nicht essentielle Aminosäure, die natürlicherweise in verschiedenen Pflanzen vorkommt, besonders reichlich in der Wassermelone (Citrullus vulgaris),  die auch der Namensgeber für diese Aminosäure war. In Pflanzen wirkt Citrullin als ein wichtiger Fänger von Hydrocylradikalen, der die Pflanze vor oxidativen Schäden schützt und auch für die Aufrechterhaltung des Wasserstatus eine wichtige Rolle spielt...

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