Allergien und Mikronährstoffe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allergien sind häufige Erkankungen

Laut Wikipedia wird als Allergie eine überschießende krankhafte Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte, normalerweise harmlose, Umweltstoffe bezeichnet. Neben den Allergien gibt es weitere Unverträglichkeitsreaktionen, die mit einem ähnlichen Krankheitsbild wie eine Allergie einhergehen können. Die Allergiehäufigkeit in Deutschland ist seit den Siebzigerjahren stark gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gaben 28,1 Prozent der Erwachsenen an, aktuell von Allergien betroffen zu sein. Dabei sind Frauen mit 31,6 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer (24,5 Prozent).

Die häufigste Allergie in Deutschland ist der Heuschnupfen, von dem fast 15 Prozent der Gesamtbevölkerung betroffen sind. Viele Menschen leiden auch an Kontaktallergien, an allergischem Asthma bronchiale und Allergien gegen Nahrungsmittel, Insektengifte, Hausstaubmilben und vieles mehr.

Typ-1-Allergien

Bei den Allergien werden verschiedene Typen unterschieden, je nachdem, wie das Immunsystem auf einen Stoff reagiert. Mit großem Abstand sind die Typ-1-Allergien am häufigsten, die auch als IgE-vermittelte Allergien oder als Allergien vom Soforttyp bezeichnet werden. Dazu gehören zum Beispiel Allergien gegen Gräser- und Baumpollen, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel, Bienen- und Wespengift sowie gegen Tierhaare.

Die IgE-Antikörper bewirken die Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen wie Histamin, wenn sie das Allergen wiedererkennen.

 

Warum nehmen Allergien zu?

Interessant ist natürlich die Frage, was die Ursache für die Zunahme allergischer Erkrankungen ist. Dazu gibt es keine einheitliche oder befriedigende Antwort, vielmehr mehrere Erklärungsbausteine. Die sogenannte Hygienehypothese erklärte den Anstieg allergischer Erkrankungen durch übertriebene Hygienemaßnahmen in der Kindheit und frühen Jugend, die zu einer mangelhaften Aktivierung des Immunsystems führt. Unbestritten ist, dass das es infolge des Klimawandels zu längeren Pollenflugzeiten sowie zu einem früheren Beginn der Pollensaison kommt. Umweltschadstoffe führen auch dazu, dass sich die Eiweißzusammensetzung der Pollen ändert, die Pollen werden aggressiver.

Inwieweit Umweltverschmutzung das Risiko für Allergien erhöht, ist eher fraglich. In der früheren DDR und auch in anderen Ostblockstaaten waren trotz massiver Umweltverschmutzung Allergien sehr viel seltener als in den westlichen Staaten. Es gab nur wenige Fertigprodukte, außerdem waren nur zehn künstliche Farbstoffe sowie 13 Zusatzstoffe zugelassen. Wahrscheinlich ist, dass die Vielzahl an Zusatzstoffen in unseren Nahrungsmitteln auch zur Erhöhung der Allergiebereitschaft beiträgt. Weitere Faktoren sind eine genetische Prädisposition, anhaltender Stress, Dysbiose der Darmflora, Störung der Barrierefunktion von Haut und Darm und vieles mehr.

 

Allergien: eine Fehlprogrammierung des Immunsystems

Die Aktivität des Immunsystems wird wesentlich reguliert durch Botenstoffe des Immunsystems (Zytokine). Die Voraussetzung für die Entstehung einer Allergie ist eine bestimmte Programmierung des Immunsystems, die sogenannte TH2-Immundominanz; die mit einer vermehrten Freisetzung bestimmter Zytokine einhergeht. Diese Zytokine, besonders Interleukin-4, bewirken die Bildung von IgE-Antikörpern und Molekülen, die dann wiederum die typischen Symptome einer Allergie auslösen.

 

Lebensmittelzusatzstoffe begünstiegen Allergien

Die Lebensmittel in der heutigen Zeit enthalten sehr oft Farbstoffe, Zusatzstoffe und Antioxidantien zur Verbesserung der Haltbarkeit. Viele Lebensmittelzusatzstoffe haben antioxidative Eigenschaften, woraus dann insgesamt eine recht hohe Zufuhr von Antioxidantien durch die tägliche Ernährung erfolgt. Es ist hinreichend bekannt, dass Antioxidantien eine TH1-Immunantwort abschwächen können. Deshalb ist auch eine vermehrte Antioxidantienzufuhr via Tabletten nicht immer hilfreich. Das hängt von Einzelfall ab. Möglicherweise wird dadurch dann eine TH2-Immundominanz favorisiert. Dies wäre dann auch eine plausible Erklärung für die Zunahme der Allergien in den letzten Jahrzehnten.

 

Das Immunsystem hat einen hohen Bedarf an Mikronährstoffen

Das Immunsystem muss sehr schnell auf Bedrohungen durch Krankheitserreger reagieren und ist deshalb allezeit auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Mikronährstoffen angewiesen. Viele Mikronährstoffe haben auch einen regulierenden Einfluss auf die Aktivitäten des Immunsystems und sind deshalb sehr wichtig zur Begrenzung überschießender Immunreaktionen.

 

Aminosäuren

Cystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure und wesentliche Ausgangssubstanz für die Bildung von Glutathion. Cystein und Glutathion haben einen wichtigen regulierenden Effekt auf die Immunfunktionen. In einer koreanischen Studie wurde nachgewiesen, dass Cystein allergisch-entzündliche Reaktionen vermindern kann. Cystein hatte einen hemmenden Einfluss auf die Bildung proentzündlicher Zytokine in Mastzellen.

Glutamin dürfte bei der Behandlung allergischer Erkrankungen eine große Rolle spielen. Glutamin ist von zentraler Bedeutung für die Barrierefunktion des Darms. Eine Hyperpermeabilität der Darmwand kann Allergien fördern, weil vermehrt Nahrungskomponenten in den systemischen Kreislauf gelangen.

Wissenschaftler der Universität Innsbruck haben 2016 publiziert, dass die Tryptophankonzentrationen im Serum/Plasma bei allergischen Störungen oftmals erhöht sind. Der Grund ist die für Allergien typische TH2-Immundominanz, durch die der Tryptophanabbau vermindert wird.

Forscher aus Korea haben 2017 veröffentlicht, dass Taurin möglicherweise einen günstigen Effekt bei der Behandlung allergischer Entzündungen hat. Jedenfalls verminderte Taurin die Freisetzung proentzündlicher Zytokine in menschlichen Mastzellen. In einer chinesischen Studie wurde untersucht, inwieweit Taurin einen therapeutischen Effekt bei Heuschnupfen hat. Dazu wurden bei Heuschnupfenpatienten und gesunden Kontrollpersonen die Konzentrationen der extrazellulären Superoxiddimutase (SOD3) bestimmt. Patienten mit allergischer Rhinitis hatten niedrigere Konzentrationen von SOD3 als gesunde Kontrollpersonen Durch Einnahme von Taurin kam es zu einem deutlichen Anstieg von SOD3, wodurch die Ausschüttung von TNF-alpha, Interleukin-4 und Interleukin -6 vermindert wurde.

 

Mineralstoffe / Spurenelemente

Bis zur Einführung der modernen Antiallergika hatte Calcium einen hohen Stellenwert bei der Behandlung von Allergien, vor allem bei allergischen Hautbeschwerden. Calciumionen haben eine kapillarabdichtende Wirkung. Belegt ist eine günstige Wirkung bei allergisch verursachten Haut- und Schleimhautsymptomen.

Magnesium kann erfolgreich bei der Behandlung von Asthma eingesetzt werden. Bei Asthmapatienten wurden wiederholt niedrige Magnesiumblutspiegel festgestellt. Niedrige Magnesiumwerte begünstigen eine Verengung der Bronchien.

Wie bereits erwähnt, besteht bei Allergien eine TH2-Immundominanz. Das Spurenelement Eisen ist von zentraler Bedeutung für eine TH1-Polarisierung des Immunsystems, d. h. es ist essenziell für entzündliche Reaktionen, zum Beispiel zur Bekämpfung von Krankheitserregern. Ein Eisenmangel beeinträchtigt die TH1-Immunantwort und fördert eher eine TH2-Polarisierung. In großen US-amerikanischen Studien bei Kindern und Jugendlichen (National Health Interview Survey und NHANES) waren allergische Erkrankungen mit einem höheren Risiko für Anämie assoziiert.

Zink ist von zentraler Bedeutung für ein normales Funktionieren des Immunsystems. Eine unzureichende Zinkversorgung begünstigt eine erhöhte Infektanfälligkeit, Autoimmunerkrankungen und Allergien. Wissenschaftler aus Ägypten fanden bei Patienten mit atopischem Asthma im Vergleich zu Asthmapatienten ohne allergischem Hintergrund und gesunden Kontrollpersonen signifikant niedrigere Zinkspiegel im Serum.

Eine Metaanalyse von Forschern aus Südafrika hat ergeben, dass niedrige Zinkspiegel im Serum in den Erythrozyten und in den Haaren mit Neurodermitis assoziiert waren.
Neben einem niedrigen Zinkspiegel sind auch niedrige Selenkonzentrationen mit einem erhöhten Risiko für Asthma assoziiert - so die Ergebnisse einer Metaanalyse chinesischer Wissenschaftler. Bei Kindern mit Lebensmittelallergien wurden auch verminderte Konzentrationen von Selen und Zink festgestellt, außerdem waren auch die Konzentrationen der Glutathionperoxidasen und Superoxiddismutasem niedriger als bei einer Kontrollgruppe.

 

Vitamine und andere Mikronährstoffe

Vitamin C ist ein wichtiges wasserlösliches Antioxidans und hat auch verschiedene Wirkungen im Immunsystem. Was allergische Erkrankungen betrifft, ist vor allem auch von Bedeutung, dass Vitamin C den Histaminabbau fördert und die Histaminspiegel im Blut senken kann. Histamin ist bekanntlich ein wichtiger Mediator allergischer Reaktionen und wird auch als ursächlicher Faktor für die Entstehung der Seekrankheit angesehen. Eine Vitamin-C-Supplementierung konnte in einer Studie auch Symptome der Seekrankheit mindern. Wissenschaftler der Universität Erlangen konnten in einer Studie nachweisen, dass intravenöse Infusionen von Ascorbinsäure die Serum-Histaminkonzentrationen bei Patienten mit allergischen und nichtallergischen Erkrankungen senkte.

Vitamin A ist von zentraler Bedeutung für die Immunkompetenz sowie für die Intaktheit von Haut und Schleimhäuten. Im Vergleich zu Kontrollpersonen werden bei Patienten mit allergischen Erkrankungen häufig signifikant reduzierte Vitamin-A-Spiegel gefunden. In einer chinesischen Studie wurden die Vitamin-A- und Vitamin-D-Konzentrationen bei Kindern mit stabilem Asthma bestimmt. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe hatten die Kinder verminderte Vitamin-A- und Vitamin-D-Konzentrationen. Eine schwedische Studie fand einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Beta-Carotin und allergischer Rhinitis

Vitamin D ist ein sehr bedeutender Modulator des Immunsystems. Es gibt inzwischen auch zahlreiche Studien über Zusammenhänge zwischen allergischen Erkrankungen und dem Vitamin-D-Status. Türkische Wissenschaftler haben 2019 publiziert, dass Patienten mit Heuschnupfen eher niedrige Spiegel von Vitamin D aufwiesen. Es bestand eine signifikante negative Korrelation zwischen IgE und dem Vitamin-D-Spiegeln. Auch Forscher aus Korea fanden einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und allergischer Rhinitis. Die Vitamin-D-Spiegel im vierten Lebensjahr waren bei Kindern negativ mit dem Asthmarisiko im Alter zwischen vier und acht Jahren assoziiert. Die meisten Studien zeigten auch einen günstigen Effekt einer Vitamin-D-Supplementierung bei der Neurodermitis. Vitamin D hat eine ausgeprägte antientzündliche Wirkung und unterdrückt die Bildung von TH1- Zytokinen. Die Wirkung auf TH2-Zellen ist etwas komplizierter, je nach Zeitpunkt der Vitamin-D-Gabe können diese in ihrer Wirkung gefördert oder gehemmt werden. In Bezug auf Allergien ist wichtig, dass Vitamin D3 die Bildung von IgE-Antikörpern hemmt.

Das Enzym Diaminooxidase (DAO) ist erforderlich für den Abbau von Histamin. Für die Funktion von DAO ist Vitamin B6 notwendig.

In einer Studie türkischer Wissenschaftler wurde nachgewiesen, dass die Carnitinspiegel im Serum bei Kindern mit moderatem Asthma, während Asthmaanfällen und kurz zuvor, stark abfielen.

Bei Patienten mit Bronchialasthma zeigten sich erniedrigte Coenzym-Q10-Konzentrationen, die mit einer Cortisonbehandlung zusammenhingen. Durch eine Coenzym- Q10-Supplementierung konnte bei diesen Patienten die erforderliche Dosis von Glukokortikoiden verringert werden.

 

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Allergien Pollen 320Etwa jeder dritte Deutsche entwickelt im Laufe seines Lebens eine Allergie. Allergische Erkrankungen werden nach Aussagen des Leiters der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) auch nachweislich häufiger. Die Raten nehmen in ganz Europa zu, wobei im Gegensatz zu früher auch Südeuropa betroffen ist. Neu ist auch, dass immer mehr ältere Menschen Atemwegsallergien entwickeln.

Zu den Erkrankungen des atopischen Formenkreises gehören z. B. die atopische Dermatitis oder Neurodermitis, die allergische Rhinokonjunktivitis, das allergische Asthma und einige mehr. Unter Atopie versteht man die körperliche Bereitschaft zu einer krankhaften Bildung von Immunglobulin-E-Antikörpern. Diese überschießende Immunantwort ist zwar genetisch bedingt, Umweltfaktoren spielen aber eine sehr wichtige Rolle. Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens auf grundsätzlich jede Substanz eine Allergie entwickeln.

Es gibt verschiedene Hauptursachen, warum die Zahl der Allergiker immer mehr ansteigt. Ein wichtiger Faktor ist der Klimawandel, infolgedessen dauert die Pollensaison immer länger.

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Umweltverschmutzung. Dadurch werden die Pflanzen gestresst, dadurch verändert sich die Proteinzusammensetzung der Pollen. Die Pollen werden aggressiver, die Folge ist eine Verschlimmerung bestehender Allergien und eine Entstehung neuer Allergien.

Als weiterer Risikofaktor wird eine übertriebene Hygiene angenommen. Wichtig zur Vermeidung von Allergien ist, dass der Körper früh mit potenziellen Allergenen in Kontakt kommt.

Dann spielt auch die Ernährung eine Rolle. Früher dachte man, Säuglinge müssten von Allergenen ferngehalten werden, damit sich keine Allergien entwickeln. Heute wird eher das Gegenteil propagiert. Der Mensch soll früh mit Allergenen konfrontiert werden, damit sich das Immunsystem damit auseinandersetzen kann. Kinder sollen also möglichst früh möglichst viele Nahrungsmittel probieren.

Neben den anderen allergischen Erkrankungen dürften in den letzten 10 bis 20 Jahren auch die Nahrungsmittelallergien zugenommen haben. Nahrungsmittelallergien sind immunologische Abwehrreaktionen gegen bestimmte Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelinhaltsstoffe. Im Gegensatz dazu liegt bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten keine Immunpathogenese zugrunde. Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien dürfen also keinesfalls in den gleichen Topf geworfen werden. Generell kommen Nahrungsmittelunverträglichkeiten um ein Vielfaches häufiger vor als Nahrungsmittelallergien.

Die allergische Reaktionsbereitschaft bzw. das Auftreten allergischer Erkrankungen wird in erheblichem Umfang durch Ernährungsfaktoren beeinflusst. 2018 publizierten Lungenfachärzte aus China und Australien einen Übersichtsartikel über den Zusammenhang zwischen Fast Food und Asthma. Fast-Food-Konsumenten hatten ein um 58 Prozent erhöhtes Risiko für Asthma. Das Risiko für schweres Asthma war um 34 Prozent erhöht. Auch für andere allergische Erkrankungen wurde ein Zusammenhang mit dem Verzehr von Fast Food gefunden, z. B. ein 43 Prozent erhöhtes Risiko für Heuschnupfen.

Möglicherweise stimulieren gesättigte Fette die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine. Fettreiche Mahlzeiten können z. B. Atemwegsentzündungen bei Asthma verschlimmern. Eine fettreiche und kohlenhydratarme Ernährung erhöhte auch das Risiko für Heuschnupfen bei Kindern. In einem Zellkulturversuch von Wissenschaftlern aus Australien wurde nachgewiesen, dass Arachidonsäure ein potenter Stimulator proallergischer Reaktionswege ist. Mit anderen Worten: Eine weitgehende Reduktion von Arachidonsäure, hauptsächlich enthalten in Fleisch und Wurst, vermindert die allergische Reaktionsbereitschaft.

 

Fettlösliche Vitamine

Vitamin A ist von zentraler Bedeutung für den regelrechten Aufbau von Haut und Schleimhäuten. Eine intakte Barrierefunktion von Haut und Schleimhäuten ist ein wichtiger Schutzfaktor gegen das Eindringen von Erregern und Allergenen. Wissenschaftler aus Ungarn und Großbritannien fanden bei Patienten mit Neurodermitis im Vergleich zu Kontrollpersonen verminderte Konzentrationen verschiedener Carotinoide und Vitamin-A-Abkömmlinge. Eine gute Versorgung mit Vitamin A hatte bei Kindern mit Asthma einen günstigen Effekt auf die Lungenfunktion. Forscher aus Schweden fanden auch einen inversen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Beta-Carotin und Heuschnupfen.

Vitamin E ist ein wichtiges fettlösliches Antioxidans mit antiinflammatorischen Eigenschaften. Wissenschaftler aus Italien untersuchten die Bedeutung von Vitamin E auf die Entzündungsaktivität der Mastzellen. Bekanntlich spielen Mastzellen eine wichtige Rolle für die Auslösung allergischer Reaktionen. Sie setzen entzündliche Stoffe frei und beeinträchtigen auch die Gefäßwände. Vitamin E verhindert die Freisetzung von Histamin aus aktivierten Mastzellen. Histamin ist ein wichtiger Mediator allergischer Reaktionen. Nach Aussagen der italienischen Wissenschaftler könnte Vitamin E einen günstigen Effekt haben bei Krankheiten, die durch Mastzellen vermittelt werden, insbesondere bei Asthma und bei allergischen Erkrankungen.

Neben zahlreichen anderen Funktionen spielt Vitamin D auch eine wichtige Rolle für die Regulierung des Immunsystems. Es ist bekannt, dass Vitamin D einen Schutzeffekt gegen Atemwegsinfektionen hat. Außerdem vermindert Vitamin D Autoimmunprozesse, da es eine TH2-Immunantwort unterstützt. Die Daten über einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Status und Allergien sind eher widersprüchlich. Ein niedriger 25-OH-Vitamin-D3 Status bei Kindern war mit einer erhöhten Rate atopischer Erkrankungen im Alter von 6 und 14 Jahren assoziiert. Niedrige 25-OH-Vitamin-D3-Konzentrationen in der Schwangerschaft erhöhten das Risiko für atopische Dermatitis und den Schweregrad von Heuschnupfensymptomen beim Kind. Der 25-OH-Vitamin-D3 -Spiegel war bei Kindern mit dem Schweregrad von Neurodermitissymptomen assoziiert. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Studien, aus denen hervorgeht, dass hohe 25-OH-Vitamin-D3-Spiegel das Risiko für allergische Erkrankungen erhöhen können, insbesondere von Nahrungsmittelallergien. Wie bereits erwähnt, favorisiert Vitamin D eine TH2-Immundominanz, die wiederum die Entstehung allergischer Reaktionen fördert. Jedenfalls scheint es wichtig, während der Schwangerschaft auf ausreichende 25-OH-Vitamin-D3 -Konzentrationen zu achten, zumal Vitamin D ja auch für die Hirnentwicklung eine zentrale Rolle spielt.

 

Wasserlösliche Vitamine

Vitamin C ist ein wichtiges wasserlösliches Antioxidans und spielt eine bedeutende Rolle für die Begrenzung von oxidativem Stress. Allergische Reaktionen gehen mit oxidativem Stress einher, so dass prinzipiell eine hohe Zufuhr antioxidativer Substanzen empfehlenswert ist. Eine wichtige Rolle spielt Vitamin C auch beim Histaminabbau. Histamin ist ein biogenes Amin, das wesentlich für die Entstehung allergischer Reaktionen verantwortlich ist. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass der Histaminabbau durch Vitamin C gefördert wird. Insbesondere Vitamin-C-Infusionen haben sich zur Verminderung allergischer Symptome bewährt. Vitamin C ist wichtig für die Funktion des Enzyms Diaminoxidase, das wiederum das Hauptabbauenzym für Histamin darstellt. Die Diaminoxidase ist ein kupferhaltiges Enzym und benötigt für ihre Funktion verschiedene andere Mikronährstoffe wie Vitamin B6, B12 und Eisen. Ein weiteres Histaminabbauenzym ist die Histamin-N-Methyltransferase, für deren Aktivität z. B. Methionin und Vitamin B2 eine wichtige Rolle spielen.

Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass eine gute Folsäureversorgung in der Schwangerschaft allergische Symptome bei Säuglingen und Kleinkindern vermindern kann.

Wie bereits erwähnt, ist Vitamin B6 am Histaminabbau beteiligt. Deshalb spielt auch die Vitamin-B6-Versorgung eine indirekte Rolle bei der Behandlung allergischer Erkrankungen.

 

Aminosäuren

Methionin kann dazu beitragen, den Histaminabbau zu beschleunigen. 2001 wurde eine Studie des Karolinska-Instituts Stockholm publiziert, aus der hervorgeht, dass reduziertes Glutathion und N-Acetylcystein eine TH1-Antwort begünstigen und Interleukin-4 herunterregulieren. Interleukin-4 ist ein Zytokin, das für die Entstehung allergischer Reaktionen eine wichtige Rolle spielt.

Die Aminosäure Glutamin ist ein essenzielles Nährsubstrat des Magen-Darm-Traktes und auch der Atemwege. Es konnte nachgewiesen werden, dass durch eine Glutaminsupplementierung verschiedene Faktoren reduziert werden können, die an der Entstehung von Asthma beteiligt sind. Diese sind z. B. eine Übererregbarkeit der Atemwege sowie eine vermehrte Freisetzung von eosinophilen Leukozyten, Mastzellen und basophilen Granulozyten. Des Weiteren ist Glutamin für die Aufrechterhaltung der Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes sehr wichtig. Eine vermehrte Durchlässigkeit der Darmwand kann auch zu einer vermehrten Aufnahme von Antigenen führen. Es gibt auch Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten intestinalen Permeabilität und Lebensmittelallergien.

 

Mineralstoffe und Spurenelemente

Eine höhere Magnesiumzufuhr war in einigen Studien mit einem verminderten Risiko für Asthma assoziiert. Ein Magnesiummangel begünstigt die Umwandlung von Histidin in Histamin.

Zur Vermeidung allergischer Erkrankungen ist auch eine ausreichende Zinkversorgung sehr wichtig. Eine Zinksupplementierung kann also Patienten mit niedriger Zinkkonzentration bei der Überwindung allergischer Erkrankungen helfen. Wenn aber die Zinkkonzentration physiologische Spiegel übersteigt, kann dies ebenso allergische Reaktionen fördern. Bei Kindern mit Neurodermitis wurden im Vergleich zu gesunden Personen häufig niedrige Zinkspiegel nachgewiesen.

Auch das Spurenelement Selen ist wichtig bei der Behandlung allergischer Erkrankungen. Wissenschaftler aus dem Iran konnten in einem Zellkulturversuch nachweisen, dass Selen-behandelte Zellen weniger Histamin und Prostaglandin D2 freisetzten als Zellen ohne Selenbehandlung. Prostaglandin D2 ist ein wichtiger Auslöser allergischer Reaktionen. Es ist also davon auszugehen, dass eine Supplementierung von Selen die klinische Manifestierung von Allergien und Asthma vermindern kann. Hohe Selenspiegel während der Schwangerschaft verminderten spastische Atemwegssymptome bei Kindern im ersten und dritten Lebensjahr. Auch Eisen spielt eine gewisse Rolle für die Behandlung allergischer Reaktionen, da Eisen, wie bereits erwähnt, für Funktionen der Diaminoxidase benötigt wird.

 

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