qual-fred-goldstein-fotoliaPsychische Befindlichkeitsstörungen wie Depressionen, Ängste, Panikattacken, Burn-out u.ä. nehmen immer mehr zu und machen vielen Menschen das Leben zur Qual. Allein in Deutschland wird die Zahl der Bundesbürger, die einmal im Leben aufgrund einer Depression in ärztliche Behandlung gehen, auf 20 Prozent beziffert. Die Dunkelziffer der Erkrankten dürfte wesentlich höher sein. Die Herstellung von Psychopharmaka boomt. So hat sich laut einem Focus-Bericht vom März 2007 die Zahl der verordneten Antidepressiva in Deutschland zwischen 1993 und 2002 mehr als verdoppelt – Tendenz steigend.

Viele Betroffene suchen Alternativen zu den herkömmlichen Psychopharmaka, weil sie die Medikamente nicht vertragen oder um eine Abhängigkeit zu umgehen. Eine sinnvolle Möglichkeit kann dann in manchen Fällen eine gezielte Mikronährstofftherapie sein, da die Qualität der körpereigenen Biochemie einen immensen Einfluss auf die unmittelbare Befindlichkeit hat.

Insbesondere die Aminosäuren nehmen hier eine Schlüsselfunktion ein, weil sie u.a. Neurotransmitter sind oder deren Vorstufen. Neurotransmitter sind Biomoleküle, die Signalstoffe von einer Nervenzelle in die andere übertragen und u.a. unser Denken und Fühlen mitbestimmen. Man unterscheidet erregende und dämpfende Botenstoffe. Für ein stabiles Nervenkostüm ist allen Neurotransmittern gemeinsam, dass sie in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen müssen.

Unter den Neurotransmittern, die stimmungsaufhellend wirken, dürfte Serotonin der bekannteste sein. Serotonin wird aus der Aminosäure Tryptophan gebildet. Ist der Stoffwechsel nicht in der Lage, ausreichend Serotonin zu bilden, dann besteht eine erhöhte Depressionsneigung und es kann zu Schlafstörungen kommen.

Es gibt noch eine ganze Palette weiterer Neurotransmitter, die einen unmittelbaren Einfluss auf unsere Psyche ausüben und die im Rahmen einer Orthomolekularen Medizin beachtet werden sollten, wie z.B.:

  • Dopamin, ein sogenanntes Katecholamin, entsteht aus der Aminosäure Tyrosin und wird für Funktionen wie Lernen, Gedächtnis, Antrieb, Aufmerksamkeit, Motivation benötigt – ein Mangel kann zu einer Lethargie und zu erhöhter Depressivität führen.
  • GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) ist ein Botenstoff mit beruhigender Wirkung, der aus den Aminosäuren Glutamin und Glutaminsäure gebildet wird.
  • Glycin ist nicht nur Neurotransmitter, sondern auch eine Aminosäure mit zahlreichen Stoffwechselfunktionen. Im zentralen Nervensystem fungiert es als dämpfender Neurotransmitter an Glycinrezeptoren. Glycin ist erforderlich für die Funktion bestimmter Glutamatrezeptoren; insofern wird es auch für die Gedächtnisbildung und Konzentration benötigt. Ferner gibt es Erfahrungsberichte, dass Glycin bei Angst- und Panikattacken hilft. Eine wahrscheinliche Erklärung hierfür könnte sein, dass Glycin ein Gegenspieler von Noradrenalin ist.

Aminosäuren sind nicht nur aufgrund ihrer Neurotransmitterfunktion immens wichtig für das Nervensystem, sondern auch aus anderen Gründen:

Für die Gedächtnisleistung ist die ausreichende Verfügbarkeit von Arginin erforderlich. Aus dieser Aminosäure wird Stickoxid (NO) gebildet, das an der Ausbildung der Synapsen (Übergangsstellen der Nervenzellen) und an der Gedächtnisleistung beteiligt ist.

Glutaminsäure, deren Konzentration bekanntlich nicht zu hoch sein sollte, ist notwendig für das Lernvermögen. Die Aminosäuren Taurin und Cystein wiederum bieten einen antioxidativen Schutz für die Nervenzellen.

Aminosäuren sind, neben anderen Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, wichtige Komponenten in der orthomolekularen Therapie psychischer Störungen. Um allerdings eine effektive Mikronährstofftherapie durchzuführen, die den größtmöglichen gesundheitlichen Nutzen bringt, bedarf es einer genauen Mikronährstoffanalyse des Blutes. Nur dann kann der Bedarf der einzelnen Mikronährstoffe des Stoffwechsels genau ermittelt und können die fehlenden Vitalstoffe dementsprechend ggf. hochdosiert verabreicht werden. Das gilt in besonderem Maße für die Aminosäuren, die keinesfalls überdosiert verabreicht werden dürfen, da sonst einige Stoffwechselfunktionen außer Takt geraten können. Bei einer Therapie mit Aminosäuren ist zudem zu berücksichtigen, dass für die Wirksamkeit einer Aminosäure alle anderen Aminosäuren in den jeweils für sie gültigen Konzentrationen vorhanden sein müssen.

Eine effektive, ausgewogene Gabe von Aminosäuren und weiteren Mikronährstoffen, welcher eine Laboruntersuchung vorausging, kann das Nervenkostüm in hohem Maße wieder stabilisieren. Es lohnt sich also, das Blut einmal untersuchen zu lassen.

Bild: Fred Goldstein, Fotolia.com

Haut und Mikronährstoffbedarf

Haut

Die Haut hat eine Gesamtfläche von eineinhalb bis zwei Quadratmeter und ist damit das größte Organ des Menschen. Die Haut besteht aus drei Schichten: aus der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis) und der Unterhaut (Subkutis).

Aufbau und Funktionen der Haut

Die wichtigste Aufgabe der Epidermis ist die Barrierefunktion, d. h. sie bildet einen Schutzschild nach außen. Zur Erfüllung dieser Schutzfunktion ist die Epidermis wie eine Mauer aufgebaut. Die Hornzellen (Keratinozyten) bilden sozusagen die Mauerbausteine, die in eine Mixtur aus Eiweißen und Fettmolekülen eingebettet sind. Eine sehr wichtige Komponente dieser Fettmoleküle sind die Ceramide, die dafür sorgen, dass die Haut geschmeidig und wasserdicht ist. Die Keratinozyten haben einen Lebenszyklus von 28 Tagen. Vier Wochen nach ihrer Entstehung werden sie als Schuppe abgestoßen.

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Gedächtnis: Was Mikronährstoffe bewirken

Gedaechtnis

...Für die Erhaltung oder Stärkung des Gedächtnisses ist ein erholsamer Schlaf von großer Bedeutung. Weitere wichtige Faktoren sind körperliche Aktivität und Fitness. Ungünstig wiederum ist eine Belastung mit toxischen Substanzen, zum Beispiel mit Schwermetallen, oxidativer Stress und eine erhöhte Entzündungsaktivität.

Die Gedächtnisleistungen gehören zu den kognitiven Funktionen, bei denen es altersabhängig zu einer Verschlechterung kommt. Generell ist im Alter von 80 Jahren im Vergleich von 20 Jahren eine etwa 40- bis 60-prozentige Abnahme der kognitiven Geschwindigkeit zu beobachten. Es gibt aber sehr große individuelle Unterschiede, in welchem Umfang es beim Älterwerden zu einer Verminderung der Gedächtnisleistungen kommt. Die Sicherstellung einer guten Mikronährstoffversorgung, bereits im mittleren Lebensalter, ist sicher ein wesentlicher Faktor für den Erhalt der Hirnleistungsfähigkeit in den späteren Jahren...

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