autobatterienEine Belastung mit Schwermetallen ist ein Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen. Ende Juli 2020 wurde ein Bericht von UNICEF und der Umweltorganisation Pure Earth publiziert, aus dem hervorgeht, dass Kinder in einem großen und bisher unbekannten Ausmaß von Bleivergiftungen betroffen sind. Dem Bericht zufolge weist eins von drei Kindern, d. h. rund 800 Millionen Kinder weltweit, eine Bleibelastung im Blut von mindestens 50 µg/Liter auf.

Der UNICEF-Bericht macht deutlich, dass Blei als Nervengift die Entwicklung des Gehirns von Kindern irreparabel schädigt. Weil Blei das Gehirn schädigt, bevor es sich voll entwickeln konnte, hat es besonders auf Babys und Kleinkinder unter fünf Jahren gefährliche Auswirkungen. Eine Bleibelastung kann zu lebenslangen neurologischen, kognitiven und physischen Beeinträchtigungen führen. Blei führt auch zu psychischen Gesundheitsproblemen und Verhaltensauffälligkeiten sowie zu einem Anstieg von Kriminalität und Gewalt.

Der Bericht weist darauf hin, dass das nicht standardmäßige Recycling von Blei-Säure-Batterien in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen eine Hauptursache von Bleivergiftungen bei Kindern ist. Menschen, die in gefährlichen und häufig illegalen Recycling-Betrieben arbeiten, brechen die Batteriegehäuse auf, schütten die Säure und den Bleistaub weg und schmelzen das wiedergewonnene Blei in simplen Freiluftöfen. Dadurch werden die giftigen Dämpfe in die umliegenden Gemeinden verbreiten.

In einem Interview, das am 18. August im Spiegel veröffentlicht wurde, erwähnt der UNICEF-Umweltspezialist Nicholas Rees, dass allein in Afrika etwa 1,2 Millionen Tonnen Blei-Säure-Batterien recycelt werden. Daraus werden dann gut 800.000 Tonnen Blei gewonnen, das zu einem großen Teil von Afrika zurück in die EU exportiert wird.

In vielen Ländern ist Kochgeschirr und Serviergeschirr ein Problem. In Mexiko ist zum Beispiel eine Keramikglasur auf Bleibasis eine hohe Gefahr für Kinder und Erwachsene.

Zur Verbesserung der Farbe und zur Erhöhung des Gewichts werden zudem in vielen Ländern Gewürze wie Kurkuma mit Bleichromat vermischt. Viele Menschen trinken auch Wasser, das aus Bleirohren fließt, oder sie leben in Häusern mit abblätternder Bleifarbe.

Die Gefährlichkeit an Bleivergiftungen ist, dass sie kaum heilbar sind und sogar von schwangeren Müttern an ihre ungeborenen Kinder weitergegeben werden. Die UNICEF geht außerdem bei Erwachsenen von mehr als 900.000 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr aus, die auf eine Bleivergiftung zurückzuführen sind.

Laut UNICEF Bericht ist in den meisten Ländern mit hohem Einkommen die Bleikonzentration im Blut drastisch zurückgegangen, seitdem bleihaltiges Benzin und die meisten Farben auf Bleibasis schrittweise abgeschafft wurden. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen bleibt die Bleikonzentration im Blut bei Kindern allerdings hoch und in vielen Fällen sogar gefährlich.

 

Anmerkung:
Blei ist nicht das einzige kritische Schwermetall für die Gesundheit der Kinder. Auch Quecksilber ist ein erhebliches Problem. Von den vereinigten Staaten weiß man, dass jedes Jahr mindestens 316.000 Kinder mit Quecksilberwerten im Nabelschnurblut geboren werden, die ausreichen, um neurologische Entwicklungsstörungen zu verursachen.

Empfehlenswert ist in jedem Lebensalter die Bestimmung der Schwermetallkonzentrationen im Vollblut, um rechtzeitig Präventions- oder Ausleitungsmaßnahmen einzuleiten.


Referenzen:

  • Anne Backhaus: Blei in Batterien, Geschirr und Gewürzen vergiftet Millionen Kinder; Der Spiegel, 18.08.2020
  • Unicef.de: Report: The Toxic Truth, 07/2020

Glycin - Aminosäure mit großer Wirkung

Glycin ist die kleinste Aminosäure und wurde früher meist den nicht essenziellen Aminosäuren zugerechnet. In der neueren Fachliteratur wird Glycin als bedingt essenziell eingestuft, nachdem es immer mehr Hinweise dafür gibt, dass die endogene Glycinsynthese den Bedarf nicht immer ausreichend decken kann. Glycin ist ein häufig verwendeter Baustein von Proteinen und Ausgangssubstanz für die Bildung zahlreicher Metabolite: Glutathion, Cholin, Porphyrine, Purine, Kreatin, Häm, Kollagene und Elastin. Glycin hat mannigfaltige Funktionen im Stoffwechsel und kann bei sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern zur Anwendung kommen.


Glycin im zentralen Nervensystem

Glycin ist ein inhibitorischer Neurotransmitter an glycinergen Rezeptoren im Stammhirn und Rückenmark. Außerdem ist Glycin ein Agonist an den NMDA-Rezeptoren, die ja bekanntlich für Lernvorgänge und Gedächtnisbildung eine zentrale Rolle spielen. Es gibt auch Hinweise, dass Glycin Gedächtnisleistungen beeinflussen kann. Bereits 1999 wurde publiziert, dass Glycin in einer biologisch aktiven Form (Bioglycin) bei Erwachsenen jüngeren und mittleren Alters Gedächtnisleistungen und Aufmerksamkeit verbesserte. Wissenschaftler aus China formulierten in einem Fachartikel die Vermutung, dass Glycin im Hippocampus einen wichtigen regulierenden Effekt auf die Nervenerregbarkeit hat. Dadurch würden auch Lernvorgänge und Gedächtnis beeinflusst...

Aminosaeuren 640

Mikronährstoffmedizin ist ja letztlich nichts anderes als angewandte Biochemie. Um die Wirkung der Mikronährstoffe zu verstehen, ist es auch wichtig, sich mit den Grundkenntnissen der Biochemie zu beschäftigen. Das gilt auch für die Aminosäuren, deshalb einige Aspekte des Aminosäurenstoffwechsels:

Sowohl Insulin wie auch Glucagon führen zu einer Verkleinerung des Aminosäurenpools im Blutplasma, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Insulin hemmt den Proteinabbau im Muskel und steigert die Aufnahme von verzweigtkettigen Aminosäuren, deren Konzentration dann im Blutplasma, im Vergleich zu den anderen Aminosäuren, überproportional sinkt. Glucagon hingegen steigert vor allem in der Leber die Aufnahme von Alanin, Serin und ähnlichen kleinen Aminosäuren und deren Umwandlung in Harnstoff und Glukose.

Glukokortikoide, wie zum Beispiel Cortisol, verstärken den Proteinabbau im Skelettmuskel und erhöhen die Konzentration der Aminosäuren im Blutplasma. Adrenalin wirkt zwar nicht so stark katabol wie die Glukokortikoide, es erhöht aber die Zufuhr glukosebildender Aminosäuren in die Leber...

schwermetalle 425 

Für den Begriff „Schwermetalle“ gibt es unterschiedliche Definitionen. In der Chemie bezeichnet man als Schwermetalle alle Metalle mit einer höheren Dichte als 5,0 Gramm pro Kubikzentimeter. Darunter fallen dann auch Metalle wie Eisen, Zink und Chrom, die im Stoffwechsel des Menschen als Spurenelemente fungieren. In der Medizin versteht man unter Schwermetallen die toxischen Metalle, zu denen dann aber auch ein Leichtmetall wie Aluminium oder ein Halbmetall wir Arsen gehören.

Im Folgenden sind also die toxischen Metalle gemeint, wenn von den Schwermetallen die Rede ist. Die toxischen Metalle haben, soweit derzeit bekannt, keine lebensnotwendigen Funktionen im Stoffwechsel, sondern ganz überwiegend schädliche Wirkungen.

 

Schwermetallbelastungen: oftmals hausgemacht

Schwermetalle sind natürliche Bestandteile der Erdkruste, die aber häufig durch menschliche Aktivitäten aufkonzentriert oder in eine andere chemische Form gebracht werden.

Im Laufe der Zeit kann so eine Umweltbelastung mit Schwermetallen entstehen, was dann zu einer Belastung von Luft, Trinkwasser und Nahrungsmitteln führt. Über die Luft, das Trinkwasser und über die Nahrungsmittel kommt es dann auch zu einer Anreicherung im menschlichen Körper.

Schwermetalle sind in der heutigen Zeit nicht nur in der Nahrungskette zu finden, sondern befinden sich auch oftmals in Gebrauchsgegenständen z. B. in Keramik, Modeschmuck, Kleidung, Schuhen, Kosmetika, Kerzen und vielem mehr. Auch rein berufsbedingt kann eine erhöhte Metallexposition vorliegen, z. B. bei Handwerkern, metallverarbeitenden Berufen, Zahnarztpersonal, etc.

 

Schwermetalle werden im Depots gelagert

Häufig erfolgt eine Speicherung der Schwermetalle im Fettgewebe, aus dem es dann nur langsam ausgeschieden oder abgebaut werden kann. Schwermetalle haben oftmals eine Halbwertszeit im Körper von 15 bis 20 Jahren.

 

Schwermetallbelastungen: große Gesundheitsgefahr

Chronische Schwermetallbelastungen sind in der Allgemeinbevölkerung sehr häufig und werden in ihrer Gefährlichkeit meist unterschätzt.

Eine Belastung mit Schwermetallen ist ein bedeutender Faktor, der die Entstehung von Zivilisationskrankheiten fördert. Schwermetalle schädigen den Organismus auf verschiedene Art und Weise. Ein wichtiger Schädigungsmechanismus ist die Verdrängung der physiologischen Spurenelemente von den aktiven Zentren in den Enzymen. Dies führt zu einer Einschränkung der Enzymaktivität und dadurch zu einer Beeinträchtigung von Stoffwechselreaktionen, woraus sich dann gesundheitliche Folgen ergeben können. Schwermetalle fördern die Entstehung von oxidativem Stress und führen häufig zu entzündlichen Reaktionen und können auch die Blut-Hirn-Schranke sowie die Mukosabarriere des Darms schädigen.

Prinzipiell gibt es keine völlig unschädlichen Konzentrationen von Schwermetallen, auch wenn die Festlegung von Grenzwerten dies vielleicht vermuten lässt. Schwermetalle können in jeder Konzentration die oben erwähnten biochemischen Effekte bewirken.

Besonders empfindlich gegenüber Schwermetallen ist das Gehirn der Kinder. In den letzten Jahren zeigt sich zunehmend, dass bereits minimale Schwermetallbelastungen, die man jahrzentelang für ungefährlich gehalten hat, zu einer Einschränkung der Hirnleistungsfähigkeit und psychischen Befindlichkeit sowie des Verhaltens führen. Bereits eine leichte Schwermetallbelastung bei Kindern bewirkt Intelligenzeinbußen.

Selbst wenn die Konzentrationen der Schwermetalle unter dem Grenzwert liegen, können dennoch gesundheitliche Störungen entstehen, weil es zu kumulativen Effekten kommt. 

 

Schwermetallbelastete Lebensmittel lieber meiden

Es ist immer von grundlegender Bedeutung, mögliche Quellen von Schwermetallen zu erkennen und zu meiden. Wenn Schwermetalle erst im Organismus sind, ist eine Mobilisierung oft nicht einfach.

Auch für Schwermetalle gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen!

Eine wichtige Maßnahme zur Vermeidung einer Schwermetallbelastung ist eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen. Es ist z. B. bekannt, dass ein Eisenmangel zu einer vermehrten Bleiaufnahme führt. Bestimmte Ernährungsgewohnheiten erhöhen das Risiko für eine Schwermetallbelastung. Zu erwähnen ist hier ein häufiger Verzehr von Seeefisch und Meeresfrüchten, der zu einem Anstieg der Quecksilberbelastung führt. Aber auch Süßwasserfische sind in der heutigen Zeit nicht selten erheblich quecksilberbelastet.

In den letzten Jahren hat sich die glutenfreie Ernährung zu einem regelrechten Modetrend entwickelt. Inzwischen haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass eine glutenfreie Ernährung mit einer erhöhten Schwermetallaufnahme einhergeht.

Der Verzehr von Reis und Reisprodukten kann in Abhängigkeit vom Ausmaß zu einer Arsenbelastung führen, da das Wasser in verschiedenen Reisanbaugebieten erheblich arsenbelastet ist.

 

Weniger Blei in der Umwelt durch bleifreies Benzin

Bei manchen Schwermetallen wie Blei konnte in den letzten Jahrzenten durch Abschaffung des bleihaltigen Benzins eine Besserung der Umweltbelastung erreicht werden. Allerdings bleibt Blei ein gefährliches Umweltgift und ist, wie bereits erwähnt, bereits in minimalen Konzentrationen erheblich neurotoxisch, was man früher in diesem Ausmaß nicht erkannt hat.

 

Aluminium – auch eine zunehmende Belastung

Ein zunehmendes Problem ist Aluminium, dessen Freisetzung aus den Böden durch sauren Regen gefördert wird. Außerdem ist Aluminium in immer mehr Lebensbereichen anzutreffen, so dass die Aluminiumbelastung des Menschen insgesamt zunimmt. Es ist wichtig, die Aluminiumaufnahme so weit wie möglich zu beschränken. Dazu muss man wissen, dass Aluminium  z. B. in gefärbten Süßigkeiten und in Laugengebäck vermehrt vorkommen kann. Ungünstig ist auch die Zubereitung und Aufbewahrung von säurehaltigen Lebensmitteln in aluminiumhaltigen Kochgefäßen.

 

Schwermetalle im Blut bestimmen

Es ist zweckmäßig, von Zeit zu Zeit die Schwermetalle im Blut zu bestimmen. Spätestens dann, wenn bereits gesundheitliche Störungen vorliegen, die mit Schwermetallen in Zusammenhang stehen können. Bei einer nachgewiesenen Schwermetallbelastung sollte dann eine geeignete Ausleitungstherapie durchgeführt werden. Auch eine gezielte Supplementierung von Mikronährstoffen kann zu einer Verminderung der Schwermetallbelastung beitragen.

Obst 320Vitamine regulieren Stoffwechselreaktionen

Definitionsgemäß sind Vitamine organische Verbindungen, die der Körper nicht selbst oder nicht in ausreichenden Mengen herstellen kann. Die Vitamine gehören zu den Mikronährstoffen. Sie dienen dem Organismus nicht als Energielieferanten oder als Bausteine von Organen und Geweben. Vitamine sind an sehr vielen Stoffwechselreaktionen im Organismus beteiligt und haben auch regulatorische Funktionen für die Verwertung von Makronährstoffen. Einige Vitamine sind für das Zellwachstum und für die Zelldifferenzierung notwendig sowie für die Regulierung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels. Außerdem sind Vitamine auch Bestandteile des antioxidativen Systems der Zellen.

Aminosuren Formeln 425

Aminosäuren sind die Bausteine sämtlicher Peptide und Proteine und haben darüber hinaus zahlreiche weitere Funktionen im Stoffwechsel. Für die Proteinsynthese sind 21 Aminosäuren erforderlich.

Erst seit einigen Jahren ist bekannt, dass auch Selenocystein eine proteinogene Aminosäure ist, da Sie für die Bildung einiger Proteine benötigt wird.


Einstufung der Aminosäuren

Einige Aminosäuren können vom Organismus selbst gebildet werden, sie werden als nicht essenzielle Aminosäuren bezeichnet. Essenzielle Aminosäuren müssen obligat mit der Nahrung zugeführt werden. Dazwischen gibt es eine Gruppe von Aminosäuren, die üblicherweise aus anderen Aminosäuren gebildet werden können. Unter bestimmten Umständen, z. B. bei metabolischem Stress, ist die endogene Bildung der Aminosäuren aber nicht ausreichend zur Bedarfsdeckung des Organismus. Auch bei Frühgeborenen ist die Fähigkeit zur Aminosäurensynthese noch nicht ausgereift.

 

1. Essenzielle Aminosäuren

  • Histidin
  • Isoleucin
  • Leucin
  • Valin
  • Lysin
  • Methionin
  • Phenylalanin
  • Threonin
  • Tryptophan

2. Nicht essenzielle Aminosäuren

  • Alanin
  • Asparaginsäure
  • Glutaminsäure
  • Serin

3. Bedingt essenzielle Aminosäuren

  • Arginin
  • Cystein
  • Glutamin
  • Glycin
  • Prolin
  • Tyrosin

 

Bei Asparagin ist es strittig, ob es sich um eine bedingt essenzielle oder nicht essenzielle Aminosäure handelt.

Zu den Aminosäuren wird in der Regel auch Taurin gezählt, obwohl streng genommen Taurin keine Aminosäure ist, sondern eine Aminoethansulfonsäure. Die „Aminosäure“ Taurin hat aber zahlreiche wichtige Funktionen im Stoffwechsel und ist insbesondere auch für die Hirnentwicklung bei Säuglingen von zentraler Bedeutung.

Neben den proteinogenen Aminosäuren gibt es auch nichtproteinogene Aminosäuren. Diese sind nicht in Proteinen zu finden, sondern liegen meist in freier Form vor. Beispiele für solche Aminosäuren sind Ornithin und Citrullin, die im Harnstoffzyklus eine zentrale Rolle spielen, d. h. sie sind an der Ammoniakentgiftung beteiligt.

 

Aus Aminosäuren entstehen Peptide

Ein Beispiel für die Bildung von Tripeptiden ist Glutathion, das für die Regulierung des Zellstoffwechsels und des antioxidativen Schutzes wesentlich ist. Glutathion wird aus den Aminosäuren Cystein, Glutaminsäure und Glycin gebildet.

Ein weiteres Beispiel für Tripeptide ist Kreatin, das aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin entsteht.

Auch viele Hormone wie Insulin, Glucagon, Angiotensin II und ADH sind Peptide.

 

Weitere Funktionen der Aminosäuren

  • Aminosäuren können als Energielieferanten dienen. Dies betrifft vor allen Dingen Glutamin, Glutamat und Aspartat. Diese Aminosäuren sind Energiesubstrate für die Schleimhautzellen des Magen-Darm-Trakts und der Immunzellen.

  • Manche Aminosäuren sind Ausgangssubstanzen für die Bildung von Neurotransmittern und biogenen Aminen oder fungieren selbst als Neurotransmitter:

    Aminosäuren, die als Botenstoffen dienen:

    • Glutamat (Glutaminsäure)
    • Glutamat (Glutaminsäure)
    • Aspartat

    Aminosäuren als Vorstufen von Neurotransmittern:

    • Aus der Aminosäure Histidin entsteht Histamin
    • Die Aminosäure Tryptophan ist Ausgangssubstanz für die Bildung von Serotonin.
    • Die Aminosäure Tyrosin ist Vorläufer der Katecholamine und Schilddrüsenhormon

 

  • Aminosäuren sind auch Ausgangssubstanzen für gasförmige Botenstoffe wie Stickstoffmonoxid und Schwefelwasserstoff.

  • Aminosäuren sind wichtige Quellen für Sulfatgruppen, speziell Methionin und Cystein. Sie sind Quellen für Methylgruppen (Methionin) und für Aminogruppen, z. B. Glutamin und Asparagin.

  • Aminosäuren sind auch an der Regulierung des Säure-Basen-Haushalts beteiligt (Glutamin, Glutamat).

 

Alle Aminosäuren müssen verfügbar sein

Da die Aminosäuren, wie bereits erwähnt, Bausteine sämtlicher Proteine sind, muss eine ausreichende Verfügbarkeit aller Aminosäuren sichergestellt sein. Dazu gibt es im Organismus einen Pool freier Aminosäuren, der gespeist wird durch die Nahrungsproteine sowie durch den Abbau körpereigener Proteine. Im Organismus herrscht ein sehr effektives Aminosäuren-Recycling.

Für den Aufbau der Proteine ist ein bestimmtes Aminosäurenmuster erforderlich. Das Aminosäuren-Muster der Nahrungsproteine weicht allerdings mehr oder weniger von dem des Körpers ab.

 

Die limitierende Aminosäure bestimmt die Qualität des Nahrungsproteins

Der biologische Wert eines Nahrungsproteins wird durch die limitierende Aminosäure bestimmt, d. h. durch den Gehalt einer essenziellen Aminosäure. Getreideproteine von Weizen, Roggen und Reis enthalten relativ wenig Lysin. Die Proteine der Hülsenfrüchte sind methioninarm und bei Mais ist Tryptophan die limitierende Aminosäure.
Die Proteinträger haben also unterschiedliche limitierende Aminosäuren, die aber durch eine geeignete Kombination verschiedener Proteine ausgeglichen werden kann. Es ist also nicht immer der Eiweißgehalt eines Nahrungsmittels entscheidend, sondern vor allem der Gehalt an einer limitierenden Aminosäure.

 

Aminosäurenmangel: Ursachen

Probleme mit der Aminosäuren-Versorgung ergeben sich also durch eine einseitige unausgewogene Ernährung sowie durch Störungen der Aminosäurenaufnahme im Darm. Ein Mehrverbrauch und ein daraus resultierender Engpass einzelner Aminosäuren sind bei vielen Krankheiten zu beobachten, z. B. bei Infektionen, Entzündungen, Tumorerkrankungen etc.

 

Aminosäuren nicht unkontrolliert einnehmen

Aminosäuren sollten nur dann supplementiert werden, wenn zuvor eine Aminosäurenbestimmung im Plasma/ Serum durchgeführt wurde, da eine ungezielte Einnahme von Aminosäuren zu sogenannten Aminosäuren-Imbalancen führen kann, wodurch es dann möglicherweise zu Stoffwechselstörungen kommt. Beispielsweise kann die Aufnahme einzelner Aminosäuren in die Zelle durch einen Überschuss anderer Aminosäuren gestört werden. Es gilt also der Grundsatz: erst messen, dann supplementieren.

 

 

 

 

Mikronährstoffe

 

Die Nahrung des Menschen besteht aus Makro- und Mikronährstoffen. Zu den Makronährstoffen gehören Fette, Kohlenhydrate und Proteine. Proteine dienen in erster Linie dem Aufbau der Körpergewebe. Kohlenhydrate und Fette sind hauptsächlich Energielieferanten für den Organismus. Mikronährstoffe sind keine Energielieferanten. Mikronährstoffe sind aber an allen Stoffwechselreaktionen beteiligt und somit essenziell für die Gesundheit des Körpers.

 

Zu den Mikronährstoffen gehören:

✔️ Vitamine
✔️ Mineralstoffe
✔️ Spurenelemente
✔️ Aminosäuren
✔️ Fettsäuren

 

Mikronährstoffe sind lebensnotwendig

Mikronährstoffe haben lebenswichtige Funktionen und müssen in ausreichender Menge dem Organismus zur Verfügung stehen. Da die Mikronährstoffe spezifische Funktionen haben, ist ein Mikronährstoff auch nicht ohne Weiteres durch einen anderen Mikronährstoff ersetzbar.

Zu den Mikronährstoffen werden häufig auch Biomoleküle gezählt, die zwar vom Organismus in einem gewissen Umfang gebildet werden, aber dennoch häufig in der Mikronährstoffmedizin supplementiert werden, z. B. Carnitin, Coenzym Q10, Cholin, Alpha-Liponsäure und vieles mehr.

 

Alle Mikronährstoffe müssen dem Stoffwechsel ausreichend zur Verfügung stehen

Bereits eine suboptimale Mikronährstoffversorgung kann zu komplexen Störungen des Stoffwechsels führen, woraus sich dann im Laufe der Zeit verschiedene Krankheiten entwickeln können.

Viele Menschen sind der Ansicht, dass es angesichts der riesigen Lebensmittelauswahl gar nicht zu Mikronährstoffmängeln kommen könne. Dies ist allerdings ein Trugschluss. Bereits vor 10 Jahren wurde die Nationale Verzehrsstudie II veröffentlicht, die gezeigt hat, dass in bestimmten Bevölkerungsgruppen teilweise eine erhebliche Unterversorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen besteht.

Die ersten Anzeichen eines Mikronährstoffmangels sind oftmals sehr unspezifisch und zeigen sich in Symptomen wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit Infektanfälligkeit, psychischen Befindlichkeitsstörungen und Hirnleistungsstörungen. Auch so manche Beschwerden, die dem Alter zugesprochen werden, beruhen in Wirklichkeit auf einer unzureichenden Versorgung mit Mikronährstoffen.

Grundsätzlich ist also eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen eine unabdingbare Grundvoraussetzung für die Gesunderhaltung des Organismus. Viele Erkrankungen stehen mit Mikronährstoffmängeln in Zusammenhang oder können durch eine geeignete Supplementierung von Mikronährstoffen gebessert werden.

Obwohl heute viele der klassischen Vitamin-Mangelerkrankungen, zumindest in Industriestaaten, selten sind, gibt es immer noch sehr weit verbreitete Mikronährstoff-Mangelerkrankungen, wie z. B. die Eisenmangelanämie.

 

Mikronährstoffe als Arzneimittel

Über ihre rein biochemische Funktion hinaus haben Mikronährstoffe häufig auch einen pharmakologischen Effekt in höherer Dosierung und können in dieser Funktion Krankheitssymptome beeinflussen. Ein Beispiel ist der Einsatz hoch dosierter B-Vitamine bei Nervenschmerzen, Neuropathien etc. Ein wichtiges Einsatzgebiet der Mikronährstoffmedizin in der heutigen Zeit ist auch der Ausgleich von Mikronährstoffmängeln, die durch die Einnahme von Medikamenten verursacht werden. Häufig eingesetzte Medikamente, wie z. B. Medformin oder Protonenpumpenhemmer, verursachen regelmäßig einen Vitamin B12-Mangel.

Mit Hilfe von Mikronährstoffen lässt sich oftmals auch die Dosis von Medikamenten reduzieren. Inwieweit das möglich ist, ist aber immer im Einzelfall abzuklären. Mikronährstoffe können die Entgiftungskapazität des Organismus verbessern und beschleunigen auch die Ausscheidung von toxischen Metallen.

 

Fazit:

Für eine gute körperliche und mentale Gesundheit ist eine Minimalversorgung mit Mikronährstoffen häufig nicht ausreichend. Generell kann man davon ausgehen, dass jeder einen individuellen Mikronährstoffbedarf hat. Krankheiten, Stress und andere Lebensstilfaktoren bedingen häufig einen Mehrverbrauch und Mehrbedarf an Mikronährstoffen.


Den Individuellen Bedarf an Mikronährstoffen ermitteln

Um den individuellen Bedarf an Mikronährstoffen zu ermitteln, kommt man an einer Mikronährstoffanalyse des Blutes nicht vorbei.

 

 

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