Zur Beurteilung einer Metallbelastung ist eine Konzentrationsbestimmung in Blut, Speichel oder Urin unerlässlich. Grundsätzlich ist bei Umweltbelastungen eine optimale Versorgung des Organismus mit Spurenelementen, Vitaminen und Aminosäuren sehr wichtig, um die Körperzellen gegen den Angriff freier Radikale zu schützen.

 

 

Aluminium (Al)

Die umweltbedingte Säurebelastung der Böden führt zu steigenden Al-Konzentrationen in den Nahrungsmitteln. Al kann den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen; bei Kindern kommt es zu verzögerter Knochenbildung. Al-Ionen können Mg-Ionen verdrängen; sie stören dadurch erheblich den Stoffwechsel des Nervensystems. Möglicherweise ist Al auch ein Risikofaktor für die Entstehung der Alzheimer’schen Krankheit. Eine weitere Folge einer Al-Belastung ist die Anämie, die durch die Verdrängung von Eisen aus seinen Speicher- und Transportproteinen entsteht. Saure Nahrungsmittel sollten nicht in Al-Kochgeschirr oder Alufolie aufbewahrt werden.

 

 

Arsen (As)

As gelangt hauptsächlich durch Erzverhüttung, Müll- und Kohleverbrennung in die Umwelt. Chronische As-Belastungen zeigen sich in Form von Leberschäden, Hautveränderungen bis hin zum Hautkrebs, Polyneuropathie sowie Veränderungen des Blutbildes. As hemmt zahlreiche Enzyme im Körper; es ist krebserregend und hat eine fruchtschädigende Wirkung. Außerdem können Mutationen im Erbgut auftreten.

Bei erhöhter As-Konzentration im Blut sollte man auf Seefische und Krebse verzichten.

Antioxidantien wie Vitamin C, E, Betacarotin, Selen, Cystein können mithelfen, blockierte Enzyme wieder zu aktivieren.

 

 

Blei (Pb)

Die Pb-Belastung der Umwelt ist zwar in den letzten Jahren rückläufig, aber immer noch ist Pb eines der gefährlichsten Umweltgifte. Dies gilt besonders für Kinder, weil sie wesentlich mehr Pb resorbieren als Erwachsene. Pb verkürzt die Lebensdauer der roten Blutkörperchen und hemmt die Hämoglobin-Synthese. Es wird in die Knochen eingebaut, besonders bei Ca-Mangel. Pb ist ein starkes Nervengift und kann von leichten Befindlichkeitsstörungen bis hin zu schweren neurologischen Schäden viele unterschiedliche Symptome verursachen. Weitere Zeichen einer Pb-Vergiftung sind Bluthochdruck und Magen-Darm-Störungen. Erhöhte Pb-Konzentrationen im Trinkwasser sind häufig noch auf Pb-Leitungen zurückzuführen.

 

 

Cadmium (Cd)

Der weltweite Verbrauch an Cd nimmt zu. Cd wird bei der Abfallverbrennung aus Farben und Kunststoffen freigesetzt. Stark belastet sind oft Klärschlämme und Pflanzendünger. Cd reichert sich zuerst in der Leber an und wird später vermehrt in der Nierenrinde abgelagert, wo es im Laufe der Zeit größere Schäden hervorruft. Es kommt zu Eiweißverlusten über den Urin. Außerdem ruft Cd Knochenerkrankungen wie Osteoporose hervor; weitere Symptome sind Schleimhautveränderungen und Anämie. Cd kann kaum vom Körper ausgeschieden werden. Das Rauchen trägt erheblich zur Cd-Belastung bei. Hochbelastete Lebensmittel sind Muscheln, Krustentiere, Speisepilze und Kakaoprodukte.

 

 

Quecksilber (Hg)

Jährlich gelangen 40.000 – 50.000 Tonnen Hg durch Kohle- und Müllverbrennung in die Atmosphäre. 3 – 5% der Weltjahresproduktion gehen in die Amalgamherstellung. Anorganische Hg-Verbindungen werden durch Mikroorganismen in Gewässern in organische Verbindungen umgewandelt und reichern sich in Fischen und Schalentieren an. Bei hohem Fischkonsum werden deshalb beträchtliche Hg-Mengen aufgenommen.

Auch Amalgamfüllungen tragen messbar zur Gesamtbelastung des Menschen bei. Beschwerden, die aufgrund von Amalgamfüllungen auftreten, können aber nicht pauschal auf eine Hg-Vergiftung zurückgeführt werden. Das Zahnamalgam enthält neben Hg auch andere Metalle (Zinn, Silber und Kupfer), die ebenfalls Unverträglichkeitserscheinungen auslösen können. Bei der chronischen Hg-Belastung kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden, Nierenschädigung und zu Symptomen des zentralen und vegetativen Nervensystems wie Zittern, Nervosität, Schlaflosigkeit, Sprachstörungen bis hin zu schweren neurologischen Ausfallserscheinungen. Häufig tritt ein Metallgeschmack im Mund auf.

Zur Diagnostik einer Hg-Belastung aus Zahnfüllungen eignet sich besonders der "Kaugummi-Test", bei dem in zwei Speichelproben das Hg gemessen wird. Je nach Alter und Zustand der Füllungen wird durch das Kaugummi-Kauen vermehrt Hg freigesetzt. Ergänzend zur Amalgamentfernung gibt es verschiedene Methoden zur Hg-Entgiftung – sehr effektiv ist eine Ausleitungstherapie mit DMPS, einem Medikament, das Hg im Körper bindet und zur Ausscheidung führt. Mit DMPS kann auch ein Test zur Beurteilung der Schwermetallbelastung im Körper durchgeführt werden. Auch die Spurenelemente Selen und Zink können die Hg-Belastung des Organismus vermindern. Das richtige therapeutische Vorgehen kann erst nach den genannten Laboruntersuchungen festgelegt werden.

 

 

Palladium (Pd)

Seit 1980 werden teilweise hochpalladiumhaltige Legierungen in der Zahnmedizin verwendet (Spargold); in der Regel sind es so genannte Aufbrennlegierungen am keramischen Zahnersatz. Pd kann leicht Allergien auslösen, außerdem blockiert Pd verschiedene Enzyme, so dass der Stoffwechsel gestört wird. Bei Pd-Unverträglichkeit können viele unterschiedliche Symptome ausgelöst werden, wie Herzrhythmusstörungen, Erschöpfung, Knochendegeneration, Muskelabbau und Haarausfall.

Bei einem positiven Allergietest oder bei erhöhter Pd-Konzentration in Speichel und Blut sollten Pd-haltige Legierungen ausgetauscht werden.

 

 

Zinn (Sn)

Anorganisches Sn ist Bestandteil von Amalgamfüllungen und wird bei Freisetzung von Mundbakterien in organische Verbindungen umgewandelt. Diese zählen zu den gefährlichsten bekannten Metallsalzen überhaupt.

Tributylzinn wird Schiffsanstrichen beigefügt, um Fäulnisprozesse zu verhindern. Deshalb sind Meerestiere in küstennahen Gewässern häufig zinnbelastet.

Es können erhebliche Nervenschäden wie Sehstörungen, erhöhte Schmerzempfindlichkeit und Neuralgien auftreten. Die Hämoglobinsynthese kann gehemmt werden. Organische Sn-Verbindungen können auch erhebliche Hautirritationen verursachen.

 

 

Dentallegierungen können folgende Metalle enthalten:

Aluminium, Beryllium, Chrom, Gallium, Gold, Indium, Iridium, Cobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Nickel, Osmium, Palladium, Platin, Quecksilber, Rubidium, Tantal, Titan, Vanadium, Zinn, Zirkon. Prinzipiell können gegen jedes Dentalmetall allergische Reaktionen auftreten.

 

 

Back to top