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Übergewichts-Screening

Übergewicht-ScreeningDie nationale Verzehrstudie II, eine bundesweite Erhebung zur Ernährungssituation von Erwachsenen und Jugendlichen, hat ergeben, dass in Deutschland 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen übergewichtig oder adipös sind. Übergewicht besteht definitionsgemäß bei einem BMI zwischen 25 und 30, ab 30 aufwärts spricht man von Adipositas. Übergewicht und Adipositas nehmen mit steigendem Lebensalter zu. Auch bei Kindern ist in den letzten 30 Jahren ein deutlicher Anstieg von Übergewicht zu verzeichnen.

Grundsätzlich liegt der Entwicklung von Übergewicht eine erhöhte Energiezufuhr zugrunde. Adipöse und nicht-adipöse Menschen neigen dazu, ihre Energiezufuhr deutlich niedriger einzuschätzen, als sie tatsächlich ist. Jedenfalls hat die Gesamtenergieaufnahme in den letzen Jahren um rund 15 Prozent zugenommen. Häufig ist auch nicht bekannt, dass mit zunehmendem Lebensalter der Energiebedarf geringer wird. Allein das Beibehalten bisheriger Ernährungsgewohnheiten kann mit zunehmendem Lebensalter die Ursache einer Gewichtszunahme sein.

Übergewicht bzw. Adipositas führen in Abhängigkeit vom Ausmaß zu einer ganzen Reihe von Stoffwechselveränderungen. Häufig bestehen Fettstoffwechselstörungen sowie eine Beeinträchtigung des Kohlenhydratstoffwechsels wie Insulinresistenz und erhöhte Nüchterninsulinspiegel. Für die pathophysiologische Veränderungen bei Adipositas spielt das viszerale Fett, d.h. die Menge an Fettgewebe im Bauchraum, eine entscheidende Rolle. Das viszerale Fett produziert verschiedene Signalstoffe wie Interleukin 6, TNF-Alpha, Angiotensin, Resistin, Östrogene etc. Das viszerale Fettdepot ist somit ein entscheidender Risikofaktor für viele Erkrankungen, die mit Übergewicht/ Adipositas zusammenhängen, z.B. Hypertonie, Diabetes mellitus II, metabolisches Syndrom etc. Weitere typische Veränderungen bei Adipositas sind ein oxidativer Stress und eine „low grade“-Inflammation. Außerdem beschleunigt Adipositas die biologische Alterung des Gehirns.

Eine zu hohe Zufuhr von Nahrungsenergie bedeutet nun keineswegs, dass übergewichtige oder adipöse Menschen optimal mit Nährstoffen oder Mikronährstoffen versorgt wären. Vielmehr zeigt sich häufig, dass die Mikronährstoffversorgung alles andere als optimal ist, weil bevorzugt energiedichte, aber mikronährstoffarme Lebensmittel verzehrt werden.

Auch ein erhöhter Körperfettanteil soll einen negativen Einfluss auf die Mikronährstoffversorgung haben, da z.B. lipophile Vitamine vermehrt ins Fettgewebe gelangen und dort gespeichert werden. Eine gezielte Supplementierung von Mikronährstoffen kann aus mehreren Gründen bei übergewichtigen oder adipösen Menschen von Nutzen sein, z.B. zur Verbesserung der Fettverbrennung, Verminderung des oxidativen Stresses, Verbesserung der Endothelfunktion, Modulierung der Appetitregulation, Sicherstellung einer ausreichenden Immunkompetenz u.v.m.


Vitamin C

Vitamin C ist ein wichtiges wasserlösliches Antioxidans und an zahlreichen biochemischen Reaktionen beteiligt wie z.B. auch an der Biosynthese von Neurotransmittern. Was Übergewicht/ Adipositas anbelangt, ist bedeutsam, dass Vitamin C einen protektiven Effekt auf die Endothelfunktion und die Immunkompetenz ausübt. Außerdem ist Vitamin C für die Carnitinsynthese notwendig. In einer US-amerikanischen Studie, die 2008 publiziert wurde, konnte nachgewiesen werden, dass Vitamin C bei übergewichtigen/ adipösen Erwachsenen die fibrinolytische Regulation verbessert. Bei Übergewicht/ Adipositas sind häufig die Fibrinogenspiegel erhöht. Eine Behandlung mit Vitamin C konnte auch erhöhte CRP-Konzentrationen senken.

 

Vitamin D

Calcitriol wirkt als Steroidhormon im Stoffwechsel und übt in verschiedenen Organsystemen eine regulierende Wirkung. Übergwichtige oder Adipöse haben häufig sehr niedrige Vitamin-D-Konzentrationen. Man kann davon ausgehen, dass es bei Übergewichtigen zu einer vermehrten Einlagerung von Vitamin D in das Fettgewebe kommt und dadurch zu einer verminderten Bioverfügbarkeit. Auch ist der Anstieg der Vitamin-D3-Konzentration nach UV-Bestrahlung deutlich geringer als bei normalgewichtigen Menschen. Zum Ausgleich von Defiziten benötigen Übergewichtige meist auch höhere Dosen an Vitamin D als Normalgewichtige. In einer Studie der Universität von Minesota konnte nachgewiesen werden, dass die Vitamin-D-Werte vor Beginn einer Reduktionsdiät in linearem Zusammenhang zum Abnehmeerfolg standen : Je höher der Vitamin-Spiegel vor der Diät lag, desto größer war der erzielte Gewichtsverlust.


Vitamin E

Bei Adipositas besteht häufig ein oxidativer Stress. Vitamin E ist ein wichtiges lipophiles Antioxidans mit antientzündlichen, antithrombotischen und endothelprotektiven Eigenschaften. Vitamin E hat sich auch bei der Behandlung der nicht-alkoholischen Fettleber, einer typischen Komplikation von Übergewicht/ Adipositas, als wirksam erwiesen.


Magnesium

2010 wurde publiziert, dass 60 Prozent der Erwachsenen in den USA zu wenig Magnesium aufnehmen. Ein niedriger Magnesiumspiegel kann mit einer ganzen Reihe von körperlichen Störungen assoziiert sein, u.a. auch mit einer erhöhten Entzündungsbereitschaft. Dies ist insofern von Bedeutung, als Übergewicht ohnehin mit einer erhöhten Entzündungsaktivität verbunden ist. Eine niedrige Magnesiumzufuhr fördert auch das Auftreten eines metabolischen Syndroms, bei dem Adipositas eine wesentliche Komponente darstellt.


Calcium

Bei männlichen Jugendlichen konnte eine inverse Beziehung zwischen der Calciumaufnahme und dem Risiko für Adipositas nachgewiesen werden. Bei prämenopausalen Frauen war eine höhere Calciumzufuhr mit einer günstigeren Fettverteilung assoziiert, d.h. mit einem geringeren intraabdominellen Fettdepot.


Zink

Zink ist ein wichtiges Spurenelement für die Immunkompetenz und besitzt auch antioxidative Eigenschaften. Eine Stabilisierung bzw. Verbesserung der Immunkompetenz und eine Verbesserung der antioxidativen Kapazität sind wichtige Faktoren zur Begrenzung von Schäden durch Adipositas. Eine Supplementierung von Zink führte bei adipösen Kindern zu einer deutlichen Verbesserung der Insulinsensitivität und der Nüchtern-Glucosespiegel.

In einer anderen Untersuchung wurde bei übergewichtigen Kindern auch eine Verminderung des CRP nachgewiesen.

Die Zinkkonzentration im Blutplasma konnte durch eine kurzzeitige Gewichtsreduktion deutlich verbessert werden.


Chrom

Chrom ist Bestandteil eines Biomoleküls mit dem Namen Chromodulin. Dieses Molekül erhöht die Effizienz der Signalübertragung von Insulin. Bei einer guten Chromversorgung werden deshalb für eine vergleichbare Insulinwirkung geringere Insulinmengen benötigt.


Arginin

Arginin ist die Ausgangssubstanz für die Bildung von Stickoxid und spielt deshalb eine zentrale Rolle für die Endothelfunktion und für die Regulierung der Gefäßweite. Sowohl Übergewicht, Insulinresistenz und Diabetes sind unabhängig voneinander mit einer reduzierten NO-Verfügbarkeit assoziiert.

Möglicherweise kann eine Argininsupplementierung auch die STH-Sekretion anregen, wobei dies allerdings nur für eine intravenöse Argininapplikation belegt ist.


Tryptophan

Der Botenstoff Serotonin wird aus Tryptophan gebildet, wobei die Synthese im ZNS sehr stark von der Tryptophan-Serumkonzentration abhängt. Neben vielen anderen Funktionen ist Serotonin auch für die Appetitregulation von Bedeutung. Höhere Serotoninkonzentrationen wirken appetitvermindernd und können dadurch auch zu einer Reduzierung der Nahrungsaufnahme beitragen.


Leucin

Leucin gehört zu der Gruppe der verzweigtkettigen Aminosäuren, die für den Muskelstoffwechsel und für die Muskelproteinsynthese eine zentrale Rolle spielen. Leucin ist ein wichtiger anaboler Signalgeber und kann bei einer Reduktionsdiät einen verstärkten Muskelproteinabbau vermindern. In einer Studie der University of North Carolina konnte nachgewiesen werden, dass eine höhere Aufnahme von verzweigtkettigen Aminosäuren das Risiko für Übergewicht/ Adipositas bei gesunden Erwachsenen senkt.


Carnitin

Carnitin ist ein Transportmolekül für die beförderung langkettiger Fettsäuren in die Mitochondrien und ist deshalb für die Fettverbrennung unerlässlich. Carnitin ist aber kein „Fettburner“, der bei körperlich inaktiven Menschen eine Ankurbelung des Fettabbaus bewirken könnte. Es gibt aber Hinweise aus Studien, dass eine Carnitinsupplementierung im Rahmen eines Bewegungsprogramms eine Gewichtsreduktion unterstützt. Auch eine Verbesserung der Blutfettwerte konnte nachgewiesen werden.


Homocystein

Patienten mit Bluthochdruck, die übergewichtig sind, haben sehr viel häufiger erhöhte Homocysteinkonzentrationen als normalgewichtige Hypertoniker. Generell leiden übergewichtige Menschen häufiger an einer endothelialen Dysfunktion. Bei prämenopausalen Frauen wurden mit zunehmendem BMI vermehrt niedrige Folsäurekonzentrationen nachgewiesen. Bekanntlich ist die Folsäure von zentraler Bedeutung für den Homocysteinabbau.

 


Referenz:
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  • Focus.de, 12.05.2009: Vitamin D unterstützt Diäterfolg
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  • Tamara Beres Lederer Goldberg et al.: Calcium intake and its relationship with risk of overweight and obesity in adolescents; Archovos Latinoamericanos de Nutricion, ISSN 0004-0622 version impresa, Mar. 2009
  • Nikki C et al.: Dietary calcium intake is associated with less gain in intraabdominal adipose tissue over 1 year; Obesity 2010, 31. July 2009
  • Voruganti VS et al.: Short-term weight loss in overweight/ obese low-income women improves plasma zinc and metabolic syndrome risk factors; J Trace Elem Med Biol. 2010 Oct; 24(4): 271-6
  • Hashemipour M et al.: Effect of zinc supplementation on insulin resistance and components of the metabolic syndrome in prepubertal obese children; Hormones (Athens) 2009, Oct – Dec; 8(4): 279-85
  • Marc Husmann et al.: Atherosklerotische Gefäßerkrankungen und Stickstoffmonoxid (NO): Die wachsende Bedeutung von hoher Lebenserwartung und Übergewicht für die Klinik; Curriculum, Schweiz Med Forum 2007: 1008-1011
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  • Nawaf Mejbel Alshamari: The effect of l-carnitine and physical activity on adipocytokines and lipid profile in obese women; World Journal of Sport Sciences 4 (1): 21-23, 2011
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  • Bukhare SA et al.: Plasma homocysteine and DNA damage profiles in normal and obese subjects in the Pakistani population; Mol Bio Rep. 2010 Jan(1): 289-95

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Laborparameter


Bestimmt im Blut/ Serum werden:

• Arginin
• Tryptophan
• Calcium
• Magnesium
• Zink
• Chrom
• Carnitin
• Coenzym Q10
• Homocystein
• Vitamin C
• Vitamin D3
• Vitamin E

 
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