Rheuma-Screening

Rheuma-Screening2Der Begriff Rheuma ist keine Diagnose im eigentlichen Sinne und auch keine einheitliche Krankheit. Unter den Oberbegriff Rheuma fallen etwa 400 einzelne Erkrankungen, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie Erkrankungen von Bindegewebsstrukturen sind.

Da Bindegewebe praktisch überall im Körper vorkommt, können fast alle Organe im Körper auch an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung beteiligt sein.

Zu den rheumatischen Erkrankungen gehören die chronische Polyarthritis als häufigste entzündliche Gelenkerkrankung, Kollagenosen, infektiöse Gelenkentzündungen, degenerative Gelenkerkrankungen und auch der Weichteil-Rheumatismus. 22 Prozent der Bevölkerung leiden an rheumatischen Beschwerden. Häufig sprechen Patienten von Rheuma bei allen mögliche Schmerzzuständen des Bewegungsapparates. Für Ärzte ist Rheuma meist mit der chronischen Arthritis assoziiert.

Wie bereits erwähnt, ist die rheumatoide Arthritis oder chronische Polyarthritis die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung, von der Menschen aller Altersgruppen betroffen sein können. Rheumatische Erkrankungen sind also nicht Leiden alter Leute, sondern können sogar Kleinkinder befallen.

Die Ursachen der chronischen Polyarthritis sind immer noch weitgehend ungeklärt. Neuere Forschungsergebnisse stützen nicht mehr die Vorstellung einer rein entzündlichen Erkrankung, vielmehr geht man heute davon aus, dass die Zerstörung der Gelenke durch die geschwulstartige Wucherung von Zellverbänden der Gelenkinnenhaut verursacht wird.

Neben den spezifischen rheumatologischen Therapieansätzen spielen ernährungsmedizinische Maßnahmen bei rheumatischen Erkrankungen eine erhebliche Rolle. Typisch für einen entzündlichen Prozess ist eine vermehrte Freisetzung von Arachidonsäure, wodurch die Bildung pro-entzündlicher Eicosanoide gefördert wird. Eine hohe Zufuhr von Arachidonsäure, wie z.B. in Fleisch und Wurst enthalten, unterstützt diesen Prozess. Eine niedrige Arachidonsäurezufuhr, z.B. in Form einer ovolakto-vegetabilen Kost, verringert dagegen die Bildung von Entzündungsmediatoren.

Bei der rheumatischen Entzündung spielen freie Radikale eine große Rolle, so dass eine optimale Zufuhr von Antioxidantien unerlässlich ist.


Antioxidantien

In mehreren Studien wurden bei der rheumatoiden Arthritis Mängel an verschiedenen antioxidativen Mikronährstoffen gefunden. In einer schwedischen Studie, die 2002 publiziert wurde, waren die Plasmaspiegel von Vitamin C, Retinol und Harnsäure umgekehrt mit der Aktivität der rheumatoiden Arthritis assoziiert.
In einer prospektiven Studie mit 29.368 Frauen wurde untersucht, welche Ernährungsfaktoren die Entstehung der rheumatoiden Arthritis begünstigen. Dabei zeigte sich, dass besonders die Zufuhr von Zink und Beta-Kryptoxantin einen Schutzeffekt auf die Entwicklung der rheumatoiden Arthritis ausübt. Erwartungsgemäß hatte auch eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse einen günstigen Effekt.

Im Juli 2000 wurden die Ergebnisse einer finnischen Studie publiziert.
In dieser Kohorten-Studie waren 18.709 erwachsene Frauen und Männer, die im Zeitraum zwischen 1973 und 1978 weder Arthritis noch eine Vorgeschichte mit rheumatischen Erkrankungen aufwiesen, bis zum Jahr 1989 beobachtet worden. Während dieser Zeit traten 122 Fälle von rheumatoider Arthritis auf. Dabei zeigte sich, dass ein niedriger Selenstatus ein Risikofaktor für die Rheumafaktor-negative PCP war, ein niedriger Vitamin-E-Status erwies sich als Risikofaktor für alle Formen der PCP.

Die Universität München publizierte 2005 die Ergebnisse einer Studie, in der die Wissenschaftler nachweisen konnten, dass bei Gelenkentzündungen wie Arthritis oder Arthrose die Vitamin-E-Konzentraton in der Gelenkflüssigkeit stark abfällt. Außerdem zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen der Konzentration des Vitamins E in der Plasma- und Gelenkflüssigkeit. Daraus konnte man schließen, dass eine bessere Versorgung mit Vitamin E auch die Versorgung der Gelenke verbessert.

 

Vitamin D

Bekanntlich ist Vitamin D ein wichtiger Mikroährstoff im Knochenstoffwechsel, außerdem hat Vitamin D immunmodulierende Eigenschaften. In einer indischen Studie, 2011 publiziert, wurde bei Patienten mit rheumatoider Arthritis die Vitamin-D-Konzentration bestimmt. 68 Prozent der Studienteilnehmer litten unter einem Vitamin-D-Mangel. Eine Supplementierung von Vitamin D führte bei den Rheumapatienten zu einer stärkeren Schmerzlinderung als in der Kontrollgruppe.

Auf dem europäischen Rheumakongress EULAR 2010 wurden verschiedene Studien vorgestellt, die sich mit dem Thema Vitamin D und rheumatische Erkrankungen beschäftigten. In einer italienischen Studie wies gut die Hälfte der Patienten suboptimale Vitamin-D-Spiegel auf. In einer Schweizer Studie hatten sogar 84 Prozent aller Patienten einer Rheumaambulanz einen Vitamin-D-Mangel.
In einer anderen Untersuchung korrelierte die Vitamin-D-Unterversorgung mit mehreren Scores der Krankheitsaktivität. Eine weitere wichtige Botschaft auf diesem Kongress war, dass die Vitamin-D-Spiegel von Rheumapatienten nur mit einer hochdosierten Substituionstherapie aufzufüllen sind.

 

Aminosäuren

Mehrfach wurden bei der rheumatoiden Arthritis niedrige Histidinkonzentrationen festgestellt, wobei die Ursachen hierfür noch unklar sind. Jedenfalls gibt es keine Hinweise auf eine Histidinmalabsroption. In älteren Publikationen wurde die Wirkung einer Histidinsupplementierung bei rheumatischen Erkrankung untersucht. Der angenommene antirheumatische Effekt von Histidin dürfte durch eine Beeinflussung der Prostaglandinsynhese erklärbar sein.

Untersuchungen neueren Datums haben gezeigt, dass Histidin sehr wohl antioxidative und antiinflammatorische Eigenschaften besitzt.

Cystein ist eine wichtige Ausgangssubstanz für die Synthese des Glutathions, einem zentralen Regulator des Redoxgleichgewichts in der Zelle. Rheumatische Erkrankungen gehen mit einer vermehrten Bildung freier Radikale einher, so dass grundsätzlich eine vermehrte Zufuhr antioxidativer Mikronährstoffe empfehlenswert ist. Der Wirkstoff N-Acetylcystein konnte in einer Knorpelzellkultur die Entzündungsaktivität deutlich vermindern und die Glutathionverfügbarkeit verbessern. Oxidative Knorpelschäden gehören typischerweise zu rheumatischen Gelenkentzündungen.

 

 

Referenzen:
  • rheuma-online.de, 19.05.2008: Was ist Rheuma?
  • Wikipedia.org: Rheumatoide Arthritis
  • Hagfors L et al.: Antioxidant intake, plasma antioxidants and oxidative stress in a randomized, controlled, parallel, mediterranean dietary intervention study on patients with rheumatoid arthritis; Nutr J. 2003 Jul 30; 2:5
  • M Heliövaara et al.: Serum antioxidants and risk of rheumatoid arthritis; Ann Rheum Dis 1994; 53: 51
  • Knekt, Paul et al.: Serum selenium, serum alpha-tocopherol, and the risk of rheumatoid arthritis; July 2000, Volume 11, Issue 4, pp 402-205
  • Universität München, Hermes, 26.07.2005: Vitamin-E-Mangel verstärkt Gelenkentzündung
  • Ärzte Zeitung, 10.09.2010: Vitamin-D-Mangel – ein unterschätztes Problem von Rheumapatienten
  • H.B. Steinhauer et al.: Modification of prostaglandin generation by l-histidine – possible pathogenetic implication in rheumatoid arthritis; Prostagladins, Leukotrienes and Medicine, Volume 13, Issue 2, February 1984, pages 211-216
  • NG Sitton et al.: Kinetic investigations into the possible cause of low serum histidine in rheumatoid arthritis; Ann Rheum Dis 1988; 47: 48-52
  • Ueno T et al.: N-acetyl cysteine protects TMJ chondrocytes from oxidative stress; J Dent Res. 2011 Mar; 90(3): 353-9
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Laborparameter


Bestimmt im Blut/ Serum werden:

• Cystein
• Histidin
• Calcium
• Magnesium
• Zink
• Selen
• Vitamin C
• Vitamin D3
• Vitamin E

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