Quecksilber gehört zu den gefährlichsten Schwermetallen überhaupt. Nicht ohne Grund verabschiedeten am 19. Januar 2013 die Vereinten Nationen eine Konvention zur Eindämmung der Quecksilberemissionen. Der industrielle Einsatz von Quecksilber soll in Zukunft erheblich eingeschränkt werden, und für die Lagerung und Behandlung von quecksilberhaltigen Abfällen sollen Mindeststandards formuliert werden.

Quecksilber ist ein flüssiges, sehr flüchtiges Schwermetall, das sich in der Atmosphäre leicht ausbreitet. In der Antarktis – weitab von der Herkunftsquelle – wird das jährliche Quecksilberaufkommen auf etwa 200 Tonnen eingestuft.

Quecksilber wird bei zahlreichen industriellen und haushaltsnahen Anwendungen genutzt. Es entsteht z.B. bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen, außerdem findet Quecksilber Verwendung bei der Goldgewinnung und in der Chlor-Alkali-Industrie zur Herstellung chemischer Grundstoffe.

Im Haushalt wird Quecksilber in elektrischen Schaltern, Thermometern, Baro- und Manometern sowie Leuchtstofflampen eingesetzt. Die heute noch verwendeten Amalgamfüllungen haben einen sehr großen Quecksilberanteil von etwa 50 Prozent.

Auch von maritimem Fisch geht eine nicht unbegründete Quecksilbergefahr aus. In den fetthaltigen Strukturen lagert sich Methylquecksilber besonders gern an und gelangt somit in die Nahrungskette. Metylquecksilber ist eine Verbindung, die besonders giftig ist.

Immer wieder gibt es Berichte über Quecksilber-Vorfälle, so auch in jüngster Zeit:

  • So wurde an einem Grundwasserpegel bei der Müllpyrolyse im Landkreis Burgau eine überhöhte Quecksilberkonzentration gemessen.

  • Das Wiesbadener Tageblatt berichtete am 26.10.2013, dass Arbeiter bei Bauarbeiten auf dem Bahnhofsgelände Mittelheim auf eine geringe Menge Quecksilber gestoßen sind. Die fünf Bauarbeiter wurden vorsorglich medizinisch untersucht.

  • In einer Salzburger Schule ist im November 2013 ein Fläschen mit Quecksilber umgestoßen und verteilt worden. 23 Schüler und fünf Erwachsene sind ebenfalls vorsorglich untersucht worden.

Quecksilber ist ein starkes Nervengift, das sich in Organen wie Leber, Milz, Nieren und Gehirn anreichert. Es wird nur sehr langsam über die Nieren ausgeschieden. Bei einer akuten Vergiftung treten Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und trockener Mund-Rachen-Raum auf.

Wesentlich häufiger sind aber chronische Vergiftungen. Diese können auftreten, wenn über lange Zeit geringe Quecksilberkonzentrationen aufgenommen werden, z.B. durch den regelmäßigen Verzehr von quecksilberhaltigem Fisch. Auch durch Unfälle, wenn im Haushalt z.B. quecksilberhaltige Thermometer zerbrechen oder Leuchtstofflampen, kann es im Einzelfall zu einer chronischen Vergiftung kommen. Zahnärzte können gefährdet sein, wenn bei Amalgambehandlungen keine ausreichenden Schutzmaßnahmen vorgenommen werden.

Quecksilber ist ein schweres Nerven- und Immungift, das den Körper an vielen Stellen gleichzeitig schädigt. Quecksilber vermag lebenswichtige Enzymfunktionen zu blockieren und Stoffwechselvorgänge lahmzulegen. Bei einer chronischen Quecksilberbelastung kann eine schwere Nervenschädigung auftreten, die sich u.a. in Muskelzuckungen, Depressionsneigung, Erregungs- und Angstzuständen, Gedächtnisstörungen, Gangunsicherheiten etc. bemerkbar machen kann.

Bei einem Verdacht auf eine Quecksilberbelastung sollte unbedingt eine Laboruntersuchung durchgeführt werden, um die Belastung mit Quecksilber einzuschätzen zu können. Bei einem positiven Ergebnis ist dann eine Ausleitung mittels DMPS, die unter ärztlicher Behandlung vorgenommen wird, möglich.


Referenzen:

  • Bmu.de, 10.10.2013: Neues Umweltabkommen soll Ausstoß von Quecksiler weltweit eindämmen
  • Thru.de: Quecksilber aus Industriebetrieben in Deutschland
  • Augsburger-allgemeine.de, 20.11.2013: „Wir sind etwas ratlos“
  • Wiesbadener-tagblatt.de, 26.10.2013: Quecksilber in Mittelheim gefunden
  • Salzburg24.at, 11.11.2013: Nach Quecksilber-Austritt: 23 Schüler und fünf Erwachsene in Klinik
  • Netdoktor.de: Wie macht sich eine Quecksilber-Vergiftung bemerkbar?

 

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