In Deutschland leiden ca. fünf bis zehn Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter an einer so genannten Eisenmangelanämie - der häufigsten Form der Blutarmut -, aber auch zwei Prozent der Männer sind betroffen.

Lange Zeit kann dieses Leiden unerkannt bleiben, weil man die ersten Anzeichen meistens nicht richtig einzuordnen vermag, wie z.B Appetitlosigkeit, Verstopfung, Kopfschmerzen, Reizbarkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten. Den Anämie-Patienten ist oft schwindelig, sie fühlen sich schwach, sind müde und blass, leiden unter brüchigen Nägeln etc.

 

Eisenmangel als häufige Ursache für Anämie

Bei Anämie sind die roten Blutkörperchen oder das Hämoglobin vermindert. Hämoglobin ist ein eisenhaltiges, sauerstofftransportierendes Protein in den roten Blutkörperchen. Durch die Anämie ist der Sauerstofftransport in die Zellen gestört, und dem Stoffwechsel steht weniger Energie zur Verfügung. Wichtige Stoffwechselprozesse, wie z.B. Muskelaktivität und Zellaufbau und –reparatur sind beeinträchtigt. Für das Gehirn kann ein solcher Sauerstoffmangel ebenfalls sehr gravierend sein: Neben Schwindel kann es zu einer erheblichen Beeinträchtigung der geistigen Fähigkeiten kommen.

Anämie ist nicht als eigenständige Krankheit einzustufen, sondern ein Symptom, dem verschiedene Ursachen zugrunde liegen können. Prinzipiell führt z.B. jede Krankheit oder Störung, die entweder die Bildung der roten Blutkörperchen beeinträchtigt oder die eine Zerstörung der roten Blutkörperchen verursacht, zu einer Anämie. Der Auslöser für eine Blutarmut kann recht vielseitig sein. Viele Frauen verlieren mit ihrer Monatsblutung sehr viel Blut; weitere Gründe für Anämie können sein: chronische Entzündung, Operationen, Infektionen, Magen-Darmerkrankungen, Erkrankungen des Knochenmarks, Erbkrankheiten, Drogenkonsum, hormonelle Störungen, Schilddrüsenerkrankungen usw. Eine Anämie kann aber auch der erste Hinweis auf eine Arthritis, auf eine Infektion, auf Krebs oder auf eine andere schwere Erkrankung sein, oder auch ein erstes Anzeichen für einen Mikronährstoffmangel.

Besonders häufig kann ein Defizt an Eisen, Folsäure, Vitamin B6 und B12 zu einer Anämie führen. Eine Anämie gehört immer in ärztliche Behandlung, um herauszufinden, was dem Leiden zugrunde liegt.

Der häufigste Grund für eine Anämie ist, wie gesagt, ein Eisenmangel. Der Körper enthält zwei bis vier Gramm Eisen; über zwei Drittel davon befinden sich im Hämoglobin, also dem roten Blutfarbstoff. Ein Eisenmangel kann durch eine unzureichende Eisenaufnahme verursacht werden, z.B. durch einseitige Kost, aber auch durch starken Blutverlust. Es gibt auch Arzneimittel, die die Eisenaufnahme hemmen, wie z.B. Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure.



Neben einem Eisenmangel können noch weitere Mikronährstoffmängel an einer Anämie beteiligt sein

Eine perniziöse Anämie ist eine schwere Form der Anämie, die durch einen Vitamin-B12-Mangel ausgelöst wird. Personen mit dieser Störung können das Vitamin B12 durch den Magen-Darm-Trakt nicht aufnehmen. Sie leiden dann u.U. an Energiemangel, an Depressionen, an Verdauungsstörungen, an Durchfall und eben an Anämie.

Auch ein Folsäuremangel kann eine Anämie fördern, weil es dann zu einer Störung der Zellteilung kommt und damit zu einer verringerten Bildung der roten Blutkörperchen. Für den Transport des Eisens zu den roten Blutkörperchen ist Vitamin A unerlässlich. Deshalb ist es sinnvoll, bei einer Anämie unbedingt auch den Vitamin-A-Spiegel zu testen. Weitere wesentliche Mikronährstoffe, die bei der Bildung der roten Blutkörperchen eine Rolle spielen, sind: Vitamin C, Vitamin B2, Vitamin B6 und Kupfer.

Eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundvoraussetzung, damit immer genügend Blutkörperchen gebildet werden können. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) haben in etwa eine Lebenserwartung von vier Wochen, und absterbende Zellen müssen ständig durch neue ersetzt werden.

Bei Anämie sollte deshalb immer das Blut hinsichtlich einer ausreichenden Mikronährstoffversorgung geprüft werden.

 

 

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