Kaffe Rainer-Sturm pixelio 250Viele Menschen sind einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt, ohne dass es ihnen bewusst wäre: einem erhöhten Homocysteinspiegel. Homocystein entsteht zwangsläufig im Stoffwechsel der Aminosäure Methionin. Es muss vom Organismus schnell wieder abgebaut werden, da Homocystein verschiedene zellschädigende Effekte auslöst.

Homocystein kann prinzipiell über zwei Stoffwechselwege entgiftet werden, nämlich über die Remethylierung, bei der wieder Methionin entsteht, oder über die Transsulfurierung, bei der die Aminosäure Cystein gebildet wird.

 

 

Für den Homocysteinstoffwechsel sind verschiedene Mikronährstoffe erforderlich, insbesondere die Vitamine B6, B12 und Folsäure; auch ein Mangel an Vitamin B2 und Magnesium kann den Homocysteinstoffwechsel stören. Bei älteren Menschen sind die Homocysteinkonzentrationen häufig erhöht, was sehr häufig mit Problemen der Vitamin-B12-Versorgung zusammenghängt.Kommentar:Kommentar:Kommentar:

Homocystein kann sowohl eine Arteriosklerose initiieren als auch ihren Verlauf beschleunigen. Erhöhte Homocysteinkonzentrationen werden mit bestimmten Erkrankungen in Verbindung gebracht. Es gibt z.B. Hinweise, dass erhöhte Homocysteinspiegel bei Patienten mit Herzinfarkt eine nachfolgende Herzinsuffizienz fördern. Homocystein könnte auch bei der Auslösung von Migräneanfällen eine Rolle spielen und ist ein Risikofaktor für die Entstehung der Makuladegeneration. Außerdem gibt es Daten aus Studien, dass erhöhte Homocysteinkonzentrationen mit Hörverlusten in Verbindung stehen.

Britische Wissenschaftler untersuchten in einer Studie, ob die Homocysteinkonzentration bei Alzheimerpatienten mit dem kognitiven Abbau zusammenhängt. Es zeigte sich eindeudig, dass bei hochnormalen Homocysteinkonzentrationen, z.B. 14 µmol/ l, der kognitive Abbau bei Alzheimerpatienten signifikant schneller abläuft als bei Patienten mit Homocysteinkonzentrationen von nur 10 µmol/ l.

Österreichische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass ein Anstieg der Homocysteinkonzentration bei Sepsispatienten ein schlechtes prognostisches Zeichen ist. Die Homocysteinkonzentration bei Sepsispatienten korrelierte mit dem Überlebensstatus dieser Patienten.

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität in München untersuchten die Konzentrationen von Homocystein, Vitamin B12 und Folsäure im Serum sowie die Methylmalonsäurespiegel im Urin bei Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen und verglichen die Ergebnisse mit jenen der entsprechenden Kontrollpersonen. Bei allen Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen fand man signifikant erhöhte Konzentrationen von Homocystein und Methylmalonsäure. Möglicherweise werden Homocystein und Methylmalonsäure im Rahmen der Neurodegeneration vermehrt freigesetzt. Alternativ könnten Homocystein und Methylmalonsäure auch an der Pathogenese direkt beteiligt sein. Erhöhte Spiegel von Homocystein und Methylmalonsäure wirken neurotoxisch, deshalb sollte dringend die Wirksamkeit einer Therapie mit B-Vitaminen bei neurodegenerativen Erkrankungen näher erforscht werden.

Kommentar:
Nach unserer Erfahrung kommen erhöhte Homocysteinkonzentrationen relativ häufig vor. Insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei neurologischen bzw. psychiatrischen Krankheitsbildern sollte eine regelmäßige Kontrolle der Homocysteinkonzentration erfolgen. Es gibt wohl wenige Risikofaktoren, die sich auf so einfache Art und Weise senken lassen wie Homocystein.

 

Referenzen:

  • LifeExtension Homocystein Reduction, 2010
  • Johannes Levin et al.: Elevated levels of methylmalonate and homocysteine in parkinson´s disease, progressive supranuclear palsy and amyotrophic lateral sclerosis; Dementia and Geriatric Cognitive Disorder; Vol. 29, No. 6, 2010
  • Oulhaj A et al.: Homocyssteine as a predictor of cognitive decline in Alzheimer´s disease; Int J Geriatr Psychiatry. 2010 Jan; 25(1): 82

 

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