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Ein akuter Schmerz ist ein Signal oder ein Phantom für eine Gewebeschädigung oder eine akute Erkrankung. Seine Intensität hängt vom Ort und Ausmaß der Schädigung ab. Ein akuter Schmerz klinkt nach dem akuten Ereignis wieder ab, im Gegensatz dazu ist der chronische Schmerz eine eigenständige Erkrankung, der häufig keine klar erkennbaren Ursachen zugrunde liegen.

Bei der Behandlung von Schmerzuständen ist oftmals auch eine Supplementierung von Mikronährstoffen sinnvoll und angezeigt, dazu einige aktuelle Studien:

 In der Fachzeitschrift The Korean Journal of Pain vom April 2013 geht es unter anderem um die Frage, ob Vitamin C zur Behandlung postoperativer Schmerzen in Frage kommt. Wissenschaflter aus dem Iran haben diesbezüglich verschiedene Erkenntnisse zusammengetragen. Durch die Gabe von Vitamin C konnte z.B. der Morphinverbrauch nach einer laparoskopischen Entfernung der Gallenblase deutlich vermindert werden. Nützlich zur Schmerzbekämpfung war Vitamin C auch bei Patienten mit einer Neuralgie nach einer Herpesinfektion. Mehrfach wurde schon nachgewiesen, dass Vitamin C die Symptomatik eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (Morbus Sudeck) vermindern kann.

Generell kommt es nach chirurgischen Eingriffen zu einer Verminderung der Vitamin-C-Konzentration im Plasma. Angesichts der nachgewiesenen schmerzmindernden Effekte des Vitamin C könnte also eine Vitamin-C-Supplementierung nach chirurgischen Eingriffen eine sinnvolle Maßnahme zur Einsparung von Schmerzmitteln sein.

In mehreren Studien wurde ein Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und Schmerzzuständen festgestellt. Griechische Wissenschaftler konnten z.B. nachweisen, dass bei Patienten mit rheumatoider Arthritis sehr häufig ein Vitamin-D-Mangel besteht und dieser mit dem Schweregrad der Erkrankung assoziiert ist. Wissenschaftler aus dem Iran konnten bei 62 erwachsenen Patienten mit Schmerzen des Bewegungsapparates einen Vitamin-D-Mangel nachweisen. Eine Behandlung mit Vitamin D verbessert die Schmerzsymptomatik bei der Mehrzahl der Patienten. Bei postmenopausalen Frauen mit chronischen Rückenbeschwerden wurde ebenfalls vermehrt ein Vitamin-D-Mangel festgestellt.

Eine Therapie mit Vitamin D führte bei Veteranen mit multiplen Schmerzuständen zu einer Verbesserung der Schmerzsymptomatik und der Schlafqualität.

Ein moderater Vitamin-D-Mangel verschlechterte bei älteren Erwachsenen die Schmerzsymptomatik in den Knie- und Hüftgelenken innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren.

Ein Mangel an Mikronährstoffen kann eine bestehende Schmerzsymptomatik verschlechtern. Durch eine adjuvante Therapie mit Mikronährstoffen kann die Wirksamkeit von Schmerzmitteln verbessert werden bzw. der Schmerzmittelverbrauch verringert sich.

 

Referenzen:
  • Farshad Hassanzadeh Kiabi et al.: Can vitamin C be used as an adjuvant for managing postoperative pain? A short literature review; KJP The Korean Journal of Pain 2013 April; Vol. 26No. 2: 209-210
  • Kostoglou-Athanassiou L et al.: Vitamin D and rheumatoid arthritis; Ther Adv Endocrinol Metab. 2012 Dec; 3(6): 181-7
  • Abbasi M et al.: Is Vitamin D deficiency associated with non specific musculoskeletal Pain? Glob J Heath Sci. 2012 Nov 11; 5(1): 107-11
  • Rkain, Hanan et al.: Relationship between vitamin D deficiency and chronic low back pain in postmenopausal women; Current Rheumatology Reviews; February 2013
  • Huang, Wei MD, PhD et al.: Improvement of pain, sleep and quality of life in chronic pain patients with vitamin D supplementation; Clinical Journal of Pain: April 2013 –Volume 29, Issue 4, p341-347

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