Weltweit sind täglich 100 Millionen Menschen einer toxischen Belastung mit Schwermetallen ausgesetzt; betroffen sind hauptsächlich Menschen in den Entwicklungsländern. Eine der jüngsten Schwermetallkatastrophen fand Anfang des Jahres in Nigeria statt: Aufgrund der Gewinnung von Gold war bleihaltiger Staub freigesetzt worden, an dem mindestens 160 Menschen starben und hunderte weitere Menschen erkrankten.

  

Die zwei Umweltorganisationen Blacksmith Insitute aus den USA und Green Cross aus der Schweiz haben Anfang November eine Liste der sechs gefährlichsten Umweltgifte des Jahres bekanntgegeben. Die Staffelung basiert auf der Anzahl der Menschen, die durch das entsprechende Umweltgift gefährdet sind:

1. Blei (18 bis 22 Mio. Menschen weltweit betroffen)
2. Quecksilber (15 bis 19 Mio. Menschen weltweit betroffen)
3. Chrom (13 bis 17 Mio. Menschen weltweit betroffen)
4. Arsen (5 bis 9 Mio. Menschen weltweit betroffen)
5. Pestizide (5 bis 8 Mio. Menschen weltweit betroffen)
6. Radionuklide (5 bis 8 Mio. Menschen weltweit betroffen)

Grundlage der Daten sind 1.000 Risikoanalysen von über 600 verschmutzten Orten in mehr als 40 Ländern. In dem Risikobericht werden die entsprechenden Quellen der einzelnen Giftstoffe jeweils beschrieben.

Blei, das auf Rang 1 als eines der gefährlichsten Umweltgifte eingestuft wird, ist ein hochtoxisches Schwermetall, das bei Schmelzprozessen und beim Bergbau als Abfallprodukt entsteht. Es kann über die Luft eingeatmet und über das Wasser, über den Boden oder über die Nahrung aufgenommen werden. Blei ist auch in Autobatterien enthalten. Das unprofessionelle Recyclen von bleihaltigen Batterien ist in vielen Entwicklungsländern üblich. Um ein bisschen Geld zu verdienen, schmelzen dort arme Menschen das Blei aus Batterien und atmen das hochgiftige freigesetzte Blei ein.

An zweiter Stelle der Rangliste steht Quecksilber. Dieses Schwermetall wird für die Herstellung von Chlorgas und für elektrische Schalter verwendet. In vielen Entwicklungsländern dient Quecksilber der Gewinnung von Gold: Es wird eingesetzt, um den feinen Goldstaub zu lösen, wodurch Goldamalgam entsteht. Durch Erhitzen gelangt hier sehr viel Quecksilber in die Umwelt.
Die dritte und vierte Stelle der Rangliste nehmen Chrom und Arsen ein. Chromsalze kommen bei der Ledergewinnung zum Einsatz und beim Schweißen von Stahl. In verschiedenen Staaten Süd- und Südostasiens finden sich sehr hohe Konzentrationen von Arsen im Grundwasser.

Eine Vergiftung mit Schwermetallen kann u.a. nervenschädigend, leber- und nierenschädigend sein, einen Risikofaktor für Krebserkrankungen darstellen und, in Abhängigkeit vom Ausmaß, sogar tödlich wirken.

In den Industriestaaten nimmt eine Belastung mit Schwermetallen zwar nicht die Ausmaße wie in den Entwicklungsländern an, dennoch befinden wir uns nicht auf einer schwermetallfreien Zone.

Je nach Wohngebiet kann eine Schwermetallbelastung aufgrund von Industrien, wie z.B. im Ruhrgebiet, vermehrt festgestellt werden. Auch über die Nahrung, hauptsächlich über Fisch und Meeresfrüchte, können Schwermetalle wie Quecksilber aber auch Arsen in hohen Mengen in den menschlichen Organismus gelangen. Wer mit Schusswaffen zu tun hat, z.B. in der Waffenindustrie arbeitet, kann erheblich mit Blei belastet sein. Eine vermehrte Bleibelastung wurde auch bei Jägern festgestellt, wie unlängst in der Schweizer Presse berichtet wurde. Weitere Quellen für Schwermetalle können Bleirohre und Zigarettenrauch sein, und auch in der Küche sind wir nicht dagegen gefeit: Vorsicht hier vor einer hohen Aluminiumaufnahme z.B. über Schmelzkäse (Fertigpizza), Alukochgeschirr, Aluminiumbleche oder Essen, das mit abgedeckter Alufolie erhitzt bzw. aufbewahrt wurde.

 

Anmerkung:
Natürlich muss eine Belastung mit Schwermetallen nicht immer sogleich zu schweren neurologischen Ausfällen etc. führen, aber bereits aufgrund einer geringen Belastung mit z.B. Blei oder Zinn kann es durchaus zu Konzentrationsstörungen, Lernstörungen, psychischen Befindlichkeitsstörungen, Gereiztheit, Hyperaktivität, Allergien, Infektanfälligkeiten etc. kommen. 

Schwermetallanalyse:
Eine Analyse der Schwermetalle kann, je nach Belastung, im Urin, im Speichel oder im Blut durchgeführt werden. Weiter Infos geben wir Ihnen gerne telefonisch 09394/ 9703-0.


Referenzen:
  • tagesanzeiger.ch, 03.11.2010: Blei ist überall – im Wasser, im Boden, in der Nahrung
  • bernerzeitung.ch, 27.10.2010: Schützen droht Bleiverbot
 
 

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