Schwermetalle stellen nach wie vor eine große Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Natur dar, auch wenn in den letzten Jahrzehnten die Umweltschutzmaßnahmen deutlich verbessert wurden. Durch den Giftschlammunfall in Ungarn Anfang Oktober 2010 sind auch beträchtliche Mengen an Schwermetallen in die Umwelt gelangt. Greenpeace hatte Proben aus dem Rotschlamm im österreichischen Bundesumweltamt analysieren lassen; dabei wurden sehr hohe Konzentrationen einiger Schwermetalle festgestellt. Man kann davon ausgehen, dass beim Bruch des Rotschlammreservoirs etwa 50 Tonnen Arsen sowie 5 Tonnen Quecksilber in die Umwelt gelangt sind. Die Dimensionen dieser Katastrophe sind noch nicht abzusehen. Vor allem ist diese Giftkatastrophe auch nicht nur ein lokales Problem, da Schwermetalle über sehr lange Zeit Böden und Pflanzen kontaminieren können, wodurch dann eben auch eine Anreicherung in Nahrungsmitteln und im Trinkwasser erfolgen kann. Es ist auch nicht auszuschließen, dass Schwermetalle und andere Giftstoffe bei entsprechenden Windverhältnissen über die Luft verfrachtet werden. Insgesamt wurden in dem Giftschlammcocktail 38 Schadstoffe nachgewiesen.

Aus früheren Zeiten können unter Umständen auch erhebliche Altlasten an Schwermetallen vorhanden sein, wie jetzt das Beispiel der Stadt Senden zeigt. Dort stieß man im Rahmen von Bauarbeiten auf ein erhebliches Altlastenreservoir – offensichtlich befinden sich im Süden des Sendener Stadtparks etwa 10 Tonnen Quecksilber und 4 Tonnen Arsen tief im Boden vergraben, die bis 1970 in die Umwelt freigesetzt wurden.

Ende September 2010 meldete die Presse, dass die Bundesregierung zukünftig Kinder besser vor Giftstoffen in Spielzeug schützen will. Die derzeit in der EU gültigen Grenzwerte für Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen u.a. müssten deutlich abgesenkt werden. Mehr als die Hälfte der Spielwaren stammt aus China, immer wieder wurden in Spielzeug aus China giftige Stoffe entdeckt, deren Anteil über den vorgeschriebenen Höchstgrenzwerten lag.

Wie aus einer Pressemitteilung im September 2010 entnommen werden kann, sind hunderte Kinder in Nigeria an Bleivergiftung gestorben, weil sie bei der Goldgewinnung mit dem Blei in Kontakt gekommen waren.

Bereits im September 2009 wurde eine Studie der Universität von Bristol publiziert, in der der Einfluss einer Bleibelastung auf die intellektuelle und emotionale Entwicklung von Kindern untersucht wurde. Die Wissenschaftler nahmen Blutproben von knapp 600 zweieinhalbjährigen Kindern. Bei 27 Prozent fanden sie mehr als 50 µg/ l Blei im Vollblut. Als man bei den selben Kinder im Alter von sieben bis acht Jahren verschiedene Leistungs- und Verhaltenstests durchführte, zeigte sich, dass die Kinder mit höheren Bleiwerten deutlich schlechter abschnitten als die mit geringeren Bleiwerten. Ab 100 µg/ l war zudem antisoziales Verhalten bis hin zu Hyperaktivität dreimal so häufig. Bereits bei Konzentrationen um 15 µg/ l war in einer anderen Studie ein erhöhtes Risiko für eine AD(H)S-Symptomatik nachweisbar.

Auch das Schwermetall Quecksilber ist für Kinder hochtoxisch. Es gibt prinzipiell keine ungefährliche oder sichere Quecksilberkonzentration. Weder Kinder noch Erwachsene sollten Quecksilber im Blut haben, da es keine physiologische Funktionen hat.

 

Referenzen:
  • Europaticker: Giftschlamm: Unerwartet hohe Mengen an Arsen und Quecksilber; 11.10.2010
  • Südwest Presse, 07.10.2010: Zu viel Quecksilber liegt in der Luft
  • AFP, 30.09.2010: Koalition will Kinder besser vor Gift in Spielzeug schützen
  • Focus online, 21.09.2010: Hunderte Kinder sterben an Bleivergiftung
  • Bose-O`Reily S et al.: Mercury exposure and children`s health; Curr Probl Pediatr Adolesc Health Care. 2010 Sep; 40(8): 186-215
  • Eltern.t-online.de, 21.09.2009: Blei schadet Kindern auch in geringen Mengen  
 

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