Mikronährstoffmedizin bei Osteoporose und Depressionen

 

 Bei Vitamin-D-Mangel besteht ein erhöhtes DepressionsrisikoFrauen, die zu Depressionen neigen, sind auch einem erhöhten Osteoporoserisiko ausgesetzt. Auf entsprechende Zusammenhänge hatte der Dachverband der deutschsprachigen Osteoporose-Selbsthilfeverbände e.V. (DOP) im Mai 2009 hingewiesen. Dabei bezog er sich u.a. auf eine Studie, die bereits im November 2007 im medizinischen Fachblatt „Archives of Internal Medicine“ von einer Delegation, bestehend aus Psychiatern, Hormonexperten und Orthopäden, veröffentlicht wurde:

Gemessen wurde die Knochendichte bei fast 150 Frauen im Alter zwischen 21 und 45 Jahren. Etwa zwei Drittel der Frauen litten an einer milden Depression, die anderen Probandinnen waren psychisch gesund. Das Ergebnis der Messungen war, dass die Frauen ohne Depressionsneigung wesentlich bessere Werte der Knochendichte aufwiesen: Im Bereich des Oberschenkelhalses waren bei 17 Prozent der Frauengruppe mit Depressionen ein Schwund der Knochenmasse feststellbar, die Vergleichsgruppe verzeichnete nur zwei Prozent. Die Knochenmessungen in der Lendenwirbelsäule ergab ebenfalls, dass die psychisch stabileren Versuchsteilnehmerinnen besser abschnitten als diejenigen, die zu Depressionen neigten. Die Knochendichte war im Bereich der Lendenwirbelsäule bei 9 Prozent der gesunden Probandinnen verringert und bei 20 Prozent der depressiv anfälligen Frauen.

Man vermutet, dass die Ursachen für diese Zusammenhänge darin liegen, dass bei einer Depression vermehrt körpereigene Stoffe ausgeschüttet werden, die einen negativen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel haben. Das bei einer Depression vermehrt freigesetzte Stresshormon Cortisol bewirkt eine Hemmung der knochenaufbauenden Zellen, der Osteoblasten, und damit eine Instabilität der Knochenmasse. Eine erhöhte Konzentration von Adrenalin bei Stress und Depressionen verstärkt die Bildung entzündungsfördernder Stoffe wie Interleukin-6. Dieser Entzündungsstoff regt wiederum Prozesse an, die den Knochenabbau beschleunigen.

Ein weiterer Zusammenhang zwischen einem erhöhten Osteoporoserisiko und Depressionen könnte darin zu finden sein, dass zu Depressionen geneigte Personen sich eher zurückziehen, sich weniger bewegen und sich schlechter ernähren. Letzteres hat natürlich einen großen Einfluss auf den Mikronährstoffhaushalt und damit auch auf den Knochenstoffwechsel. Depressiv anfällige Personen haben ohnehin einen größeren Bedarf an Mikronährstoffen.

Im Focus steht immer wieder das Calcium, wenn es um die Knochengesundheit geht. Calcium wird für den Aufbau der Knochensubstanz benötigt; bei einem Calciummangel kann die Knochenstruktur brüchig werden. An dieser Stelle sei einmal erwähnt, dass die Empfehlung, viel Milchprodukte zu verzehren, um der Osteoporose entgegenzuwirken, problematisch ist. Milchprodukte enthalten zwar viel Calcium, aber ein übermäßiger Konsum tierischer Proteine, wie in den Industriestaaten üblich, kann zu einer Übersäuerung des Organismus führen. Calcium wird zur Neutralisation der Säuren benötigt und aus dem Knochengewebe mobilisiert.

Besser ist es, auf calciumhaltige Gemüsearten, auf Obst und Getreidesorten oder Samen zurückzugreifen. Eine weitere Möglichkeit zur Optimierung der Calciumversorgung sind calciumreiche Mineralwässer, die 150 –500 mg Calcium pro Liter enthalten. Die Bioverfügbarkeit von Calcium aus diesen Wässern ist gleich wie die aus Milch bzw. höher.

Neben Calcium werden für einen stabilen Knochen weitere Mikronährstoffe benötigt wie Magnesium, Zink, Kupfer, Mangan, Silicium, Vitamin D, K, C, B6, B12 Folsäure und bestimmte Aminosäuren.

Die Vitamine C und B6 sind zur Unterstützung der Kollagenbiosynthese und zur Förderung der Quervernetzung und Stabilität der Kollagenfibrillen erforderlich. Vitamin K ist notwendig, um Osteocalcin zu bilden, ein Protein der Knochenmatrix. Eine vermehrte Synthese von Osteocalcin geht mit einer gesteigerten Einlagerung von Calciumsalzen im Knochen einher.

Eine erhöhte Magnesiumzufuhr wurde 2005 in einer Studie des University of Tennessee Health Science Center mit einer signifikant höheren Knochendichte assoziiert im Vergleich zu den Personen mit der geringsten Magnesiumaufnahme.

Vitamin D3 wird zur Regulation der Calcium-Resorption aus dem Darm benötigt. Zum Vitamin D gibt es noch eine interessante Studie, die Ende Dezember 2008 publiziert wurde: Sie zeigt auf, dass der Vitamin-D-Status eine wesentlich größere Rolle für die Knochendichte spielt als die Calciumaufnahme. Bei knapp 10.000 Teilnehmern der US NHANES III Studie wurden 20 Jahre später Knochendichte, Calciumaufnahme und der Vitamin-D-Status untersucht. Dabei erwies sich, dass nur bei Frauen mit einer Vitamin-D-Konzentration unter 20 ng/ ml eine höhere Calciumaufnahme auch mit einer höheren Knochendichte verbunden war. Bei einer Vitamin-D-Konzentration über 20 ng/ ml hatte die Höhe der Calciumzufuhr keinen wesentlichen Einfluss auf die Knochendichte.

Besteht ein Mangel an Mikronährstoffen, ist das nicht ohne weiteres ersichtlich. Dazu ist schon eine genaue Blutuntersuchung notwendig.
Das Diagnostische Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH, einem langjährigen Labor mit viel Erfahrung in der Mikronährstoffmedizin führt entsprechende Mikronährstoffanalysen durch. Untersucht werden u.a. Mikronährstoffe, die für den Knochenstoffwechsel erforderlich sind oder die regulierend auf das Nervensystem wirken, um z.B. Depressionen entgegenzuwirken.

Der Patient und Arzt erhält einen umfassenden Analysenbericht mit einer genauen Therapieempfehlung. Dadurch ist eine gezielte Therapie mit den entsprechend fehlenden Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren möglich, was der Knochengesundheit und dem Nervensystem zugute kommt. Bild: Frank Faasen, aboutpixel.de

Referenz:
www.journalmed.de, 27.05.2009
www.aerztlichepraxis.de, 22.12.2005
www.sueddeutsche.de, 27.11.2007
H. Kaspar: Ernährungsmedizin und Diätetik, 11. Auflage, Elsevier


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