gehirn-ktsdesign-fotoliaDas Gehirn braucht Mikronährstoffe für die Signalübertragung von Nervenimpulsen

Von zentraler Bedeutung für das Fühlen, Denken und Handeln sind chemische Signalsubstanzen, zu denen Neurotransmitter, Neuropeptide, Neurohormone und Neuromodulatoren gehören. Um diese zu bilden, werden ausreichend Vitalstoffe benötigt.

Die Funktionsfähigkeit des Gehirns ist abhängig von einem ungestörten Ablauf der biochemischen Prozesse. Wenn z.B. ein Vitamin oder ein Spurenelement fehlt, kommt es zu einer Störung von Hirnleistungen oder zu psychischen Befindlichkeitsstörungen. Besonders empfindlich gegenüber Nährstoffmängeln ist das Gehirn von Kindern und Heranwachsenden; so kann ein Eisenmangel z.B. zu Lernstörungen führen. Das kindliche Gehirn ist auch sehr empfindlich gegenüber Umweltgiften (z.B. Pestiziden oder Schwermetallen). Blei und Quecksilber wirken schon in geringen Konzentrationen intelligenzmindernd.
 

Sauerstoff und Glukose für das Gehirn

Das Gehirn benötigt wie alle anderen Organe eine ausreichende Versorgung mit allen Nährstoffen, um seine Funktionen erfüllen zu können, weist aber im Vergleich zu anderen Organen einige Stoffwechselbesonderheiten auf:

Beispielsweise verbraucht das Gehirn 20 % des vom Organismus aufgenommenen Sauerstoffs, obwohl es nur 2 % des Körpergewichts ausmacht. Es ist reichlich durchblutet, die Nährstoffe kommen aber nicht direkt vom Blut zu den Hirnzellen, weil dazuwischen eine Barriereschicht aus Zellen, die so genannte Blut-Hirn-Schranke, liegt.
Sie grenzt sozusagen das Zentralnervensystem vom übrigen Organismus ab. Diese Schranke ist für sehr viele Moleküle, wie z.B. Proteine, undurchlässig. Damit die Nährstoffe vom Blut zu den Hirnzellen gelangen können, gibt es eine Vielzahl von Transportern, über die die Einschleusung der Substanzen erfolgt.

Freie Radikale attackieren Fettmoleküle, die sich dadurch chemisch verändern („ranzig werden“) und ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen können. Die Nervenzellen können keine Fettsäuren verbrennen, im Gegensatz z.B. zu Muskelzellen; sie sind deshalb auf Glukose als Energieträger angewiesen. Die Glukoseversorgung des Gehirns hat für den Organismus absolute Priorität, notfalls werden vom Stoffwechsel auch Muskelaminosäuren zur Glukosegewinnung herangezogen.
 

Welche Erkenntnisse gibt es über die Wechselwirkung zwischen Ernährung und Hirnleistungsfähigkeit bzw. Psyche?

Eine umfassende Darstellung dieser Zusammenhänge wurden Ende Januar von der britischen Verbraucherorganisation Sustain und der Mental Health Foundation publiziert. Dabei wurde zum einen das gesamte wissenschaftliche Datenmaterial zu diesem Themenkomplex aufgearbeitet, zum anderen wurden umfangreiche Untersuchungen und Befragungen der britischen Bevölkerung vorgenommen. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist erschreckend: Die immer schlechtere Ernährung führt bei der britischen Bevölkerung zu Depressionen und schwächt Gedächtnis und Konzentration. Das Fehlen von Aminosäuren hat Depressionen und Apathie zur Folge und wirkt sich negativ auf Motivation und Entspannungsfähigkeit aus.

 

Junk-Food hat die Gehirne der Kinder geschädigt

Anfang Februar fand in Edingburgh eine Konferenz zum Thema Ernährung, Verhalten und Junk-Food-Generation statt. Man geht heute davon aus, dass etwa ein Viertel der Jugendlichen in irgendeiner Form Lernprobleme hat. Der Tenor der Konferenz war: Junk-Food hat die Gehirne der Kinder geschädigt.

Diese Erkenntnisse aus Großbritannien sind auch auf deutsche Verhältnisse übertragbar. Langzeitstudien zeigen, dass die psychische Befindlichkeit und das psychosoziale Verhalten von Jugendlichen sich innerhalb der letzten 20 Jahre signifikant verschlechtert haben. Im Folgenden werden nun die Ergebnisse verschiedener Studien über den Einfluss der Ernährung auf Psyche und Hirnleistungsfähigkeit dargestellt:

  • Eine Supplementierung mit Spurenelementen und Vitaminen sowie mit essentiellen Fettsäuren führte bei Schulkindern zu einer verminderten Aggressivität.
  • Der Verzehr von Cholesterin und gesättigten Fettsäuren ist mit Störungen der Hirnleistungsfähigkeit assoziiert.  
  • Emotionale Stresszustände besserten sich durch Weglassen von Zucker.
  • Eine hohe Zufuhr von Kohlenhydraten wird meist mit einer besseren Stimmungslage in Verbindung gebracht. Ein Grund dafür dürfte sein, dass dadurch die Aminosäure Tryptophan bessere Chancen hat, durch die Blut-Hirn-Schranke zu gelangen. Bei einer eiweißreichen Ernährung konkurrieren verschiedene Aminosäuren um den gleichen Transporter ins Gehirn. Dabei hat dann Tryptophan sozusagen schlechtere Karten, da es im Vergleich zu andern Aminosäuren nur in einer geringen Konzentration im Blut vorliegt. Tryptophan ist reichlich enthalten in Cashewnüssen, Sonnenblumenkernen und Haferflocken. Tryptophan ist die Ausgangssubstanz für die Bildung des Neurotransmitters Serotonin, der wesentlich an der Regulierung der Stimmungslage beteiligt ist. Durch eine vermehrte Tryptophanzufuhr in Verbindung mit Kohlenhydraten lässt sich die Serotoninbildung im Gehirn erhöhen, wodurch sich die psychische Befindlichkeit des Menschen in der Regel bessert.
  • Eine zu geringe Zufuhr von Vitamin B12 und Vitamin C sowie Folsäure zeigt sich häufig in depressiver Verstimmung oder in vermehrter Erregbarkeit.
  • Menschen mit Erschöpfung sowie Depressionsneigung haben häufig auch niedrige Vitamin-B1-Konzentrationen.
  • Die Selenversorgung in Mitteleuropa ist in der Regel unzureichend; eine gute Selenversorgung ist mit einer besseren Stimmungslage assoziiert.
  • Die Vitamine B6 und B12 können die Gedächtnisleistung im mittleren Lebensalter verbessern.

 

Bei älteren Menschen spielen besonders die Vitamine B6, B12 und Folsäure ein wichtige Rolle für die Hirnleistungsfähigkeit. Wenn diese Vitamine in zu geringem Maß vorhanden sind, kommt es häufig zu Abbauerscheinungen und zu einem vermehrten Auftreten von Altersdepressionen.
 
Rund 60 % der Gehirnmasse besteht aus Fettmolekülen. Dadurch ist das Gehirn sehr anfällig gegenüber oxidativem Stress und hat deswegen einen hohen Antioxidantienbedarf.
Bei Hirnleistungsstörungen und psychischen Befindlichkeitsstörungen empfehlen wir eine  Mikronährstoffanalyse des Blutes, den DCMS-Neuro-Check, und eine daraus resultierende gezielte Mikronährstofftherapie

Bild: ktsdesign, Fotolia.com

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