Reis Verena Muench Pixelio 200In der Antike war Arsen ein probates Mittel, ungeliebte Mitbürger unauffällig zu eliminieren. Man verwendete hierzu die Arsen-Sauerstoff-Verbindung Arsenik, ein Zellgift, das Organe zerstört und Blutungen auslöst. Dieser Trend reichte noch bis ins 19. Jahrhundert hinein - solange, bis es die Wissenschaft fertigbrachte, Arsenspuren nachzuweisen. Dies gelang im Jahr 1836 dem britischen Chemiker James Marsh.

Heute tritt Arsen weniger als "Mordwaffe" in den Fokus, sondern vielmehr als Umweltgift. So sind 160 Millionen Menschen in Bangladesch einer schleichenden Arsenvergiftung durch das Trinkwasser ausgesetzt. Zudem ist Bangladesch ein Land der Naturkatastrophen: Zyklone, Wirbelstürme, Monsunregen und Überschwemmungen machen den Menschen das Leben schwer.

Bangladesch zählt zu einem der dichtesten besiedelten Gebiete der Erde. Das Land ist an und für sich sehr fruchtbar, nur leider extrem arsenhaltig. Der angebaute Reis würde die Menschen eigentlich satt machen. Das Arsen ist natürlichen Ursprungs und verbreitet sich über die Sedimente der vielen Flüsse aus dem Himalaja. Bereits in den neunziger Jahren stellte man fest, dass dreißig Prozent der damals zehn Millionen Brunnen mit Arsen kontaminiert waren. Heute trinken bis zu dreißig Mio. Menschen Wasser, das den national festgelegten Grenzwert für Arsen überschreitet. Die medizinische Fachzeitschrift "Lancet" schätzt die Anzahl der Betroffenen, die in Bangladesch hohen Arsendosen ausgesetzt sind und waren, auf achtzig Millionen.

Aber auch wir in Europa sind keineswegs vor Arsen gefeit: Das Gift kommt aus Lebensmitteln, die gut sortiert in den Lebensmittelregalen zu finden sind. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Reis und Reisprodukte. In einer unlängst durchgeführten Studie des Instituts for Global Food Security at Queen´s University in Belfast wurden 81 verschiedene Reissorten und Reisprodukte hinsichtlich einer Arsenbelastung untersucht. Das Studienergebnis war beunruhigend: Mehr als 58 Prozent der untersuchten Reissorten und Reisprodukte fielen durch das Raster, d.h. es wurden so hohe Arsenkonzentrationen gemessen, dass sie von Kindern nicht mehr konsumiert werden dürfen. Der zulässige Grenzwert für Kinder wurde bei manchen Produkten bis zu 168 Prozent überschritten.  

Als Arsen-Grenzwerte für Lebensmittel orientierten sich die Forscher hierbei an die im August 2014 von der Europäischen Union verabschiedeten Grenzwerte, die voraussichtlich im Jahr 2015 gelten sollen: 200 µg/kg für Erwachsene und 100 µg/kg für Kinder.
Die Forscher fanden heraus, dass die Werte, je nach Herkunft, schwanken. Nach den Studienergebnissen wurden in braunem Reis aus Italien über 160 µg/kg, in rotem Reis aus Frankreich 310 µg/kg und in Basmati-Reis aus Indien 40 µg/kg  Arsen gemessen.
Die Forscher der Queens University in Belfast halten den von der EU festgelegten Grenzwert für Arsen in Lebensmitteln für Kinder (100 µg/kg) für immer noch zu hoch und fordern den Wert um weitere 50 Prozent zu senken. 

Bei einer chronischen Arsenvergiftung besteht der Verdacht für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tumorerkrankungen. Es kann u.a. zu Störungen des Nervenstoffwechsels kommen, wie zu Missempfindungen oder Lähmungserscheinungen, zu Kopfschmerzen, Erschöpfung u.v.m.

Referenzen:

•    focus.de: Die mörderische Karriere des Arsens
•    br.de, 11.09.2014: Giftige Brunnen in Bangladesch
•    praxisvita.de, 03.11.2014: Arsen: Ist mein Essen giftig?

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